„DIE SATIRISCHEN VERSE“ – Das „JounalistenWatch“-Buch von Thomas Böhm

Die satirischen Verse

"Die satirischen Verse"

Chefredakteur von JournalistenWatch bringt eigenes Buch heraus

Ein bisschen Spaß muss sein – gerade in der ewigen politischen Auseinandersetzung erheitert eine Prise Fröhlichkeit die erhitzten Gemüter. Auch im grauen-vollen Alltag darf der Witz nicht fehlen, ansonsten würden wir alle verbittern. Humor und Ironie sind die Zutaten, die verhindern, dass unser Verstand austrocknet. Gewürzt mit einer Prise Schadenfreunde und Lästerei macht das Leben doch erst richtig Laune. Wer sich und die anderen immer nur bierernst nimmt, macht sich letztendlich lächerlich. Satire darf alles und sich selber dabei auch nicht ausnehmen. In diesem Sinne sind die Beiträge in diesem Buch einfach nur lachhaft. Amüsieren Sie sich kaiserlich über die „hinterlustigsten“ Satiren aus JouWatch!


Auszug aus dem Buch

Der dreibeinige Hund vom Bosporus

Von Thomas Böhm

Eine Kurzgeschichte

Als ich Mitte der 70er Jahre meine erste Wohnung in Neukölln bezog und dort meinen ersten Job antrat, war alles noch in Butter. Naja, die Wohnung weniger, sie hatte ein Außenklo, auf dem ich mir im Winter den Hintern abfror und der Job in den AEG-Kabelwerken, in denen ich Nacht für Nacht flüssiges PVC einatmen durfte, war auch nicht so toll. Aber das ganze Drumherum war einfach schön. Neukölln lebte und bebte. Es roch nach Kümmel und Currywurst.



In dieser Zeit lernte ich meinen ersten Türken kennen. Er hieß Ali. Ja, wirklich, er hieß Ali. Er verbrachte mit mir die Nächte in den Kabelwerken und stand mir zur Seite, als mich ein paar deutsche mit Whisky vollgepumpte Kollegen verprügeln wollten, weil ich an der Kabeltrommel einen Knoten produziert hatte.

Ali stellte sich einfach zwischen mich und die Angreifer und jagte sie zum Teufel. Anschließend nahm er seine weiße Strickmütze vom Kopf und schenke sie mir mit den Worten: „Ab sofort bist du ein Türke und stehst unter meiner Obhut.“

Gesagt, getan. In den nächsten Wochen, Monaten und Jahren wurde ich regelmäßig von Ali zum Essen nach Hause eingeladen, tanzte auf vielen türkischen Hochzeiten herum und durfte sogar die eine oder andere wunderschöne türkische Tochter zum Ringelpiez mit Anfassen in meine Wohnung schleppen. Der türkische Gemüsehändler um die Ecke hatte immer mal einen Apfel für mich übrig, meinen Hund nannten sie „Hassan“ und er schlabberte immer wieder gerne und genüsslich die Reste vom Dönerspieß auf.

Ich fühlte mich wohl, geborgen in der türkischen Gemeinde von Neukölln und trug stolz meine weiße Strickmütze durch die Gegend. Wir sprachen alle deutsch. Vom Islam oder dem Christentum war keine Rede.

Das änderte sich erst, als ich Anfang der 80er Jahre in die Türkei flog, um dort Urlaub zu machen. Gastfreundlich, wie die Menschen dort nun mal sind, luden sie mich eines Tages zum Koranunterricht ein. Das war alles sehr neu und aufregend für mich.

Hätte ich nur meinen Mund gehalten.

Zu einer fortgeschrittenen Unterrichtsstunde – ich hatte da schon jede Menge Raki intus, versuchte der Religionslehrer, mir Allah zu erklären. Er sagte:

„Schau dich um, mein lieber Schüler. In allen Wesen und Dingen dieser Welt ist Allah.“

In diesem Moment humpelte ein dreibeiniger Hund vorbei und ich fragte:

„Ist Allah auch in diesem Hund?“

Nur wenig später fand ich mich an einen Laternenpfahl auf dem Marktplatz angebunden wieder. An meiner Brust prangte ein Schild, auf dem stand: „Idiot“.

Am nächsten Morgen ließ man mich wieder frei. Wütend wie ich war, rannte ich zur nächsten Moschee, schnappte mir die Pantoffeln, die ordentlich in Reih und Glied vor dem Eingang sortiert waren und warf sie in die tosende Ägäis.

Ich habe danach nie wieder die Türkei betreten.

Musste ich auch nicht, denn ich konnte ja hier in Neukölln Urlaub machen – alles inklusive, bloß ohne teuren Flug.

Überall um mich herum erblühte die Türkei in Neukölln mittlerweile zu neuem Leben. In den Obst- und Gemüseläden konnte ich frische „anatolische“ Mangos und Kiwis ergattern, an den vielen Kebab-Imbissen durfte ich meinen sadistischen Gelüsten frönen, in dem ich mir das Fleisch von unbetäubt geschächteten Lämmern durch die Kehle trieb, ein Abstecher zum Goldankauf auf dem Weg vom Zahnarzt nach Hause füllte regelmäßig meine Brieftasche, die ich in schöner Regelmäßigkeit in den Spielhöllen wieder leerte. In den Internet-Cafés konnte ich über die fremde IP-Adresse böse Mails verschicken, beim Billigfriseur meine Glatze polieren lassen, beim Gebrauchtwagenhändler einen platten Reifen gegen einen profillosen Reifen austauschen lassen und beim Tabakhändler meine Lunge füllen. Das multikulturelle Leben war wirklich eine Bereicherung. Für alle, für die Türken und für mich.

Doch auch hier änderten sich die Zeiten und ich bekam immer mehr das Gefühl, das irgend ein Allmächtiger zwischen mir und meine türkischen Freunde eine Scheibe aus Panzerglas hochgekurbelt hätte. Die Verständigung wurde schwieriger, weil ich immer noch nicht richtig türkisch konnte, die wunderschönen jungen Frauen versteckten sich mehr und mehr unter irgendwelchen bunten Tüchern und ihre Brüder präsentierten mir lieber Solinger Stahl als ihre wunderschönen Schwestern.

Irgendwann war selbst für mich dieser Urlaub zu Ende und so zog ich von Neukölln nach Wilmersdorf, in diesen gut bürgerlichen Bezirk. Inzwischen sind auch hier die Parkplätze von vielen dicken BMWs versperrt, dafür passt jetzt Ihab, mein libanesischer Hausmeister und Drusen-Freund auf mich auf.

Am 11. September 2001, kurz nach dem Terrorangriff auf das World Trade Center in New York, bin ich noch mal nach Neukölln zurückgekehrt. Als ich sah, wie sich die Menschen auf den Straßen jubelnd um die Arme fielen, habe ich mir geschworen, diesen Stadtteil nie mehr zu betreten.

Manchmal denke ich noch ein wenig wehmütig an Ali, meinen ersten Türken, der noch vor mir die Flucht aus Neukölln ergriffen hatte, denke ich an die Zeit, als ich noch ein Türke sein durfte.

 


Hier bestellen

 

Ab sofort erhältlich: „DIE SATIRISCHEN VERSE“ – Das JouWatch-Buch von Thomas Böhm *)

Thomas Böhm provoziert – zum Schmunzeln, Lachen und Nachdenken

Von Peter Helmes

Was schreibt man über einen lustigen Menschen, der sehr ernst sein kann, was einem Komiker, der andere zum Nachdenken bringt, was einem Satiriker mit Tiefgang?

Wer Thomas Böhm nicht kennt: Er ist Philanthrop, ein Menschenfreund. Und ein großer Tierfreund, schreibt sogar phantastische – also Phantasie-beladene – Tierbücher. Als Menschenfreund ist ihm natürlich die Politik nicht fremd. Er macht sich dort gerne zum Affen und schmeißt sich der Meute zum Fraß hin. Vermeintlich! Denn Vorsicht! Pech hat, wer ihm zu sehr aufs Fell rückt. Der wird durch die Mühle seiner Schreibkunst gedreht, daß ihm Hören und Sehen vergeht.

Seine Artikel sind höchst pointiert und lesenswert. Nun hat er sich einen Ruck gegeben und das erste „JouWatch-Buch“ vorgelegt, präziser ausgedrückt: Es ist bei Amazon erhältlich.

Aber Böhm bleibt Böhm. Der Titel seines neuen Buches „Die satirischen Verse“ ist allein schon eine Provokation. Der Inhalt dann aber auch. Es handelt sich um seine gemeinsten und hinterlistigsten Texte, die er bislang auf JouWatch veröffentlicht hat:

  • Die satirischen Verse
  • Wahnwitzige Wahrheiten
  • Politische Provokationen
  • Diabolische Dichtungen
  • und 10 x „Zorn“

Bitte bestellen Sie hier direkt!

(CreateSpace Independent Publishing Platform, 9,58 Euro)

Ich möchte Ihnen dieses Buch ans Herz legen und würde mich freuen, wenn Sie es in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis, ggf. über Ihren eigenen Blog oder Verteiler, publik machen könnten. (Außerdem hilft es, seine Einkommenslage zu verbessern.)

*) Der Autor

Mehr als 30 Jahre lang wirkte Thomas Böhm (Jahrgang 1954) als Redakteur und freier Autor, PC-Musiker und Cartoonist in Berlin, bevor er nach Portugal auswanderte und sich dort im Tierschutz engagierte. 2008 kehrte er in die Hauptstadt zurück, arbeitet seitdem als freier Journalist, Buchautor und Chefredakteur des medienkritischen Autorenmagazins „Journalistenwatch“ und ist ständiger Kolumnist bei conservo.

http://www.conservo.wordpress.com


 

Tags »

Autor:
Datum: Mittwoch, 16. September 2015 12:00
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Politik Deutschland

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Kommentare und Pings geschlossen.

4 Kommentare

  1. 1

    Sehr witzig ist auch der folgende Kommentar auf dieser abgedrehten Petition gegen das Oktoberfest.
    ________________________________________________________

    "PERTH, AUSTRALIEN

    vor etwa 11 Stunden Gefällt mir 3

    the muslim come to our country its them who need to adapt not the rest of the world we have to change our behaviour to go to your country so you bloody better do it when your in our country you fit in you adapt you become accepting because we just don't care its our countries not your don't tell us what to do in our countries if you don't like go elsewhere we are not gunna change just for you country hoppers who wont stand and fight for your our country because you flee instead of standing and fighting to free your country you gave up the wright to tell others what to do when you left your own country I will never leave il always stand and fight and so should you failing to do so you submit your not man enough so you don't have the wright to tell anyone what to do"
    ______________________________________________________

    Man bemerke auch, wie frei sich Kommentatoren international äußern, bei uns hätte man da schon eine Anzeige wg Hatespeech.

    Die abgefahrene Petition sieht so aus:

    https://www.change.org/p/city-of-munich-ban-the-intolerant-and-anti-islamic-event-of-oktoberfest

  2. 2

    KLISCHEES VERHERRLICHEN SOLL SATIRE SEIN?

    Ein deutsches Weichei benötige einen starken Osmanen?

    Türkische Frauen seien schön:

    "...und durfte sogar die eine oder andere wunderschöne türkische Tochter zum Ringelpiez mit Anfassen in meine Wohnung schleppen.

    Die wunderschönen jungen Frauen versteckten sich mehr und mehr unter irgendwelchen bunten Tüchern und ihre Brüder präsentierten mir lieber Solinger Stahl als ihre wunderschönen Schwestern...", mit Damenbart u. die so schnell altern!

    Deutsche würden Whiskey u. Raki saufen u. fingen Streit an...

    Gut, Neumann war vielleicht auch besoffen, als er in die türkische Venusfalle tappte, sie schnell noch 2002 heiratete, bevor 2003 die gemeinsame Tochter geboren wurde:
    http://www.zukunftskinder.org/wp-content/uploads/2012/06/Aydan_%C3%96zoguz.jpg

    Also mich hat obige Buchvorstellung nicht überzeugt u. auch nicht zum Lachen gebracht. Vielleicht vor 15 Jahren noch...

  3. 3

    Jetzt streitet sich das vermeintliche Gutmenschentum
    bereits in Sachen Lufthoheit über die "Flüchtlingen". 🙂

    "Doch offenbar fühlen sich nicht alle Helfer an diesen Konsens gebunden. Seit einigen Tagen tauchten zunehmend Männer am Gleis auf, die mit sehr vehementem Auftreten bestimmen wollten, was vor Ort geschehe, berichteten mehrere Helfer der Frankfurter Rundschau. Unter ihnen sei auch eine Gruppe junger Muslime, die offensichtlich ein Problem mit Helfern aus der politischen Linken hätten. Einige seien regelrecht aggressiv.

    http://www.fr-online.de/zuwanderung-in-rhein-main/fluechtlinge-in-frankfurt-konflikte-unter-fluechtlingshelfern,24933504,31826564.html?dmcid=sm_tw

  4. 4

    @ Zetrop 3#

    sind wohl doch nicht so ehrenamtlich unterwegs, diese Ehrenamtlichen; wohl doch eher Streit um den Job?