Angst vor der Scharia: Ägyptens Mittelschicht begehrt gegen Mursi auf


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“Das Spiel ist aus”: Das ägyptische Militär putscht in Ägypten.Präsident Mursi gestürzt. Menschen jubeln. Ägyptische Verfassung ausgesetzt. Freudenfeiern am Tahrir-Platz.
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4. Juli 2013
Ägyptisches Militär setzt islamische Verfassung außer Kraft. Neue Wahlen in Aussicht gestellt
Gestern hat die ägyptische Armee hat den Präsidenten des Landes, den Islamisten Mohammed Mursi, entmachtet. Der Präsident des Verfassungsgerichts, Adli Mansur, soll vorläufig die Geschicke des Landes lenken, sagte Verteidigungsminister Abdel Fattah al-Sisi am Mittwoch in einer Fernsehansprache. Al-Sisi kündigte zudem neue Präsidentschaftswahlen und die Aufhebung der im Vorjahr beschlossenen, von den Islamisten ausgearbeiteten Verfassung an. “Die Armee will nicht an der Macht bleiben”, versicherte er.

Der arabische Frühling endete auch in Ägypten in einem islamischen Winter

Als im Frühjahr 2011 die arabische Revolution Ägypten erfasste und das alte Mubarak-Regime hinwegfegte, freuten sich neben vielen Ägyptern auch fast die gesamte westliche Medienlandschaft. Der Islam sei eben doch kompatibel mit Demokratie und Menschenrechten, jubelten die Medien: Nur wir Islamkritiker sahen kein Licht am Ende des Tunnels: Auf einer Veranstaltung in München Anfang 2011 sagte ich voraus, was schließlich kam: Eine totale Islamisierung Ägyptens unter Führung der Muslimbrüder.

Denn keine andere Organisation Ägyptens war auch nur annähernd  so gut aufgestellt wie die Jünger von Hassan Al Bana, dem Gründer der Muslimbrüder. Deren Programm war und ist die Rückkehr zum Medina-Kalifat Mohammeds, Rückkehr zum totalen Islam, zum wortwörtlichen Verständnis des Koran und der sunna des Propheten.

Ägyptische Muslimbrüder wollen ein Kalifat nach dem Vorbild Mohammeds errichten

Nach den Muslimbrüdern ist nicht etwa die islamische Rückständigkeit, die Feindlichkeit des Islam gegenüber neuen sozialen und humanitären Errungenschaften, auch nicht das frauenunterdrückende Schariasystem Schuld an der totalen Rückständigkeit gegenüber dem Rest der Welt, sondern umgekehrt die von der Muslimbrüderschaft angemahnte Tatsache, dass sich die islamische Welt zu weit von Mohammeds Ur-Kalifat entfernt hatte.

Seitens der radikalislamischen Welt wird Mohammeds Herrschaft als islamisches Paradies hingestellt. In Wahrheit war es eine Hölle nicht nur für “Ungläubige”, sondern auch für all jene Muslime, die sich Mohammed nicht komplett unterwarfen.

Als Mursi an die Macht kam, wurde es dunkel in Ägypten. Touristen blieben aus (es wurde von islamischen  Terrororganisationen zur Hatz auf diese aufgerufen), die Wirtschaft brach ein, Auslandsinvestitionen blieben aus. Wer investiert schon in ein Land, das von sich selbst sagte, dass es binnen fünf  Jahren die Scharia einführen wolle? Wer  investiert in ein Land, in dem islamische Theologen das baldige Handabhacken und Auspeitschen für Verstöße gegen die barbarische Scharia ankündigten? In dem Demokratie und Menschenrechte als “Teufelszeug” des ungläubigen Westens gebrandmarkt werden?

Der Aufstand gegen Mursi ist ein Aufstand der ägyptischen Mittelschicht gegen die Bevormundung durch die Muslimbrüder

Nun stand die ägyptische Mittelschicht gegen ihre Regierung auf. Seit Tagen toben heftige Krawalle auf dem Kairoer Tahrir-Platz und in anderen ägyptischen Städten. Ein interviewter Ägypter sprach davon, dass es genug sei, wie die islamische Regierung ihm und allen Ägyptern das Leben bis ins Detail vorschreiben wolle. Das sah offenbar auch das Militär so, das ebenfalls zur Mittelschicht zählt.

Es griff ein und setzte Mursi ab. Das erinnert an die ehemalige Rolle des türkischen Militärs, das von dem Islamisten Erdogan entmachtet wurde. Doch was ist von einem Staatssystem zu halten, das Freiheit und Demokratie immer wieder durch das Militär durchsetzen muss?


Der Islam ist eine rückwärtsgewandte Utopie. Das macht ihn unreformierbar

Dass der Islam eine rückwärtsgewandte Utopie ist, hat er in seiner Geschichte immer wieder bewiesen. Während sich die meisten anderen Religionen an die Zeit anpassten, verweigerte sich der Islam stets der Moderne. Gerade auch der von westlichen Historikern als Zeit angeblicher islamischer Toleranz und wissenschaftlicher Blüte  ausgeschmückte Cordoba-Islam war in Wirklichkeit eine Zeit der Unterdrückung und gnadenloser Ausbeutung des nichtislamischen Spaniens durch die islamischen Besatzer. MM

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