Vom Verrat der westlichen Intellektuellen: Sie hassen, was sie nährt und gewähren läßt

Judas, Brutus (Bild oben) und Prometheus kennt jeder. Als die größten Verräter unserer Geschichte sind sie zu fraglichem Ruhm gekommen. Doch sie waren Einzelpersonen. Der Verrat der Gegenwart geschieht von einer ganzen Gruppe. Ausgerechnet von denen, die von derjenigen Gesellschaft, die sie maßlos und ungefährdet zugleich kritisieren, profitieren wie nie zuvor in der Geschichte: den westlichen Intellektuellen. So maßlos ihre Kritik am freien Westen ist, so maßvoll fällt sie gegenüber links-totalitären Regimes und besonders gegenüber der bedeutendsten Bedrohung der Gegenwart aus: dem Islam. Das zeigt, dass heutige Intellektuelle „Mut“ nur dort haben, wo ihnen keine Gefahr droht. Und dafür gibt es einen treffenden Begriff: Feigheit vor dem Feind.

Zu diesem Thema befasst sich in der Folge  Siegfried Kohlhammer, der in der Vergangenheit bereits mehrfach mit brillanten Analysen über die Islam-Problematik aufgefallen ist und von allen großen Medien mehrfach veröffentlicht wurde.
Michael Mannheimer

„Nie zuvor also und nirgendwo anders waren die Intellektuellen materiell so abgesichert und vor Verfolgungen geschützt, so frei und anerkannt (und so zahlreich) wie im Westen. Und doch vertrat ein erheblicher Teil von ihnen, über längere Zeiträume auch eine Mehrheit, ein feindseliges Verhältnis zur westlichen Moderne, eine Art Fundamentalopposition ihr gegenüber, von rechts wie von links. „
Siegfried Kohlhammer

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Originaltitel:
Vom Verrat der Intellektuellen

Autor: Siegfried Kohlhammer

Keine andere Kultur, kein anderes gesellschaftliches System hat die Intellektuellen so gefördert und geschützt wie die westliche Moderne. Abgesehen von den notwendigen Voraussetzungen – Stadt und Arbeitsteilung – stellte der entwickelte Kapitalismus den Intellektuellen ein zahlungskräftiges Massenpublikum zur Verfügung, das einerseits hohe Auflagen ermöglichte und andererseits auch für Nischenprodukte Absatzmöglichkeiten bot. Die unpersönliche Anonymität des Marktes, die Kommerzialisierung seiner Werke befreite den Intellektuellen von der persönlichen Abhängigkeit von Fürst und Mäzen.

Der Schutz des Eigentums galt auch für das geistige Eigentum (Urheberrecht), die Freiheit der Meinungsäußerung und der Kunst, generell die gesetzlich festgeschriebene und praktizierte Toleranz schützten den Intellektuellen vor den Opfern seiner Kritik und seinen traditionellen Verfolgern, der Kirche und dem Staat (daß Intellektuelle »kritisch« sind, gehört mittlerweile zum Berufsbild wie die weiße Mütze zum Koch – das war früher nicht so, da waren sie eher zum Loben und Preisen ihrer Herren im Himmel wie auf Erden da). »Einen Voltaire verhaftet man nicht!« erklärte de Gaulle im Hinblick auf Sartres politische Umtriebe – zweihundert Jahre früher hatte man einen Voltaire noch ungestraft von seinen Lakaien verprügeln lassen können. Zwar findet sich auch weiterhin die Pose des mutigen Herausforderers der Mächtigen, der Risiken eingeht etc. pp., aber das gehört zur Folklore. Bereits 1954 schrieb Raymond Aron: »Kritik ist schon seit langem kein Mutbeweis mehr, wenigstens nicht in unseren freien westlichen Gesellschaften.« Hinzu kam eine wachsende gesellschaftliche Anerkennung und Einflußnahme der Intellektuellen, parallel zu der des Künstlers.

Nie zuvor waren Intellektuelle vom Staat materiell so abgesichert – und nie zuvor waren diese ihm so feindselig gegenüber

Nie zuvor also und nirgendwo anders waren die Intellektuellen materiell so abgesichert und vor Verfolgungen geschützt, so frei und anerkannt (und so zahlreich) wie im Westen. Und doch vertrat ein erheblicher Teil von ihnen, über längere Zeiträume auch eine Mehrheit, ein feindseliges Verhältnis zur westlichen Moderne, eine Art Fundamentalopposition ihr gegenüber, von rechts wie von links. Diese Opposition konnte auch den Momenten des Westens gelten, die Voraussetzungen ihrer gesicherten Existenz waren: der Stadt, der Arbeitsteilung, der kapitalistischen Marktwirtschaft mit ihrem Profitstreben, der Kommerzialisierung, dem Eigentum, dem Recht (»bürgerlich«, »Klassenjustiz«), dem Individualismus, selbst noch der Toleranz (»repressive Toleranz«).

In einem Interview des Tagesspiegel (4. Februar 2007) kommt das genannte Paradoxon deutlich zum Ausdruck. Noam Chomsky erklärt zunächst, daß »dissidente Intellektuelle« wie er »schon immer ein extrem marginales Phänomen in allen Gesellschaften waren. Wer trank den Schierlingsbecher? Sokrates . . . Der normale Intellektuelle ist einer, der den Mächtigen schmeichelt.« Man fragt sich, in welcher Welt und Zeit Chomsky lebt, der international geachtete Professor an einer der besten Universitäten der Welt, Autor zahlreicher Bücher mit hohen Auflagen, Star der Vortragssäle: »Ach, seit ich denken kann, bricht eine Flut von Verachtung und Verleumdung über mich herein«. Erzbischof Romero habe in San Salvador das Schicksal eines dissidenten Intellektuellen erlitten: »Ihm wurde am Altar das Hirn rausgeschossen.«

Auf den naheliegenden Hinweis der Interviewer, daß ihm, dem dissidenten Intellektuellen, das nicht zugestoßen sei, reagiert Chomsky wahrheitsgemäß mit: »Nein, man hat mir nie das Hirn rausgeschossen. Im Westen genießen wir große Freiheiten, Resultat eines jahrhundertelangen Kampfes.« Im Westen nähmen nur in der Türkei die Intellektuellen »wirkliche Risiken auf sich.

Als Chomsky berichtet, wie sehr sich in den letzten vierzig Jahren an seiner Universität die Situation der Frauen und Minderheiten verbessert habe, kommentieren die Interviewer: »Das System an sich ist gut, wenn es solche Fortschritte zuläßt.« Darauf Chomsky, der sich zuvor unwidersprochen als »Gegner des kapitalistischen Systems« charakterisieren ließ: »Ja, das System ist sehr gut dank Jahrhunderten des Kampfes . . . Meinungsfreiheit gibt es hier länger als irgendwo«.

Das System ist also »sehr gut«, man genießt »große Freiheiten«, es herrscht Meinungsfreiheit, und dennoch treibt eine tiefsitzende Malaise den Intellektuellen in die Dissidenz, läßt ihn als heroischen Verfolgten posieren (»Schierlingsbecher« – vielleicht war da doch etwas mit dem Hirn?).(1)

Zugleich verband sich nach der Entstehung der totalitären Regime im 20. Jahrhundert diese Fundamentalopposition gegen die eigene westliche Gesellschaft mit einer Verteidigung oder entschiedenen Parteinahme für deren erklärte Feinde, im eigenen Land wie im Ausland – für Gesellschaften, in denen den Intellektuellen entscheidende Existenzbedingungen verwehrt waren (auch wenn sie im Fall der Regimetreue mit materieller Sicherung und Anerkennung rechnen konnten).

»Obwohl sie in ihren eigenen Gesellschaften der Regierung feindselig gesinnt waren, verhielten sich viele Intellektuelle sehr ehrerbietig gegenüber absolutistischen, repressiven und brutalen Regierungen in anderen Ländern oder gegenüber politischen Parteien und Bewegungen, die solchen absolutistischen Gesellschaften unterwürfigst er geben sind«,

schreibt der amerikanische Soziologe Edward Shils in seinem Essay Intellectuals and Responsibility.(2)

»Die Unterstützung der Tyrannei außerhalb der eigenen Gesellschaft und in einem derartigen Umfang ist wahrscheinlich ohne Beispiel in der Geschichte der politischen Beziehungen von Intellektuellen.«

Er konstatiert eine »umfassende Xenophilie . . . unter westlichen Intellektuellen« sowie eine »mißtrauische, feindselige Haltung gegenüber der . . . eigenen Gesellschaft und ihrer politischen Ordnung.« Das ist in Formeln des (Selbst)Lobs wie »Sand im Getriebe«, »Stachel im Fleisch«, »unbequem« usw. längst zu einem ermüdenden Konformismus geworden. Schon 1957 hatte Albert Camus festgestellt: »der Ort der Konformität ist heute die Linke«.

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11 Kommentare

  1. Bitte sich mal zur Echtheit des Facebook-Profils äußern. Es sind Zweifel aufgetraucht dass Du das bist.

    Bitte schnell.

    Danke für Deine Arbeit!

    Viele Grüße
    Hallowach
    *******
    Michael Mannheimer:
    Wo, wie was ?
    Ich hab nichts gesehn. Bitte sagen Sie, wo ich das finde..und was ich tun soll, um die Echtheit zu zertfizieren. Bin ein Facebook-Neuling.

  2. Solche Beiträge runden den ohnehin schon ausgezeichneten Blog ab.

    „Judas, Brutus (Bild oben) und Prometheus kennt jeder. Als die größten Verräter unserer Geschichte sind sie zu fraglichem Ruhm gekommen.“

    Marcus Iunius Brutus Caepio war einer der Mörder Caesars. Dieser schrieb ironischerweise Folgendes:

    „Ich liebe den Verrat, aber ich hasse Verräter.“ – Gaius Iulius Caesar

    OT, aber interessant: „Deutschlands Lügen-Horror enttarnt: Wir haben in Wahrheit schon jetzt 7 Billionen (!) Euro Staatsschulden“ von Dr. Udo Ulfkotte:
    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/udo-ulfkotte/das-ende-der-taeuschung-sagt-den-buergern-endlich-die-wahrheit.html

  3. Das Problem sind nicht die echten Intellektuellen.Die braucht jede Gesellschaft um sich weiter zu entwickeln.
    Problematisch sind die Heerscharen Pseudointellektueller die staatsalimentiert auf dem linken Auge blind (insofern dann doch das Loblied auf den Herrscher singend,denn der heißt Mainstream) unsere Gesellschaft,unser Volk,unsere Werte untergraben.

  4. @Freidenker (4):
    „Das Problem sind nicht die echten Intellektuellen.Die braucht jede Gesellschaft um sich weiter zu entwickeln.“

    Doppeldoktor Michel Friedman ist ohne Frage ein echter Intellektueller. Und rhetorisch gesehen die Nummer eins im deutschen TV. Meine Meinung.
    Und dieser Intellektuelle verglich in der „hart aber fair“ Sendung um das Schweizer Minarettverbot allen Ernstes Glockentürme mit Minaretten.

  5. @Benjamin Sanchez
    Friedman?Ein echter Intellektueller?Willst du mich veräppeln?
    Rhetorisch begabt ist er ja,aber ansonsten ein Narziss,Pfau,Selbstdarsteller.Er ist das rein destruktive Element.
    Ein echter Intellektueller ist aber Einer,der etwas ersinnt,der geistig schöpferisch ist.

  6. @Freidenker (8):
    „Friedman?Ein echter Intellektueller?Willst du mich veräppeln?“

    Nein, ich veräppele Dich nicht.

    „Rhetorisch begabt ist er ja,aber ansonsten ein Narziss,Pfau,Selbstdarsteller.Er ist das rein destruktive Element.“

    Ja, er ist destruktiv, was ich ja mit meinem Kommentar Nummer 7 auch aufzeigen wollte. Und er hat sich auch bei Dr. Sarrazin für das „Arschloch“ gerächt, als die beiden im TV aufeinander trafen. Er polemisierte das alles:

    „Da sind Sie nicht sonderlich intelligent, wenn Sie das…“ – „Sehen Sie, da fehlen mir wieder meine 15 Prozent.“

    http://www.youtube.com/watch?v=n1pw4ILB0l4&feature=related (Das ist nur ein kurzer Ausschnitt der Sendung.)

    „Ein echter Intellektueller ist aber Einer,der etwas ersinnt,der geistig schöpferisch ist.“

    In dieser Liga spielt der Mann aber durchaus schon mit.

  7. Ich kann dem nur zusstimmen!
    Die ganzen studierten Parteiführer u. -anhänger – meist aus gutbürgerlichem Hause! – der maoistischen K-Gruppen, auch die Führer der 68-Studentenrevolte bekamen vom Arbeitsamt, also vom kapitalistischen Vater Staat, den sie so sehr attackierten, direkt nach dem Uni-Abschluß(Diplom), entsprechend eines angenommenen Anfängergehaltes, Arbeitslosengeld mit einem damals noch sehr geringen Abzug. Das wurde etwa ab 1974 vermindert/eingeschränkt. Wenn sie also nicht gleich in der Wirtschaft, der Uni, bei der Journaille oder einer Behörde Unterschlupf fanden, konnten sie auf Staatskosten den Berufsrevoluzzer geben, mit dem Ziel, genau den Staat abzuschaffen, der ihnen den Hintern vergoldete.

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