Als Antwort auf Lebendverbrennung eines Piloten: Jordanien richtet zwei irakische Gefangene hin

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Oben: Wurde als Antwort auf den barbarischen Mord an einem jordanischen Piloten durch die IS (s.hier) in Jordanien hingerichtet. Die Irakerin und  als Heldin verehrte “Gotteskriegerin" Sadschida al-Rischawi, die der IS freipressen wollte, und der Massenmörder und Al-Kaida-Mitglied Siad Karbuli wurden am Morgen exekutiert. Al-Rischawi war nach einer Anschlagsserie auf drei Hotels in Amman Ende 2005 mit 60 Toten festgenommen worden. Im April 2006 wurde sie zum Tode verurteilt.   

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Das ist ein guter Tag im internationalen Krieg gegen den weltweiten islamistischen Faschismus

Nach der Tötung eines entführten Kampfpiloten durch die Miliz Islamischer Staat (IS) hat Jordanien Vergeltung geübt und zwei Dschihadisten hingerichtet. Die Irakerin und selbsternannte “Gotteskriegerin” Sadschida al-Rischawi, die der IS freipressen wollte, und der Massenmörder und Al-Kaida-Mitglied Siad Karbuli wurden am Morgen exekutiert. Al-Rischawi war nach einer Anschlagsserie auf drei Hotels in Amman Ende 2005 mit 60 Toten festgenommen worden. Im April 2006 wurde sie zum Tode verurteilt.  

Der IS verlangte Freilassung der Dschihadistein für Austausch von Geiseln

Der IS hatte kürzlich die Freilassung der Dschihadistin al-Rischawi im Gegenzug für den Kampfpiloten Maas al-Kassasbeh und eine weitere japanische Geisel verlangt. Nach Überzeugung Ammans wurde al-Kassasbeh jedoch bereits Anfang Januar ermordet – erst danach stellte der IS seine Forderung. Amman hatte sich bereit gezeigt, auf den Tauschhandel einzugehen, zuvor aber ein Lebenszeichen des Jordaniers verlangt.

Schon angesichts der Geiselnahme und der drohenden Ermordung von Moaz Kasasbeh hatten viele Jordanier gefordert, man solle Sadschida al Ridschawi hinrichten, sollte der Soldat nicht lebend nach Hause zurückkehren. Die Hoffnung darauf schwand von Tag zu Tag. Sie dürfte die erste Frau seit langem gewesen sein, die dort hingerichtet wurde, denn in Jordanien wurde die Todesstrafe an Frauen lange schon nicht mehr vollstreckt. Doch Sadschida al Rischawi war nicht irgendeine Verurteilte, sie war eine Heldin, ein wichtiges Symbol – zumindest für die Kämpfer des Islamischen Staats, weswegen sie aus dem Gefängnis freigepresst werden sollte.

Jordanien reagiert mit erbarmumgsloser Härte

Die gebürtige Irakerin saß seit neun Jahren in der Todeszelle. Sie hatte 2005 zusammen mit ihrem Mann einen Anschlag auf ein Hotel in Amman verübt – auf eine Hochzeitsgesellschaft. 60 Menschen kamen damals ums Leben. Nach ihrer Festnahme sagte die damals 35-Jährige, dass sie es im letzten Moment nicht geschafft hatte, den Zünder ihres Sprengstoffgürtels zu betätigen. Ihre Aussage wurde im jordanischen Fernsehen übertragen.

Zu sehen war eine müde, emotionslose Frau in blauer Gefängnisuniform und Kopftuch, die laut ihres Anwalts erwarte, entweder zum Tode verurteilt oder zurück in den Irak geschickt zu werden. Der Irak – ihre Heimat und Grund, warum Sadschida al Rischawi so wichtig für den IS war. Die Gotteskriegerin entstammt einem sunnitischen Stamm in der westlichen Provinz Al Anbar, heute IS-Gebiet.

Die Hingerichtete war Gefolgsfrau von Sarkawi, des "Schlächters von Bagdad"

Die Gegend war berüchtigt für ihren Widerstand gegen die US-Besatzung und eine der Keimzellen von al Kaida im Irak, aus der wiederum der Islamische Staat hervorgegangen ist. Rischawi war zumindest eine enge Vertraute des früheren Anführers und Top-Terroristen Abu Mussab al Sarkawi, ein gebürtiger Jordanier, der 2006 bei einem US-Luftangriff ums Leben kam.

Sie war zudem die Schwester eines seiner Gefolgsmänner, der im Kampf starb. Einer ihrer Cousins war Anführer einer sunnitischen Widerstandsbewegung. “Wegen ihrer Verbindungen zur al Kaida im Irak und zur folgenschwersten Auslandsoperation dieser Gruppe ist Sadschida al Rischawi weiter wichtig”, sagte Aimen al Tamini, vom Institut Middle East Forum zur Rolle der Hingerichteten.

Der Islamische Staat habe sie zu einer politischen Figur stilisiert. Auch deswegen, weil sich ihre ganze Familie dem Dschihad gewidmet hat und bei IS-Kämpfern als VIPs gelten. “Sie freizukriegen, wäre ein Zeichen der Ehrerbietung des IS an die sunnitische Basis im Irak gewesen”, so Rischawis Cousin Mehdi Abu Risha.

Die Kindermörder von Peschawar 2

Am Dienstag war im Internet ein Video aufgetaucht, das die Hinrichtung des im Dezember von der IS-Miliz verschleppten Soldaten Maas al-Kassasbeh zeigte. Er zeigt offenbar, wie Kasasbeh, dessen orangefarbene Häftlingskleidung mit Brandbeschleuniger übergossen war, in einem Käfig bei lebendigem Leib verbrannt wurde.

Jordanien: Wunsch nach Vergeltung

Danach kannten viele Jordanier nur noch den Wunsch nach Vergeltung. Die Hinrichtung der beiden Terroristen reiche nicht aus, sagte Safi Kasasbeh, der Vater des Opfers. „Der ganze Islamische Staat muss ausgelöscht werden“, forderte er. Der Sprecher der jordanischen Armee gab eine nicht weniger martialische Erklärung ab. Das Blut des Märtyrers sei nicht umsonst geflossen, sagte er. „Unsere Rache wird das Ausmaß der Tragödie haben, die allen Jordaniern zugefügt wurde.“

Die Ermordung des jordanischen Soldaten wurde international verurteilt, König Abdullah II. kündigte eine entschiedene Reaktion seines Landes an. Der Tod des “Märtyrers” al-Kassasbeh sei nicht vergebens gewesen, “die Antwort Jordaniens und seiner Armee wird hart sein”, sagte der Monarch.

Noch am Dienstagabend kam es in Jordanien zu ersten Demonstrationen, in denen die Menschen ihrer Wut und Trauer Ausdruck verliehen. Überall waren Bilder mit dem Gesicht des jungen Piloten zu sehen. Am Mittwoch versammelten sich Tausende in den Moscheen des Landes, um während des Mittagsgebets für den Ermordeten zu beten. Zur selben Zeit flogen Kampfflugzeuge der Luftwaffe über die Hauptstadt Amman und die Heimatstadt Kasasbehs, wie die Zeitung „Jordan Times“ berichtete. In den Kirchen wurden Gottesdienste gehalten und die Glocken läuteten. Die sunnitische Al-Ashar-Universität in der ägyptischen Hauptstadt Kairo rief zur Tötung von IS-Kämpfern auf. In einer Mitteilung forderte die Einrichtung unter anderem die “Kreuzigung und das Zerschlagen der Glieder der IS-Terroristen”.

Vereinigte Arabische Emirate fordern Ausmerzung des IS

Die Ermordung al-Kassasbehs wurde als “feiger Terrorakt” bezeichnet. Die Vereinigten Arabischen Emirate forderten, die Extremistengruppe IS müsse “umgehend ausgemerzt werden”. Die US-Tageszeitung “New York Times berichtete am Mittwoch jedoch, die Emirate hätten sich bereits nach der Verschleppung des jordanischen Piloten im Dezember aus der Anti-IS-Koalition zurückgezogen. Demnach fordern sie von den USA eine bessere Vorsorge für mögliche Rettungsaktionen.

Der IS will zwar nach außen Stärke demonstrieren – tatsächlich aber ist das Video ein Zeichen der Schwäche. Die Terrormiliz will mit Propaganda ihre Niederlagen in Syrien und im Irak kompensieren. Vor einer knappen Wochen hatten die Kurden die über Monate umkämpfte nordsyrische Stadt Kobane von IS-Extremisten befreit. Im Norden des Iraks scheiterte ein IS-Großangriff auf die ölreiche Stadt Kirkuk. Fehlende Siege sind für die Extremisten ein Problem, weil sie bei den Feldzügen Munition und Waffen für ihren Krieg erobern. Der Angriff auf Kirkuk ist ein Indiz dafür, dass die Miliz Geld braucht. Stadt und Umland gehören zu den ölreichsten Gebieten im Irak.

Der IS wollte offenbar die Ölquellen unter seine Kontrolle bringen, um den Rohstoff zu verkaufen. Öleinnahmen sind die wichtigste Geldquelle des IS. Um immer wieder Aufmerksamkeit zu finden, muss der IS seine Gewalt steigern. Trotz der jüngsten Niederlagen ist die Terrormiliz stark – sie kontrolliert in Syrien und im Irak noch immer große Gebiete. Es wird Jahre dauern, um die Extremisten zu besiegen.

Die UNO warf bewaffneten Gruppen vor, Kinder im Irak systematisch auszubeuten. Insbesondere der IS rekrutiere Minderjährige für ihren Kampf, beklagte das UN-Komitee zum Schutz der Kinderrechte. “Kinder werden als Selbstmordattentäter eingesetzt, unter ihnen auch Behinderte oder Kinder, die von ihrem Familien an bewaffnete Gruppen verkauft wurden”, heißt es in einem Bericht der 18 unabhängigen Experten, die die Einhaltung der UN-Kinderrechtskonvention überwachen.

Quelle:
https://belgarathblog.wordpress.com/tag/boko-haram/

Zwischenüberschriften von Michael Mannheimer


Weitere Quellen:

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/is-terror-empoerung-ueber-ermordung-des-jordanischen-piloten-13409843.html

http://www.stern.de/news2/aktuell/jordanien-exekutiert-nach-geisel-toetung-is-dschihadisten-2171306.html

http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/6098696/jordanien-droht-terrormiliz-mit–gnadenlosem-krieg-.html

http://www.20min.ch/ausland/news/story/14437594

http://www.fr-online.de/politik/jordanien–gnadenlosen-krieg–gegen-is-angekuendigt,1472596,29754370.html

http://www.zeit.de/news/2015-02/04/terrorismus-auge-um-augejordanien-reagiert-mit-haerte-04135204

http://www.spiegel.de/politik/ausland/jordaniens-koenig-abdullah-ii-kuendigt-gnadenlosen-krieg-gegen-is-an-a-1016777.html

http://www.nzz.ch/international/naher-osten-und-nordafrika/racheschwuere-in-amman-1.18475591

http://www.fnp.de/nachrichten/tagesthema/Jordanien-reagiert-mit-Hinrichtungen-auf-IS-Morde;art132,1247466

http://de.reuters.com/article/topNews/idDEKBN0L81VA20150204

http://www.derwesten.de/politik/jordanien-unter-schock-id10309389.html

http://video.tagesspiegel.de/4031914597001

http://derstandard.at/2000011249782/Jordanien-richtet-nach-Toetung-von-Geisel-zwei-Jihadisten-hin

http://www.welt.de/politik/ausland/article137102741/Jordanien-kuendigt-welterschuetternde-Antwort-an.html

http://www.morgenpost.de/politik/article137104718/Vater-des-jordanischen-Piloten-fordert-Rachefeldzug-gegen-IS.html

http://www.ksta.de/politik/vergeltung-fuer-verbrennung-jordanien-richtet-nach-toetung-von-is-geisel-zwei-dschihadisten-hin,15187246,29744268.html

http://www.abendblatt.de/politik/ausland/article137104525/Al-Kassasbehs-Vater-fordert-weitere-Rache-an-IS.html

http://www.handelsblatt.com/politik/international/reaktion-auf-mord-durch-is-jordanien-richtet-zwei-islamisten-hin/11324762.html

http://www.fr-online.de/terrorgruppe-islamischer-staat/-islamischer-staat–vater-des-getoeteten-piloten-will-rache,28501302,29746624,view,asFirstTeaser.html

http://www.n-tv.de/politik/Jordanien-raecht-den-Feuertod-article14447566.html

http://www.nachrichten.at/nachrichten/weltspiegel/Nach-Toetung-von-Piloten-richtete-Jordanien-zwei-Dschihadisten-hin;art17,1636738

4 Kommentare

  1. „Die jordanische Armee hat bei ihren Vergeltungsangriffen auf den Islamischen Staat (IS) zahlreiche Stellungen der Dschihadistengruppe zerstört. Das Militär erklärte am Donnerstag, dutzende Kampfflugzeuge hätten Angriffe gestartet und "alle Ziele" seien zerstört worden. Demnach wurden Ausbildungslager sowie Waffen- und Munitionslager der Dschihadisten getroffen. Die Kampfjets seien unbeschädigt von den Einsätzen zurückgekehrt, hieß es. Sicherheitsunterstützung und Hilfe bei der Überwachung erhielten die Jordanier nach Angaben aus Washington von US-Jets.

    Die jordanische Armee erklärte, ihre Einsätze so lange fortzusetzen, bis der IS "ausgerottet" sei.“
    http://www.rp-online.de/panorama/ausland/jordanien-fliegt-grossoffensive-gegen-is-stellungen-aid-1.4853749

  2. Auch wenn ISIS ausgerottet wird ,der Terror des Islams wird dann von einer anderen Gruppe wieder weitergemacht und Terrorunterstützer finanzieren dann eine andere Babarengruppe.Islam bedeutet Friedhof.

  3. IM IS GIBT ES JOBS FÜR EMANZEN, LESBEN UND TRANSEN:

    ""Terror im “Islamischen Staat”: Als Sittenwächterin in Rakka…

    Frauen müssen auch die Augen verhüllen…

    Diese öffentlichen Bestrafungen werden von einer Frau ausgeführt, die sich Umm Hamsa nennt. “Sie ist keine normale Frau(Anm.: Etwa eine Transe? 😉 Sie ist groß, trägt eine Kalaschnikow, eine Pistole, eine Peitsche und einen Dolch”, erzählt Chadidscha in dem Interview…

    “Die ausländischen Kämpfer waren sehr brutal gegenüber den Frauen, sogar ihren Ehefrauen. Es gab Fälle, in denen sie wegen sexueller Gewalt in die Notaufnahme gebracht werden mussten.”…””
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/is-islamischer-staat-sittenwaechterin-aus-rakka-berichtet-a-995536.html

    +++

    Ein weibischer Dschihadist jammert:
    “Mein Bart hat Spliss”
    http://www.pi-news.net/2014/07/dschihadist-jammet-mein-bart-hat-spliss-fertig/

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