Meldung der Lügenpresse: “Türkei baut wieder Kirchen” ist Mogelpackung

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Christen in der Türkei haben keine Rechte

Das Gebiet der heutigen Türkei war vor 500 Jahren noch überwiegend von Christen besiedelt. Als die Türken Byzanz einnahmen, töteten sie hunderttausende Christen und zwangen zahllose zum Übertritt zum Islam. die alternative war der Tod. Doch Christen waren den Türken stets ein Dorn im Auge. Immer wieder gab es Pogrome gegen die vom Koran als “Ungläubige” diffamierten Nichtmuslime, bei denen zigtausende, oft hunderttausende Christen mit dem Leben bezahlten mussten. In Istanbul etwa wurden – unmittelbar vor einem Pogrom – die Häuser der Christen markiert, so dass man wusste, wo die Christen lebten. Zum schlimmsten Exzess gegen Christen kam es in den Jahren 1915/16: Im sog. “Armenischen Genozid” ermordeten die Türken mehr als 1,5 Millionen christliche Armenier und weiter 500.000 christliche Assyrer. Bis heute weigert sich die Türkei, diesen ersten Genozid des 20. Jahrhunderts zuzugeben, obwohl die Beweislage ähnlich erschlagend ist wie beim Holocaust durch die Deutschen. Heute leben in dem vormalig christlichen Land noch ganze 0,2 Prozent (!) Christen – und dies scheint einigen türkischen Kreisen immer noch zu viel zu sein. Seit 101 Jahren wurde kein Kirchenbau mehr genehmigt (während in Deutschland in vier Jahrzehnten tausende Moscheen gebaut wurden), und Christen werden immer noch verfolgt oder ermordet. Die religiöse Toleranz, auf die die Türken hier in Deutschland pochen, gewähren sie nirgendwo und keiner anderen Religion dort, wo sie das Sagen haben.

Michael Mannheimer, 14.2.2015

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Seit 101 Jahren darf in der Türkei keine Kirche gebaut werden. Und das wird auch wohl weiter so bleiben

Früher hätte man gesagt: «Die Tinte in der Zeitung war noch gar nicht richtig trocken.» Am 3. Januar kam die frohe Botschaft, dass in Istanbul eine Kirche gebaut werden dürfte – die erste nach über 90 Jahren. Ab 6. Januar häuften sich die Hinweise, dass dies so nicht stimmt. Und jetzt scheint es klar zu sein: Die Nachricht war eine Mogelpackung.

Praktisch durfte die christliche Minderheit im gesamten Land seit über 90 Jahren kein neues Kirchengebäude mehr errichten: Renovierung von Altbauten war das Maximum. Umso erfreuter reagierten die Medien auf eine Meldung aus der Türkei, dass nun eine Kirche gebaut werden dürfte.

Die türkische Presse verkündete eine Äusserung  von Ministerpräsident Ahmet Davutoglu bei einem Treffen mit Religionsführern nicht-muslimischer Minderheiten. Eine syrisch-orthodoxe Gemeinde dürfe mit Erlaubnis der Regierung auf städtischem Grund und Boden eine neue Kirche bauen.


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Oben: Genozid an Armeniern 1915/16: In seichten Gewässern ertränkte man tausende von Christen und hielt dabei ein Schwätzchen.

Das Ganze sollte im Istanbuler Stadtteil Yesilköy auf der europäischen Seite der Stadt am Ufer des Marmarameeres stattfinden – doch diese Meldung ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit falsch, wie die Politologin Susanne Güsten ermittelte. Die Korrespondentin forscht am «Istanbul Policy Center» zur Lage der aramäischen und assyrischen Christen in der Türkei und Deutschland. In ihrem Bericht für Domradio kritisiert sie folgende Punkte:

1.) Die Meldung ist alt

Die  syrisch-orthodoxe Gemeinde plane bereits seit längerem den Neubau einer Kirche. Bereits vor drei Jahren sei er genehmigt worden; auch das Grundstück hätte die Stadt der Gemeinde schon damals zugewiesen. Einen Baubeginn gab es noch nicht, denn unmittelbar nach der Genehmigung erhoben türkische Behörden zahlreiche Einsprüche.

Die zeitgleich genehmigte 30’000-Quadratmeter-Moschee auf dem höchsten Hügel Istanbuls ist laut der Zeitung «Taraf» inzwischen beinahe abgeschlossen – die Kirche allerdings kommt nicht aus dem Planungsstadium hinaus. Güsten erklärt dazu: «Bei genauerer Betrachtung illustriert der Fall … die anhaltende Misere des türkischen Umgangs mit ihren christlichen Minderheiten.»

2.) Das Grundstück gehört der katholischen Kirche

Beim Grundstück, das die orthodoxen Christen bebauen sollen, handelt es sich zudem offenbar nicht um städtischen Boden. Es scheint vielmehr ein katholischer Friedhof zu sein, der der Kirche 1950 vom Staat weggenommen wurde. Er ist seitdem geschlossen.

Solcherlei staatliche Enteignungen der christlichen Minderheit sind in der Türkei gang und gäbe. Die katholische Kirche kämpft seit Langem vergeblich für die Rückgabe des Friedhofs. Diesen jetzt einer anderen Glaubensgemeinschaft zum Kauf und Bau einer Kirche anzubieten, lässt sich also keinesfalls als Entspannungssignal in Richtung der christlichen Minderheit deuten – im Gegenteil: Die Christen werden damit verspottet.

3.) Es gibt keine konkrete Zusage für einen Kirchenbau

Dass sich an diesem Stillstand etwas ändert, ist trotz türkischer Presseberichte sehr unwahrscheinlich. Denn entgegen den ersten Meldungen, die nach einem baldigen Baubeginn klangen, berichtet die liberale Zeitung «Taraf», dass Ministerpräsident Davutoglu den baldigen Neubau keineswegs zugesagt habe. Er habe lediglich erklärt, sich «darum zu kümmern».

Quelle

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Oben: Einige Beispiele von Christenermordungen in der Türkei

Lügenpresse: “Türkei baut wieder Kirchen”

In Deutschland frohlockten Medien [Anm.: Tagesschau, Stern, Welt, Zeit, Spiegel] und Politik im Januar: In der Türkei werde erstmals seit 1923 wieder eine Kirche gebaut. Grünen Politiker Volker Beck war voll des Lobes. Er erklärte gegenüber der Presse, die Baugenehmigung sei “ein wichtiges Signal für den Respekt der Religionsfreiheit”. Die Nachricht war von hohem Symbolwert. Denn in diesem Jahr ist das hundertjährige Jubiläum von Massakern an Christen in der Türkei 1915. Doch was komplett in den deutschen Mainstream-Medien unterging: Die Nachricht stimmte nicht.

[..] Denn der Kirchenbau war bereits vor drei Jahren genehmigt worden. Nur konnte bis heute nicht einmal der Grundstein gelegt werden, weil die türkischen Behörden ununterbrochen Einsprüche erhoben – zuletzt die Naturschutzbehörde Istanbuls, weil dabei Bäume gefällt würden, berichtet „Zuerst“. (Den ganzen Artikel kann man hier lesen.)

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