Geothermie als überfällige Lösung aus der Abhängigkeit fossiler Energieträger

 

Die Energie des Erdmantels ist heute bereits anzapfbar. Geothermie ist praktisch unerschöpflich.

 

  1. April 2011

Von Michael Mannheimer

Deutschlands einsamer Abschied von der Kernkraft

Ja, ich gebe es zu: ich war ein Sympathisant der Atomenergie. Und ja, ich bekenne mich schuldig: ich bin es auch immer noch, auch und trotz Fukushima. Denn ich habe mich nicht anstecken lassen vom Weltuntergangs-Hype, der allerorten durch die Medien geisterte und einen glauben ließ, nicht im fernen Japan, sondern hier in Deutschland - im Land der zunehmenden Technikfeindlichkeit,  die, angeführt von den Linken Generalverweigerern, längst zu einer Ersatzreligion mutiert ist - wäre die Dreifachkatastrophe von Erdbeben, Tsunami und Atom-GAU passiert. Ich habe mich wieder mal geschämt, Deutscher zu sein angesichts der allseits hysterischen Berichterstattung in den Medien, angesichts der durchwegs von panikenden Atomkraftgegnern besetzten Talkshows und den Kotaus unserer Politiker, die alle Worte über eine angeblich globale Atomkatastrophe, aber kein Wort über die tausenden zivilen Opfer der Japaner und die hunderten von vollständig verwüsteten  Küstenorte verloren. Denn ohne Ausnahme waren alle Opfer in Japan die Folge des Erdbebens und des darauffolgenden Tsunamis und bislang kein einziges Opfer die Folge der Atomkatastrophe. Im Ausland nennt man diese Befindlichkeit "the german angst".

Oh nein, ich vergesse natürlich nicht, die bibelfeste Überzeugung unter den Kernkraftgegnern zu erwähnen, derzufolge in Zukunft zigtausende, ja Millionen an Spätopfern der Nuklearkatstrophe zu erwarten sind, glaubt man unseren Untergangspropheten born and made in Germany.

Dieselben Endzeit-Paniker haben jedoch seltsamerweise noch nie ein  Wort über die tatsächlich in die Millionen gehenden zivilen Opfer der fossilen Energien verloren, die weltweit Jahr für Jahr zu beklagen sind. Ich war vor kurzem in China und durfte dort mit eigenen Augen sehen, wie sich ganze Städte im graugelben  Dunst von Kohlekraftwerken meinen Blicken entzogen..und wie ich zum ersten Mal in meinem Leben Asthma-Anfälle bekam. Auf 1,2 Millionen Tote als Folge der verpesteten Luft werden die Opfer geschätzt – allein in China. Und keiner regt sich hierzulande auf. Am wenigsten die Grünen, die in den Kernkraftwerken das Böse an sich zu erkennen glauben, den Satan des Industriezeitalters,  sich aber nicht davor scheuen, weiterhin in fossile Energien zu investieren, um die Grundversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Sie verschweigen auch, dass sie hier zwar alle Kernkraftwerke abstellen wollen, aber heimlich Energie aus anderen Kernkraftwerken jenseits der deutschen Grenzen beziehen müssen: nicht nur aus französischen, sondern auch aus den als extrem sicher bekannten der Tschechei, der Ukraine und Weißrussland.

Nun, sei’s drum. Die Atomkatastrophe in Japan hat zweifellos das Ende des Atomzeitalters eingeleitet. Nein, nicht weltweit. Denn allein China und die USA planen für die nächsten Jahre hunderte neuer Atommeiler. Aber für Deutschland ist Kernkraft wohl endgültig erledigt. Der Point of no return, die Linie, vor der es eine Umkehr der erneuten Umkehr vom Abschied des Atomzeitalters wenigstens theoretisch noch geben könnte, ist längst überschritten. Alea iacta est: der Rubikon ist übersschritten. Sehen wir dieser Tatsache daher gefasst ins Auge und machen wir das Beste daraus.

Solar- und Windenergien sind keine ernsthafte Option

 

Windkraftanlagen: teuer, unansehlich, laut und landschaftsverschandelnd

Es bleibt damit die Frage, welche Energieform an die Stelle der Kernenergie kommen wird. Die von Grünen favorisierte Windenergie ist - zumindest was deren terrestrischen Standort anbelangt - ein landschaftsverschandelndes optisches Ärgernis. Aber, was viel wichtiger ist: sie ist genauso wenig grundlastfähig wie die ebenfalls favorisierte Solarenergie. Der vergangene lange dunkle Winter in Deutschland hat es überdeutlich gezeigt: Strom aus diesen beiden Energieträgern war meistens Fehlanzeige.

Unser Leben auf einer heißen Herdplatte lädt uns geradezu ein, geothermische Energie weltweit zur Hauptenergieform  zu machen

Dabei liegt die mittelfristige Lösung des europäischen – ja weltweiten – Energiehungers direkt vor unserer Nase. Denn die Menschheit lebt gleichsam auf einer heißen Herdplatte: bereits in wenigen Kilometern Tiefe schlummert eine Energiequelle unvorstellbaren Ausmaßes. 99 Prozent der Erdmasse sind heißer als 1000 Grad Celsius, und 90 Prozent des Rests heißer als 100 Grad – das kosmische Erbe aus der Entstehungsgeschichte unseres Planeten wartet längst darauf, von uns endlich erschlossen zu werden. Im Erdkern ist es etwa 5.000 °C heiß. Wenige Meter unter unseren Füßen herrschen über das ganze Jahr hinweg 7 bis 12 °C. Diese nach menschlichen Maßstäben unerschöpfliche Wärmeenergie unserer Erde nennt man Geothermie, wobei Wissenschaftler zwischen oberflächennaher (bis ca. 400 m Tiefe) und tiefer Geothermie unterscheiden. Für die tiefe Geothermie herrschen in Bayern besonders zwischen Donau und Alpenrand günstige Bedingungen. In Tiefen zwischen 1.000 – 5.000 m findet sich bis zu 150°C heißes Thermalwasser, das für Bäder, Nah- und Fernwärmeversorgung und in günstigen Fällen sogar zur Stromerzeugung genutzt werden kann. Wegen der hohen Investitionskosten kommt die tiefe Geothermie allerdings nur für Kommunen, Energieversorger und private Unternehmen in Frage.

Geothermische Energiegewinnung: einfach, sauber und billig

Allein mit der in Form von Wärme gespeicherten Energie innerhalb der ersten drei Kilometer der erstarrten Erdkruste kann der Energiebedarf unseres Planeten  (zum heutigen Stand)  per Geothermie für die nächsten 100.000 Jahre problemlos gedeckt werden. Nachhaltig, emissionsfrei und regenerativ. Aber vor allem - im Gegensatz zu den völlig überbewerteten, weil hässlichen oder sündhaft teuren Wind- und Solarkraftwerken - grundlastfähig. Will heißen: die Energieerzeugung durch Geothermie ist vollkommen wetter- und jahreszeitenunabhängig. Und zu allen Tages- und Nachtzeiten verfügbar. 24 Stunden pro Tag, 365 Tage pro Jahr. Und – man glaubt`s kaum – kostenlos. Einzige Kosten verursachende Faktoren sind der Bau der Kraftwerke sowie die einmaligen Bohrungskosten in energieeffiziente Tiefen. Dass die Politik (ja, auch die Grünen!) und die besonders hierzulande mächtige Anti-Atomkraftbewegung nicht längst an einen Masterplan „Geothermie“ ins Leben gerufen haben, bleibt angesichts der Tatsache, dass die Technik für diesen unerschöpflichen Energieträger seit Jahren ausgereift ist, ein Rätsel. Denn Erdwärme ist – ich betone es erneut -  im Gegensatz zu den meisten anderen erneuerbaren Energien eine Grundlastenergie, die krisensicher und praktisch überall zu jeder Zeit zur Verfügung steht.

Lösungsentwürfe für Deutschland

Allein in Deutschland gibt es drei hervorragend geeignete Standorte für effiziente geothermische Kraftwerke.  Das Norddeutsche Becken, die Süddeutsche Molasse und der Oberrheingraben könnten – politischer Wille vorausgesetzt – geothermisch so effizient genutzt werden, dass Deutschland in den nächsten 3-4 Jahrzehnten seinen Energiebedarf zu 100 Prozent aus der unerschöpflichen und sauberen Tiefenwärme decken kann. Auch die möglichen Nebenwirkungen geothermischer Energiegewinnung sind technisch und politisch lösbar und stehen in keinem Verhältnis zu den bekannten fatalen Nebenwirkungen fossiler Energie, deren zeitgeschichtliche Zeugen wir angesichts der aktuell stattfindenden globalen Erderwärmung sind. Dass die hiesigen Energieriesen, dass Russland oder die Ölscheichs kein Interesse an der Nutzung von Geothermie haben, leuchtet ein. Dass aber der Westen, und konkret Deutschland, ebenfalls wenig bis nichts dafür tun, dieses gigantische Energiereservoir zu erschließen, ist angesichts des sich seit langem abzeichnenden Endes der fossilen Brennstoffe fast schon ein Skandal. Solange hiesige Staatsanwälte geothermische Werke verbieten und schließen lassen dürfen, weil es in deren unmittelbarer Nähe zu vereinzelten Rissen in der Bausubstanz gekommen ist, sind die energiepolitischen Prioritäten von Politik und Gesellschaft falsch gewählt. Und seltsam, dass diese gewaltige Ur-Energie kein Thema bei den Grünen ist.

 

Temperaturen in Deutschland in 2000m Tiefe

 

Mit einem Bruchteil der wegen der jüngsten weltweiten Finanzkrise zur Verfügung gestellten Mittel könnten allein in Deutschland im Rahmen eines "Zukunftsprojekts Geothermie" bis zum Jahre 2030 über 100 geothermische Kraftwerke gebaut und in Betrieb genommen werden - eine Zahl, die weder unrealistisch noch unrealisierbar ist. Im Rahmen dieses Zukunftsprojekts könnte die gesamte deutsche Wirtschaft, auch und besonders die mittelständische, sowie die deutschen Ingenieurswissenschaften dauerhaft einbezogen und auf Jahrzehnte hinaus an einem der sinnvollsten Projekte der Menschheit beteiligt werden. Dies kommt einer konzertierten Aktion gleich, die der deutschen und europäischen Wirtschaft auf unabsehbare Zeit Beschäftigung und Aufträge und den Standort Europas als führendem Kontinent in punkto grüner Energie sichern wird.

Wir stehen am Anfang einer kopernikanischen Wende menschlicher Energienutzung

Parallel zum Aufbau geothermischer Kraftwerke können die auf fossilen Brennstoffen beruhenden und emissionsbelasteten Kraftwerke in Deutschland sowie die restlichen Kernkraftwerke sukzessiv abgebaut und - wo immer möglich - recycelt werden. Diese großangelegte Demontage fossiler und kerntechnischer Kraftwerke würde einen erheblichen wirtschaftlichen und technischen Impuls beim Aufbau einer zukunftsfähigen und ultramodernen Recycling-Industrie liefern, der in einer mittel- und langfristig gedachten Industrie-Politik, in welcher nur noch zu annähernd 100 Prozent recycling-fähige Produkte erzeugt werden dürfen, neben der Geothermie eine zweite bedeutende Schlüsselstellung zukommen würde. Eine solche Politik würde in den Geschichtsbüchern der Zukunft als der energiepolitische Wendepunkt der Menschheitsgeschichte vermerkt werden, quasi als kopernikanische Wende der menschlichen Energienutzung: weg von den traditionell fossilen Energieträgern hin zu emissionsfreien, umwelt- und naturschonenden sowie zu 100 Prozent regenerativen Energiequellen.

So gesehen kann  aus der deutschlandspezifischen Antiatomkraftshype etwas durchaus Gutes entstehen: der Durchbruch zu einer sauberen, zukunftssicheren – aber vor allem einer von den arabischen Ländern unabhängigen Energie. Mit unabsehbaren Konsequenzen für die freie Welt. Und noch unabsehbareren Konsequenzen für die arabische Welt. Es bedarf allein politischer Einsicht, politischen Willens und politischer Kraft, diese Vision Realität werden zu lassen.

Nachtrag: In ihrem Kommentar "Warnung vor dem Paradies" schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung (12.April 2001, S1): "Die mehr als 21.000 Windkraftanlagen ... wandelten im vergangenen Jahr ganze 15,5 Prozent ihrer Nennleistung in Arbeit, d.h. in Kilowattstunden um. Aufs Jahr gerechnet liefen Sie also nur 55 Tage unter Volllast." Mit anderern Worten: an 300 Tagen im Jahr bringen Windkraftanlagen wenig bis nichts. So dass Strom aus Kernkraftwerken einspringen musste. Wer von den Offshore-Windparks mehr erwartet, wird auch dort bitter enttäuscht. Ihre Maximalausbeute in 2010 war nur um 5 Prozentpunkten höher als ihre terrrestrischen Pendants. Dafür musste der Strom um Hunderte Kilometer transportiert werden, bevor er bei den Endverbrauchern ankam. Das kostet Geld und macht die zusätzlichen Investitionen zunichte.

Michael Mannheimer ist Journalist und Publizist. Er studierte unter anderem Physikalische Geographie an der TU München.

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7 Kommentare

  1. Weiter so, das Deutsche hat auch seinen Point of no return schon lange überschritten.
    Theorie und Praxis, es liegen seit vielen jahrzehnten Techniken in den Energieschubladen die der Kapitalismus zurückhält. Jeder weiß es, keiner macht was.
    Umweltschutz? aber nur wenn er Profit bringt!

  2. Man fragt sich tatsächlich, warum die Geothermie nicht längst von der Politik entdeckt wurde. Nun, bei den Grünen verwundert es mich weniger. Die haben alle Aktien von Solar- und Windkraftindustrien gekauft und schielen nicht anders als die von ihnen gescholtenen Nicht-Grünen zuallererst auf auf ihren persönlichen Gewinn. Aber was ist mit dem Rest unserer Gesellschaft? Sind die allesamt verblödet und/oder gekauft von der Ölindustrie? Vor etwa einem halben Jahr hab ich bei der FAZ ein Sonderheft zu alternativen Energieformen zur Hand genommen. Kein! Wort darin über Geothermie. Also doch alle irgendwie gekauft oder verblödet....

  3. Genau "typisch", aus diesem Grund ist es auch das sozialistische / kommunistische China, dass so eloquent auf erneuerbare Energie setzt - ganz anders als die bösen kapitalistischen Nationen.

    Ohne die marktwirtschaflichen Nationen sehe es weltweit aus wie Anfnag der 90er im Osten Europas - Qucksilberseen, Russwolken, etc. Die Nachfrage wird auch den Umwelttechnologien den Durchbruch verschaffen, aber erst, wenn Öl so teuer ist, dass es als Brennstoff nicht mehr sinnvoll nutzbar ist.

  4. Die Erdwärme entstand ein mal und ist nicht erneuerbar. Ist es wirklich unbedenklich, der Erde ihre begrenzten Wärmereserven zu entziehen und diese allmählich zu einem kalten Planeten a la Pluto oder Ceres werden zu lassen?

  5. ein sehr optimistischer Artikel. Ich habe Zweifel daran. Sehr tiefe Bohrungen werden überdurchschnittlich. Es ist wie bei Wind- und Solaranlagen. Nicht alles was technisch machbar ist, ist auch wirtschaftlich. Wenn man den Menschen (mit Radioaktivität-Phobie) auch noch erklärt, daß die Geothermie auf radioaktiven Zerfall beruht wird auch das kritisch. Eine interessante Faktensammlung habe ich hier gefunden: http://www.energie-fakten.de/pdf/erdwaerme.pdf
    Die absolut wirtschaftliche und sichere Energielösung wird noch lange auf sich warten lassen. Aber die Kernenergie ist schon einmal ein guter Anfang. Auch die Dampfmaschine war sehr gefährlich, weil sie bei zuhohen Druck explodierte und viele Arbeiter tödlich verletzte. Erst die Verbesserung von James Watt (Überdruckventil) machte diese revolutionäre Technik deutlich sicherer und erfolgeich. Technik die nicht subventioniert werden muss, sich also wirtschaftlich selbst trägt, setzt einfach so durch. Planung und Lenkung, vor allem durch den Staat waren immer erfolglos bzw. führten in Sackgassen.

  6. Sehr Geehrter Herr Mannheimer,
    Letztes Jahr habe ich über die Hysterie über Zukuschima etwas geschrieben. Ich möchte Sie bitten, Ihre Meinung über diese Schrieft mir bekannt zu machen.
    Danke

    München dem 06 Juli 2011
    Quo vadis Deutschland
    Heute wurde von der Bundesregierung der Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen, und jetzt läuft im Fernsehsender „N-TV“ eine Pressekonferenz der Regierung über diese Thematik. Auf Grund von meinen Beobachtungen in den letzten drei Monaten habe ich beschlossen, zu diesem Thema etwas zu schreiben. Wie lange das dauern wird, darüber kann ich keine Aussage machen, weil ich ständig unterwegs bin.
    Es war in der Zeit nach dem großen Unfall in Fukushima (11. März) und überall wurde ständig berich-tet. Was ich bemerkt habe, war die Art und Weise, wie die Berichterstattung zu Stande kam. Ich habe, meistens bei „N-TV“ bemerkt, wie die Sprecherin mit von Hysterie verzerrtem Gesicht gesprochen hat. Die Spezialisten, die eingeladen waren, waren meistens von Greenpeace. Ich weiß nicht, was für Spezi-alisten die waren und wer sie als Spezialisten ernannt hat. Natürlich, waren die Aussagen negativ und die Prognosen für die Zukunft sehr düster. Keine Interviews mit neutralen Experten oder mit den Men-schen, die in einem AKW arbeiten oder mit denen, die AKW-Anlagen konzipiert haben. Keine Infor-mation über die Sicherheit in den deutschen Kernkraftwerken. Es wurde der frühere Unfall von Tschernobyl (26 April 1985) erwähnt und die Situation in Fukushima beschrieben. Was mich gewun-dert hat, war die Tatsache, dass die wichtigen Informationen nicht bekannt gemacht wurden und zwar, dass der Moderator in dem Reaktor von Tschernobyl Grafit war. Das ist reiner Kohlenstoff, der bei den Temperaturen, die im Reaktor herrschen, in Kontakt mit Sauerstoff sofort explodiert. Es wurde nicht gesagt, dass der Reaktor keinen Schutz in Form einer Hülle von Stahl und Beton hatte. Es wurde igno-riert, dass die Hauptursache bei dem Ausfall des Notkühlsystem in Fukushima ein großer Tsunami war. Ich konnte selber nicht verstehen, warum die Japaner so einen großen Fehler machen konnten und ein wichtiges Atomkraftwerk ohne Schutz gegen Killerwellen am Ozeanufer bauen konnten. Die wichtigste Überraschung für mich war die Tatsache, dass die Menschen bei uns große Angst vor den Katastro-phen im Ausland haben, die nichts mit der Situation in unseren Kernkraftwerke hat.
    In der ENSAD-Datenbank des Schweizer Paul-Scherrer-Instituts werden alle schweren Unfälle im Energiebereich gesammelt. Die dort verzeichneten 18.400 Ereignisse zeigen deutlich, dass Kohle, Gas, Öl und Wasserkraft bisher bei weitem mehr Opfer als die Atomenergie gefordert haben. Im Jahr des berühmten Reaktorunfalls von Harrisburg – bei dem niemand starb – verloren bei Morvi in Indien über 1000 Menschen ihr Leben, weil eine Staumauer brach. Im Gegensatz zu Harrisburg hat sich den Namen des Ortes niemand gemerkt. Letztes Jahr kam es weltweit zu 25 schweren Unfällen im Energie-bereich. Allein die drei größten Grubenunglücke kosteten 251 Menschenleben.
    Als besonderes Problemfeld bei der Nutzung der Kernenergie wird häufig die Lagerung des radioakti-ven Abfalls angesprochen. Auch diese Thematik mag sich bald in einem anderen Licht darstellen, zu-mal die Kernenergie eine der wenigen Techniken ist, bei der der Abfall kontrolliert zurückgehalten und nicht irreversibel an die Umwelt abgegeben wird. Außerdem besteht seit einiger Zeit die Möglichkeit der nuklearen Transmutation. Der vom italienischen Nobelpreisträger Carlo Rubbia in den vergangenen Jahren entwickelten Atommüllverbrennungsofen schafft es, längere Zeit strahlendes Plutonium und andere radioaktive Elemente, wie sie bei der Stromerzeugung anfallen, in weitgehend harmlosen Abfall zu verwandeln. Bei dem Verfahren werden Protonen mit annähernder Lichtgeschwindigkeit auf einen dicken Bleizylinder geschossen. Die durch den Aufprall frei geschlagenen Neutronen aus den Blei-atomkernen werden von den Abfallstoffen aufgenommen. Der entstehende Abfall hat danach nur noch eine sehr kurze Halbwertszeit von maximal 30 Jahren. Es stimmt somit nicht, dass einmal geschaffene radioaktive Substanzen von Menschenhand unbeeinflussbar der nächsten Generation übergeben werden müssen. Wir haben die Möglichkeit, auch diese Problematik zu lösen, wenn wir sie ernstlich auffassen. In Japan befindet sich eine derartige Testanlage in Bau.
    Rund um die Uhr werden wir Deutschen über jedes bedrohliche und bedrohlich klingende De-tail informiert. Dabei wird ein Fakt nur selten erwähnt: Es gibt bei uns bisher keine nennenswerten Stö-rungen in den Kernkraftwerken und keine Strahlentoten. Das ist keine schlechte Nachricht. Was bei uns jetzt passiert ist, ist reine Manipulation der Massen durch die Massenmedien.
    Eine ähnliche Hysterie gab es vor dreißig Jahren mit dem Waldsterben. Ich erinnere mich, dass zwei „Spezialisten“ ständig im TV waren und ununterbrochen prophezeit haben, dass wir in fünf Jahren keinen Wald mehr haben werden. Die Wirklichkeit hat das Gegenteil gezeigt. Ein anderes Beispiel von Hysterie war noch früher der NATO Doppelbeschluss. Große Demonstrationen gegen die Aufstellung der amerikanischen Raketen als Antwort auf die Aufstellung russischer SS-20 Raketen. Einige Men-schen haben damals eine kostengünstigere Lösung vorgeschlagen und zwar, dass der Sänger Heino an der Grenze platziert werden soll. Ob eine solche Lösung Aussichten auf Erfolg gehabt hätte, bezweifele ich.
    Was für einen Einfluss so ein Manipulieren der Massen auf die Wahlergebnisse haben kann, hat man bei den Wahlen in Baden-Würtenberg gesehen. Nach zwei - monatigen Horrormeldungen im Fern-sehen haben die Grünen die Wahlen gewonnen. Wenn man die Grünen nach ihrer Arbeit beurteilt hätte, hätten sie aus dem Bundestag verschwinden müssen. Man sieht, was die Massenmanipulation durch die Massen-Medien bedeuten. Die Massenmanipulation durch die Massenmedien ist eine leichte Aufgabe für die Fernsehsender oder die große Zeitungen, weil das deutsche Volk politisch sehr naiv ist. Ich erin-nere mich an die Hysterie bei dem doppelten NATO Beschluss. Alle Menschen haben Angst gehabt, dass eine russische Invasion kommen wird. Die Menschen haben nicht gewusst, dass die UDSSR nur die schwachen Länder eingreift, wie z.b. Afghanistan an Weihnachten in 1979, weil der Kommunismus wirtschaftlich mit uns nicht Schritt halten kann. Das deutsche Volk war nicht vertraut mit der Situation in dem kommunistischen Lager, obwohl wir die DDR vor der Nase hatten. Es war nicht bekannt, dass das kommunistische System fast pleite war und das war sehr leicht zu wissen nur durch eine einfache Überlegung. Wenn man etwas produzieren möchte, muss man Arbeit (Menschen), Material und Kapital haben. Im Kommunismus ist nur die Arbeit wichtig, das Wort „Rentabilität“ ist nicht bekannt. Aus diesem Grund brauchen die Menschen im Ostblock mehr Material und Kapital als bei uns, wenn sie das Ziel haben, dasselbe jährliche Wachstum wie wir zu erreichen. Das folgt logisch, dass sie eine größere Scheibe aus dem Bruttosozialprodukt für diesen Zweck vorsehen müssen. Was bleibt ist für den Kon-sum bestimmt und das bedeutet, dass sie weniger haben als bei uns und das wiederholt sich jedes Jahr. Das war bekannt seit Jahrzehnten nur bei uns nicht.
    Die Massenmanipulation wird auch erleichtert durch die mangelnde Kommunikation zwischen der Regierung und dem Volk. Die Regierung hat die Pflicht, das Volk über die Ziele ihrer Politik und alle Aspekte dieser Politik zu informieren. Natürlich müssen diese Informationen sehr genau und neu-tral sein ohne ideologische Verfärbungen. Was die Fernsehsender mit der Diskussion über die Kern-technik gemacht haben, ist kriminell und unverantwortlich. Ist so was gesetzlich erlaubt? Haben die Verantwortlichen keinen Moral Kodex? Ist das nicht strafbar ? .
    Woher kommen solche Reaktionen? Der Fernsehmoderator Friedman hat vor kurzem in einer Talkshow ausgesagt, dass die Deutschen vielleicht an Masochismus leiden und unbedingt leiden wol-len. Ich will nicht so abschätzig über die Deutschen sprechen, aber ich glaube, dass das Volk an zwei schweren Krankheiten leidet. Eine Krankheit ist die Angst und die andere Pessimismus, die schwere Nachteile verursachen können. Wenn man sein Leben von solchen Gefühlen beherrschen lässt, ohne die Geschehnisse pragmatisch zu analysieren, kann es nur zum Desaster führen. Einmal ist das bei den Wahlen im Februar 1933 passiert und das Ergebnis war ein Desaster, wie niemals in der Geschichte des Deutschen Volkes. Schade, ich kann mir nicht vorstellen, woher solche Reaktionen kommen könnten.
    Es kann nur die Manipulation der Menschenmassen sein. Ich habe in der letzten Zeit im Fernsehen Do-kumentationen über die Nazizeit verfolgt und gesehen, wie alte Menschen zugegeben haben, dass sie als junge Menschen für den Führer gekämpft haben. Die haben die Realität nicht begriffen. In Berlin war alles verloren aber sie haben mit Verbissenheit in den letzten Tagen für den Endsieg gekämpft. Ich habe die Vermutung, dass uns der Verzieht auf die Kerntechnik auch so viel kosten kann, wie fast der dritte Weltkrieg gekostet hat.
    Ich habe dies bezüglich aber einen Verdacht und möchte das kurz erleuchten. Am Ende des 19. Jahrhunderts, nach der Gründung des Deutschen Kaiserreichs, hat in Deutschland eine große Indus-trielle Revolution stattgefunden. Über 380.000 Arbeitsplätze jährlich wurden geschaffen und die ersten sozialen Gesetze (Renten- und Krankenversicherung) wurden eingeführt. Die Einwohnerzahl wuchs zw. 1871 und 1914 von 40 Mil. auf 61 Mil. Menschen. 1910 lag die Arbeitslosigkeit bei nur circa 1-2% , die Inflationsrate war nur 0,9%. Der Analphabetismus war in Deutschland nur 0,9% in Frank-reich und England circa 9-10% und in Italien 46%. In Preußen wurde die allgemeine Schulpflicht 1717 eingeführt, viel früher als in Frankreich oder England. In den Naturwissenschaften besaß Deutschland bis 1920 mehr Nobelpreisträger (20) als England (8), Frankreich (7) und USA (2) zusammen. Jetzt sind unsere Kinder, nach der Pisa Studie, die Deppen Europas. Was man über unser geistiges Niveau jetzt sagen kann, ist nichts berühmtes. Ich erinnere mich auch vor ein paar Jahren über die Debatten in Bay-ern bezüglich der Magnetschwebebahn. Die Magnetschwebebahn ist ein grandioses Beispiel des deut-schen Erfindungsgeistes. Weil die Reibung in den Räder nicht mehr existiert, ist diese Form von Bewe-gung ökologischer, weil der Energieverbrauch im Vergleich mit anderen Möglichkeiten kleiner ist. Nur für hohe Betriebsgeschwindigkeiten kann der Energiebedarf für die Schweben die Vorteile durch den Wegfall der Rollreibung zunichte machen. Gegen den Vorschlag einer Magnetschwebebahn zw. Mün-chen und Flughafen wurden verschiedene Argumente vorgestellt. Nach meinen Erinnerungen hat ein Bürgermeister aus der Region das Argument gebracht, dass die Menschen erschreckt werden, wenn sie den Zug sehen werden. Solche Argumente waren auch vor fast 200 Jahren zu hören, als die Eisenbahn in Deutschland eingeführt wurde. Jetzt werden die Chinesen die Nutznießer sein so wie es die Japaner vor 50 Jahren bei den Autos und Photoapparaten waren. Dieses geistige Niveau haben wir jetzt erreicht. Was wir die Deutschen früher entworfen haben, ist es jetzt vergessen. Die ersten Raketen, der erste Tarnkappenbomber, die Ideen der deutschen Ingenieure waren, wurden leider während des Krieges entworfen. Ich will nicht über Krieg sprechen, sondern ich will nur die Fähigkeiten des deutschen Vol-kes zeigen. Die Firmen Boeing, Chrysler, Heinz und viele andere Firmen in den USA waren von den Deutschen gegründet worden. Es wächst in mir langsam der Verdacht, dass wir den Kontakt mit der Wirklichkeit verloren haben. Warum kann ich das behaupten?
    Wie wir vielleicht wissen befinden wir uns jetzt Mitte der dritten industriellen Revolution. Die Entwicklung der Technik (Flugzeugbau, Automobilbau, EDV-Technik, Kerntechnik) hat sich so gewal-tig beschleunigt, dass man schwer -Schritt damit halten kann. Die Möglichkeiten der relativ jungen Kerntechnik sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit lässt sich noch weiter entwickeln, neue Konzepte und Verfahren sind vorhanden. Nicht Angst, sondern eine rati-onale Behandlung aller mit der Kernenergie in Zusammenhang stehenden Fragen sollte uns daher in der Zukunft leiten, um die Möglichkeiten dieser Technik zum Wohle der stetig steigenden Weltbevölke-rung weiterhin verfügbar zu machen. Ich glaube die Ursache dieser Angst gefunden zu haben. Wie ich gesagt habe, ist die Entwicklung der Technik während dieser dritten Revolution atemberaubend, aber die geistige Entwicklung der Menschen ist viel langsamer. Das kann nach einiger Zeit zu Akzeptanz-problemen bei den Menschen führen. Die Lösung dieses Konflikts kann nur Information und Aufklä-rung sein. Wir müssen die Sicherheitsüberprüfung der Kernkraftwerke unterstützen. Es ist notwendig und folgerichtig, den schweren Reaktorunfall in Japan genau zu analysieren und etwaige Erkenntnisse, die sich hieraus ergeben, zur weiteren Verbesserung der hohen deutschen Sicherheitsreserven zu nut-zen. Es wird ja wesentlich um den Flugzeugabsturz gehen. Die zivile Luftfahrt ist kein wirkliches Prob-lem, wegen des Überflugverbots. Die Terrorgefahr nach dem 11. September in Biblis z. B. hat man durch die automatische Vernebelung des gesamten Kraftwerksareals abgemildert. Das ist im europäi-schen Ausland noch nicht überall umgesetzt. Bei uns ist nicht bekannt, dass wir das höchste Sicher-heitsniveau in der Welt haben. Die KKW Biblis A und B sind nach Maßstäben des Öko-Instituts auf ein 100.000jähriges Erdbeben mit Hunderten Millionen Euro von Investitionen nachgerüstet. Die Anlagen sind höher als das 100jährige Hochwasser gebaut und sind zusätzlich durch Mauern geschützt. Unsere KKW haben vier bis sechs Dieselgeneratoren für die Notkühlanlagen und nicht zwei wie in Fukushima, und die haben mehrere Anbindungen an das Stromnetz. Und das wichtigste: auch ohne Stromversor-gung ist die Wärmeabfuhr gesichert. Aber wir legen still, importieren aus Frankreich, dessen Anlagen eine hundert mal geringere Erdbebensicherheit zu erfüllen haben. Die Grünen haben erklärt, dass die Preise nicht steigen werden, wenn Kernkraftwerke abgestellt und durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Noch ist Windstrom doppelt so teuer wie der Börsenpreis und Photovoltaik 500 Prozent teurer. Der Wirkungsgrad des Photovoltaik ist mit derzeit deutlich unter 20 % sehr gering, die Speicherkosten und die Kosten für den Netzausbau mal außen vorgelassen. Wenn das Angebot verknappt wird, steigen die Preise, auch wenn manche Politiker das nicht wahr haben wollen. Wenn die Politiker jetzt zu einem beschleunigten Ausstieg drängen, dann müssen sie dem Volk die Wahrheit sagen, was auf uns zu-kommt. Sonst ist die Zukunft der erneuerbaren Energien unsicher, wenn in wenigen Jahren die Bürger sich abwenden, weil sie die Kostensteigerungen und ein erhöhter Netzausfall überraschen. Und wenn dann noch die Klimaerwärmung eine Pause macht, wird sich die Stimmungslage radikal verändern. Keiner kann sich das heute vorstellen. Aber vor dreißig Jahren hätte sich auch niemand vorstellen kön-nen, dass die damaligen Ziele der SPD – 50 Prozent Kohle und 50 Prozent Kernenergie – null Zustim-mung im deutschen Volke erfahren würden. Auch das Problem des Atommülls ist durch Rubbiatron prinzipiell längst geklärt. Es ist zu erwarten, dass nach etwa 30 bis 50 Jahren auch die Kernfusion als alternative nukleare Energiequelle eingesetzt werden kann. Es bedarf aber auch einer politischen Wil-lensbildung, diese zu realisieren. Vor ein paar Jahren habe ich im Fernsehen gesehen, wie Lafontaine eine Rede gehalten hat, in der er über das Problem des Atommülls berichtet hat und uns mit den schrecklichen Konsequenzen einer Halbwertzeit des Plutoniums von 50.000 Jahren konfrontiert hat. Er hat keine Ahnung über Rubbiatron gehabt. Er hat nicht gewusst, dass in diesem Reaktor der entstehen-de Abfall nur noch eine sehr kurze Halbwertszeit von maximal 30 Jahren hat. Über die Grünen möchte ich den Philosophen Karl Popper zitieren „ besonders in Deutschland sind die Grünen nicht freundlich gestimmt, sonder aggressiv, besonders gegen die Wissenschaft und gegen die Technik. Dabei sind die Techniker und Wissenschaftler die einzigen, die wirklich helfen können. Mit Geschrei, was sie jetzt praktizieren, erreicht man leicht einen politischen Erfolg, aber sicher nichts Sachliches. Das Geschrei ist unverantwortlich.“ In den letzten Monaten habe ich ein paar Workshops verfolgt, wo auch Trittin und Künast teilgenommen haben und ich war entsetzt. Sie haben jeden Teilnehmer unterbrochen, ohne es ab zu warten, und extrem aggressiv gesprochen. Was die gesprochen haben, war selten richtig. Was mich aber gestört hat, war das schlechte Benehmen. Es tut mir sehr leid, ist nicht mein Niveau aber ich habe nur diese Wörter als passend gefunden – Null Wissen und furchtbares Benehmen. Solche Men-schen regieren das Land. Kein Wunder, dass wir uns in einer solchen Situation befinden, wenn man der Zustand unsere Politiker berücksichtigt.
    Generell ist zur derzeitigen Situation der Kernenergie festzustellen, dass
    - der Beitrag der Kernenergie zur heutigen Weltenergieversorgung in überschaubaren Fristen (et-wa 20 bis 40 Jahre) nicht zu ersetzen ist,
    - die Erfahrung und der Entwicklungsstand die Kernenergie als eine verfügbare Energiequelle ausweisen, die zur Deckung des trotz aller Sparprogramme weiter steigenden Weltenergieverbrauchs beitragen kann,
    - die Kernenergie den Verbrauch an fossilen Brennstoffen senkt und somit zur Reduktion des Treibhauseffekts beiträgt,
    - es angesichts des wirtschaftlichen Nachholbedarfs von Schwellenländern und Ländern der Drit-ten Welt sowie des Wachstums der Weltbevölkerung notwendig und sinnvoll ist, das vorhandene Po-tential der Kernenergie zu nutzen,
    - die Möglichkeiten der relativ jungen Kerntechnik bei weitem noch nicht ausgeschöpft sind. Die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit lässt sich noch weiter entwickeln, neue Konzepte und Verfahren sind vorhanden, es bedarf aber auch einer politischen Willensbildung, diese zu realisieren,
    - zu erwarten ist, dass nach etwa 30 bis 50 Jahren auch die Kernfusion als alternative nukleare Energiequelle eingesetzt werden kann. Es soll jedoch nicht erwartet werden, dass damit keine radiolo-gischen Probleme verbunden sind.
    Jetzt kann ich, wie ich schon angekündigt habe, meinen Verdacht äußern. Ich glaube, dass wir uns in einem Auflösungsprozess befinden. Die Moral und die Ethik sind verkümmert oder Begriffe ohne Inhalt geworden. Gewalt wird täglicher Bestandteil unseres Tuns. Unsere Zukunft wurde durch die finanziellen Abenteuer, die die Regierenden seit Jahrzehnten veranstalten, schwer aufs Spiel ge-setzt. Überall Korruption und Bürokratie. Jugendliche Kriminelle schlagen in der Öffentlichkeit ( U-bahn Haltestellen) alte Menschen zu Tode. Ich glaube, vor einem Jahr haben vier sechzehnjährige Tür-ken in Berlin ein vierzehnjähriges Mädchen vergewaltigt, einen Stock in ihre Scheide gesteckt und alles gefilmt. Die Jungs wurden nicht angeklagt, weil sie minderjährig sind. Danach hat die Jugendrichterin Kirsten Heisig, die ein Buch über den Kampf gegen Jugendkriminalität geschrieben hat, sich das Leben genommen. Sie behauptet in ihrem Buch, dass unter den Augen des geduldigen Staates Schwerverbre-cher wachsen.
    Dieser Prozess wird, wie ich oben erwähnt habe, durch die massive Geldverschwendung für die Sozialausgaben beschleunigt. Initial als Hilfe für die Bedürftigen gedacht, sind die Aufwendungen zu einem Fass ohne Boden mit negativen Folgen für die Bereitschaft der Menschen, aktiv zu werden, ge-worden und diese werden ohne Scham ausgenützt. Ich möchte ein paar Beispiele geben. Vor circa vier Jahren habe ich mich mit einer Abiturientin unterhalten und sie hat auf meine Frage über den Willen bei der Jugendlichen zu lernen folgende Antwort gegeben. „Warum sollen die lernen? - Die bekommen von dem Staat Geld umsonst“. In einem anderen Fall ist ein Junge aus einer Gemeinde nördlich von München vor ein paar Jahren von zu Hause weggelaufen. Die Gemeinde hat ihm ein Ein-Zimmer Ap-partement gegeben, hat die Miete und den Unterhalt bezahlt. Nach kurzer Zeit hat er eine Straftat be-gangen und ist für einundhalb Jahre im Gefängnis gelandet. Die Gemeinde hat weiter die Miete über-wiesen.
    Vor zwei Jahren habe ich jemandem geholfen, ein Ein-Zimmer Appartement in München zu finden. Wir haben etwas Passendes im Süden in einem großen Wohnblock gefunden. Weil der Vermieter noch nicht angekommen war, haben wir eine Wohnung, die daneben war, besucht. Der Mieter, der circa 40 – 45 Jahre alt und kerngesund war, hat die Höhe der Miete nicht gewusst. Er hat uns gesagt, dass er nie gearbeitet habet und den ganzen Unterhalt vom Sozialamt bekommet. Vor circa zwei Monaten war eine Sendung in Fernsehen über die Hatz IV Sätze. Ein Mann mittleres Alter wurde präsentiert und er hat natürlich sehr gejammert. Er wurde auch gefragt, warum er nicht arbeite. Etwas später wurde dann be-richtet, dass er schnell zum Arzt gegangen sei und eine Krankschreibung für zwei Wochen gebracht habet, aber diese Bescheinigung nicht vom Arzt, sonder von der Arzthelferin unterschrieben worden sei.
    Ich frage mich, warum macht der Staat solche teuren Geschenke?. Als ich vor 50 Jahren studiert habe, habe ich in einer alten Kaserne mit 12-15 Kollegen im Zimmer gewohnt. Jede hat ein Bett und einen kleinen Schrank gehabt. Die Sanitäranlagen waren am Ende des Ganges. Niemand von uns ist deshalb gestorben und alle sind etwas geworden.
    Vor drei Wochen war ich in Spanien an der Küste südlich von Tarragona und habe gesehen, dass deut-sche jugendliche Verbrecher nicht weit von mir gewohnt haben. Ob sie etwas gearbeitet haben, weiß ich nicht, aber ich habe mich gewundert. Sie haben bestimmt kein großes schulisches Niveau gehabt. Bestimmt beherschten sie die spanische Sprache nicht. Muss man Verbrecher sein, damit man auf Staatskosten ins Ausland reisen kann? . - Vielleicht haben die Betreuer die Idee ins Leben gerufen, da-mit sie auch kostengünstig ins Ausland fahren können. Wie viel kosten den Steuerzahler solche Reisen? . -Wie rentabel sind solche Resozialisierungsmaßnahmen? . -Muss nicht der Staat Sorge tragen, dass unsere finanziellen Ausgaben im Gleichgewicht mit unseren Möglichkeiten sind? Ich habe in der Pres-se vor circa zwei Monaten verfolgt, dass der frühere Ministerpräsident Hessens Koch vorgeschlagen hat, dass alle Arbeitslosen eine soziale Arbeit für die Gemeinden leisten sollen. Diese Initiative wurde von der Bundeskanzlerin abgelehnt. Ich glaube, dass Herr Koch ein besserer Bundeskanzler wäre. Ha-ben die Menschen überhaupt Motivation zu arbeiten? . -Was bewegt uns noch? Man kann die Frage stellen:
    Quo vadis Deutschland?
    Man bekommt den Eindruck, dass wir geistig und seelisch verkrüppelte Nachfahren eines früher stolzen Volkes sind.
    Wie kann man diesen Schiefstand korrigieren? . - Wenn man die früheren absurde Vorschläge, die ich früher im Fernsehen (Herr Friedman) oder den Zeitungen gehört habe, betrachtet, kann man zwei skurrile Lösungen gegen die zwei von mir beschriebenen Volkskrankheiten vorschlagen. Eine Lösung ist, dass der Staat kostenlos Beruhigungstabletten verteilen soll. Die zweite Lösung wäre, dass der Staat in Schnellkurse Psychotherapeuten ausbilden soll, um alle Menschen behandeln zu können. Weil der Bedarf enorm ist, sollte Menschen, vielleicht Arbeitslose, in maximal zwei Wochen Kurs um-geschult werden und sie dürfen nur fünf Stunden täglich arbeiten, damit sie selber nicht verrückt wer-den können. Für mich ist aber die Ursache dieser schiefen Situation die Kluft zwischen die Regierung und dem Volk. Man kann dies auch als mangelnde Information zwischen den beiden Seiten bezeichnen werden. Was enorm wichtig ist, dass diese Informationen neutral und nicht ideologisch gefärbt sein dürfen. Die Art und Weise wie in den letzten Monaten die Problematik der Kernkrafttechnik behandelt wurde, kann als Verbrechen gegenüber dem Volk betrachtet werden. Unsere Zukunft ist so wie so - überall Kernkraftwerke und genmanipuliertes Essen. Über Kernkraftwerke habe ich bis jetzt versucht zu erklären. Über das genmanipulierte Essen kann ich folgendes berichten. Ich war im Februar in Thai-land und in einem Hotel in der alten Hauptstaat Thailands habe ich ein Ehepaar aus Freising bei Mün-chen (die Welt ist klein) getroffen. Er war Doktor in Biologie und arbeitet im einem Institut bei der TU-München in Freising bei München. Er hat mir gestanden, dass er in der Öffentlichkeit keine Aussage mehr macht, weil für ihn die Situation hysterisch und dumm ist. Er hat mir berichtet, dass die Lebens-mittel sehr oft bestrahlt werden, damit sie länger haltbar sind. Das bedeutet, dass die Gene geändert wurden und niemand hat etwas dagegen. Wie kann man die Menschheit ernähren, ohne neue Lebens-mittelsorten zu kreieren, die widerstandfähiger gegenüber Dürre und Krankheiten sind? Die Zahl der Menschen wächst und die Fläche für die Landwirtschaft nimmt ab. Deshalb habe ich unsere Zukunft wie oben beschrieben. Ich habe bis jetzt die CSU gewählt, weil die CSU die einzige Partei war, die den Landeshaushalt ohne neue Schulden beschlossen hat. Nach dieser Wende mit der Kerntechnik verdient diese Partei meine Unterstützung nicht mehr. Weil wir jetzt ähnlich einer Bananenrepublik sind, denke ich, dass man vielleicht lieber NPD wähle, nicht weil die NPD bessere Politiker hat, im Gegenteil, son-dern weil die andere Parteien mehr Angst vor der NPD haben, als vor der Kerntechnik. Vielleicht wer-den die etablierten Parteien motiviert, besser zu arbeiten. In N-VT habe ich eine Werbung gesehen, wo Schlägereien in einem Parlament gezeigt wurden. Der Kommentar war „Wir brauchen keine Stunts, bei uns ist alles echt“. Vielleicht werden wir auch so etwas erleben. Wir sind schon eine Bananenrepublik.
    Es kling völlig absurd, aber ich sehe keine andere Lösung, die Qualität der parlamentarischen Arbeit zu erhöhen.
    Mit hoffnungsvollen Grüße an allen Deutschen
    Lipcan München, dem 22 Juli 2011

    Antwort von Michael Mannheimer

    Sehr geehrter Herr Lipcan

    vielen Dank für Ihren Kommentar. ich habe ihn als eigenen Artikel soeben veröffentlicht und meinen Lesern zur Diskussion freigegeben. Sie können ihn unter dem folgenden Link lesen:
    https://michael-mannheimer.net/2012/01/08/politisch-inkorrekter-kommentar-zur-technikfeindlichkeit-der-linken/

    Ich habe mir erlaubt, Ihrem langen Kommentar der besseren Lesbarkeit halber einige Überschriften beizufügen. Dies wurde dem Leser mitgeteilt.

    Mit freundlichen Grüßen

    Michael Mannheimer

  7. Ich denke es ist richtig auf verschiedene Arten der Energiegewinnung zu setzen und sich nicht auf eine zu stürzen. Man sollte auch nicht überreagieren wie nach Fukushima, jedoch auch die möglichen Risiken im Auge zu behalten und mit vorsicht handeln.

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