Die Political Correctness frisst nun ihre eigenen Kinder


Schon vor geraumer Zeit schrieb ich, dass die “Political Correctness” – die nichts anderes ist als eine totalitäre Gedankenkontrolle durch Linke – bald ihre eigene Brut ersticken wird. Bald würde niemand mehr genau wissen, was von dem, was er denkt oder schreibt, noch politisch korrekt oder bereits politisch inkorrekt ist. Damit haben Linke zum Ausgang des 20. Jhs. eine ähnliche Denkblockade errichtet wie es die Kirche im Mittelalter tat. MM

Auszug:

“Die Vertreter der Political Correctness, die mit heißem Eifer jede noch so kleine echte oder angebliche Diskriminierung verfolgen, ersticken den akademischen und, kraft der Unmittelbarkeit, die Twitter und Facebook verschaffen, medialen Ideenaustausch. Und es sind zusehends linke und liberale Stimmen, die darum verstummen. “

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Von , “Die Presse”, Print-Ausgabe, 05.02.2015

Die Political Correctness frisst ihre Kinder

Das mit jakobinischem Eifer betriebene Verfolgen angeblicher Kränkungen bringt viele Linke zum Schweigen.

Am Montagabend hätte die feministische Komikerin Kate Smurthwaite am Goldsmith’s College in London auftreten sollen. Smurthwaite vertritt den Standpunkt, dass Prostitution – genauer: das Kaufen von Sex – strafrechtlich zu verbieten sei. Das widerspricht allerdings der Sichtweise der Feminist Society von Goldsmith’s, die sich im Interesse der Prostituierten für die Legalisierung von deren Arbeit ausspricht. Aus Protest gegen Smurthwaites Ansichten kündigten einige feministische Studentinnen an, ihren Auftritt stören zu wollen. Die Show wurde „aus Sicherheitsgründen“ abgesagt.


Smurthwaite ist erschüttert: „Das Seltsamste daran ist, dass es in meiner Show gar nicht um Prostitution geht. Ich erwähne sie kein einziges Mal. Aus einem enorm ironischen Zufall geht es in meiner Show um Redefreiheit, ihre Macht und ihren Missbrauch.

Diese Episode ist beispielhaft für ein Phänomen, das vor allem an angelsächsischen Hochschulen wieder an Fahrt aufnimmt. Die Vertreter der Political Correctness, die mit heißem Eifer jede noch so kleine echte oder angebliche Diskriminierung verfolgen, ersticken den akademischen und, kraft der Unmittelbarkeit, die Twitter und Facebook verschaffen, medialen Ideenaustausch. Und es sind zusehends linke und liberale Stimmen, die darum verstummen.

„Es gibt so viele Landminen, auf die man heute treten kann“, schreibt der linke Autor Fredrik deBoer. „Ich bin nicht allein mit meinem Gefühl, dass es typischerweise nicht wert ist, sich angesichts der Risken einzumischen.“ Vergangene Woche hat Jonathan Chait im „New York Magazine“ eine 4808 Wörter umfassende Generalkritik an der neuen Radikalisierung der P. C. veröffentlicht. „Das ist ein politischer Stil, mit dem die radikaleren Mitglieder der Linken versuchen, den Diskurs zu regulieren, indem sie entgegengesetzte Meinungen als borniert und illegitim abkanzeln“, hielt er fest. „Die P.-C.-Kultur lässt es nicht zu, dass Anschuldigungen auch falsch sein könnten. Sie macht Debatten irrelevant und oft unmöglich.“


 Klasse PI-Kommentar zu diesem Thema

“Es sind psychisch Kranke, die ihr Selbstmitleid auf eigene paternalisierte Gruppen beziehen, ohne dass diese Gruppen die Hilfe wollten. Leider lässt sich die Gesellschaft aber von solchen Gespenstern treiben…”

Ja, das ist tiefgründig und zutreffend:

Sie spalten ihr eigenes Selbstmitleid aus ihrer Wahrnehmung ab, und leben es wild an minoritären Gruppen aus, die sie dazu aussuchen und entsprechend sogar dazu ernierdrigen, ausgerechnet von so einem ungeliebten, liebensunwerten Etwas, das sich selber hasst, aber genau damit sich narzisstisch-megaloman erhöht, beschützt zu werden, aus den vorgeblichen Motiv einer “bedingungslosen Liebe”.

Der Fachbegriff für solche Psychopathologie ist psychischer Masochismus, nicht zu verwechseln mit der Sexuellen Deviation.

Das ist der individual-psycho-pathologische Kern von “Nobody is illegal!”, von “Refutschies welkamm!”. Deshalb zum Beispiel bewirkt bei solchen Kranken der Hinweis garnichts, was für verkommene Leute damit mitunter gepampert werden, die haben sich ja genau solche auserwählt, die Schmutzigsten, die “Verzeifeltsten”, die “Ausweglosesten”, die loosers, allesamt abgespaltene Selbtsanteile, die verschoben wurden, um selber nicht ihr eigenes Verlorensein zu spüren, um nämlich nicht auf Erbsengröße zu schrumpfen und im Selbstmord zu enden.

Diese cranks werden darum sagen, seht ihr wie sehr diese armen Hilflosen unsere, meine Hilfe brauchen, wie sehr sie meinen persönlichen Einsatz brauchen, meine Gewalt zu ihrem Überleben brauchen, denn es geht auch unbewusst in ihrem Eigenen dabei um Leben und Tod, damit ihre Bosheit und ihre Aggressionen nicht mit diesen “armen Opfern gesamtgesellschaftlicher Verfolgung” durchgehen… müssen.

Denn im Grunde sind dies genau ihre eigenen (Auto-)Aggressionen, die sie nicht zu unrecht an den ‘Refutschies’, an ihren auserlesenen “Klienten” erkennen, und die sie unbewusst mit dieser Freundesliebe/Feindesliebe befriedigt sehen wollen, von schlichtweg allen, von der “Macht der ganzen Gesellschaft” befriedigt und gestillt, wie sie es als Sozialismus imaginieren.

Auch wenn es eine kichernde Fummeltriene ist, ist sowas nach deren Weltsicht der alles entscheidenende Hammelsprung für die Humanitas in Bezug auf die ganzen letzten Menschheitsfragen!

Das ist ihr Kampf bis auf’s Messer, wenn sie selber auch dauerkonsumierende Hänflinge und Handtücher sein sollten, notfalls für einen Bomber von Transe oder eine Kampflesbe mit Kung-fu-Erscheinungsbild oder für asozial-hämische Hartz4-Abzocker oder ganze Heere von Dschihadisten und S-Bahntotschlägern.

Je verkommener umso mehr Freundesliebe, und je tödlicher die Freundesabsichten solcher Klienten, um so mehr können die eigenen nicht oberflächlich verhüllten Agressionen bezogen auf die nährende Gesellschaft damit befriedigt werden.

Hinter dem “Edlen” steht unmittelbar das systematisch Mobbige, das Asoziale, Soziopathische und Destruktive.

Auch das drücken sie aus, in ihrem “nie wieder Deutschland!”.


Bisweilen hat das skurrile Folgen; Eine Theatergruppe am Mount Holyoke College in Massachusetts beispielsweise führt Eve Enslers „Vagina-Monologe“ nicht mehr auf, weil dieses Stück Frauen ohne Vagina diskriminiere. Dramatischer ist jedoch die selbstzerstörerische Kraft der P. C., wie sie sich in der Facebook-Gruppe Binders Full of Women Writers offenbart: Als Plattform zur Vernetzung feministischer Autorinnen gedacht, brachen rasch fanatische Streitereien um angebliche Diskriminierungen aus.

Amerikas Linke ist ob dieser Kannibalisierung perplex: „Ich will eine Linke, die gewinnen kann“, lamentiert DeBoer. „Und das ist unmöglich, solange die existierende Linke mögliche Verbündete mit rasender Geschwindigkeit vergrault.“


“Die Presse”, Print-Ausgabe, 05.02.2015

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