PEGIDA im Spiegel der internationalen Presse


„Grundsätzlich glaube ich, sollte man tausende Demonstranten nicht einfach ignorieren. Es ist das Recht der Bürger, auf die Straße zu gehen und ihre Meinung auszusprechen – auch wenn das sehr emotional geschieht.“

Alison Smale, Auslandskorrespondentin der New York Times

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Von
Wolfgang Prabel
Veröffentlicht am

Dresden im Spiegel der internationalen Presse

Je weiter man entfernt ist, desto mehr Überblick hat man über ein Gesamtpanorama. Das ist auch in der Politik so. Darum werfen wir einen Blick auf die PEGIDA-Demonstrationen im Spiegel der internationalen Medien. Wir müssen da natürlich erstmal in staatsfinanzierte und in marktwirtschaftlich agierende Medien unterscheiden.

Die staatsfinanzierten Medien aus Rußland und China, nämlich Russia Today und Epoch Times, stehen den Demonstranten sehr aufgeschlossen gegenüber. Sie berichten kritiklos über alles was tatsächlich vorgefallen ist und gesagt wurde. Fakten, Fakten, Fakten… Die Freundschaft zum deutschen Volk ist natürlich nicht ganz selbstlos. China und Rußland haben große Probleme mit einheimischen Moslems, zum Beispiel durch die Besetzung Tschetscheniens und der Krim bzw. durch Terroranschläge im Heimatgebiet.

Da ist eine salafitenkritische Demo im Ausland natürlich nice to have um zu Hause darüber zu berichten. Andererseits gibt es natürlich die Versuchung, die Dresdner, die von den deutschen Medien so stiefmütterlich behandelt werden, emotional auf die Seite Rußlands und Chinas zu ziehen und gegen das verantwortungslos vor sich hindämmernde politische Berlin aufzubringen.


Aber auch die europäischen und amerikanischen Medien lassen sich nicht auf das niedrige Niveau des deutschen Journalismus ein. Le Figaro aus Paris schrieb:

“Tausende von Menschen kommen jeden Montag auf die Straßen in Dresden, mit dem gleichen Motto wie im Jahr 1989 bei der friedlichen Revolution in Ost-Deutschland “Wir sind das Volk!”. Aber dieses Mal, um auf “die Gefahr der Islamisierung” des Landes hinzuweisen. Letzte Woche waren es 10.000. … Die Losungen werden über das Internet und die Facebook-Seite der Pegida an bereits fast 50.000 Fans geteilt. Laut einer Umfrage von „Der Spiegel“ teilen 34% der Deutschen die  Befürchtung der “wachsenden Islamisierung in Deutschland.”

Weil mit dem mdr niemand von den Demonstranten gesprochen hat, führte dieser Sender ein Interwiev mit der Deutschland-Korrespondentin der New York Times, Alison Smale, die die Demo besucht hatte und sogar mit Lutz Bachmann spreche durfte. Sie sagte dem mdr:

„Grundsätzlich glaube ich, sollte man tausende Demonstranten nicht einfach ignorieren. Es ist das Recht der Bürger, auf die Straße zu gehen und ihre Meinung auszusprechen – auch wenn das sehr emotional geschieht.“

Die Basler Zeitung schreibt:

„Das Vokabular zeigt die Ratlosigkeit: Von «Rechtspopulisten» ist die Rede, von «Menschen», die man «nicht ausgrenzen» dürfe, die es vielmehr «abzuholen» gelte. Auch das Modewort «krude» kommt immer wieder zum Einsatz: Deutschlands Politiker und Journalisten blicken verständnislos auf das Phänomen «Pegida», greifen tief in die Phrasenkiste und ziehen die üblichen Versatzstücke heraus, die in solchen und ähnlichen Situationen zum Einsatz kommen. Verstehen tun sie das, was sie da sehen, offensichtlich nicht.“

Die BAZ äußert auch Zweifel:

„Wie verwirrt die «Pegida»-Leute sind, zeigt sich auch in ihrer Sympathie für den russischen Präsidenten: «Putin, hilf uns!», hiess es in Dresden auf einem Plakat. Unbeantwortet bleibt die Frage, was um alles in der Welt am russischen Modell so attraktiv sein soll, dass Bürger eines der reichsten Länder der Welt ausgerechnet im Kremlherrn den Weissen Ritter zu erkennen meinen, der sie aus ihrer eingebildeten Notlage erretten könnte.“

Wie man sieht ist die internationale Presse nachsichtig mit PEGIDA. Niemand im Ausland will die  Wasserwerfer auffahren lassen, wie das der Hamburger „SPIEGEL“ vorgeschlagen hat.

Viele internationale Zeitungen nehmen keine Notiz von Dresden. La Republica aus Rom und Rzeczpospolita aus Warschau berichteten nichts aus der Elbmetropole. Zu weit weg, zu uninteressant, keine Korrespondenten vor Ort. Europa wird immer beschworen, aber die Nachrichtenmärkte sind national. Wir erfahren ja auch nicht was in Rom und Warschau gerade die Chefredaktionen bewegt.

Quelle:
http://www.prabelsblog.de/2014/12/dresden-im-spiegel-der-internationalen-presse/


 

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