Bahnstreik: Die rituelle Erpressung von 80 Millionen Bürgern durch wenige Privilegierte


 

Der Streik relativ weniger Lokomotivführer ist Erpressung einer ganzen Gesellschaft nach dem Minimax-Prinzip

Der derzeitige Bahnstreik verstößt wieder einmal elementar gegen das von den linken Gewerkschaften ansonsten so hochgelobte Gleichheitsprinzip. Denn mit dem Streik von Lokomotivführern (und auch von Piloten) ist dieser Berufsklientel möglich, was anderen, nicht minder wichtigen Berufsgruppen, versagt bleibt: Durch die Bestreikung einer zentralen Schlüsselposition in unserer hochmobilen Gesellschaft können wenige Streikende eine ganze  Gesellschaft quasi außer Gefecht setzen: Ein paar Tausend Streikende blockieren 80 Millionen Deutsche dadurch, dass sie einen zentralen Nervenstrang unseres Wirtschaftssystems vorübergehend lahmlegen. Minimax: Minimaler Aufwand, maximaler Effekt. Die Streikenden haben nullkommanull dafür getan, dass sie auf diesem Nervenstrang der (schienenfixierten) Mobilität arbeiten. Das taten Generationen von Arbeitern zuvor, und zwar immer und stets mit dem Geld jener, die die Opfer dieser Streiks sind: Die Millionen von Steuerzahlern. Nicht umsonst galt noch bis vor gar nicht allzu langer Zeit, dass Bahnbedienstete, Lokomotivführer zumal, Staatsbeamte zu sein hatten und damit kein Streikrecht besaßen. Fazit: Heere Prinzipien wie das Gleichheitsprinzip gelten offenbar auch bei den linken Gewerkschaften nur dann, wenn sie selbst betroffen sind …

Michael Mannheimer, 6. Mai 2015

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Von Wolfgang Prabel, 6. Mai 2015

Eigentlich streikt die Deutsche Bahn immer

Die Hauptmedien regen sich über den Lokführerstreik auf, weil er die Reisepläne und den Berufsverkehr durcheinander bringt. Der Service der Deutschen Bahn ist jedoch nicht so exzellent, daß mich der Ausstand wirklich aufregt.


Daran hat nicht nur die Bahn Schuld, sondern auch die Politik. Denn Entscheidungen über Haltepunkte und Streckenneubauten trifft die Bahn nie alleine.  Immer hängt der Eigentümer Bund seinen Saurüssel mit rein und die Länder kämpfen mit allen Waffen um ihre Haltepunkte.

Um den Service zu testen habe ich einen Selbstversuch gemacht. Meine Bahnreise führte nach Berlin. Schon die Parkplatzsuche in Weimar hat so lange gedauert, daß ich auf den fahrenden Zug aufspringen mußte. Die Bahn läßt die Züge immer dort halten, wo die Parkraumsituation ausgesprochen schwierig ist. In Weimar wurde der Bahnhofsvorplatz statt als Parkplatz mit einem geometrischen Entwurf aus kubisch getrimmten Hecken quasi als Hundefriedhof durchgestaltet.

Zudem hat die Stadt in der Nähe des Bahnhofs vor zwei Jahren eine Berufsschule eingerichtet. Das bringt jeden Schultag etwa 100 Fahrzeuge zusätzlich ins Bahnhofsviertel. Nun könnte die Deutsche Bahn den Halt ja nach Apolda verlegen, wo ausreichend Parkraum zur Verfügung steht. Macht sie aber nicht. Da ist wieder zu wenig Laufkundschaft und die Weimarer Politiker würden Amok laufen.

Bei meiner Rückreise aus Berlin trat ein Grundproblem der Deutschen Bahn zutage. In Berlin hatte die Beratung, wegen der ich die Hauptstadt aufgesucht hatte, solange gedauert, daß der Zug nach Erfurt gerade vor 10 Minuten abgefahren war, als ich den Bahnhof betrat. Es dauerte geschlagene zwei Stunden und 15 Minuten bis der nächste Zug in die thüringische Richtung fuhr. Ein Problem, für das die Deutsche Bahn nichts kann, die Hauptstrecken sind einfach stark überlastet.

Die Kapazität der Strecken ist von der Geschwindigkeit der Züge abhängig. Wenn alle Züge die gleiche Geschwindigkeit hätten, könnte man viel mehr Züge durchbringen, als im Mischverkehr aus Personen- und Güterverkehr. Denn Güterzüge sind viel  langsamer als Personenzüge. Der Mix von Güter- und Personenzügen führt zu Kapazitätsverlusten der Strecke. Um dieses Problem der Streckenauslastung zumindestens im Ansatz zu lösen, bildet die Bahn in den Fahrplänen größere Pakete aus jeweils schnellen und langsamen Zügen. Und deshalb muß der Kunde oft Stunden warten, bis wieder der gewünschte Ankunftsort bedient wird.

Und dann fahren plötzlich zwei Züge in dieselbe Richtung mit fünf Minuten Abstand hintereinander. Im konkreten Fall fuhr einer über Naumburg nach Erfurt und einer fünf Minuten danach über Naumburg nach Nürnberg.

Wenn man über zwei Stunden auf eine Verbindung warten muß, ist es eigentlich egal, wie schnell der Zug fährt, den er hat den Wettlauf mit dem Auto bereits verloren, bevor er in Berlin losgefahren ist. Das Auto braucht nämlich für die Strecke nach dem Süden zwei Stunden und dreißig Minuten.

Ein anderes Mal wollte ich von Hamburg nach Erfurt fahren. Das ist nichts geworden. Ich bin zwar in der stolzen Hansestadt zugestiegen, bin jedoch wegen irgendeiner Verspätung beim Umsteigen nachts um 1 Uhr in Eisenach gestrandet, habe meine Freundin aus dem Bett gebimmelt und die mußte mich mit dem Auto abholen.

Wegen der Verkehrsqualität oder Schnelligkeit wird niemand die Bahn benutzen. Wer allerdings interessante Leute kennenlernen will und nicht alleine reisen, ist in einem Massenverkehrsmittel wie der Eisenbahn immer gut aufgehoben.

Der Sitznachbar eines Reisenden studiert gerade den populärwissenschaftlichen Teil einer Zeitung und stößt auf einen Artikel über die Bevölkerungsentwicklung der Welt.  „Jedesmal wenn ich ausatme, stirbt gerade ein Mensch“, referiert er das Gelesene. Der Nebenmann: „Versuchen Sie es doch mal mit Zähneputzen!“

http://www.prabelsblog.de/2015/05/eigentlich-streikt-die-deutsche-bahn-immer/


 

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