Wie alles anfing: Die Angriffsbefehle der Linken gegen Deutschland


***

Von Michael Mannheimer

1968: In Deutschland beginnt die zweite sozialistische “Primärinfektion”

1968 begann der historische Marsch der Linken durch die Institutionen und zur gegenwärtigen Medien- und Parteiendiktatur Deutschlands. Deutschland wurde in diesem Jahr infiziert von dem, was ich als sozialistische Primärinfektion bezeichne.

Es ist die zweite linke Primärinfektion des 20. Jahrhunderts. Die erste fiel auf die Jahre 1918/19, als Linke in zahlreichen deutschen Städten Arbeiter- und Soldatenräte nach sowjetischem Muster aufbauten, die – über Umwege – schließlich dem National-Sozialismus den entscheidenden Massenzulauf brachten mit den bekannten verheerenden Folgen für Deutschland, Europa und den Rest der Welt.

1968 wurde Deutschland ein zweites Mal vom Bazillus des sozialistischen Gedankenguts infiziert.  Ohne diese beiden politischen Primärinfektionen Deutschlands und Europas durch die Linken wären die nachfolgenden Sekundärinfektion Hitler(ismus) und Islam(ismus) mit all den bekannten Folgewirkungen nicht denkbar gewesen.

1968

Das Jahr 1968 ist in vielen Ländern der Höhepunkt der linksgerichteten Studenten- und Bürgerrechtsbewegungen der 1960er-Jahre, die daher auch als 68er-Bewegung bezeichnet werden. In den USA sind das die Proteste gegen den Vietnamkrieg und die schwarze Bürgerrechtsbewegung, deren Anführer Martin Luther King in diesem Jahr ermordet wird, in Frankreich die Mai-Unruhen, in der Bundesrepublik die Studentenbewegung, die Proteste gegen die Notstandsverfassung und die Außerparlamentarische Opposition, in der CSSR der Prager Frühling, in Polen die März-Unruhen, die Studentenproteste in Mexiko und in Japan die Proteste von Zengakuren.

1968: In Deutschland schart sich die linke Studentenschaft um den Wortführer Rudi Dutschke

In Deutschland formierte sich eine radikale linksextremistische Studentenbewegung um den charistmatischen Ex-DDRler Rudi Dutschke. Ab 1966 organisierte dieser mit dem “Sozialistischen Deutschen Studentenbund” (SDS) zahlreiche Demonstrationen für Hochschulreformen, gegen die Große Koalition, die Notstandsgesetze und den Vietnamkrieg. Die wachsende Studentenbewegung verknüpfte diese Themen und die Kritik an der mangelnden Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit miteinander und verstand sich nun als Teil einer Außerparlamentarischen Opposition (APO).

Herausgabe der Zeitschrift “Anschlag”

Dutschke gab die  linksradikale Zeitschrift  Anschlagheraus (erschienen von 1964 bis 1966 mit Redaktionen in Berlin und München ), in welcher Kritik am Kapitalismus, die Probleme der Dritten Welt und neue politische Organisationsformen thematisiert wurden. Das Blatt, dessen Namen Programm war, galt wegen seiner „aktionistischen“ Ausrichtung im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) damals als „anarchistisch“.


Die Autoren gehörten einerseits zur Münchener Sektion um Dieter Kunzelmann, die sich an der „Situationistischen Internationale“ orientierten und ein „utopisch-aktionistiches Revolutionsmodell“ erarbeiteten, andererseits zu den Intellektuellen der „Berliner Schule“, zu denen Rudi Dutschke (Pseudonym: Joffé, A.) und Bernd Rabehl (Pseudonym: Menzel, R.) gerechnet wurden, welche das Konzept „historisch-ökonomischer Analysen“ verfolgten.

Die Erschießung des Studenten Benno Ohnesorgs führte zur Gründung der RAF

Nachdem der Polizist Karl-Heinz Kurras am 2. Juni 1967 den Studenten Benno Ohnesorg bei einer Demonstration gegen den Besuch des Schahs von Persien erschossen hatte, riefen Dutschke und der SDS bundesweit zu Sitzblockaden auf, um die Aufklärung der Todesumstände zu erzwingen. Zudem forderten sie den Rücktritt der Verantwortlichen für den Polizeieinsatz und die Enteignung des Verlegers Axel Springer. Die Studenten machten die kampagnenartige Berichterstattung der Zeitungen seines Verlags für Ohnesorgs Tod mitverantwortlich. Ihre Sicht wurde nun auch erstmals von etablierten Medien – dem Spiegel, der Frankfurter Rundschau und der Zeit – aufgegriffen. Jedoch solidarisierten sich nur wenige Professoren, darunter Dutschkes Freund Helmut Gollwitzer, mit den protestierenden Studenten.

Nach der Beisetzung Benno Ohnesorgs nahm Dutschke am Kongress „Bedingung und Organisation des Widerstands“ in Hannover teil.Podiumsdiskussionen und Interviews, u. a. mit Rudolf Augstein, Ralf Dahrendorf und Günter Gaus, machten Dutschke nun auch bundesweit bekannt.

Ohnesorgs Erschießung und der Freispruch für Kurras trugen wesentlich zur Radikalisierung der Studentenbewegung in der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin bei. Das Absurde daran ist, dass der Hauptgrund dieser Radikalisierung, die schließlich zur Gründung der RAF führte: die Ermordung Benno Ohnesorgs durch einen angeblichen Schergen im Dienst der verhassten Bundesrepublik Deutschland, Karras, eben nicht von einem westdeutschen Polizisten geschah, sondern von einem Ihresgleichen. Denn wie sich erst Jahrzehnte später herausstellte, war Karras  von 1955 bis mindestens 1967 Inoffizieller Mitarbeiter (IM) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR und seit 1964 gleichzeitig Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED).

1968 begann der Krieg der Linken gegen Deutschland

Gegen das “System”, wie Deutschland genannt wurde, könne nur mit Gewalt vorgegangen werden. Der Beginn des Kriegs der 68er gegen Deutschland nahm seinen Lauf:

Nach den in der Studentenbewegung geführten Strategiediskussionen um die Legitimation von „Gewalt gegen Sachen“ hatten Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Thorwald Proll und Horst Söhnlein am 2. April 1968 mit Hilfe von Zeitzündern Brände in zwei Frankfurter Kaufhäusern gelegt, um gegen den Krieg der USA in Vietnam zu protestieren. Die Brände verursachten einen Schaden von 673.204 DM. Die Brandstifter wurden schon am 4. April gefasst und in Folge zu je drei Jahren Zuchthaus verurteilt.

Nachdem die Revision des Urteils durch den Bundesgerichtshof beantragt worden war, kamen die Verurteilten zunächst auf freien Fuß. Nach Ablehnung des Antrags tauchten Baader und Ensslin unter und beschlossen zusammen mit ihrem Anwalt Horst Mahler die Gründung einer Stadtguerilla nach lateinamerikanischem Vorbild.

1968 nannte Dutschke weitere Aktionsziele:

„Die Durchbrechung der Spielregeln der herrschenden kapitalistischen Ordnung führt nur dann zur manifesten Entlarvung des Systems als ‚Diktatur der Gewalt‘, wenn wir zentrale Nervenpunkte des Systems in mannigfaltiger Form (von gewaltlosen offenen Demonstrationen bis zu konspirativen Aktionsformen) angreifen (Parlament, Steuerämter, Gerichtsgebäude, Manipulationszentren wie Springer-Hochhaus oder SFB, Amerika-Haus, Botschaften der unterdrückten Nationen, Armeezentren, Polizeistationen u. a. m.).“

Rudi Dutschke: Vom Antisemitismus zum Antikommunismus, in: Rudi Dutschke, Uwe Bergmann, Wolfgang Lefévre, Bernd Rabehl: Rebellion der Studenten oder Die neue Opposition, rororo aktuell, Reinbek bei Hamburg 1968, S. 84

Die „sinnliche Erfahrung“ dieser sonst „latenten“ staatlichen Gewalt und Aufklärung darüber sollten gemeinsam das „falsche Bewusstsein“ aufheben und die tatsächliche Unfreiheit zunächst bei den Akteuren, dann auch bei deklassierten Arbeitern und Arbeitslosen transparent machen. Der Revolutionär revolutioniere sich damit gleichsam selbst: Dies sei die „entscheidende Voraussetzung für die Revolutionierung der Massen“.

“Die volle Identifikation mit der Notwendigkeit des revolutionären Terrorismusund des revolutionären Kampfes in der Dritten Welt ist unerläßliche Bedingung für […] die Entwicklung der Formen des Widerstands bei uns.“

Quelle: Wolfgang Kraushaar: Rudi Dutschke und der bewaffnete Kampf, in: Wolfgang Kraushaar, Karin Wieland und Jan Philipp Reemtsma (Hrsg.): Rudi Dutschke, Andreas Baader und die RAF, Hamburger Edition, Hamburg 2005, S. 45

Auch für die Bundesrepublik lehnte er gewaltsamen Guerillakampf nicht prinzipiell, aber in der gegebenen Situation ab. Sein Aktionskonzept war seit 1965 auf „subversive“, „antiautoritäre“, auch illegale Regelverletzung ausgerichtet:

„Genehmigte Demonstrationen müssen in die Illegalität überführt werden. Die Konfrontation mit der Staatsgewalt ist zu suchen und unbedingt erforderlich.“

Quelle: Michael Frey: Der 2. Juni 1967 – Beginn der Studentenrevolte. Wie es zum Ausbruch kommen konnte (Magisterarbeit an der Ruhruniversität Bochum, 7. Januar 2002)

„Die ‚Propaganda der Schüsse‘ (Che Guevara) in der ‚Dritten Welt‘ muß durch die ‚Propaganda der Tat‘ in den Metropolen vervollständigt werden, welche eine Urbanisierung ruraler Guerilla-Tätigkeit geschichtlich möglich macht. Der städtische Guerillero ist der Organisator schlechthinniger Irregularität als Destruktion des Systems der repressiven Institutionen.“
Quelle: apo/67dutschke.html Rudi Dutschke, Hans-Jürgen Krahl: Das Sich-Verweigern erfordert Guerilla-Mentalität. Organisationsreferat auf der 22. Delegiertenkonferenz des SDS, September 1967

*******

Spenden für Michael Mannheimer hier

SPENDEN AN MICHAEL MANNHEIMER

Überweisung an:

OTP direkt Ungarn
 Kontoinhaber: Michael Merkle/Mannheimer
 IBAN: HU61117753795517788700000000
 BIC (SWIFT): OTPVHUHB
 Verwendungszweck: Spende Michael Mannheimer
 Gebühren: Überweisungen innerhalb der EU nach Ungarn sind kostenfrei
Seit Jahren arbeite ich meist unentgeltlich an der Aufklärung über die Islamisierung unseres Landes und Europas. Für meine Vorträge bei Parteien nehme ich prinzipiell kein Honorar: niemand soll mir nachsagen, dass ich im Dienste einer Partei stehe. Ich bin radikal unabhängig und nicht parteigebunden. Doch das hat seinen Preis: meine finanziellen Reserven sind nun aufgebraucht. Ich bin daher für jeden Betrag, ob klein oder größer, dankbar, den Sie spenden. Sie unterstützen damit meine Arbeit an der Aufklärung über die Islamisierung und meinen Kampf gegen das politische Establishment unseres Landes.
13 Comments
Oldest
Newest
Inline Feedbacks
View all comments