Respekt: Gauck zeigt Erdogan die rote Karte


Und es geht doch: Ob es ein politischer Einzelfall war oder die Besinnung eines arg gescholtenen Bundespräsidenten auf seine wahre Aufgabe – nämlich für Recht, Ordnung und Demokratie zu kämpfen – wird die Zukunft zeigen. Gauck jedenfalls kritisierte den türkischen Despoten Erdogan in dessen eigenem Land für dessen Politik, die – so Gauck – gekennzeichnet sei von Einschränkungen der Meinungs- und Pressefreiheit und darüber hinaus auch die Unabhängigkeit der Justiz in der Türkei bedrohe. Woww…. Niemand hätte Gauck dies zugetraut. Am wenigsten wir Islamkritiker. Weiter so!

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Von Michael Mannheimer, 30.04.2014

Gauck wirft Erdogan vor, mit seiner Politik die Demokratie in der Türkei zu gefährden

Wir haben Gauck bislang stets kritisiert. Vernichtend kritisiert. Er hat sich diese Kritik verdient. Denn es kann nicht angehen, dass ein Präsident der Deutschen dafür arbeitet, dass Deutschland mit noch mehr Ausländern verdünnt wird – anstelle sich dafür einzusetzen, dass das deutsche Volk aus eigener Kraft überlebt. Und er machte Deutsche dafür verantwortlich, dass angeblich Ausländer an Bahnhöfen zusammengeschlagen und totgetreten werden. Was ein Skandal war und bis heute ist. Denn es ist genau umgekehrt. Wer jedoch weiß, dass sich unser Bundespräsident, der selbst parteilos ist und sich als  „linker, liberaler Konservativer“ sieht, mit fast ausschließlich linken und grünen Beratern umgeben hat, kann diese Fehltritte Gaucks eher verstehen, wenn auch nicht billigen.

Nun geschah – anläßlich seines aktuellen Besuchs in der Türkei – ein kleines, ein Gauck’sches Wunder: So deutlich wie bislang kein anderer westlicher Politiker zeigte Gauck dem türkischen Despoten Erdogan die rote Karte. Er kritisierte ganz diekt, öffentlich und ohne die üblichen diplomatischen Floskeln den Regierungsstil Erdogans, der gekennzeichnet sei von Einschränkungen der Meinungs- und Pressefreiheit und darüber hinaus auch die Unabhängigkeit der Justiz in der Türkei bedrohe.

Solche klaren Worte vernahm Erdogan in seinem eigenen Land zuvor wohl noch nie und reagierte so, wie man ihn kennt: Er verbitte sich jede externe Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Türkei, so Erdogan. Gauck sei wohl noch immer ein Pastor und solle seine Ratschläge gefälligst für sich behalten. In Deutschland, so Erdogan,  würden Türken von Rechtsextremisten ermordet, ohne dass jemand dafür bestraft werde. Gauck habe in Ankara „merkwürdige Dinge“ gesagt. In der Türkei seien die Grundrechte für jeden garantiert, der die Rechte anderer Menschen nicht verletze. Gaucks Äußerungen seien einem „Staatsmann nicht angemessen“ gewesen.

Nun denn: Es ist gesagt, was gesagt werden musste. Gauck verdient dafür Respekt. Und Erdogan verdient, jede Hoffnung auf eine zukünftige EU-Mitgliedschaft der Türkei endgültig und für immer begraben zu dürfen. Er und sein Land haben in einem modernen Europa nichts verloren. Weder geografisch, noch kulturell und schon gar nicht religiös. Vielleicht machte Gauck den ersten Schritt zum endgültigen Abschied der Türkei vom europäischen Traum. Wenn das sein politisches Vermächtnis werden sollte, dann war er doch nicht ganz umsonst der Präsident der Deutschen.


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