Israelfeindliches Gedicht von Günter Grass: Reich-Ranicki spricht von “ekelhaftem Gedicht”. Lob aus Teheran!


07.04.12, Quelle

Umstrittener Grass-Text

Reich-Ranicki spricht von “ekelhaftem Gedicht”

Der Literaturkritiker Reich-Ranicki nennt das Israel-Gedicht von Grass “ekelhaft”. Es sei ein geplanter Schlag gegen alle Juden. In Göttingen wurde ein Grass-Denkmal mit “Günni Halts Maul” beschmiert.

Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki hat Günter Grass (84) für dessen Israel-Gedicht “Was gesagt werden muss” scharf angegriffen. Es sei “ein ekelhaftes Gedicht”, das politisch und literarisch wertlos sei, sagte Reich-Ranicki der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”.

Der Literatur-Nobelpreisträger stelle “die Welt auf den Kopf”. “Der Iran will Israel auslöschen, das kündigt der Präsident immer wieder an, und Günter Grass dichtet das Gegenteil. Das ist eine Gemeinheit, so etwas zu publizieren”, betonte Reich-Ranicki, der aus einer jüdischen Familie stammt.

Das Gedicht sei ein geplanter Schlag nicht nur gegen Israel, sondern gegen alle Juden. Reich-Ranicki betonte, Grass sei kein Antisemit, aber er spiele gezielt auf antisemitische Neigungen in Teilen der Bevölkerung an. Darum mache ihm das Gedicht auch Angst.

Iran: “Das stille Gewissen” des Westens wecken

Lob für Grass’ Zeilen kam aus Teheran: Der stellvertretende iranische Minister für kulturelle Angelegenheiten hat Grass für sein umstrittenes Israel-Gedicht gelobt. Damit habe er seine menschliche und historische Verantwortung vorbildlich erfüllt, schrieb der stellvertretende Minister Dschawad Schamakdari in einem von der halbamtlichen iranischen Nachrichtenagentur Fars veröffentlichten Brief. Die Enthüllung der Wahrheit durch den Dichter könnte “das stille Gewissen” des Westens wecken, schrieb er.

Günter Grass
Medien-Märchen

Grass als Schreibjunge der Gesellschaft

In Göttingen traf die Wut über das Gedicht ein Denkmal auf dem Campus der Universität. Unbekannte haben das von Grass entworfene und gestiftete Andeken beschmiert. Auf dem Sockel der rund zwei Meter hohen Skulptur hinterließen sie mit braunroter Farbe den Spruch “SS! Günni Halts Maul”.


Eine Polizeisprecherin sagte, die Schmiererei sei am Samstagmittag entdeckt worden. Der Hausmeister der Universität habe das Gebäude am Donnerstagabend verlassen. Die Tat müsse sich in dem dazwischen liegenden Zeitraum ereignet haben. Die Polizei ermittele wegen Sachbeschädigung.

Grass und sein Göttinger Verleger Gerhard Steidl hatten das Denkmal vor einem Jahr der Stadt und der Universität Göttingen geschenkt. Die stählerne Skulptur besteht aus dem Buchstaben G und der Zahl 7. Sie erinnert an sieben Göttinger Professoren, die im 19. Jahrhundert gegen die Aussetzung der Verfassung durch König Ernst August protestiert hatten und deshalb entlassen worden waren.

Kritik an Entwicklungen der Demokratie in Deutschland

Zu den “Göttinger Sieben” zählten auch die Sprachforscher Jacob und Wilhelm Grimm. Mit ihrem Wirken hatte sich Grass auch in seinem Buch “Grimms Wörter” beschäftigt. Der Steidl Verlag besitzt die Weltrechte an dem Werk von Grass.

Das Denkmal war im April 2011 im Beisein von Grass enthüllt worden. Der Schriftsteller hatte bei der Feier Kritik an einigen Entwicklungen der Demokratie in Deutschland geäußert. “Ein Denkmal, das nur die Vergangenheit beschwört, ist nur von beschränktem Wert”, sagte er. Es solle auch “in der Gegenwart wirksam sein” und als “Hinweis auf unsere demokratischen Zustände” begriffen werden.

Der Schriftsteller hatte in seinem Gedicht “Was gesagt werden muss” Israel vorgeworfen, mit seiner Iran-Politik den Weltfrieden zu gefährden. Darin schreibt er, Israel beanspruche für sich das Recht auf einen Erstschlag, der “das von einem Maulhelden unterjochte und zum organisierten Jubel gelenkte iranische Volk auslöschen könnte, weil in dessen Machtbereich der Bau einer Atombombe vermutet wird”.

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