Über den Hintergund von Verschwörungstheorien (wie 9/11 und anderen)


 

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“Verschwörungstheorien entstehen aus der Unfähigkeit des Menschen, komplexe Abläufe zu verstehen. Vor allem aber kann er den banalen Zufall nicht ertragen. Er benötigt immer eine Kausalbegründung, um dem Ereignis den Schrecken des Unbestimmbaren und somit die vermeintliche Sinnlosigkeit zu nehmen.” (Robert Anton Wilson)

Verschwörungstheoretiker glauben, die “geheimen” Mechanismen hinter dem Weltgeschehen zu kennen. Psychologisch betrachtet stützt diese Vorstellung wohl nicht zuletzt auch das eigene Selbstwertgefühl – der Verschwörungstheoretiker kann sich selbst zum überlegenen “Wissenden” stilisieren. Verweisen auf Fakten und auf die offenkundige Implausibilität der meisten Verschwörungstheorien setzten Konspirations-Anhänger unangreifbare “Prinzipien” entgegen, nach denen z.B. jede Wirkung eine klar erkennbare Ursache haben müsse.

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Verschwörungstheorien: „Weltformeln des Übels” Drucken E-Mail

Warum verunglückte Prinzessin Diana? Weshalb gibt es AIDS? Wieso hat niemand die Ereignisse des 11. September 2001 verhindert? Wer bringt Kriege, Konflikte, Katastrophen und Wirtschaftskrisen in die Welt? Ganz einfach: “SIE!” Und wer sind “SIE”? Die Illuminaten. Die Freimaurer. Das Pharmakartell. Die Juden. “Männerbünde”. Geheimgesellschaften. Zusammengefasst: Verschwörer, die alle Machtzentren wie etwa Politik und Medien infiltriert haben, “hinter den Kulissen” die Fäden ziehen und das Weltgeschehen nach ihren eigenen Interessen manipulieren.

“Vertrauen Sie niemandem!” “Die Wahrheit ist irgendwo da draußen.” “Alles hängt mit allem zusammen.”

Dieser Dreiklang aus Argwohn, Unsicherheit und Sinnsuche bildet das Grundgerüst für Verschwörungstheorien. “Irgendetwas” scheint nach dem persönlichen Empfinden vieler Menschen mit unserer Welt nicht mehr zu stimmen – und da die tatsächlichen Ursachen und Gründe für internationalen Zwist, Terroranschläge, Seuchen, Teuerungswellen, Massenarbeitslosigkeit, Hungersnöte etc. schwer durchschaubar sind, schießen einfache Antworten auf sehr komplizierte Fragen ins Kraut:

So verbreiten z.B. amerikanische Milizen im Internet die Botschaft, dass die Regierung sich gegen das Volk verschworen habe; es sei gar an der Zeit, Waffenlager anzulegen… UFO-Fanatiker haben offenkundig ein besonderes Faible für die Geheimdienste und stellen sie unter Pauschalverdacht: Diese hielten Informationen über UFO-Abstürze und das Entführen von Erdenbürgern zurück, die ins All entführt würden. Religiöse Grenzgänger meinen im Weltgeschehen das Wirken von Kräften zu erkennen, die als “satanisch” oder “teuflisch” charakterisiert werden.


Gemeinsam ist all diesen Behauptungen, dass sie “keine Denkfigur eines rational gesicherten Diskurses” (Das Sonntagsblatt, 1996) sind. Mit anderen Worten: Sie werden gerne geglaubt, stellen aber wenig mehr als eine rein subjektive Gewissheit dar, die keinerlei Rechtfertigung bedarf. Verschwörungstheorien sind selbstimmunisierend, d.h.: Sie sind weder zu beweisen noch zu widerlegen, und jeder Kritiker kann problemlos verdächtigt werden, selbst Teil der Verschwörung zu sein.

Sozialwissenschaftler deuten Verschwörungstheorien als eine Art “Weltformeln des Übels”:

“Der Gewinn eines auf einer Konspirationstheorie basierenden Deutungsmusters oder Weltbildes liegt für diejenigen, die es akzeptieren, in Folgendem: Erstens ermöglicht oder zumindest erleichtert es ein solches Muster, dissonante [widersprechende] Wahrnehmungen zu reduzieren. Zweitens erlaubt es, (vermeintlich) einfache Lösungen für komplexe Sachverhalte zu liefern. Anziehungskraft und Verbreitung von Verschwörungstheorien verdanken sich ihrer Funktion, Gruppen oder Einzelne, die unter Stress geraten, vom Druck der Realität weitgehend zu entlasten … Einzelne, Gruppen, Schichten, Klassen, Völker, Nationen, Rassen, Kulturen machen sich mit Hilfe solcher Theorien und der mit ihnen verbundenen Deutungsmuster scheinbar zum Herrn von Verhältnissen, deren Herr sie gerade nicht sind.” (Groh 1996). Oder wie es der Regisseur des Verschwörungs-Thrillers “Fletcher’s Visionen”, Richard Donner sagt: “Man fühlt sich wohl bei der Vorstellung, dass es bösartige Mächte gibt, an denen man seine Wut auslassen kann”.

Harmlos ist das nicht unbedingt.

So ist beispielsweise historisch erwiesen, dass die gefälschte antisemitische Hetzschrift “Protokolle der Weisen von Zion” (Inhalt: die Mär von der jüdischen Weltverschwörung) von Hitler bereitwillig aufgegriffen wurde, um seinen Versuch zu rechtfertigen, während des Zweiten Weltkrieges die Juden auszurotten.

Verschwörungstheoretiker glauben, die “geheimen” Mechanismen hinter dem Weltgeschehen zu kennen. Psychologisch betrachtet stützt diese Vorstellung wohl nicht zuletzt auch das eigene Selbstwertgefühl – der Verschwörungstheoretiker kann sich selbst zum überlegenen “Wissenden” stilisieren. Verweisen auf Fakten und auf die offenkundige Implausibilität der meisten Verschwörungstheorien setzten Konspirations-Anhänger unangreifbare “Prinzipien” entgegen, nach denen z.B. jede Wirkung eine klar erkennbare Ursache haben müsse. Der bekannte Autor Robert Anton Wilson (“Illuminati”) erklärt dagegen zu Recht: “Verschwörungstheorien entstehen aus der Unfähigkeit des Menschen, komplexe Abläufe zu verstehen. Vor allem aber kann er den banalen Zufall nicht ertragen. Er benötigt immer eine Kausalbegründung, um dem Ereignis den Schrecken des Unbestimmbaren und somit die vermeintliche Sinnlosigkeit zu nehmen.”

Bernd Harder

Literatur:

Groh, D. (1996): Verschwörungen und kein Ende. In: Kursbuch Verschwörungstheorien. Rowohlt, Berlin.

Quelle:
http://www.gwup.org/infos/themen-nach-gebiet/891-verschwoerungstheorien-weltformeln-des-uebels?catid=72%3Averschwoerungen

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