Islam-Forschung: „Das Bild Mohammeds ist ein Konstrukt“


Tilman Nagel (* 19. April 1942 in Cottbus) ist ein deutscher Orientalist und Islamwissenschaftler von Weltruf.  Nagel hat wichtige Standardwerke der Islamwissenschaft verfasst. Sein summum opus ist die im Jahre 2008 erschienene, über 1000 Seiten umfassende Biografie Mohammeds. Dem Autor kommt es darin seinen eigenen Worten nach „nicht auf eine Abbildung der muslimischen Biographie Mohammeds an, sondern auf die geschichtswissenschaftliche Erfassung seiner Gestalt und seines Wirkens vor dem Hintergrund der spätantiken vorderasiatischen Ereignis-, Gesellschafts- und Religionsgeschichte sowie auf die Schilderung der Genese und Weiterentwicklung des muslimischen Mohammedglaubens“. Nagel ist für islamkritische Analysen und Wortmeldungen bekannt.

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Islam-Forschung „Das Bild Mohammeds ist ein Konstrukt“

Der Göttinger Gelehrte Tilman Nagel spricht im Interview über die Aussagekraft der historischen Quellen des Islams und plädiert für eine zeitgemäßere Auslegung der Schriften. Er wirft den Islamverbänden vor, in unserer Gesellschaft nicht angekommen zu sein.

KÖLNER STADT-ANZEIGER: Herr Nagel, immer wieder werden Zweifel laut an der Existenz des Propheten Mohammed. Gab es ihn denn nun, oder gab es ihn nicht?

TILMAN NAGEL: Es gab ihn, das ist völlig klar. Den meisten, die das bestreiten, geht es weniger um die Gestalt Mohammeds als um theologische Auseinandersetzungen im frühen Christentum. Es gab dort eine Strömung, die Jesus Christus nicht als Sohn Gottes anerkannte, sondern lediglich als „Gesandten“ oder „Knecht Gottes“. Diese von der Großkirche bekämpfte Position, so sagen Kirchenkritiker, habe sich auf dunklen Wegen in der Frühgeschichte des Islam Bahn gebrochen. Und der besagte Knecht-Gottes-Titel für Jesus sei im islamischen Schrifttum zum Eigennamen Mohammed geworden.

Der Islamwissenschaftler Sven Muhammad Kalisch von der Uni Münster darf keine muslimischen Religionslehrer mehr ausbilden, weil er die Existenz Mohammeds verneint.


NAGEL: Kalisch gibt zu bedenken, dass Mohammed möglicherweise nicht gelebt hat oder dass sein Leben zumindest nicht den Vorstellungen entspricht, die sich der fromme Muslim heute gemeinhin davon macht. Letzteres sollte völlig unstrittig sein. Und obwohl ich Kalischs Skepsis in Bezug auf die Existenz Mohammeds nicht teile, so glaube ich trotzdem, dass ein angehender muslimischer Religionslehrer diese Debatte kennen sollte.

Der Koordinationsrat der Muslime war anderer Meinung und hat beim NRW-Wissenschaftsministerium gegen Kalisch protestiert.

NAGEL: Ich halte das für vollkommen unangemessen und außerordentlich töricht. Aber mindestens ebenso töricht ist, dass das Ministerium dem Protest nachgegeben hat. Zwar sind auch an den christlich-katholischen Fakultäten Fälle bekannt, in denen einzelnen Kollegen die Lehrerlaubnis entzogen worden ist. Aber das ist nicht einfach auf die Intervention von Funktionären hin geschehen. Vielmehr liefen lange, rechtlich geordnete Verfahren ab, in denen die Betroffenen auch die Möglichkeit hatten, sich zu verteidigen. Das alles hat es im Fall Kalisch nicht gegeben. Das Ganze zeigt für mich, dass die muslimischen Verbände überhaupt nicht in unserer Gesellschaft angekommen sind (…)

Weiterführende Links:

Interview mit Robert Spencer: Hat Mohammed wirklich existiert?

Mythischer Gründungsvater oder historische Figur? Wissenschaftler streiten über die Existenz des Propheten Mohammed

Flemming Rose “Ideologien haben keine Schutzrechte”

Tilman Nagel “Islam-Forschung – Das Bild Mohammeds ist ein Konstrukt“

Hans Jansen “Die historische Nachweisbarkeit von Mohammed, Aisha und wer weiß von wem…”

Islamwissenschaftler Karl-Heinz Ohlig: Hat es Mohammed als historische Gestalt gegeben?

Rezension: Gab es Mohammed wirklich?

Kairoer “Erklärung der Menschenrechte im Islam” – Widerspruch zum internationalen Verständnis der Menschenrechte

10 gute Gründe für den Islam-Austritt

Posted November 19th, 2008 by hg

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger 19 November 2008
Von Joachim Frank

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