Bachmann posierte nicht als Hitler. Die Wahrheit


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Bildquelle: PI

Der Fall Bachmann zeigt unsere Lügenpresse in Reinkulur

Bereits am 15.Februar war klar, dass das Bild von Bachmann eine Fotomontage war. Keines der Lügenmedien (ganz vorne dabei: BILD) hat seine Denunzierung gegen Bachmann zurückgezogen und eine Gegendarstellung gedruckt. Obwohl der Pressekodex sie dazu verpflichtet. Ähnlich hat es die Bild Zeitung im Fall Sebnitz gemacht, als es im Titel hieß, ” Neonazis ertränkten Kind am helllichten Tag im Schwimmbad , keiner half und eine ganze Stadt hat es totgeschwiegen ” im Ergebnis darauf rügt der Presserat Im Februar 2001 “Bild”, wegen unzulässigen Tatsachenbehauptungen. Denn nichts an dieser Behauptung entsprach der Wahrheit. Nicht anders war es beim “Aufstand der Anständigen”, den der damalige Bundeskanzler Schröder initiierte, um gegen deutsche Neonazis zu protestieren, die eine Synagoge niedergebrannt haben sollten. Tage nach dem Sternmarsch der “Anständigen” in Berlin wurden die wahren Täter gefasst: Drei Araber, die ihre Tat gestanden und diese mit dem Koran (Judenhass) begründeten. ebenfalls keine Korrektur der Lügenpresse. Auch nicht vor wenigen Wochen, als derselbe Schröder, Ex-Kanzler nun, zu einem erneuten “Aufstand der Anständigen” blies, diesmal gegen Pegida. Alle Medien druckten dies ab. Keines der mir bekannten Medien brachte jedoch einen Hinweis auf den ersten “Aufstand”, der sich bekannterweise gegen die Falschen richtete. Zu Bachmann: Selbst wenn er sich damals, beim Frisör, als er sich seine langen Haare abschneiden ließ und noch unbekannt war, als Hitler dargestellt hat: In der Comedyserie “Switch” wurde am laufenden Band als Hitler posiert. Und der Blödel-Liebling der Linken, Helge Schneider, darf Hitler sowieso imitieren, wie’s ihm beliebt. Bei Lutz dagegen ist es böse – und bei “switch” hat es jahrelang niemand interessiert (einige Schauspieler haben sogar Filmpreise bekommen für ihre Sketche). Das ist Lügenpresse in Realität.

Michael Mannheimer, 9.3.2015

***

Sächsische Zeitung: Pegida-Chef Lutz Bachmann posierte nicht als Hitler!

Hätten Sie es gewusst? Am 21. Januar 2015 titelte die BILD „Bachmann posierte als Hitler“ – und Zeitungen in der ganzen Welt druckten das Foto in ähnlicher Tonart ab. Nun fand die Sächsische Zeitung heraus: das Originalbild hatte keinen Bart – Bachmann posierte nicht als Hitler – die Zeitungen verbreiteten ein gefälschtes Bild. Das Hitler-Bärtchen wurde von einem Unbekannten nachträglich hineinretuschiert, um Bachmann noch martialischer wirken zu lassen. Ein Redakteur der Sächsischen Zeitung berichtete bereits am 15. Februar in einem langen Artikel über die Fälschung, aber weder BILD noch SPIEGEL oder WELT sahen sich zu einer Gegendarstellung veranlasst, obwohl sie laut Pressekodex dazu verpflichtet wären. Ulrich Wolf schreibt in der Sächsischen Zeitung:


sz_bart

 

Waschen, Schneiden, Blödeln

Das Hitlerbild von Pegida-Gründer Lutz Bachmann ging um die Welt. Es entstand vor längerer Zeit als bislang gedacht – und ohne Bart.

Der Mann, der im Dezember 2013 das Friseurgeschäft „Bienenhof“ in der Dresdner Straße in Freital betritt, ist ein guter Bekannter. Zumindest für Inhaberin Claudia Mihaly. „Ich kenne ihn seit vier Jahren“, sagt die 40-Jährige. „Er macht gern aus Alltäglichem mal eine Inszenierung.“

Mihaly weist dem Mann einen Drehstuhl zu. Sie wäscht ihm den Kopf, greift zu einem Kamm mit extrabreiten Zinken, kämmt das Haar nach hinten, vorn fällt es zu einem Scheitel.

Die Friseurmeisterin und ihr Kunde sind Hörbuchfans. Sie unterhalten sich über einen Roman, den sie gerade zufällig beide hören: „Er ist wieder da“, gesprochen vom Schauspieler Christoph Maria Herbst. In dem satirischen Bestseller geht es um Adolf Hitler, der 2011 mitten in Berlin wieder auftaucht. „Wir fanden das witzig, wir haben richtig rumgeblödelt“, sagt Mihaly. Da habe der Mann sie gebeten, ein paar Fotos zu machen.

Der Mann war Lutz Bachmann. Ein Jahr nach jenem denkwürdigen Haarschnitt sollte er als Gründer der Pegida-Bewegung eine beachtliche Medienkarriere hinlegen. Mihaly hat die Bilder von damals in ihrem Smartphone immer noch gespeichert: Bachmann mit nassem Kopf; Bachmanns schwarze Haare auf dem hellen Laminat zu einem Haufen zusammengefegt; Bachmann mit Scheitel – aber ohne Bart. Ohne Bart? „Definitiv“, sagt Mihaly. „Das Hitlerbärtchen muss er oder ein anderer später reinretuschiert haben.“

Es war Mitte Januar 2015, als dieses bearbeitete Foto auf Facebook auftauchte – und dann um die Welt ging. Dem Foto widmeten sich viele Presse-Artikel sowie TV-Nachrichten von al-Jazeera über MDR bis ZDF. „Ich war zu der Zeit in Italien“, sagt Mihaly, „sogar da habe es ich im Fernsehen gesehen.“ Der Bild-Zeitung sagte Bachmann, er habe das Foto beim Friseur geknipst und bei Christoph Maria Herbst auf Facebook gepostet. Der Schauspieler aber ließ über seinen Anwalt mitteilen, er habe gar keine eigene Facebook-Seite. Allerdings räumt die Vertragsagentur von Herbst ein, dass es seinerzeit den Account „christophmariaherbst-fanpage“ gab, hinter dem sich eine unbekannte Privatperson verbarg. Dort sei das Foto gepostet worden. War Bachmann selbst Opfer einer Fälschung?

Mihaly hält das für möglich. Für sie entstand das Foto „aus dem Affekt“, es könne unmöglich als Beleg für Rechtsextremismus herhalten. Sie sei mit einem Sizilianer verheiratet, habe eine Zeit lang einen geduldeten irakischen Flüchtling beschäftigt und erst kürzlich Spenden für Kinder im ukrainischen Kriegsgebiet gesammelt. „Ich bin nur Mensch, nicht rechts oder links.“

Als neben dem Foto zeitgleich rassistische Äußerungen auftauchten, die Bachmann auf Facebook geschrieben hatte, verkündete er seinen Rücktritt als Pegida-Vereins-Chef, die Protestbewegung spaltete sich und scheint nun zu implodieren. Auch für Claudia Mihaly hat sich mit dem Bekanntheitsgrad Bachmanns einiges geändert. Ihr sei das Bärtchenfoto schon sechs Wochen, bevor es berühmt wurde, aufs Handy geschickt worden, sagt sie, von einem Freitaler, mit dem Bachmann seit Jahren im Clinch liege. Sie zeigt den Kommentar des Absenders: „Dieses Foto dürfte die Presse interessieren, schönen Abend noch.“ Auf Mihalys Gegenfrage „Wieso?“ kam zur Antwort: „Das Foto stammt doch aus deinem Laden.“

Weiter fährt Wolf fort:

[…] Erst hätten einige ihrer Kunden getuschelt, dann sei sie auf offener Straße angesprochen worden: „Das ist doch dein Salon, du bist ja ganz schön dicke mit dem Bachmann.“ Oder: „Du bist wohl auch großer Pegida-Fan.“ Dabei sei sie nur einmal aus Neugier auf einer Demo gewesen, „aber nur kurz, mir war zu kalt, und verstanden habe ich auch nichts“.

Auch im Stadtrat, in dem Mihaly als Vertreterin der „Bürger für Freital“ sitzt, sei es arg gewesen. Da habe sie in der eigenen Fraktion Spießruten laufen müssen. „Ich fühlte mich angegriffen und manchmal regelrecht bedrängt.“ Sie berichtet von einem Stern-Reporter, der stundenlang im Gasthaus gegenüber gesessen und ihr Geschäft beobachtet habe. Ein russischer Journalist habe sie angerufen und von ihr einen Kontakt zur Kurzzeit-Pegida-Chefin Kathrin Oertel gewünscht, „dabei kenne ich die doch gar nicht“. Da habe sie „so richtig Panik gehabt“.“

Der gesamte Artikel in der Sächischen Zeitung ist für 0,99 EUR hier abrufbar. (Achtung: Möglicherwiese versteckte Abo-Falle)

Die Dresdner Friseurin Claudia Mihály-Anastasio erläuterte gegenüber PI, dass an diesem Tag im Jahre 2013 auch deshalb Fotos von Lutz Bachmann gemacht wurden, weil Bachmann bis dahin schulterlange Haare trug und diese zum Leidwesen seiner Frau abgeschnitten wurden. Das nachfolgende Handy-Bild belegt, dass Bachmann an diesem Tag kein Hitler-Bart trug, denn es wurde am gleichen Tag aufgenommen wie das falsche Hitlerbart-Foto:

Claudia Mihály-Anastasio mit Lutz Bachmann

Übrigens stammt der Spruch „Er ist wieder da!“ unter dem Foto mit dem gefälschten Hitlerbart ursprünglich von dem Comic-Karikaturisten Walter Moers mit seinem millionenfach im Internet angeschauten Adolf-Filmchen – ein weiterer Beleg dafür, dass es sich bei der Verfremdung des Fotos um eine bewusste Persiflage handelte.


Der Mann mit den vielen Gesichtern

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Er schlüpft gerne in verschiedene Rollen wie hier als DDR-Volkspolizist und macht sich dabei auch über sich selbst lustig. Doch seine Persiflage als “Adolf” brach ihm und Pegida vor zwei Monaten das mediale Genick. Im PI-Interview äußert sich Lutz Bachmann jetzt erstmals zur Fälschung des berühmten Hitler-Bart-Fotos, das im Januar um die Welt ging und zur Zukunft der Pegida-Bewegung.

PI: Warum haben Sie nicht sogleich, nachdem die Hitler-Bilder um die Welt gingen, interveniert, dass es sich bei dem Bärtchen um eine Fälschung handelt?

Bachmann: In diesem Moment hätte es ohnehin niemand geglaubt. Es hätte den Eindruck gemacht, als wäre ich wie einer der etablierten Politiker und würde mich herausreden wollen.

Sie befanden sich durch die „Doppel-Enthüllung“ ohnehin in der Defensive.

Auch die Screenshots mit meinen angeblich ausländerfeindlichen Kommentaren sind zum Ersten aus dem Kontext gerissen und zum Zweiten nachbearbeitet und gekürzt. Auch Herrn Wolf von der SZ sind am “Belastungsmaterial” einige Ungereimtheiten aufgefallen, woraufhin er ja offensichtlich weiter recherchierte.

Meinen Sie, die Presse hätte Ihre Gegendarstellung aufgegriffen?

Vielleicht als Vierzeiler auf Seite 8. Da nun aber von selbst recherchiert und die Wahrheit entdeckt wurde, fallen die Artikel etwas größer aus.

Sie wissen bis heute nicht, wer das Bärtchen nachträglich in Ihr Foto retuschiert hat. Werden Sie Anzeige erstatten und die Sache weiterverfolgen?

Nein, warum sollte ich? Ich halte es nach wie vor für legitim, sich mittels Satire über diesen Wahnsinnigen Hitler lustig zu machen. Satire ist eine gute Art der Vergangenheitsbewältigung. Wenn man Hitler ernst nimmt, räumt man diesem Unmenschen einen viel zu hohen Stellenwert in der heutigen Gesellschaft ein. Er ist Vergangenheit und das soll er auch bleiben!

Nachdem die Sächsische Zeitung am 15. Februar auf die Fälschung hingewiesen hat, berichteten darüber weder BILD, Spiegel noch sonstige sog. “Leitmedien”. Bestätigt Sie das in Ihrer Meinung über die Qualitäten der Presse?

Ich bin trotzdem angenehm überrascht, dass gerade die Sächsische Zeitung in diesem Fall wahrheitsgemäß weiter recherchiert hat und muss der Redaktion einen Dank aussprechen. Dass es andere Medien nicht aufgegriffen haben, wundert mich nicht. Es passt ja nicht ins Bild, wenn Bachmann kein Hobby-Hitler ist.

Wurde damals im Orgateam eigentlich darüber abgestimmt, ob Sie nach der BILD-Schlagzeile “Pegida-Chef posierte als Hitler!” zurücktreten sollen?

Es wurde diskutiert und abgestimmt im Team. Die Entscheidung war, dass ich nicht zurücktrete. In diesem Moment ging aber bereits eine Pressemitteilung von Frau Petry von der AfD durch die Medien, die meinen Rücktritt verkündete. Wie Frau Petry an diese Falschinformation gekommen ist, ist mir bis heute schleierhaft. Offensichtlich gab es eine Absprache durch AfD-nahe Orgateam-Mitglieder im Vorfeld, dies ist aber unbestätigt. Daraufhin wurde ohne nochmalige Abstimmung und entgegen der erfolgten Orgateam-Abstimmung eine Pressemitteilung über meinen Rücktritt als Vereinsvorstand herausgegeben.

Am 10. Januar schrieb der Spiegel das Ende der Pegida-Bewegung herbei (“Danke, das war’s”). Mittlerweile sind die Kundgebungen in Dresden wieder stark am Wachsen. Halten Sie es für realistisch, dass Sie wieder an Ihre alten Teilnehmerzahlen herankommen?

Ja, ich gehe davon aus, dass wir bereits am 16. März wieder 20.000 Spaziergänger in Dresden sein werden. Die Tendenz der Veranstaltungen seit der Spaltung des Pegidateams zeigt ganz klar steil nach oben.

So steil, dass Pegida sogar zur Oberbürgermeisterwahl in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden am 7. Juni antreten will. Viele sehen Sie – trotz allem – immer noch als potentiellen Kandidaten für die OB-Wahl.

Ich sehe mich nicht als Berufspolitiker. Dafür gibt es genügend Fachpersonal mit Erfahrung und ausserdem ist zu befürchten, dass es doch – aufgrund meines Vorlebens – Berührungsängste beim einfachen Wähler geben könnte. Dies könnte am Ende das Zünglein an der Waage sein und PEGIDA will ja nicht aus Spaß antreten, sondern um die OB-Wahl für die Dresdner Bürger zu gewinnen.

PI dankt Ihnen für das Gespräch und wünscht Ihnen politisch und persönlich alles Gute.


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