Griechenland: Die Realität ist weit weniger dramatisch, als es uns vorgemacht wird

Oben: Auch beim Thema Griechenland werden wir von unseren Medien gnadenlos belogen

Auszug:

"Die griechischen Klagen unkritisch wiedergebend haben ausländische Fernsehstationen in den letzten Jahren am Fließband Tränendrüsen-Reportagen über ein ausgepowertes und darnieder liegendes Land produziert. Dabei haben sie volle Restaurants, gut gekleidete Passanten und Bankomaten ohne Menschenschlangen stets ausgeblendet. Daher haben diese Reportagen ja auch bei mir den gewünschten Eindruck der Betroffenheit erzielt. Der angehalten hat – bis ich mir selber ein Bild von „Not und Elend“ der Griechen machen konnte."

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05. Juni 2015  | Autor: Andreas Unterberger

Schein und Wirklichkeit auf Griechisch

Die Wahrscheinlichkeit eines Grexit wächst, eines Ausscheidens Griechenlands aus dem Euroraum. Die Ängste in Brüssel werden immer größer. Umso größer ist das Erstaunen, wenn man ein paar Tage lang selbst durch Griechenland reist. Denn dort wird diese Perspektive nicht nur von allen ignoriert. Der Lokalaugenschein straft auch die vielen Berichte Lügen, die den Eindruck eines verzweifelten und darbenden Landes vermitteln.

So sieht man an einem Tag in Wien weit mehr Bettler als an drei Tagen etwa in Thessaloniki, der zweitgrößten Stadt Griechenlands. Im dortigen Restaurant- und Ausgehviertel herrscht hingegen jeden Abend ein dichtes und vergnügtes Treiben. Vor keinem Bankomaten habe ich auch nur einen einzigen Menschen warten gesehen; doch die Geldautomaten waren keineswegs außer Betrieb: Jeder hat problemlos 400 Euro ausgespuckt.

Auch der Straßenverkehr ist sehr dicht, obwohl der Benzinpreis deutlich über dem österreichischen liegt. Und wenn Griechen sagen, sie seien früher viel mehr Auto gefahren, dann wundert man sich ein wenig: Wo soll denn dafür noch Platz gewesen sein?

Gewiss: In kleineren Dörfern sieht man viele verfallene Häuser und geschlossene Geschäfte. Aber das dürfte weniger eine Folge der Krise sein, sondern der Landflucht und der drittniedrigsten Geburtenrate der EU. In allen Mittelmeerländern boten Orte ohne Strand und Industrie schon lange vor der Krise ein sehr ähnliches Bild. Und in Griechenland sinkt die Einwohnerzahl, während sie ja in Österreich durch Zuwanderung massiv steigt.

Besonders auffällig ist der Eindruck eines unverändert respektablen Wohlstands der Griechen, wenn man auch Bulgarien und Mazedonien besucht. Dort ist alles sichtbar ärmer, von der Kleidung bis zu den Autos, Straßen und Häusern.

Spricht man freilich mit Griechen über die Krise, so hört man sofort immer denselben Wortschwall: Von diesem Einkommen könne man doch nicht leben! Man stößt mit Hinweisen auf völlig taube Ohren, dass in vielen osteuropäischen Ländern innerhalb und außerhalb der EU das Durchschnittseinkommen oft nicht einmal halb so hoch ist wie in Griechenland; dass die Mindestpensionen dort im Vergleich noch viel niedriger sind; und dass die griechischen Lohnkosten und das unflexible „soziale“ Arbeitsrecht nach wie vor jeden Investor abschrecken.

Die griechischen Klagen unkritisch wiedergebend haben ausländische Fernsehstationen in den letzten Jahren am Fließband Tränendrüsen-Reportagen über ein ausgepowertes und darnieder liegendes Land produziert. Dabei haben sie volle Restaurants, gut gekleidete Passanten und Bankomaten ohne Menschenschlangen stets ausgeblendet. Daher haben diese Reportagen ja auch bei mir den gewünschten Eindruck der Betroffenheit erzielt. Der angehalten hat – bis ich mir selber ein Bild von „Not und Elend“ der Griechen machen konnte.

Nun bin ich gespannt, ob es die griechische Regierung auch diesmal wieder schafft, diese Kluft zwischen Schein und Wirklichkeit in klingende Kreditmünze zu verwandeln.

Ich schreibe in jeder Nummer der Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung „Börsen-Kurier“ die Kolumne „Unterbergers Wochenschau“.

Quelle:
http://www.andreas-unterberger.at/2015/06/schein-und-wirklichkeit-auf-griechisch/#sthash.10bY59ue.dpuf


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19 Kommentare

  1. klappern gehört zum Handwerk

    Das Lügen und Jammern haben die Griechen unter den Stiefeln des osmanischen Reiches erlernt und geübt.

    Wie bei uns die Bauern. Hat man die mal nicht jammern gehört ?

  2. Das wissen doch bestimmt auch alle in Brüssel! Also, Warum diese ganzen "Fließband Tränendrüsen-Reportagen", Warum dann diese sinnlosen Steuerverschwendungen? Warum engagiert sich unsere Regierung so Aufwendig nur noch für die Außenpolitik und verdrängt offensichtlich interne Probleme.
    Warum gibts eigentlich zu dieser enormen Steuerverschwendung, keine Volksabstimmung!? Ganz ehrlich, ich kann diesen Varufakis und den Tsipras nicht mehr sehen! Mit Arroganz, Erpressung und einer Selbstsicherheit versuchen Sie nun Ihre utopischen versprochenen Ziele (zum Wahlgewinn hats ja gereicht), durchzusetzten!
    Ist Deutschland im Koma?

  3. Nun ja, man möchte halt nicht eingestehen, das man als Politiker von den Finanzagenturen beherrscht wird und Merkel, Schäuble müssten eingestehen, das ihre Politik den Steuerzahler Milliarden gekostet hat und um das Gesicht zu wahren, werden noch weitere Milliarden versenkt werden.

  4. Hab da mal ne Vermutung.

    Merkel wird weiter für die Griechen die Kassen öffnen so dass Griechenland im Euro bleibt.

    Danach wird sie Medial so angegriffen, dass sie sich aus irgendeinem Grund (vielleicht Gesundheit) aus der Politik zurückzieht, denn mit ihr könnte man dann keine Wahlen mehr gewinnen.

    Ihr folgt dann als nächste Bundeskanzlerin, der Leierkasten: Ursula von der Leyen

  5. GRIECHISCHE MILLIONÄRE UND MILLIARDÄRE SIND

    KEINE PATRIOTEN - SIE LIEBEN GRIECHENLAND NICHT

    Die reichen Griechen gammeln luxuriös in London herum und machen sich über ihre daheimgebliebenen Landsleute lustig:

    ""Reiche Griechen feiern in London Niedrigsteuern locken Millionäre scharenweise auf die Insel

    Reiche, die ihren Wohnsitz nach London verlegen, können die Steuerpflicht in Griechenland umgehen.

    Sie müssen in Großbritannien nur das versteuern, was sie in Großbritannien verdienen oder was aus dem Ausland auf britische Konten fließt. Von der Besteuerung der Gewinne und Einkommen, die sie außerhalb des Vereinigten Königreichs erzielen, können sie sich mit einer Art Steuerpauschale freikaufen.

    Dieses Steuerschlupfloch ist nach Ansicht deutscher Kapitalmarktexperten geradezu eine Einladung zur Steuerhinterziehung.

    Robert Halver von der Baader-Bank, sagte gegenüber REPORT MAINZ: "Die Länder, die meinen, sie müssten Steuerschlupflöcher aufmachen, profitieren vom Elend Griechenlands."

    Denn Griechenland habe so praktisch keine Chance mehr an das Geld der griechischen Reichen zu kommen.

    Der britische Vermögensverwalter Martin Graham, von der Oracle Capital Group bestätigt REPORT MAINZ gegenüber:

    "Von den Superreichen Griechen kommt immer mehr neues Geld aus Griechenland in den letzten 18 Monaten nach London.“...""
    Stand: 17.3.2015, 10.22 Uhr
    http://www.swr.de/report/reiche-griechen-feiern-in-london-niedrigsteuern-locken-millionaere-scharenweise-auf-die-insel/-/id=233454/did=15036074/nid=233454/tmgegv/index.html

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    DIE GROSSE GEFAHR, WENN MAN GRIECHENLAND VERSTÖSST:

    "TÜRKEI"

    VIELE EU-KRITIKER WOLLEN GRIECHENLAND AUS DER EUROP. WÄHRUNGSUNION,

    GAR GANZ AUS DER EU HINAUSWERFEN.

    Griechenland ist tatsächlich ein Faß ohne Boden..., ich habe da auch keine Lösung parat, verstehe von Wirtschaftsfragen nichts. Außer, daß ich mein Konto nicht überzogen und keine Schulden habe.

    DAFÜR DIE ISLAMISCHE "TÜRKEI" HEREINHOLEN

    WÄRE DAS EINE LÖSUNG? FÜR MICH NIEMALS!

    Dies würde nämlich bedeuten, endgültig die Annektion Nordzyperns durch die Türken anzuerkennen. Danach würden sie sich ganz Zypern krallen.

    Man muß zudem bedenken, daß die "Türkei" nur ein Besatzerstaat ist(1071 türkische Landnahme Anatoliens... 1453 türk. Eroberung Konstantinopels).

    Die Turkvölker gehören nicht nach Klein- sondern nach Zentralasien(Das Siedlungsgebiet des ältesten unter dem Namen Türken bekannten Volkes befand sich im östlichen Zentralasien, auf einem Gebiet, das sich vom Altai-Gebirge bis zum Tianschan im Westen und vom Baikalsee im Norden bis zum Altun im Süden erstreckte.)
    https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrken#Geschichte

    TÜRKEN GEHÖREN NICHT ZU EUROPA - ÜBER

    DEUTSCHLAND u. GRIECHENLAND WOLLEN SIE

    SICH GANZ EUROPA EINVERLEIBEN

    DIESE BEUTE EVTL. MIT ARABERN TEILEN

    So sehen Türken aus:
    http://www.ruhrnachrichten.de/storage/pic/mdhl/artikelbilder/lokales/rn/lulo/luenen/3979661_1_0710lu-AKU_ToT_Multikulturelles_forum_18.jpg?version=1386804349} (Murat Kayi, Rapper, angebl. evangel. Doch weshalb hat er seinen arab-turk Vornamen behalten? Umgekehrte Konvertiten ändern sofort ihren Vornamen in einen arabischen um.)

    http://images.fotocommunity.de/bilder/erwachsene/menschen-im-alter/ein-freundlicher-tuerke-e8ef21f5-5c51-4f8d-a745-485852d66b40.jpg
    ...bevor sich Türken über die Armenier und Assyrer(Aramäer), Pontosgriechen usw. endgültig hermachten und vor allem Mädchen und Frauen raubten, vergewaltigten und mit Türken zwangsverheirateten, nicht zu vergessen Straßenköter, Schwuchtel und Knabenmißbraucher Atatürk, der Völkermörder und Christenschlächter!

    Türken müßte man vertreiben, wie nach fast 800 Jahren bei der Reconquista die Mauren.

    (Die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung in der Türkei ist nicht exakt feststellbar aufgrund der türkischen Assimilationspolitik!!! Umgekehrt ruft Erdogan die Türken in Deutschland auf, sich ja nicht zu integrieren oder gar zu assimilieren, denn das wäre Völkermord an den Türken.)

  6. Es wird in gut informierten Wirtschaftskreisen sogar gemunkelt, daß der Euro an Stabilität gewinnen würde, wenn solche Parasiten wie Griechenland abgeschüttelt würden.

    Das ist allerdings eine Perspektive, die so gar nicht in Ferkels angebliches Alternativlosigkeitsschema paßt und nur beweisen würde, daß sie jahrelang deutsche Steuermilliarden für eine Totgeburt verpulvert und die Bürger wider besseres Wissen fleißig belogen hat.

    Auweia, Angie, so wirst Du nie die beliebteste Deutsche......

  7. @ Klaus #7

    Griechenland hinauswerfen, aber die Türkei reinholen - ich prophezeie: so wird es kommen!

    In Zukunft werden wir uns noch nach dem griechischen Faß ohne Boden sehnen!

  8. Griechenland, einzig und alleine da um unten einzukassieren und um es oben wieder zu verteilen; und wir lassen sie tun und machen was sie wollen.

    Wenn die nicht mehr da sind, dann muß ein anderes Land für diesen Zweck herhalten; und wir werden sie tun und machen lassen was sie wollen.

    Seit Kohl wird den Deutschen über "Steuergeld" alles genommen um es anderen mit dem Schubkarren zu liefern.
    Z.B. mit Mogelpackungen wie dem Katalysator.
    Ein Auto ohne Kat. war um den Betrag günstiger wie ein Auto mit Kat dann mehr kostete; und schon war der Betrag den der Staat an Kfz-Steuern weniger bekam direkt in der Tasche des Autoherstellers gelandet.

    Deutschland/BRD, eine Quelle der Genesung für alles und jeden, nur für seinen eigenen Pöbel nicht.
    Einer muß es ja (mit Freude und Rechtschaffenheit im Herzen und hohlen Kopp) bezahlen!

    ###########
    Mal sehen wieviel Aufgewachte sich morgen in Frankfurt zu einem großen Plausch treffen, ich habe leider gestern die Sendung im Nazijäger+Schuldkult-Sender-Phoenix um 20.15 Uhr über Pegida nicht gesehen, es werden wohl kaum mehr wie 1000 echte Deutsche beim Spaziergang dabei sein, beim Kartenvorverkauf sind nur 998 Karten an Autochthone verkauft worden, es sind also noch
    ca. 39 999 002 Karten vorrätig.
    Mann Leute, so wird das nix.
    (Ironie? das ich nicht lache!)
    .
    .
    Macht Euch alle morgen nach Frankfurt, für das was auf dem Spiel steht gehen echte Patrioten und gegeißelte dieser Art und Weise hunderte von Kilometer und wenn es zu Fuß sein sollte.
    (Das sage ich, obwohl ich vielen Deutschen die Pest an den Hals wünsche.)

    Es ist wirklich die allerletzte Chance um noch einen Rest an Deutschland zu retten.
    Es sei denn ihr wollt es nicht!

    Schaut euch dieses Bild an und ihr wisst was ihr könnt und was zu tun ist (hoffentlich):
    https://newstopaktuell.files.wordpress.com/2013/09/das-volk-weic39f-nicht-wie-viel-macht-es-hat1.jpg

    oder soll es so enden?
    https://treueundehre.files.wordpress.com/2014/10/wpid-wp-1414777674414.jpeg?w=510

  9. Danke, Mutti!

    Russland-Krise kostet Europa bis zu 100 Milliarden Euro

    Wladimir Putin hat stets gewarnt, dass die Sanktionen gegen Russland Europa selbst schaden. Die EU bestreitet das. Ökonomen haben jetzt errechnet, wie teuer die Krise wird – vor allem für Deutschland.

    http://www.welt.de/wirtschaft/article142742046/Russland-Krise-kostet-Europa-bis-zu-100-Milliarden-Euro.html

    Es ist an der Zeit,
    weiteres Geld aus der Kasse der deutschen Steuerkartoffel
    den Griechen in den Hintern zu schieben,
    daran hängt der status quo der „Elite“ auf nationaler Ebene,
    insbesondere auch der der „Elite“ innerhalb des Geldsaugers
    „EU“,
    soll Schulz etwa Würstchen mit dem Bauchladen verkaufen?

    Über die astronomischen Kosten bezüglich Muttis Energiepolitik
    möchte ich mich momentan nicht auslassen.

    Angela Merkel hat Deutschland immensen Schaden zugefügt,
    es ist schlicht so.

    Flaschen in Abfallbehältern gibt es noch.

  10. Gerd Held

    Das Griechenland-Abenteuer - nun jenseits von Recht und Gesetz

    Eine kritische Woche beginnt und wir sollen wieder abwarten, was die Griechen uns vielleicht zu sagen haben. Die Musik spielt längst woanders. Es fließt nämlich unaufhörlich Geld nach Hellas, jede Woche, jeden Tag, jede Stunde. Unfassbare 325 Milliarden Euro haben die internationalen Gläubiger dem Land geliehen. Dazu kommt der griechische Überziehungskredit von der Europäischen Zentralbank (100 Mrd.) und die ELA-Notliquidität für Banken (43 Mrd.), ebenfalls von der EZB. Währenddessen hört man von griechischer Seite immer wieder, dass man sowieso nicht die Absicht hat, die Kredite zurückzuzahlen. Und die griechische Regierung redet nicht nur, sie schafft Tatsachen. Sie hat ihre Defizite erhöht, indem sie neues Personal im Staatsdienst eingestellt hat und bereits programmierte Ausgabenkürzungen und Privatsierungen rückgängig gemacht hat. Sie hat direkt die Zahlungsunfähigkeit des Landes organisiert, indem sie kaum noch Steuern einzieht und Abhebungen von privaten Bankkonten in großem Maßstab zulässt. Der Insolvenzbetrug ist also schon in vollem Gang. Doch Griechenland bedient sich weiter bei allen verfügbaren Geldern des internationalen Finanzsystems. Gerne nimmt es auch von ärmeren Ländern, die viel niedrigere Mindestlöhne, Renten und Gesundheitsleistungen haben. Das muss man immer mitdenken, wenn jetzt wieder ein neuer Kompromiss in Aussicht gestellt wird. „Solange geredet wird, wird gezahlt“ ist die griechische Taktik.

    Die einzig interessante Frage ist: Wie konnte und wie kann das von den Gläubiger-Staaten zugelassen werden? Von Staaten, die an Verfassungen gebunden sind, und von Organisationen wie der EU, der EZB und dem IWF, die auf zwischenstaatlichen Verträgen beruhen? „Vor allem die europäischen Gläubiger machen sich durch ihre bisherigen Zugeständnisse mitschuldig an der Verschleppung der griechischen Staatsinsolvenz“, schreibt Jürgen Stark, der ehemalige Chefvolkswirt der EZB (in der FAZ vom 11.Juni). Es geht hier nicht um moralische Schuld, sondern um staatsrechtliche Fragen. Woher nehmen die Entscheidungsträger die Ermächtigung für ihre Handlungen? Wir brauchen keine Griechenland-Theorie und keine Europa-Visionen - wir müssen über Verfassungsbruch und Vertragsbruch in den Gläubiger-Staaten reden.

    Es geht um konkrete Handlungen: Griechenland musste Anfang Juni eine Kreditrate an den IWF zurückzahlen. Doch Vertreter des IWF akzeptierten das griechische Begehren, die Rate zunächst nicht zu zahlen und sie am Ende des Monats zusammen mit anderen Raten „als Gesamtbetrag“ zurückzuzahlen. Zu dieser Zeit lagen schon Erklärungen von griechischer Seite vor, man sei nicht in der Lage, alle Rückzahlungen zu leisten. Auf welcher Grundlage hat der IWF trotzdem den Zahlungsaufschub gewährt? Wurden hier nach persönlichem Ermessen außerhalb der IWF-Regeln gehandelt? Wenn hier tatsächlich ein Anfangsverdacht der Begünstigung und Mitwirkung an einer Insolvenzverschleppung gegeben ist (ich bin juristischer Laie), wo bleiben die Staatsanwälte?

    Noch etwas Gravierenderes findet in diesen Tagen statt. Ein Dreigestirn höchster Amtsträger – der Vorsitzende der EU-Kommission, die deutsche Bundeskanzlerin und der französische Staatspräsident – haben die Griechenland-Sache „an sich gezogen“, wie es heißt. Von Amts wegen ist keine dieser Personen berechtigt, für die europäischen Gläubigerländer zu sprechen. Herr Junckers EU-Kommission ist keine „Europaregierung“, sondern eine Verwaltungseinheit. Die Bundeskanzlerin und der französische Präsident haben keinerlei Befugnis, im Namen anderer Mitgliedsstaaten der EU zu verhandeln. Sie haben auch von ihren eigenen Parlamenten kein Verhandlungsmandat bekommen. Das wäre angesichts der Schwere des Falls und angesichts der Rechtsgüter, die hier in Frage stehen, das Mindeste. Doch die Dreigestirn-Initiative ist eine rein persönliche Initiative, es handelt sich um eine Personalisierung der europäischen Griechenland-Politik. Das geschieht in einem Moment, wo sowohl für die Griechen als auch für ihre Gläubiger die Stunde der Wahrheit kommt.

    Von Wahrheit ist allerdings nicht die Rede. Die Sonderrolle des Dreigestirns wird seltsam doppelbödig begründet: Einerseits wollen Merkel und Co. sogenannte „höhere Interessen“ und eine „europäische Sicht“ vertreten. Andererseits soll in einer vertraulichen Atmosphäre, sozusagen privatim, neues Vertrauen geschaffen werden. Diese Mischung aus hohem Anliegen und niedriger Verbindlichkeit wird als „politische Lösung“ tituliert und gegen die Verhandlungsführung durch die geldgebenden Institutionen (vormals „Troika“) ins Feld geführt. „Politisch“ bedeutet hier so etwas wie „freie Gestaltung“ – jenseits der harten Fakten der griechischen Ökonomie und den, daran gemessen, völlig überzogenen Staatsausgaben. Auch jenseits der verfassungsmäßigen Grenzen, die in den Gläubigerstaaten beim Eingehen von finanziellen Verpflichtungen im Ausland bestehen. Genau diese Wortblase „politische Lösung“ hatte auch Herr Tsipras gebraucht, als er eine Lockerung der bisherigen Kreditbedingungen forderte. Auf diese Basis haben sich nun Merkel, Hollande und Juncker eingelassen. Sie bewegen sich außerhalb der Verpflichtungen, die sie in dieser Sache bisher in ihren Ämtern und gegenüber ihren Ländern eingegangen sind. Sie haben sich sozusagen außer Landes begeben.

    Zur Erinnerung: Die „Troika“ war einmal der institutionelle Eckstein in der europäischen Rettungspolitik. Auf sie wurde immer dann verwiesen, wenn den skeptischen nationalen Parlamenten die Zustimmung zu neuen Hilfsmilliarden abgerungen werden sollte. Nun wird diese Konstruktion innerhalb weniger Tage eingerissen.

    Ja, hier geschieht etwas Ungeheuerliches. Man muss bedenken, dass unsere verfassungsmäßige Ordnung deutliche Grenzen beim Eingehen von finanziellen Verpflichtungen im Ausland setzt. Denn es besteht die Gefahr, dass der deutsche Staatshaushalt in einem Maße von der Entwicklung des kreditierten Landes abhängig wird, der die Souveränität unseres Landes gefährdet. Wenn eine Regierung das eigene Land im großen Stil zum Gläubiger anderer Länder macht, ist das ein ebenso heikler Schritt wie militärische Verpflichtungen. Besonders gefährlich wird es, wenn hier nicht nüchterne Erwägungen den Ausschlag geben, sondern sogenannte „höhere Ziele“. Diese Gefahr ist im Fall Griechenland akut. Entscheidende Regierungsämter, namentlich in Deutschland und Frankreich, sind von Personen besetzt, die die Finanzierung Griechenlands zur Frage des „Friedens in Europa“ gemacht haben. Im Grunde nehmen sie damit für ihr Handeln einen außergesetzlichen Notstand in Anspruch.

    Frau Merkel hat dafür eine Formel gefunden, die umgangssprachlich harmlos klingt, aber aus dem Munde einer deutschen Bundeskanzlerin, die ja das Handeln des Staates darzulegen hat, alles andere als harmlos ist: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“. Hier herrscht nicht mehr das Recht, sondern der Wille. Der Wille ist in der Lage, sich jeden Weg zu bahnen. Damit liegt die Kanzlerin ganz dicht bei der politischen Willkür-Formel „Der Zweck heiligt die Mittel“. Im Namen eines höheren Zwecks „Europa“ und eines unbedingten Willens, ihn zu erreichen, ist sie offenbar bereit, bei einer Insolvenzverschleppung mitzuwirken. Das würde bedeuten, dass ein nicht unerheblicher Teil des deutschen Staatshaushalts auf Gedeih und Verderb mit der Entwicklung eines anderen Landes verknüpft wird. Wenn man selbst jetzt nicht aus dem Griechenland-Abenteuer aussteigt, schlittert unser Land in einer europäischen Dauerhaftung hinein. Und Deutschland würde auch andere Länder in diese Haftung hineinziehen.

    Wir wissen nicht, wie diese Woche ausgeht. Aber es wird keine Woche wie jede andere sein.

    gefunden auf achgut

    "Im Namen eines höheren Zwecks „Europa“"
    Irgend einen Namen muss das "Kind",
    muss jedes "Kind" haben.

    Irgendein "höheres Interesse", hinter dem man sich und die eigenen persönlichen Interessen vertecken kann, muss her.

    "Europa", "EU",
    Korruptionszentrum,
    Planstellengenerator für "verdiente" und weggelobte Parteifreunde, Genossen,
    Moloch, Geldsauger,
    Generator antidemokratischer Strukturen,
    Pfründe- und Korruptionsoase,
    Institution,
    die es ermöglicht, sich aus der Verantwortung dessen zu stehlen, was man auf nationaler Ebene verzapft hat und wie ein Damokles-Schert über jenen schwebt,
    die sich der Verantwortung entziehen wollen.

  11. Das Schizoide an der Sache ist:

    Die EU,
    der Euro war ursprünglich gedacht,
    das Dollarmonopol zu brechen.

    Es tobte ein Wirtschaftskreig vonseiten der transatlantischen-angelsächsischen Achse.
    (für ihre Expansionsinteressen mus die USA,
    (lasch, das Kapital innerhalb der USA)
    bisheriger Bekämpfer der EU nun ein Interesse am Erhalt der EU haben.

    Vieles in der "Welt" der Gegenwart widerspricht sich in zunehmendem Maße,
    egal,
    wohin man blickt,
    man schaue sich nur die Kriege,
    die Interessenverflechtungen,
    die sich ergebenden Widersprüche an,
    die mit sich selbst im Clinch liegen.

    Dies ist Schicksal jedes Modells,
    welches sich nicht logisch schließen lässt,
    dies ist Schicksal jedes Schneeballsystems.

    Ein Ende eines solchen kann nur "im Unendlichen liegen",
    soll heißen,
    es gibt kein Ende,
    es lässt sich nicht logisch schließen.
    (Man sehe sich in diesem Zusammenhang nur einmal den Wechsel der Verbündeten an, enen die eigenen Interessen in den Hintern beißen)

    Womit wir wieder bei dem "unbedeutenden" Fall Griechenland
    (und allen Widersprüchen)
    sind.

  12. Korrektur

    Es tobte ein Wirtschaftskrieg vonseiten der transatlantischen-angelsächsischen Achse.
    (für ihre Expansionsinteressen muss die USA,
    (falsch, muss das Kapital innerhalb der USA)
    bisheriger Bekämpfer der EU,
    nun ein Interesse an deren Erhalt haben.

    ...denen die eigenen Interessen in den Hintern beißen.

  13. „Scheebasllsysteme“
    oder
    „die „unendliche“* Geschichte“
    ((*)“geht nicht“, ein jeder hofft, der große Schlag liege hoffentlich außerhalb seiner
    Amts-, Lebenszeit, Verantwortung)

    „EZB erhöht Nothilfen für griechische Banken“ <> Geldentwertung
    http://www.tagesschau.de/wirtschaft/griechenland-gespraeche-gescheitert-107.html

    „+++Griechenlandkrise+++:
    Schuldenkrise: EZB erweitert Kreditrahmen für…“
    http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/griechenland-krise-grexit-droht-griechen-bereiten-sich-auf-pleite-vor-athen-bunkert-oel-und-gas_id_4762689.html

    „Schneeballsysteme“
    EU-Beitritte noch und nöcher…
    (neuerdings zwangsläufig gestoppt)

    „Schneeballsysteme“…

    …d a s Schneeballsystem:
    Migration, "Bereicherungs"import, -invasion.

  14. Die feigen europäischen Politiker
    Wenn wir doch noch Polit -Männer hätten mit Eier in der Hose ,dann würden wir die Amis endlich absaufen lassen .
    Denn die USA-Regierung will Europa zerstören ,damit sie die Weltherrscht erringen .
    Aber wenn sie endlich absaufen ,sind sie weg .
    Lasst endlich den Euro crashen ,wir haben Vorrat ,wir haben es satt von den Amis ausgesaugt und verhöhnt zuwerden .
    ----Grexis Jetzt ----

  15. Die Welt im Widerspruch.
    Widerspruch als Folge von
    Sequenz, Konsequenz, Evolution.

    Scheitert der Euro,
    werden wir vom Dollar aufgekauft
    für´n Appel und ´n Ei.

    „Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben. Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben."

    ...oder so ähnlich.
    (INRI, Obergefreiter)

  16. Schuldenstaaten drängen Europa in die Krise!
    Europa wird nicht zur Ruhe kommen, wir werden von einem Sturm in den anderen treiben und einige Sternchen werden abfallen.
    Sobald die Euro-Rettungsorgie für die Geberländer zu teuer werden sollte, setzen sich die Reichen in den Schuldenstaaten ab. Die Finanzmärkte erkennen bestimmt bald, dass die Euro-Retterei Deutschland überfordert wird.(Wirtschaftswoche)
    Die Rolle des Friedensengel, des großen Retters in Europa, der große Diplomat wird für Deutschland und uns Bürgern,sehr teuer werden.
    Für die europäische Schuldenkrise zahlt jeder von uns, mit Preissteigerungen, mit schleichender Inflation.
    Ich befürchte, das intern bald heftigste Unruhen auf uns zukommen werden.

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