Fundstelle des Tages: Karl Popper über die Gefahr des Fanatismus für pluralistische Gesellschaften

Karl Popper über die existentielle Gefahr, die von fanatischen Positionen auf pluralistische Gesellschaftsordnungen ausgeht:

„Erst der Terror des Robespierre belehrte Kant, der die Französische Revolution begrüßt hatte, dass auch im Zeichen der Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit die abscheulichsten Untaten verübt werden können; ebenso abscheuliche Untaten, wie sie einst zu den Zeiten der Kreuzzüge, der Hexenverbrennungen oder des Dreißigjährigen Krieges im Zeichen des Christentums verübt wurden.

Aber Kant zog eine Lehre aus der Geschichte des Schreckens der Französischen Revolution. Diese Lehre, die nicht oft genug wiederholt werden kann, ist, dass der FANATISCHE GLAUBE immer ein Übel und unvereinbar mit dem Ziel einer pluralistischen Gesellschaftsordnung ist; und dass es unsere Pflicht ist, uns dem Fanatismus in jeder Form zu widersetzen – auch dann, wenn seine Ziele ethisch einwandfrei sind, und vor allem auch dann, wenn seine Ziele die unseren sind.

Die Gefahr des Fanatismus, und die Pflicht, sich ihm dauernd entgegenzustellen, ist wohl eine der wichtigsten Lehren, die wir aus der Geschicht ziehen können.“
Karl Popper, aus: „Auf der Suche nach einer besseren Welt“

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5 Kommentare

  1. Die Phrase des Herrn Popper zu Kreuzzügen, Hexenverbrennungen und 30-j. Krieg riecht nach Antikatholizismus, wenn man unterstellt, er glaubte – ganz zeitgeistig – daran, das diese Drei auf die Kappe der Katholiken gingen. Welcher fanatischen Glaubensrichtung gehört er denn an, Humanismus, Philosophie, Freimaurerei, Sozialismus, Atheismus, Relativismus, Protestantismus(einer, der das Christentum kritisiert, aber den Katholiszismus meint?), Religion des Friedens, Fanatismusbekämpfungsliga???

    Mal googeln, Wikipedia – aha „positivistisch-rationalistischer Pluralist“ mit Spitznamen „totalitärer Liberaler“.
    …selbst bezeichnete er sich als „nichtrevolutionären Liberalen“…
    Die normativen Aspekte von Poppers Gesellschaftstheorie beurteilen Linke seit dem „Positivismusstreit“ vorwiegend als neoliberal, während Wirtschaftsliberale ihn als Sozialisten einstufen. Popper kann politisch zunächst als radikaler Sozialist, später als gemäßigter Sozialist und schließlich – vor allem unter Hayeks Einfluss – als gemäßigter Liberaler eingestuft werden…

    Nun gut, es würde dauern ihn zu verstehen und daher fehlen mir Lust …und wahrscheinlich auch Hirn 😉

    MM:
    Über Hexenvebrennungen und Inquisition sind Artikel von mir in Vorbereitung, in denen ich mit alten Vorstellungen über diese angbelich finstere Zeit des Mittelalters auf räumen werde – Dank Iher Zuschrifetn.
    Was Popper anbelangt: er hat sich als Erkenntnistheortiker einen Platz in der Ruhmeshalle menschlicher Denker erobert.

  2. Kreuzzüge, Hexenverbrennungen und der 30-j.Krieg sind die Monster, die der Fanatismus geboren hat. Und das heutige Monster des Fanatismus ist der Islam-Koran.

  3. @Michael Mannheimer:

    Sonderkommando Hexenforschung: Das Dritte Reich und seine Hobbys

    Siegfried Hoffmann

    Das Dritte Reich birgt bis heute noch einiges an unbekannten Fakten. Ein Thema dürfte das von Heinrich Himmler gegründete »H-Sonderkommando« sein. Dessen Zentralsitz befand sich in Berlin, wo auch die Reichskanzlei zu Hause war. »H« steht für Hexenforschung. Ins Leben gerufen wurde diese Institution 1935, sie arbeitete bis zur Auflösung 1944. Auf diesen Spuren bin ich nun gewandelt, da das Phänomen Hexenverfolgung inzwischen zu meinem erklärten Thema geworden ist. Und so besuchte ich das Bundesarchiv, Außenstelle Berlin. Hier mein Bericht.

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/siegfried-hoffmann/sonderkommando-hexenforschung-das-dritte-reich-und-seine-hobbys.html;jsessionid=08E1BBDEC4E0CD177EFA7FCBA2436B01

  4. Zum Thema Hexen möchte ich nochmal an diesen Link erinnern:
    Oft ist zu hören und zu lesen, die (katholische) Kirche habe im Mittelalter Millionen von Frauen in Europa als Hexen verbrannt, bevor die Aufklärung kam und dem Spuk ein Ende bereitete. In dieser Aussage stecken fünf Fehler…
    http://kath.net/detail.php?id=36251

  5. Diese Ruhmeshalle menschlicher Denker mit dem metaphysikblinden Popper, der mit unserem Verstand, der zu dumm ist, um z.B. Primzahlen zu erfinden (Kurt Gödel: Bemerkungen über die Grundlagen der Mathematik 1967, 47), glaubt eine Erkenntnistheorie erfinden zu können, der , um Hegel zu zitieren, Schwimmen lernen will ohne ins Wasser zu gehen, der über Platon herzieht, ohne dessen Erkenntnistheorie, geschweige denn dessen esoterische Lehre, zumindest nachvollzogen zu haben, um sie dann zu widerlegen, der nicht versteht, daß la „séparatiion de l´intelligence et de volonte, source principale de l´erreur“ (Gratry, Logique 1855, II 233) bedeutet,hat mit Popper nun wahrlich kein Ruhmesblatt erworben. Außerdem gibt es zwischen Platons Dialog Parmenides und Popper verbflüffende Ähnlichkeiten.

    MM: Danke für diesen interessanten Kommentar. Wollen Sie daraus vielleicht einen kleinen Essay/Artikel schreiben? Ich werde ihn gerne publizieren (wie immer nach Prüfung). Das ist ernst gemeint, als kein Zynimsus.

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