Muslimische Massenmörder: Udai Hussein, Sohn von Saddam Hussein

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Schon als Kind durfte Udai Gefangene foltern oder mit der Pistole seines Vaters persönlich erschießen. Er entwickelte sich schließlich zu einem solchen Monster, dass Saddam ihn als seinen Nachfolger strich

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Ganz Irak zitterte vor Saddam Hussein. Aber noch gefürchteter war sein Sohn Udai

Udai Hussein (Foto oben neben Saddam) war im Irak noch verhasster und gefürchteter als sein Vater Saddam Hussein. Wer ihm – zufällig oder nicht zufällig – begegnete, konnte nie sicher sein, ob er diese Begegnung überleben würde. Ein falscher Blick, eine falsche Bemerkung oder ganz einfach eine Misslaune des Saddam-Sohnes konnte jederzeit das Ende bedeuten.

Udai war ohne Frage wie sein Vater auch ein brutaler, sadistischer Psychopath, der zahlose irakische Männer und – besonders junge Frauen, nachdem  er sich an ihnen vergangen hatte – auf unvorstellbar grausame Weise töten ließ oder sie auch selbst tötete.

Einen Einblick in das Grauen, das mit der Person Udai verbunden war, liefert das Buch eines seiner Leibwächters, der sich vor dem unberechenbaren Wüten Udais – auch und besonders in dessen unmittelbaren sozialen Umgebung – durch Flucht entziehen konnte. (Latif Yahia/Karl Wendel: Ich war Saddams Sohn, München 2003, ISBN 3-442-15249-6). Udais Tötung durch US-Truppen am 22. Juli 2003 in Mosul befreite den Irak von einem der schlimmsten Gewaltherrscher seiner Geschichte.

Udai Hussein

Udai Saddam Hussein at-Tikriti (* 18. Juni 1964 in Bagdad; † 22. Juli 2003 in Mosul) war das älteste der fünf Kinder Saddam Husseins und dessen erster Frau Sadschida Talfah. Er war Chef des Nationalen Olympischen Komitees des Iraks sowie Chef der Miliz Saddam-Fedajin. Er galt für einige Jahre als der wahrscheinliche Nachfolger von Saddam. Er produzierte auch die Zeitung Babel.

Udais Leben

Wegen seiner Extravaganzen, aber vor allem wegen der Ermordung des Lieblingsleibwächters und Vorkosters von Saddam im Jahr 1988 fiel die Gunst der Nachfolge nicht mehr auf ihn, sondern auf seinen Bruder Qusai Hussein. Für diesen Mord wurde er auch vorübergehend von seinem Vater in die Schweiz verbannt.

1984 wurde Udai von seinem Vater mit seiner Cousine Sadscha, einer Tochter von Saddams Halbbruder Barzan al-Takriti, verheiratet. Die Ehe hielt jedoch nur wenige Wochen, denn Sadscha floh zu ihrer Mutter Ilham (Schwester von Udais Mutter Sadschida) in die Schweiz.


Am 12. Dezember 1996 wurde er bei einem Attentat im Irak ernsthaft verletzt. Ihn trafen acht Gewehrkugeln beim Autofahren. Später berichtete Saddam Husseins Geliebte Parisoula Lampsos, eine Griechin, der Diktator wäre nicht unglücklich gewesen, wenn sein Sohn den Anschlag nicht überlebt hätte.

Am 17. März 2003 gab US-Präsident George W. Bush Saddam Hussein 48 Stunden zum Verlassen des Landes und fügte aber ausdrücklich hinzu, dass Udai und Qusai auch gehen müssten, oder es werde Krieg geben. Udai reagierte auf das Ultimatum, indem er Bush und seiner Familie das Verlassen der USA nahelegte.

Folter und Mord

Einige Anschuldigungen, die gegen Udai aufgeführt werden:

  • Es wird behauptet, Udai habe als Kopf des irakischen olympischen Ausschusses die Gefangenschaft und die Folterung von irakischen Athleten beaufsichtigt, die seinen Erwartungen nicht entsprochen hätten. Es wird vom Zerquetschen der Füße oder dem Schlagen der Fußballspieler nach schlechten Spielen geredet.[1] Andere Quellen berichten von einer Eisernen Jungfrau.[2]
  • Ein ehemaliges Mitglied des französischen Außenministeriums behauptete, dass Udai und seine Leibwächter in einem Hotelzimmer ein französisches Paar mit Waffengewalt zum Geschlechtsakt gezwungen hätten, der für Udai auf Video festgehalten wurde.
  • Der Schweizer Hotelier Ramon Weibel erklärte in einem “Stern”-Interview (1998), Udai sei in seinem Hotel abgestiegen mit der erklärten Absicht, bei der Abreise zwei Begleiter weniger “dabei zu haben”. Weibel verständigte die Polizei; tatsächlich waren zwei Leibwächter verschwunden, deren Verbleib auch bis zu Udais Abreise nicht geklärt werden konnte.
  • Der ehemalige Udai-Doppelgänger Latif Yahia behauptete, dass Udai nicht im Stande gewesen sei, sexuelle Handlungen durchzuführen, ohne Schmerz zu verursachen und Blut an seinen sexuellen Partnern zu sehen. Das Double sagte, dass Udai zahlreiche Entführungen von Frauen befohlen habe, einschließlich einer russischen Ballerina. In einer Sendung von Alfred Biolek berichtete er auch, dass er für Udai in Kuwait tausende Luxusautomobile und Wertsachen gestohlen habe.
  • Es wurde immer wieder berichtet, dass Udai mit einer Wagenkolonne durch Bagdad fahrend sich Frauen aussuchte, um sie in den Familienpalästen oder sogar auf offener Straße brutal zu vergewaltigen. Nach Berichten irakischer Familien hielt Udai entführte Frauen oft wochenlang gefangen. Wenn sich Verwandte darüber beschwerten, bekamen sie das entführte Familienmitglied ermordet, zerstückelt und in mehrere Kartons verpackt zurück.[3]

Latif Yahia, 2009

Latif Yahia

Der irakische Offizier Latif Yahia, der von seiner Rekrutierung am 2. Oktober 1987 bis zu seiner Flucht am 9. Dezember 1991, als Udais Fidai (Doppelgänger) fungierte, listete in seinem Buch verschiedene Verbrechen Udais detailliert auf:

  • Vergewaltigung der Nichte des Abbas Al-Janabi. Dieser wurde als Wiedergutmachung später Direktor der Zeitungen Udais.[4]
  • Kamel Hannah, Vorkoster Saddam Husseins. Ein vordergründig nichtiger Anlass, Ruhe während einer Feier zu geben, den dieser nicht befolgte (“ich höre nur auf Befehle des Präsidenten”) lässt Udai ausrasten und mit einem elektrischen Messer die Kehle des Vorkosters und Freundes von Saddam aufschlitzen; danach streckt er mit zwei Schüssen den tödlich Verletzen nieder.[5] Die eigentliche Ursache war der Hass auf Kamel Hannah, der “meinem Vater immer Frauen und Mädchen besorgte. Hätte er nur diese Hure – gemeint war Samira Schahbandar – nicht herbeigeführt”.
  • Nahle Sabet, Architekturstudentin, vergewaltigt und den Kampfhunden Udais zum Fraß vorgeworfen.[6]
  • Asra Hafez: das Mädchen wehrte sich gegen die Belästigungen Udais, wagte es ihn auszulachen, worauf Udai das Mädchen mit drei Kugeln in die Brust niederstreckte.[7]
  • Sana Al-Haidari, Studentin, die behauptete, mit Udai befreundet zu sein: mit Elektrokabel gefoltert, vergewaltigt, die Zunge mit einer Rasierklinge herausgeschnitten und vom Hubschrauber aus in den Al-Sarsar-See geworfen.[8]
  • Weam Tabet Al-Kabisi, Tochter eines reichen Geschäftsmannes: wird während des Tanzes mit ihrem Freund Luai Khairallah von Udai bedrängt. Weam wird entführt und vergewaltigt, Tage später von ihrem Freund erschossen, da dieser sich nicht an Udai rächen konnte.[9]
  • Ilham Ali Al-Aazami, Studentin und Gewinnerin der Wahl zur Miss Irak: Nach der Weigerung die Einladung Udais anzunehmen wird sie festgehalten, vergewaltigt und danach das Gerücht in Umlauf gebracht, sie sei eine Prostituierte. Ali Al-Aaazamis Vater bringt seine Tochter daraufhin um. Udai tötet seinerseits den Vater, nachdem dieser anschließend persönlich vorstellig geworden war.[10]
  • Hassan Abd Al-Amir und seine Frau erlauben sich die Wagenkolonne Udais zu überholen. Beide werden festgehalten und eingesperrt, der Mann nachdem er sich persönlich beim Präsidenten beschweren wollte, ermordet.[11]
  • Der frisch verheiratete Offizier Saad Abd Al-Razzek und seine junge Ehefrau werden auf der Straße von Udai angesprochen. Der Offizier wehrt sich gegen die Belästigung seiner Frau und wird brutal zusammengeschlagen, die Frau entführt und im Al-Medina Hotel gefoltert und vergewaltigt. Danach stürzt sich die Frau aus dem 6. Stock, weil sie die Schande nicht ertragen kann. Der Ehemann wird wegen Präsidentenbeleidigung angeklagt und zum Tode verurteilt.[12]

Nach dem Irakkrieg

Nach Aussage Abid Hamid Mahmud at-Tikritis, des früheren Privatsekretärs Saddam Husseins, habe er sich mit Udai und Qusai Hussein in den Wochen nach Ende der Kampfhandlungen im Irak versteckt gehalten und dann nach Syrien abgesetzt. Die dortigen Behörden wiesen sie aber wieder aus, so dass sie sich weiter im Irak versteckt halten mussten.

Auf dem vom US-Verteidigungsministerium herausgegebenen Kartenspiel der meistgesuchten Iraker war Uday auf der Herz-Ass-Karte abgebildet (Nr. 3). Für Hinweise, die zu seiner Ergreifung führen, wurde eine Belohnung von 15 Millionen US-Dollar in Aussicht gestellt.

Am 22. Juli 2003 wurden er und sein Bruder Qusai in der nordirakischen Stadt Mossul bei einem mehrstündigen Gefecht mit amerikanischen Spezialeinheiten sowie Soldaten der 101. Luftlandedivision getötet. Kurz davor hatten die Amerikaner einen Hinweis auf ihren Aufenthaltsort bekommen. Die Soldaten fanden fünf Personen – die Brüder Udai und Qusai Hussein, Qusais 14-jährigen Sohn Mustapha und zwei Leibwächter – tot auf.

Nach Medienberichten (z. B. BBC, New York Times) feierten viele Menschen in Bagdad die Nachricht vom Tod der Brüder, indem sie Schüsse in die Luft abfeuerten. Da die Nachricht aber trotzdem von vielen Irakern anfangs angezweifelt wurde, veröffentlichte das US-Militär zunächst Fotos der Toten und führte später die aufgebahrten und äußerlich wiederhergestellten Leichen den Kamerateams unabhängiger internationaler Medien vor.

Quellen

  1. ? Suzanne Goldenberg: Uday: career of rape, torture and murder. In: UK Guardian Unlimited. 23 July 2003, abgerufen am 5. November 2006.
  2. ? Aparisim Ghosh: Iron Maiden Found in Uday’s Hussein’s Playground. In: TIME.com. 2003, abgerufen am February 7.
  3. ? Brian Bennett and Michael Wiesskopf (25 May 2003): The Sum of Two Evils. TIME.com. Abgerufen am 5. November 2006.
  4. ? Latif Yahia/Karl Wendel: Ich war Saddams Sohn, München 2003. Seite 139
  5. ? Latif Yahia/Karl Wendel: Ich war Saddams Sohn, München 2003. Seite 208
  6. ? Latif Yahia/Karl Wendel: Ich war Saddams Sohn, München 2003. Seite 61
  7. ? Latif Yahia/Karl Wendel: Ich war Saddams Sohn, München 2003. Seite 224
  8. ? Latif Yahia/Karl Wendel: Ich war Saddams Sohn, München 2003. Seite 225
  9. ? Latif Yahia/Karl Wendel: Ich war Saddams Sohn, München 2003. Seite 226
  10. ? Latif Yahia/Karl Wendel: Ich war Saddams Sohn, München 2003. Seite 229
  11. ? Latif Yahia/Karl Wendel: Ich war Saddams Sohn, München 2003. Seite 228
  12. ? Latif Yahia/Karl Wendel: Ich war Saddams Sohn, München 2003. Seite 189 ff

Literatur

  • Latif Yahia/Karl Wendel: Ich war Saddams Sohn, München 2003, ISBN 3-442-15249-6

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