Arbeitsmigration bringt radikalen Islam nach Russland


In Russland arten die ethnischen Gemeinschaften der muslimischen Einwanderer in einen Nährboden für die Verbreitung der Ideen des radikalen Islam aus, insbesondere der Wahhabiya

***

Arbeitsmigration bringt radikalen Islam nach Russland

25 Mai 2013

Im Hinblick auf die schwierige demografische Situation wird Russland in den kommenden Jahren den Zustrom von ausländischen Arbeitskräften weiterhin benötigen. Dabei haben sich die Gemeinden der Arbeitsmigranten aus muslimischen Ländern als ein ausgezeichneter Nährboden für die Verbreitung des radikalen Islam erwiesen.

Russen über islamische Zuwanderung äußerst besorgt

Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew hat im Interview für die Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ am 21. Mai festgestellt, dass die schwierige demografische Situation dem Lande in den kommenden Jahren nicht erlauben wird, auf die massive Anwerbung von Arbeitsmigranten zu verzichten…

Das Problem der Arbeitsmigration nach Russland im Ganzen und insbesondere der illegalen Einwanderung beunruhigt die ansässige Bevölkerung schon seit mehreren Jahren. Meinungsumfragen, die zu verschiedenen Zeiten in verschiedenen Regionen des Landes durchgeführt wurden, zeugen von zunehmend einwandererfeindlicher Stimmung.

Beispielsweise haben die Einwohner Moskaus laut der jüngsten Meinungsumfrage der Stiftung Öffentliche Meinung (FOM) im April ihre Unzufriedenheit mit der wachsenden Migrantenzahl unter die brandaktuellen Probleme wie den Anstieg der Preise und die endlosen Staus auf den Straßen der Hauptstadt eingereiht.

Mehr noch, die Moskauer schließen nicht aus, dass in den nächsten Monaten in der Millionenstadt zahlreiche Kundgebungen und Umzüge mit migrantenfeindlicher Ausrichtung stattfinden könnten. Eine sehr ähnliche Stimmung wurde unter den Einwohnern anderer Großstädte und Regionen Russlands verzeichnet, wo vorläufig noch die russischsprachige Bevölkerung vorherrscht.


Im Einklang mit der öffentlichen Meinung hat die Nachrichtenagentur Interfax vor kurzem den Expertenbericht „Karte der ethnisch-religiösen Gefahren“ veröffentlicht, durch den sich wie ein roter Faden die Feststellung hindurchzieht:

!

In Russland arten die ethnischen Gemeinschaften der muslimischen Einwanderer in einen Nährboden für die Verbreitung der Ideen des radikalen Islam aus, insbesondere der Wahhabiya*.

Obwohl momentan in keiner Region eine unmittelbare Gefahr des Separatismus besteht, vollziehen sich durchaus alarmierende Prozesse, meint einer der Verfasser des Berichts, der Präsident des Instituts für nationale Strategie Michail Remisow. Unter den gefährlichen Trends ist die Expansion des Islamismus in den Regionen zu erwähnen, in denen er früher nie verbreitet war. Das sind die Teilrepubliken Tatarstan und Baschkirien an der Wolga.

Was die Migrationspolitik betrifft, sorgt sie für höchst schwierige Herausforderungen. Es besteht eine reale Gefahr der Ausbreitung einer radikal islamischen Stimmung unter den Einwanderern, vor allem aus Mittelasien. Das ist für diejenigen von ihnen besonders aktuell, die als zweite Generation die russische Staatsbürgerschaft bekommen werden, so Remisow. Ihm zufolge lässt sich dieser Prozess noch stoppen:

„Die wichtigste Maßnahme ist die Unterbindung der massiven Zuwanderung aus dem (islamischen) Süden. Das ist eine komplizierte, aber technisch lösbare Frage. Die Immigranten sind Menschen, die in eine schwierige Situation geraten sind. Viele von ihnen sind faktisch Wirtschaftsflüchtlinge. Sie werden an den Orten, wo sie sich niederlassen, von der Gesellschaft nicht akzeptiert. Auch sie selbst lehnen sie ab, ärgern sich über sie wegen ihrer kulturellen und sozialen Fremdheit. Deshalb empfinden sie eine natürliche, logische Feindlichkeit gegenüber der Gesellschaft, in die sie geraten sind. Und bieten, wiederum wegen der eigenen schwierigen Situation, einen ausgezeichneten Nährboden für die Verbreitung von radikalen Ideen im religiösen Bereich.“ 

Alles in allem ist laut Michail Remisow im Hinblick auf dieses verwickelte Problem die Rolle des Staates als die einer Instanz der gerechten Gewalt aufzufassen.

Gleichzeitig sehen russische Bürger muslimischen Glaubens das Problem der Verbreitung der Wahhabiya in den wachsenden Migrantengemeinschaften unter einem anderen Blickwinkel. Im Gespräch mit der Stimme Russlands stellte der promovierte Historiker Arslan Sadrijew mit Bedauern fest, dass sehr oft statt Maßnahmen zur Bekämpfung des Radikalismus eine Beseitigung des Islam wie eines Krebstumors vorgeschlagen wird:

„Die Gefahr (der Wahhabiya) besteht tatsächlich, und sie wird immer größer, aber die Versuche, den Islam von den Territorien zu verbannen, die heute als Russische Föderation bezeichnet werden, hat es schon mehrmals gegeben. Sie haben nie gute Folgen gehabt. Nur die Suche nach den Grundlagen der Rationalität und der Toleranz innerhalb dieser Religion ist ein richtiger Kurs. Die Wahhabiya ist nicht im zwanzigsten Jahrhundert, sondern viel früher entstanden. In die akute Phase, in der wir sie erleben, ist sie ungefähr Ende des neunzehnten Jahrhunderts eingetreten. Dabei konnte die Wahhabiya im Russischen Kaiserreich keinen Millimeter vorankommen. Im Gegenteil, die Muslime des Russischen Kaiserreichs waren eine Stütze der Behörden.“ 

Nach Meinung von Arslan Sadrijew zeugt diese historische Tatsache von den Erfolgen der Muslime des Russischen Kaiserreichs beim Aufbau ihres eigenen Bildungssystems, das die Erziehung der Menschen zum Ziel hatte. Im heutigen Russland hat sich aber bisher kein solches System herausgebildet. Das Problem einer Radikalisierung des Islam besteht, aber seine Lösung liegt innerhalb der islamischen Gemeinde selbst, betont Sadrijew.

Nikita Sorokin

Ganzer Artikel hier:

http://german.ruvr.ru/2013_05_25/Arbeitsmigration-als-Export-der-Wahhabiya/

***

* Als Wahhabiten – in älteren Berichten auch Wechabiten – werden die Anhänger der Wahhabiya, einer konservativen und dogmatischen Richtung des sunnitischen Islams hanbalitischer Richtung, bezeichnet. Die Bewegung gründet auf den Lehren Muhammad ibn Abd al-Wahhabs. Die Anhänger Ibn Abd al-Wahhabs nehmen für sich in Anspruch, die islamische Lehre authentisch zu vertreten. Die in Asien verbreitete Gruppe Ahl-i Hadîth sowie das Al Qaida-Netzwerk steht den Wahhabiten nahe. Auch die Ideologie der Taliban weist große Ähnlichkeiten mit dem Wahhabismus auf.

Der Wahhabismus lehnt den Sufismus und die islamische Theologie (Ilm al-Kalam) ab. Er wendet sich auch strikt gegen viele Formen des islamischen Volksglaubens, etwa die Verehrung von Heiligen, Wallfahrten zu Gräbern oder die jährliche Feier des Geburtstags des Propheten.

Wahhabiten erheben den Anspruch die einzig “reine Form” des Islam zu präsentieren. Jede Vielfalt wird strikt abgelehnt. Glaubensauffassungen, die mit dem Wahhabismus nicht vereinbar sind, werden in der Regel als unislamisch deklariert.] Dies hat ihnen in der Gesamtheit der muslimischen Welt den Ruf der Intoleranz und des Fanatismus eingebracht. Die meisten Wahhabiten leben in Saudi-Arabien. Sie stellen dort die größte religiöse Gruppe in der Bevölkerung dar, und ihre Lehre ist Staatsreligion.

***

Spenden für Michael Mannheimer

Dieser Blog existiert nur Dank der Spenden seiner Leser

 ***

SPENDEN AN MICHAEL MANNHEIMER

Überweisung an:

OTP direkt Ungarn
 Kontoinhaber: Michael Merkle/Mannheimer
 IBAN: HU61117753795517788700000000
 BIC (SWIFT): OTPVHUHB
 Verwendungszweck: Spende Michael Mannheimer
 Gebühren: Überweisungen innerhalb der EU nach Ungarn sind kostenfrei
Seit Jahren arbeite ich meist unentgeltlich an der Aufklärung über die Islamisierung unseres Landes und Europas. Für meine Vorträge bei Parteien nehme ich prinzipiell kein Honorar: niemand soll mir nachsagen, dass ich im Dienste einer Partei stehe. Ich bin radikal unabhängig und nicht parteigebunden. Doch das hat seinen Preis: meine finanziellen Reserven sind nun aufgebraucht. Ich bin daher für jeden Betrag, ob klein oder größer, dankbar, den Sie spenden. Sie unterstützen damit meine Arbeit an der Aufklärung über die Islamisierung und meinen Kampf gegen das politische Establishment unseres Landes.
7 Comments
Oldest
Newest
Inline Feedbacks
View all comments