Das Ende der Demokratie (2/5): Das Experiment vom „neuen Menschen“ der Kommunisten kostete Millionen das Leben

***

Ilona Schliebs, September 2010, Gastbeitrag

Die Entwicklungsgesetze einer kulturell-gesellschaftlichen Einheit (KGE)

Die kulturelle Evolution jedoch ist ein Zusammenspiel beider Wege: Bis zu einem gewissen Grad lenken politische und gesellschaftliche Führungsgestalten die Entwicklung einer bestimmten kulturell-gesellschaftlichen Einheit (KGE). Aber das geschieht nur bis zu einem gewissen Grad. Es gibt objektive Gesetzmäßigkeiten, denen sich auch Politiker und Parteien nicht entziehen können, wie sehr sie sich auch bemühen mögen.

Das verheerendste Sozialexperiment der Gechichte: Kommunisten planten perfekte Gesellschaft mit einem neuen Menschen

Interessanterweise haben die kommunistischen Lenker gerade hier versagt. Sie waren zwar in ihren Theorien überzeugte Anhänger der Sichtweise, dass die kulturelle Evolution objektiven Gesetzmäßigkeiten unterliegt. Aber sie haben nicht erkannt, dass diese Gesetzmäßigkeiten so funktionieren, wie diejenigen der biologischen Evolution, oder gar, dass die Mechanismen der biologischen Evolution auch auf die kulturelle Evolution wirken. Nach dem Prinzip des tabula rasa wollten sie eine perfekte Gesellschaft auf dem Reißbrett entwickeln, gemäß ihren ureigenen Wunschvorstellungen und unter weitestgehender Außerachtlassung objektiver und naturgesetzlicher Faktoren.

Dazu konstruierten sie den Typus eines „neuen Menschen“, des „Ideal-Kommunisten“, der von seinem gesamten biologischen Input wie Aggression, Egoismus, Hinterhältigkeit, Bevorzugung der eigenen Blutsverwandten, Konkurrenzkampf mit Unterdrückung der Schwächeren usw. mittels Installation einer idealen Gesellschaft, in der eine „Ausbeutung des Menschen durch den Menschen“ unmöglich geworden sei, für immer befreit wäre.

Der "neue Mensch" der Kommunisten war und ist nicht realisierbar

So die Träume der Sozialisten und Marxisten. Doch diesen Menschen gab es nur in ihren Köpfen, nicht aber in der Realität. Anstatt – wie vom Idealkommunisten erwartet - hingebungsvoll und selbstvergessen für den unentwegten Aufbau der sozialistischen Volkswirtschaft zu arbeiten, wurde die Kluft zwischen erwarteten und tatsächlich gelieferten volkswirtschaftlichen Leistungen aller sozialistischen Systeme immer größer und ihr Rückstand gegenüber den kapitalistischen Staaten hoffnungslos. Der größte Fehler der Reißplan-Utopisten bestand in der Missachtung und Verkennung eines der mächtigsten biologischen und damit gesellschaftlichen Motivationen des Menschen: seines Egoismus.

Dieser genetisch fundierte Antrieb bekam im kollektivistischen Kommunismus keine Chance, und seine Missachtung durch die politischen Ideologen und Verfechter der tabula-rasa-Utopie menschlicher Daseinsbedingungen sollte am Ende zum Verfall und Ende sämtlicher kommunistischer Staaten führen. Denn wo der eigene Antrieb zu Wohlstand keine Chance findet, macht sich kollektive Arbeitsverweigerung, Korruptivität, stille Sabotage durch selbstgewählten, weil sinnlosen Kreativitätsverzicht und massenhafter „Diebstahl“ an lebenswichtigen Produkten der marodierenden Volkswirtschaften breit, die man sich anderweitig nicht verschaffen kann.

Fortsetzung folgt

*******

Tags »

Autor:
Datum: Mittwoch, 29. August 2012 15:00
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Demokratie

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Kommentare und Pings geschlossen.

6 Kommentare

  1. 1

    Die Protagonisten einer "Neuen Gesellschaft"
    sind immer interlektuelle Theorethiker.
    Ohne Erfahrung. Ohne Geldsorgen. Sie wollen
    einfach so, nach Ihrem Gusto, mal eine neue
    Gesellschaftsform.
    Und wenn sie dies nicht erreichen, wird halt
    einfach Gewalt angewendet.
    So war es bisher bei allen "Heilsbringern".

  2. 2

    Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass die Biologie (Darwin) letztlich die „Leitplanken“ jeglicher Spezies ist.

    Variation und Selektion im Rahmen der Umweltparameter. Rousseau konnte es noch nicht wissen, spätere „Großmeister“ der linken Szene schon.

    Ihre Mittel sind die totale Dekonstruktion des angeblich bösen Bürgertums und darauf aufbauend ein totalitärer Sozialkonstruktivismus. Vgl. z.B. August Bebel: „Die Frau und der Sozialismus“ .

    Der Sozialismus wird immer scheitern, weil er die biologische Evolution das Urprinzip des Lebens und seiner Konstrukte ist und der Sozialismus negiert zum Schaden der Menschheit diese Naturkonstante.

  3. 3

    Seien wir ehrlich, bei der Christenverfolgung z.B. sieht man doch wie nötig eine Gewaltanwendung nötig wäre diese Gefahr zu minimieren oder gar zu beseitigen.
    Grausam ist es so oder so, nur bei der einen Seite hört es nie auf und bei der anderen Seite besteht ernsthafte Hoffnung auf Frieden o.ä.
    Es ist leider so mit den Naturgesetzen dieser Welt. Sollte das aber jemals geändert sein, ist das kein Leben mehr im Sinne des Lebens!

  4. Bernhard von Klärwo
    Freitag, 31. August 2012 21:23
    4

    ""Rom: Gedenken in der St. Bartholomäusbasilika an einen kambodschanischen Bischof, der Opfer des GENOZIDS der ROTEN KHMER wurde

    17. September 2010

    Am 16. September hat Bischof Olivier Schmitthäusler, der Bischofskoadjutor des apostolischen Vikars in Kambodscha, der Gemeinschaft Sant'Egidio ein Gedenken an seinen Vorgänger, Bischof Joseph Chhmar Salas, übergeben, der im September 1977 erst 39jährig während des Genozids unter dem Regime der Roten Khmer an Erschöpfung gestorben ist.

    Es handelt sich um ein Teil des Holzbettes, auf dem der Bischof während der Deportation heimlich die Liturgie feierte.

    Während des Regimes der Roten Khmer sollen nach Schätzungen über 1,6 Millionen Menschen ums Leben gekommen sein, jeder religiöse Kult war verboten und wurde mit dem Tod bestraft.

    Am Ende des Gebetes wurde das Erinnerungsstück auf dem Altar niedergelegt, auf dem die Gedenkgegenstände der Märtyrer und Glaubenszeugen aus Asien und Ozeanien aufbewahrt werden...

    Der GENOZID begann, der 1,6 Millionen Tote forderte, zu denen auch der neue Bischof gehörte. Unter der Kontrolle von Angkar (der Organisation) werden die Deportationen aller Bürger - dem neuen Volk - auf das Land über fast vier Jahre lang fortgesetzt. Die Lebensbedingungen ähneln der Sklaverei, Familien werden getrennt, man lebt in Kommunen, die Kinder werden den Eltern weggenommen. Alle gebildeten Personen oder Brillenträger oder alle, die eine Fremdsprache können, sind verdächtig und werden umerzogen oder unterdrückt. Schulen werden geschlossen, man versucht, den Wortschatz auf Zweitausend Grundwörter zu beschränken. Da viele die sehr harten Lebensbedingungen auf dem Land nicht gewohnt sind, sterben Tausende an Erschöpfung, weil die Landreformen der Roten Khmer zudem auf der Grundlage alter Traditionen und unter Ausschluss moderner Techniken durchgeführt werden.(Anm.: Parallen zu den Islamreformern Salafisten, so zu leben wie Mohammed im 7.Jh.) Das für Beobachter verschlossen Land befindet sich in Händen einer kleinen Machtgruppe von Familienangehörigen und Anhängern von Saloth Sar (Pol Pot) und wird zu einem riesigen Konzentrationslager...

    Der Bischof, die Patres und einige Ordenfrauen mit den ihnen anvertrauten Waisenkindern können zusammenbleiben und kommen in das Dorf Taing Kauk in der Provinz Kompong Thom, das zur "kollektiven Kooperative" erklärt wird. Bischof Salas wird nach Phum Chan geschickt, in ein wenige Kilometer entferntes Dorf, wo es wegen der vom Regime verursachten Hungersnot besonders wenig Nahrung gibt. Jeder muss sich selbst Nahrung suchen und lebt von Wurzeln oder dem, was sich findet. Bischof Salas erkrankt an Beriberi(Anm.: durch Vitamin-B1-Mangel) und bekommt noch ein Lungenödem...

    Die Bibel wurde ihm abgenommen, aus dem Talar wurde Arbeitskleidung hergestellt. Das große Bett in der Strohhütte, in der sie lebten, wurde zum Altar, auf dem er im Geheimen die Eucharistie feiert. Ein Stück des Bettaltars, der von den Christen heute am Ort des Martyriums von Bischof Salas aufbewahrt wird, wird der Ausstellung in der St. Bartholomäusbasilika auf der Tiberinsel übergeben...""
    http://www.santegidio.org/pageID/1860/langID/de/Rom_Gedenken_in_der_St_Bartholomusbasilika_an_einen_kambodschanischen_Bischof_der_Opfer_des_Genozids_der_Roten_Khmer_wurde.html
    (Hervorhebungen von mir)

  5. 5

    Der Kommunismus der EU wird nur durch eine Diktatur zu halten sein. Die Vollendung dieser in der Menschheitsgeschichte immer zum Scheitern verurteilten, mit Gewalt herbeigeführten Gesellschaftsordnungen wäre mit dem ESM-Vertrag besiegelt. Bleibt zu hoffen, dass der gesunde Menschenverstand und die Wahrheit siegt.

  6. 6

    Warum ist die Ausbeutungstheorie von Karl Marx ebenfalls als "Zinsentschuldigungstheorie" zu bezeichnen? Weil Marx den Zins gar nicht verantwortlich macht, sondern mit einem gigantischen Wortschwall, der an Unwissenschaftlichkeit und inneren Widersprüchen kaum zu überbieten ist, versucht, eine Ausbeutung der Arbeiter durch die Unternehmer aus deren Besitz an den Produktionsmitteln (Sachkapitalien) abzuleiten. Damit stellte Marx für alle, die bereit waren, an diesen Unsinn zu glauben, die Realität auf den Kopf. Die aus seinem grundlegenden Denkfehler abgeleitete Konsequenz, dass die Ausbeutung nur durch Verstaatlichung der Produktionsmittel und Planwirtschaft zu überwinden wäre, hat bis heute mehr Schaden angerichtet, als die Verwüstungen des Nationalsozialismus! Dabei ist letzterer ganz offensichtlich menschenverachtend, während viele Naive noch heute glauben, der marxistische Sozialismus sei eine "Alternative zum Kapitalismus", wobei sie Marktwirtschaft und Privatkapitalismus verwechseln und nicht wissen, warum der "real existierende Sozialismus" niemals etwas anderes sein kann als Staatskapitalismus, die schlimmste Form der Ausbeutung und das Ende jeder persönlichen Freiheit.

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/07/der-zins-mythos-und-wahrheit.html