Deutschland stirbt nicht! Ein Widerstands-Lied während der Ruhrbesetzung 1923 lebt wieder auf

D stirbt nicht

DEUTSCHLAND stirbt nicht

“Nichts kann uns rauben
Liebe und Glauben
zu unserem Land
Es zu erhalten und zu gestalten
sind wir gesandt.
Mögen wir sterben
unseren Erben gilt,
dann die Pflicht
Es zu erhalten,
und zu gestalten.
DEUTSCHLAND stirbt nicht.

Text: Karl Bröger (1923, während der Ruhrbesetzung)
Musik: zuerst Gustav Schulten , dann Heinrich Splitta (1935)
in Die weiße Trommel (1934, dort nach Lieder der Spur , Voggenreiter Verlag , Potsdam)


Infos zur Ruhrbesetzung 1923

Aus WIKIPEDIA

Die Ruhrbesetzung (auch Ruhreinmarsch oder Ruhrinvasion) bezeichnet den Höhepunkt eines politisch-militärischen Konfliktes, der 1923 im Ruhrgebiet zwischen dem Deutschen Reich und den belgisch-französischen Besatzungstruppen stattfand. Er war eines der großen Probleme in diesem Krisenjahr der Weimarer Republik. Für den Widerstand gegen die Besetzung ist die Bezeichnung Ruhrkampf üblich.

Ausgangslage

Die Weimarer Republik war durch den Versailler Vertrag von 1919 verpflichtet, Reparationen an die Siegermächte des Ersten Weltkriegs zu leisten.

Vor allem der französische Ministerpräsident und Außenminister Poincaré bestand, im wirtschafts- und sicherheitspolitischen Interesse Frankreichs, auf einer kompromisslosen Erfüllung der Bestimmungen des Versailler Vertrages. Aufgrund von Verzögerungen der Lieferungen rückte mehrfach französisches Militär in unbesetztes Gebiet ein. Am 8. März 1921 besetzten französische und belgische Truppen die Städte Duisburg und Düsseldorf in der Entmilitarisierten Zone.

Mit der Besetzung dieses Gebietes sicherte sich Frankreich eine Ausgangsbasis für eine mögliche Besetzung des gesamten rheinisch-westfälischen Industriegebiets. Außerdem ermöglichte die Kontrolle der Duisburg-Ruhrorter Häfen die genaue Registrierung des gesamten Exports von Kohle, Stahl und Fertigprodukten des Ruhrgebiets. Das Londoner Ultimatum vom 5. Mai 1921, mit dem die alliierten Siegermächte ihren Zahlungsplan für die deutschen Reparationen in Höhe von 132 Milliarden Goldmark gegenüber Deutschland durchsetzten, wurde mit der Drohung verbunden, im Weigerungsfall das Ruhrgebiet zu besetzen.

Wegen der immer größeren wirtschaftlichen Probleme des Deutschen Reiches verzichteten die Alliierten 1922 auf Reparationszahlungen in Form von Geld und forderten stattdessen Sachleistungen (Stahl, Holz, Kohle) ein.

Am 26. Dezember stellte die alliierte Reparationskommission einstimmig fest, dass Deutschland mit den Reparationslieferungen im Rückstand war. Als am 9. Januar 1923 die Reparationskommission behauptete, die Weimarer Republik halte absichtlich Lieferungen zurück (unter anderem seien 1922 statt geforderter 13,8 Millionen Tonnen Kohle nur 11,7 Millionen und statt 200.000 Telegraphenmasten nur 65.000 geliefert worden), nahm Frankreich dies als Anlass zum Einmarsch in das Ruhrgebiet.

Besetzung

Verwaltung bzw. Besatzung der westdeutschen Gebiete, Ende 1923

Marokkanische Posten an der Grenze des besetzten Gebietes bei Limburg an der Lahn im April 1923, ausgewiesene deutsche Beamte beim Überschreiten der Grenze

Einzug französischer Truppen in Essen 1923

Zwischen dem 11. und dem 16. Januar 1923 besetzten französische und belgische Truppen in einer Stärke von anfangs 60.000, später 100.000 Mann das gesamte Ruhrgebiet bis Dortmund. Vorübergehend wurden im Frühjahr und Sommer desselben Jahres auch Teile des bergischen Industriegebiets von französischen Verbänden besetzt, namentlich Remscheid und Lennep (März 1923 bis Oktober 1924) sowie kurzzeitig auch Barmen (Juli 1923), während Elberfeld unbesetztes Gebiet blieb und Solingen bereits im seit 1919 britisch besetzten Brückenkopfgebiet um Köln lag.

Ziel der Besatzung war es, die dortige Kohle- und Koksproduktion als „produktives Pfand“ zur Erfüllung der deutschen Reparationsverpflichtungen zu sichern. Dem französischen Ministerpräsidenten und Außenminister Raymond Poincaré ging es aber um sehr viel mehr als nur um die Beibringung von Reparationsleistungen. Er strebte eine mit dem Status des Saargebiets vergleichbare Sonderstellung des Rheinlands und des Ruhrgebiets an, bei der die Zugehörigkeit zum Deutschen Reich nur mehr formal gewesen wäre und stattdessen Frankreich eine bestimmende Position eingenommen hätte. Von Großbritannien wurde die Ruhrbesetzung als illegal verstanden.[1]

Ruhrkampf

Kundgebung gegen die Ruhrbesetzung auf dem Königsplatz in Berlin am 25. März 1923

Gedenktafel an einer Unterführung der Ruhrtalbahn für ein Opfer der Ruhrbesetzung

Die Besetzung löste in der Weimarer Republik einen Aufschrei nationaler Empörung aus. Die Reichsregierung unter dem parteilosen Kanzler Wilhelm Cuno rief die Bevölkerung am 13. Januar 1923 zum „passiven Widerstand“ auf: An Frankreich und Belgien wurden keine Reparationen mehr gezahlt, Industrie, Verwaltung und Verkehr wurden mit Generalstreiks teilweise lahmgelegt. Betriebe und Behörden leisteten teilweise den Anordnungen der Besatzer nicht Folge. Frankreich reagierte darauf mit 150.000 verhängten Strafen, die mitunter bis zu Ausweisungen aus dem besetzten Gebiet gingen.

Inzwischen begingen ehemalige Freikorpsmitglieder und auch Kommunisten Sabotageakte und Anschläge gegen die Besatzungstruppen, unter anderem wurde der Emscher-Durchlass des Rhein-Herne-Kanals bei Henrichenburg durch eine Sprengung zerstört. Die Besatzungsmacht wiederum reagierte mit Sühnemaßnahmen, die Situation eskalierte und forderte 137 Tote.

Albert Leo Schlageter wurde als Abschreckung wegen Spionage und Sabotage zum Tode verurteilt und hingerichtet, was ihn in der deutschen Öffentlichkeit zum Märtyrer machte. Neben dem durch passiven Widerstand erzeugten wirtschaftlichen Schaden entstand auch ein sprachlicher Druck: Bis dahin im Deutschen gebräuchliche Lehnwörter sollten durch deutsche Begriffe ersetzt werden, wie Kasino durch Werksgasthaus, Telefon durch Fernsprecher, Trottoir durch Gehweg oder automatisch durch selbsttätig.

Ende des Ruhrkampfes

Beisetzung der Opfer

Während des passiven Widerstandes wurden die Löhne von etwa zwei Millionen Arbeitern des Ruhrgebiets vom Staat übernommen, zu diesem Zweck wurde mehr Geld gedruckt. Dieses Vorgehen konnte nicht längere Zeit durchgehalten werden, da sich die Wirtschaftskrise verstärkte und Inflation und Produktions- und Steuerausfälle den reichsdeutschen Haushalt belasteten.

Der neue Reichskanzler Gustav Stresemann sah sich schließlich am 26. September 1923 gezwungen, den Abbruch des passiven Widerstandes zu verkünden. Antirepublikanischen, reaktionären Kräften in Bayern lieferte das Ende des Ruhrkampfes einen Vorwand zur Errichtung einer Diktatur. Der volkswirtschaftliche Gesamtschaden der Ruhrbesetzung belief sich auf vier bis fünf Milliarden Goldmark. Das Ende des Ruhrkampfs ermöglichte eine Währungsreform, welche die Bedingung für eine Neuverhandlung der Reparationen war. Damit endete eine Inflationsphase, die 1914 begonnen hatte.

Ende der Ruhrbesetzung

Vorbeimarsch abziehender französischer Truppen am Dortmunder Hauptbahnhof, Oktober 1924

Auf Druck der USA und Großbritanniens lenkte Frankreich 1923/1924 durch Abschluss des MICUM-Abkommens ein. Die Besetzung des Ruhrgebietes endete gemäß dem 1924 verabschiedeten Dawes-Plan im Juli/August 1925.


 

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Datum: Mittwoch, 17. Dezember 2014 18:16
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6 Kommentare

  1. Lisje Türelüre aus der Klappergasse.
    Mittwoch, 17. Dezember 2014 22:02
    1

    Natürlich stirbt Deutschland nicht.
    Nach dem 30jährigen Krieg war mindestens 1/3 der Deutschen (Historiker müssen mich korrigieren),gestorben. Und das Land hat sich wieder erholt. Das Gerede vom Arbeitskräftemangel ist auch Blödsinn, denn die Zuwanderer beanspruchen jede Menge Ressourcen: Schule, Sozialarbeiter, Krankenhäuser, Gefängnisse, Polizei,Justiz usw.

  2. 2

    Deutschland soll ja auch nicht sterben, wovon sollte die Welt sonst profitieren?
    Nur die Deutschen sollen Vernichtet werden, wie Mitglieder der Weltoberkriegstreiberbande geplant haben.

    Mal sehen wenn's ohne den Deutschen nichts mehr zum Profitieren gibt.
    Da wird das eine und das andere Land zusehen müßen nicht wieder in der Versenkung zu verschwinden; und damit meine ich nicht nur Länder der
    dritten Welt.

    Nur weil ein Land Deutschland heisst und seine Bewohner auf dem Papier Deutsche sein wollen, ist es nicht Deutsch.

    "Es ist nicht immer Deutschland drin wo Deutschland drauf steht!"

  3. 3

    Ein Land macht mehr aus, als eine Bezeichnung und eine Sprache. Kultur und Kulturgut. Leider werden immer nur bestimmte Jahre in der Vergangenheit betrachtet und hervorgehoben, zugleich die darauf folgenden verfälscht und die wahren Triebkräfte des Wirtschaftswunders - Trümmerfrauen z. B. - tot geschwiegen. Wir haben so viel Kultur und so viele Kulturgüter. Wer weiß denn, wer die bürgerliche Freiheiten erfochten hat? Heute werden die Studenten, die in Verbindungen sind gehetzt und geprügelt. Die Errungenschaften des Sozialsystems, die Schönheit unserer Architektur, das was unsere Wirtschaft ausmacht und woher sie gekommen und gewachsen ist: die Arbeitstugenden, die Gilden und ihre Regeln, Reformation und vieles mehr. Wer wir sind bestimmt sich daraus, wer wir waren, wo wir herkommen, ist geprägt und überliefert in Sagen, Legenden, Liedgut, Ritualen. Noch immer ist das Erbe der germanischen Stämme vorhanden, ebenso was uns von den Römern geblieben ist und hat seine Formung durch das Christentum gefunden, wie auch die Zeit der Aufklärung und Napoleons Spuren bei uns hinter lassen hat.
    Wie wollen wir unser Land gestalten? Was müssen wir durch Krieg und Eroberung hinnehmen? Wollen wir unser Erbe verleugnen und uns gänzlich Neuem hinwenden, als entwurzelte Wesen, die keinen Halt finden?
    Genau letzteres ist es doch, was scheinbar gewollt ist: entwurzelte Menschen sind unsichere Menschen voller Ängste und Befürchtungen, Haltlos und in freiem Fall. Die kleinste gemeinsame Einheit der Gesellschaft - die Familie - wird systematisch zerstört, der Hass oder das Desinteresse an unseren Wurzeln gefördert. Woran soll ein Mensch sich halten, ohne: Familie, kulturellen Wurzeln, historischem Bewusstsein der Abstammung, Glaube an eine feste Konstante im Leben?

    Kulturpflege kann jeder zu Hause betreiben, er muss es nur wollen.

  4. 4

    Lisje Türelüre aus der Klappergasse.
    Mittwoch, 17. Dezember 2014 22:02

    Das sehe ich anders, zumindest theoretisch.

    Wenn ein Drittel der Bevölkerung durch eine Krankheit stirbt, dann wird sich die Population irgendwann wieder erholen.
    Wenn ein Drittel durch Krieg umkommt, ist es genau das Gleiche.
    Das sind Ereignisse, die sich, historisch gesehen, nicht entscheidend auswirken.

    In der Natur kommt es immer wieder vor, daß Arten dezimiert werden, doch fast immer spielt es keine Rolle. Das klingt herzlos und zynisch, ist aber nur eine Tatsachenbeschreibung.

    Wenn aber eine Art in Konkurrenz gegen eine stärkere Spezies tritt, besteht die Gefahr des Untergangs. Die Art verschwindet einfach, die stärkere breitet sich aus.

    Und nun überlegen Sie:
    Es gibt zwei unbestreitbare Entwicklungen, die zu geringe Reproduktionsquote und die Zuwanderung fremder Kulturen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die beschriebene Entwicklung unumkehrbar wird und die schwächere Art verschwindet. Das läßt sich schon rechnerisch beweisen.

    Um das zu verhindern, müssen Sie beide Entwicklungen gravierend ändern. Kleine Tippelschritte reichen bei Weitem nicht aus, es müßte die gesamte Gesellschaft auf den Kopf gestellt werden. Dabei ist die Gefahr eines Bürgerkriegs innerhalb der deutschen Gesellschaft groß und wäre damit kontraproduktiv. Ich sehe nicht, wie das möglich sein soll, zumal die bedrohte Art die Bedrohung leugnet und die stärkere Spezies auch noch beschützt.

    Vielleicht wird es das Verdienst von Pegida sein, ein wenig zu bremsen, vielleicht wird sie in die Geschichte eingehen, unbeabsichtigt die Unterminierung der Demokratie vorangetrieben und die Mischpoke an der Spitze entlarvt zu haben, aber an die gravierende Wende glaube ich erst, wenn sie zur Tatsache geworden ist.

  5. 5

    Die passenden Gesetze haben wir doch schon, warum werden sie nicht umgesetzt? Wer hier kein Asyl bekommt, wird abgeschoben - ein einfach geht das! UNd wenn die Gutmenschen jaulen, sollen sie das Gesindel gefälligst SELBST durchfüttern.

  6. 6

    @ Zerberus 5.
    "UNd wenn die Gutmenschen jaulen, sollen sie das Gesindel gefälligst SELBST durchfüttern."
    Nein, dann hätten wir die auch hier die absolut hier nichts zu suchen haben.
    Alle Jauler mit dem Gesindel rauswerfen, so entsorgen andere ihr ungewolltes ja auch an uns momentan.