“In Syrien keine Volksrevolution”: Christen warnen vor einseitiger Sicht auf den Bürgerkrieg


Syrische Rebellen schwenken die Fahne der Revolution - viele Christen fürchten die Aufständischen aber mehr als den Machtinhaber.

Syrische Rebellen schwenken die Fahne der Revolution – viele Christen fürchten die Aufständischen aber mehr als den Machtinhaber

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Schein und Sein in Syrien

Keine Volksrevolution: Christen warnen vor einseitiger Sicht auf den Bürgerkrieg

Mehr als 17.000 Menschen sind in Syrien seit Beginn des bewaffneten Aufstands gegen das sozialistische Regime ums Leben gekommen, die Kämpfe werden immer blutiger. Schuld sei Präsident Baschar al-Assad, nicht die Aufständischen, heißt es meist in der westlichen Welt. Doch aus Sicht der einheimischen christlichen Minderheit ist die Lage viel komplizierter – und verzweifelter.

Die Konfliktparteien überziehen sich gegenseitig mit Vorwürfen wegen immer neuer Gräueltaten«, beklagt die Direktorin des evangelischen Hilfswerks »Brot für die Welt«, Cornelia Füllkrug-Weitzel. »Aber die sind nicht überprüfbar.« Das Handeln von al-Assad sei nicht zu rechtfertigen. »Aber inzwischen geht auch viel Gewalt von den Rebellen aus«. Es sei sehr viel schwerer, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, als die veröffentlichte Meinung glauben machen möchte.

Katholiken, Orthodoxen und Evangelikalen zufolge vertreiben islamische Extremisten Christen gezielt aus ihren Wohnvierteln. Ihre Familien würden als menschliche Schutzschilde missbraucht. Von Übergriffen der Aufständischen in ihrer Hochburg Homs berichtet ein Mitarbeiter einer evangelikalen Hilfsorganisation: In der Stadt würden 40 christliche Familien gefangen gehalten; sie sollten bei einem Angriff der syrischen Armee als Schutzschild dienen.


Nach Berichten des christlichen Hilfswerks Barnabas Fund leben 200 Christen in Homs seit Monaten im Kreuzfeuer. Sie hätten kaum Zugang zu Nahrung, Wasser und Medikamenten. Der katholisch-maronitische Erzbischof von Damaskus, Samir Nassar, sagte, unter den Christen gehe vor allem Angst vor Entführungen um.

Internationales Eingreifen würde ins Uferlose destabilisieren

Der Evangelikale der Hilfsorganisation bezweifelt, dass es sich bei dem Aufstand um eine Volksrevolution handelt: »Gewiss haben Syrer unter Ungerechtigkeit, Korruption und einem Polizeistaat gelitten«, sagt er. »Aber viele ziehen Sicherheit und Stabilität dem Chaos und der Anarchie vor, die von bewaffneten Gruppen hervorgebracht werden, die angeblich für Freiheit und Demokratie kämpfen, aber Krankenhäuser, Schulen und anderes zerstören.«

Die meisten Syrer sähen einen Hoffnungsschimmer in Reformen der Regierung wie einer neuen Verfassung, einem Mehr-Parteien-System und einer unabhängigen Justiz. Doch die westlichen Staaten würden nicht die Komplexität der Lage erkennen und sähen die Lösung allein in einer Absetzung Assads.

Füllkrug-Weitzel, die auch die Diakonie Katastrophenhilfe leitet, warnt jedoch vor militärischem Eingreifen. »Wenn Bomben fallen, ist nichts gelöst.« Eine Intervention würde ins Uferlose destabilisieren. Zwar sei es schwer auszuhalten, nicht mehr tun zu können. Dennoch müsse die internationale Gemeinschaft am Ziel einer politischen Lösung festhalten.

Auch der melkitische Patriarch Gregorios II. Laham (Damaskus) warnte vor ausländischer Einmischung. Er kritisierte, dass die EU kein Wort der Anerkennung für die neue syrische Verfassung finde. Sie sei »ein Schritt vorwärts«. »Warum also nur ein blindes Ja für die Opposition?«, fragte er. Die Russisch-Orthodoxe Kirche warnt ebenfalls vor Versuchen, Assad aus dem Amt zu entfernen. Nach Ansicht des Leiters ihres Außenamts, Metropolit Hilarion (Moskau), gingen die Machtwechsel im arabischen Raum bisher auf Kosten der christlichen Minderheiten.

Quelle: http://www.sonntagsblatt-bayern.de/print.php?sid=2012_31_09_01

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