“Massenmord an Armeniern war Völkermord”: Türkei sauer auf Papst


Der Völkermord an den Armeniern geschah während des Ersten Weltkrieges unter Verantwortung der jungtürkischen, von der Organisation “Komitee für Einheit und Fortschritt” gebildeten Regierung des Osmanischen Reichs. Einem der ersten systematischen Völkermorde des 20. Jahrhunderts fielen bei Massakern und Todesmärschen, die im Wesentlichen in den Jahren 1915 und 1916 stattfanden, je nach Schätzung zwischen 300.000 und mehr als 1,5 Millionen Menschen zum Opfer.

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Von Michael Mannheimer

Überfällig: Papst spricht von türkischem “Völkermord” an Armeniern

Es war der erste Genozid des 20. Jahrhunderts. Er kostete 1,5 Millionen christlichen Aramäern das Leben. Die Beweislage ist ähnlich dicht und unwiderlegbar wie der Holocaust. Doch im Unterschied zu Deutschland gibt die Türkei – der Rechtsnachfolger des Osmanischen Reiches, das 1918 zusammenbrach – in typisch islamischer Manier diesen Genozid nicht zu. Im Gegenteil: seit Jahrzehnten tun die diversen türkischen Regierungen alles, um die Einstufung dieses Massakers als Genozid zu unterbinden.

Die Türkei bedroht bis heute jeden, selbst Staaten, der das Massaker an den Armeniern als Genozid einstuft

Nicht nur streitet die Türkei ab, dass dieser überhaupt stattgefunden hat („Einzelfälle“ während „kriegsbedingter Sicherheitsmaßnahmen“), sondern sie bedroht alle Regierungen mit ernsten Konsequenzen, wenn sie es wagen sollten, die Verbrechen an den türkischen Aramäern als Genozid einzustufen.

Insgesamt haben 22 Staaten die Massaker als Völkermord entsprechend der 1948 beschlossenen und 1951 in Kraft getretenen Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes anerkannt. Die jeweiligen Regierungen der Türkei versuchen trotz politischer Forderungen seitens der Oppositionsparteien und der armenischen Minderheit nach Anerkennung des Genozids durch politischen und diplomatischen Druck, andere Staaten davon abzuhalten, die Geschehnisse als Völkermord anzuerkennen.

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Ertränken war eine der zahllosen Methoden, wie Türken Armenier umbrachten

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Lebendiges Kreuzigen war eine andere Tötungsmethode an armenischen Opfern

So berief die Regierung im März 2010 ihren Botschafter aus Washington zurück, nachdem der US-Kongress die Ereignisse als Völkermord klassifiziert hatte.In der Schweiz, der Slowakei sowie in Slowenien, Griechenland und Zypern steht die Leugnung des Völkermordes an den Armeniern unter Strafe; in Frankreich beschloss das Parlament 2006 ein Armenier-Gesetz; dieses bestätigte der Senat aber im Mai 2011 nicht. In Deutschland hat die Große Koalition den Begriff “Völkermord” aus einem betreffenden gemeinsamen Text gestrichen.

Am 24. April vor genau 100 Jahren begann das Massaker gegen Armenier in der Türkei

Nun hat Papst Franziskus anlässlich des 100. Jahrestags am Sonntag im Petersdom diesen Massenmord richtigerweise als “ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts” gegeißelt. Die Nacht zum 24. April 1915 war der Auftakt des Genozids an den Armeniern. Den unfassbaren Massakern der Osmanen mit systematischen Vergewaltigungen armenischer Kinder und Frauen und den sogenannten Todesmärschen fielen in den Jahren 1915 und 1916 schätzungsweise bis zu 1,5 Millionen Menschen zum Opfer.


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