Die Köpfersage von Heilbronn: Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte


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Die Köpfersage von Heilbronn: Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte

In der Folge präsentiere ich meinen Lesern eine Geschichte, die sich einer Sage nach vor etwa 800 Jahren in Heilbronn am Neckar abgespielt hat. Sie wird die Köpfersage genannt, benannt nach einem kleinen Bächlein namens Köpfer, das sich damals wie heute durch den östlichen Stadtwald schlängelt, um sich dann mit dem Neckar zu vereinen. An diesem Köpfer spielte sich eine Tragödie ab, die – der Leser wird das alsbald bemerken – mit einem unsichtbaren, ja wunderlichen roten Band mit unserer Gegenwart verbunden ist. Es geht um Treue und Verrat, um Rittertum, um Kreuzzüge – und um die Türken. Mehr wird nicht verraten und wird sich nur dem erschließen, der sich diese Sage, die kaum ein Heilbronner kennt, zu Gemüte führt…

Die Köpfersage von Heilbronn

Köpfer HN

Hier soll der Sage nach der Heilbronner Einsieder Veit Imlin gelebt haben

Vor vielen hundert Jahren, zur Zeit der Kreuzzüge, lebte in Heilbronn der junge Gutsherr Veit Imlin mit seiner Frau Hildegund und seinem Söhnchen Hans in einem schönen Haus in der Nähe des Kirchbrunnens zu Heilbronn. Als Hans gerade ein Jahr alt war, rüsteten sich überall im Lande die Ritter, um mit dem Kaiser ins Heilige Land gegen die Türken zu ziehen. Da konnte der kühne Veit Imlin auch nicht zu Hause bleiben. Unter Tränen nähte Hildegunde das Kreuz auf seinen Rittermantel. Herb war der Abschied.

In stolzem Zuge zogen die Ritter die Donau hinab. Als sie aber ins Türkenland kamen, mussten sie gar harte Kämpfe bestehen. Da war Veit Imlin aus Heilbronn immer vorne dran. Einmal jedoch, als er ganz allein ein Dutzend Türken verfolgte, geriet er in einen Hinterhalt. Von allen Seiten kamen die Pfeile geflogen. Sein Pferd wurde getroffen, brach zusammen und begrub ihn unter sich. So wurde er gefangen und vor den Sultan geführt. Dieser schenkte ihn als Sklaven einem seiner wildesten Türken. Dem musste er die schwersten Arbeiten verrichten. Alle Abende wurde er in Ketten gelegt. So müde Veit Imlin auch immer war, er konnte lange nicht einschlafen. Er dachte an Hildegunde und seinen Sohn Hans. Die aber beteten zu selben Zeit in ihrem Haus bei der Kirche in Heilbronn, dass ihr Vater doch wieder heimkehren möchte.

Die anderen Ritter der Gegend, die mit ausgezogen waren,  kamen zurück. Alle erzählten, wie tapfer Veit Imlin gewesen wäre, wie er aleein zwölf Türken verfolgt habe und nicht mehr zurückgekommen sei. “Sie haben ihn ganz sicher umgebracht”, setzten sie hinzu.

Frau Hildegunde weinte und zog Trauerkleider an. Jahre vergingen, Hans wurde ein großer, kräftiger Bub. Da kam eines Tages der Reichsvogt Ans vor Hildegundes Haus geritten, sprach ihr gut zu und auch davon, dass es für ihren Sohn Hans nun an der Zeit wäre, aus ihm einen tüchtigen Ritter zu machen. Er würde das gerne besorgen, wenn sie seine Frau werden würde.

Hildegunde weinte auf Neue, sagte aber dann doch, um ihres Sohnes willen, zu. So wurde Hildegunde des Reichsvogts Frau.

Derweil war aber Veit Imlin immer noch am Leben, war immer noch Sklave und wurde immer noch alle Abend’ in Ketten gelegt. Doch einmal, als sein Herr im Kriege war, vergaß der Wächter ihn anzuketten. Da steigen Weit, als alles still war, über die Mauer, eilte, so schnell ihn seine Beine tragen konnten, ans Meer und versteckte sich viele Tage unter einem Felsen, den das Meer unterhöhlt hatte, bis endlich ein Schiff vorbeifuhr, dem er ansah, dass es Christenleuten gehörte. Er rief und winkte, warf sich ins Meer und schwamm den Schiffern entgegen. Diese nahmen ihn freundlich auf. So kam er übers Meer.

Bettelnd, mit zerrissenen Kleidern, durchzog er das Land und kam endlich an die Tore seiner Vaterstadt Heilbronn. Er ging zum hohen Haus bei der Kirche. Es war verschlossen. Er fragte nach Frau Hildegunde. “Ihr meint des Reichsvogts Weib?”, war die Antwort. Er fragte nicht weiter und ging zum Fleiner Tor hinaus, hinüber in den Wald durch den er einst so oft als stolzer Jäger geritten war. Dort, an der Quelle, setzte er sich nieder und klagte den Bäumen und Blumen sein Leid. Hier wollte er sterben. Tieftraurig und todmüde schlief er ein.

Am anderen Morgen weckte ihn heller Vogelgesang. Er richtete sich auf: “Sterben?” …Nein, ich will hier mein Hüttchen bauen und gleich den Vöglein den lieben Gott loben und ihm danken.”

So tat er. Da kamen bald die armen Bauersleute der Umgebung und klagten dem Klausner ihr Leid. Er konnte sie alle trösten, sodass sie fröhlich den Wald verließen. Auch die Leute der Stadt besuchten ihn.

Einmal war der junge Imlin darunter. Der hörte besonders gerne die Worte des Einsiedlers, und bald war er alle Tage draußen an der Quelle, anstatt er mit Herrn Ans zur Jagd und zum Ritterspiel ritt. Zu Hause erzählte er seiner Mutter von dem wundersamen Manne. Sie ging auch hinaus und hörte mit bebendem Herzen die frommen Worte des Klausners. Zu Hause aber war sie voll Traurigkeit.

Der Vogt merkte bald, dass nicht nur sein Sohn dem Klausner zugetan war, sondern auch sein Weib immer in ihren Gedanken draußen im Walde war. Er wurde zornig, ging zu den Richtern und sagte: “Der da draußen im Walde ist ein Zauberer.” Auf Befehl der Richter holten die Stadtknechte den Einsiedler herein und warfen ihn in den Turm.

Als Junker Hans davon hörte, schlich er in der Nacht zum Turm, um seinen alten Freund zu befreien. Doch die Wächter ertappten ihn und brachten ihn gebunden vor den Vogt. Der tobte vor Wut, ließ noch in derselben Nacht die Richter zusammenkommen und rief: “Wenn er auch mein Sohn ist, er ist ein Verräter, denn er wollte einen Gefangenen der Stadt, den Zauberer, befreien.” Der Klausner wurde aus dem Gefängnis geholt. Um Hans zu retten, erzählte er alles, aber man schenkte ihm keinen Glauben. Vater und Sohn wurden zum Tode verurteilt.

Noch ehe die Sonne überm Galgenberg herauf kam, zog ein trauriger Zug hinaus zur Hütte des Klausners. Die Vögel im Walde verstummten. Vor den Augen des Vogts wurden Veit Imlin und sein Sohn Hans enthauptet. Zufrieden ritt der Vogt nach Hause. Als er aus dem Walde herauskam, sah er Feuerschein über den Stadt. Eilig ritt er durchs Tor zum Kirchplatz. Sein Haus stand in Flammen. Hildegunde selbst hatte den Feuerbrand geworfen und sich in die Flammen gestürzt. Vor Schrecken tot, sank der Vogt vom Pferde.

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