Ansichten eines erfolgreich integrierten Immigranten über die Selbstzerstörung Deutschlands (Teil 1/4)


Ein hochinteressanter Bericht eines erfolgreich integrierten Rumänen über den Zustand Deutschlands. Der Mann ist Flugzeug-Ingenieur und als Naturwissenschaftler damit schonungslos analytisches Denken gewohnt. Seine Ansichten über Deutschland unterscheiden sich insofern wohltuend von der Kritik hier lebender Muslime, als sie erkennbar an der Lösung von hiesigen Problemen bemüht sind, anstelle die erkannten Probleme oder Scheinprobleme für die Sache einer Religion (Islam) zu instrumentalisieren.

Das Denken des Mannes ist nicht nur im Bereich seines Eintretens für Kernenergie erfrischend politisch inkorrekt. Es mag manchen Leser an dessen persönliche Schmerzgrenze führen. Dennoch eröffnen seine Gedanken und Schlussfolgerungen in einem Land, in dem die überwiegend linken Medien ihre Informationen weniger nach deren Wahrheitsgehalt, als nach deren Übereinstimmung mit ihren linken Weltbildern veröffentlichen, eine sich wohltuend vom üblichen Meinungs-Einheitsbrei unterscheidende Gedankenwelt.

Der Artikel wird seiner Länge wegen in vier Teilen veröffentlicht. Hier gehts zu Teil 1/4 (Zwischenüberschriften von Michael Mannheimer)

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Ist Deutschland noch zu retten ?

Von Sergiu Valentin Lipcan

Sehr geehrte Deutsche Bürger und Bürgerinnen,

Ich bin seit längerer Zeit der Meinung, dass Deutschland auf eine Katastrophe zusteuert, aber ich habe nicht die Gelegenheit gehabt, das publik zu machen, weil mir das sinnlos erschien. Wegen meiner Lebensgeschichte konnte ich die verschiedenen Aspekte des Lebens in der BRD, besonders die Integration der Ausländer, sehr gut beurteilen. Deshalb möchte ich Ihnen meine Geschichte kurz beschreiben, damit Sie mich besser verstehen können.

Mein Joch unter dem Kommunismus

Ich bin in Rumänien geboren und nach dem Abitur 1956 habe ich 12 Semester Flugzeugbau studiert an der TU-Bukarest. Meine Elter stammten aus Bessarabien, das 1812 von dem damaligen russischen Zar annektiert wurde. Zwischen 1918 und 1940 wurde Bessarabien wieder in Rumänien eingegliedert. Mit der Revolution in Russland haben die Leiden meiner Familie angefangen. Meine Mutter hatte noch drei Schwestern und einen Bruder und die Familie hat in Chilia Noua, am Ufer des Donaudeltas, gewohnt.


Der Bruder meiner Mutter wurde von der Roten Armee am Ufer des Dnister erschossen, als er versuchte, zu fliehen. Das war 1918 und er war 18 Jahre alt. Die Familie ist daraufhin nach Alt-Rumänien geflüchtet. Als die Russen im Juni 1940, nach einem Ultimatum von Stalin, in Bessarabien einmarschiert sind, ist die Familie des Vaters, die auch in Bessarabien, in Calarasi, gewohnt hat, sofort zu Fuß nach Rumänien geflüchtet. Nur ein Onkel meines Vaters wurde verhaftet und nach Sibirien deportiert. Niemand wusste, was mit ihm passiert ist.

Nach dem Krieg ging es mit den Leiden weiter. Eine Schwester meiner Mutter hat einen Mann geheiratet, der offen über die Russische Armee geschimpft hat und er wurde bald verhaftet. Er wurde auch nach Sibirien geschickt und niemand weißt, was mit ihm passiert ist.

Ein Cousin meines Vaters hat eine Deutsche aus Medias (Siebenbürgen) geheiratet und 1950 sind sie in Viehwagen verfrachtet und auf einem Feld in Baragan (neben Donau) alleine zurückgelassen worden. Sie haben in Löchern gelebt und dann Häuser gebaut. Nach fünf Jahren konnten sie zurück in ihre alten Ortschaften zurückkehren.

Ich wollte in Freiheit leben

Sie sehen, dass meine Familie die Errungenschaften der Ideen von unserem Landsmann jüdischer Abstammung Charlie Murx (Karl Marx) voll genossen haben. Deshalb habe ich beschlossen, nach meinem Studium, dass ich in diesem korrupten kommunistischen Land nicht leben will. Ich wollte in Freiheit leben, dort eine Frau finden und in Freiheit Kinder groß ziehen. Das war im Juni 1962 – nach 12 Semestern Studium des Flugzeugbaus.

Mein Plan wurde nach 13 Jahren Kampf verwirklicht, nach einem Prozess gegen die Regierung für die Menschenrechte und einer Demonstration vor dem Passamt in Bukarest. Dass ich nicht verhaftet wurde, ist meiner Schwester zuzuschreiben. Sie hat einen Deutschen aus München geheiratet und 1970 kam sie nach Bayern. Mein Schwager hat beim BR gearbeitet und vielleicht deshalb hat die Securitatea nicht den Mut gehabt, mich zu verhaften.

Es waren über mich Sendungen in „Freies Europa“ gemacht worden, und alle meine Bekannten haben mich angesprochen. In diesen 13 Jahren habe ich noch 6 Semester Mathe studiert. 1975 kam ich nach München und habe schnell politisches Asyl bekommen. Der deutsche Staat hat mir mit einem Stipendium geholfen, damit ich deutsch lernen konnte. Ich habe acht Monate mindestens 8 Stunden täglich die Sprache geübt und dann habe ich sofort eine Arbeit gefunden.

Wir haben nie Geld vom Sozialamt verlangt

Nach drei Jahren (1978) haben ich und meine Schwester unsere Mutter aus Bukarest zu uns geholt, weil sie dort alleine war. Wir haben nie Geld vom Sozialamt verlangt und wir selbst haben sie versorgt. Das war für uns eine starke moralische Verpflichtung.

So ist der 60jährige Krieg (1918-1978) zwischen der Familie Lipcan und dem Kommunismus zu Ende gegangen. Das war der Titel einer Schrift, die ich für das Treffen mit meinen Studienkollegen 2001 in Bukarest vorbereitet habe – und aus diesen verschiedenen Beiträgen wurde ein Buch gedruckt.

Es hat noch 9 Jahre gedauert, bis ich eine echte Partnerin fürs Leben gefunden habe. Drei Kinder, ein Junge und zwei Mädchen, kamen auf die Welt und alle haben studiert. Zwei Kinder haben das Studium beendet (Informatik und Komparatistik) und die jüngste Tochter wird 2012 fertig mit dem Maschinenbau-Studium. Außerdem habe ich für meine Kinder eine sehr effektive Altersvorsorge abgeschlossen, weil in 30 Jahren die Renten sowieso „Minirenten“ sein werden.

Nach einem halben Jahrhundert habe ich meinen Traum verwirklicht. Ich muss aber zugeben, dass so ein Traum ohne einen Willen wie Kruppstahl nicht zu realisieren ist. Nur die Motivation, die Anwesenheit der Familie und der Wunsch nach einem besseren Leben in Freiheit haben mich auf Trapp gehalten. Nachdem ich Ihnen den Verlauf meines bewegten und verrückten Lebens beschrieben habe, möchte ich nun meine Frage erläutern.

Deutschland gleitet ab in die Selbstzerstörung

Ich habe die verschiedenen Aspekte des Leben in Deutschland versucht zu verstehen und habe mir aus allen diesen Überlegungen eine Meinung gebildet, wollte aber niemals etwas veröffentlichen. Wie ich am Anfang geschrieben habe, habe ich die Meinung, dass wir als Volk langsam aber sicher in die Selbstzerstörung gleiten. Es gibt mehrere Aspekte, die mir sehr große Sorgen bereiten.

Ende Teil1/4

 

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