Gerade da sich die Spitzen der großen Koalition zu Beratungen über die deutsche Asylpolitik treffen und hoffentlich den seit Wochen schwelenden Streit zwischen CDU und CSU beilegen, verschärfen Politiker den Ton gegenüber Angela Merkel. Sowohl ein CSU-Politiker als auch der Landshuter Landrat Peter Dreier drohen der Kanzlerin offen.

Der Landshuter Landrat Peter Dreier von den Freien Wählern ist für markige Worte in der Flüchtlingskrise bekannt. Er hatte sich bereits am 16. Oktober in einem Brandbrief an Angela Merkel gewandt, in dem er mitteilt, die "Grenze der Belastbarkeit" in seinem Wahlkreis sei erreicht.

Zudem hatte er gedroht, "darüber hinaus zugewiesene Flüchtlinge mit Bussen zum Kanzleramt nach Berlin fahren zu lassen."

Die Bundeskanzlerin hat nun auf den Brief reagiert und mit Dreier telefoniert. Wie der Landrat gegenüber "Welt am Sonntag" bestätigt, habe er seine Drohung, Busse vor das Kanzleramt zu schicken, wiederholt und Merkel zudem gewarnt: "Der innere Friede ist bei uns in Gefahr!".

Merkel antwortet auf Drohung

Laut Dreier antwortete die Kanzlerin: "Wenn Sie Busse zu mir schicken, müsste ich ich die eigentlich nach Griechenland zurückschicken. Aber von dort laufen die Flüchtlinge dann wieder zu Ihnen."

Dennoch habe Merkel laut Dreier zugegeben, ihr "Wir schaffen das!" reiche als Parole nicht mehr aus. Stattdessen sei nun ihr Leitspruch: "Wir schaffen das nur gemeinsam mit der EU."

Doch trotz der versöhnlichen Worte Merkels, spricht ein CSU-Politiker weiter offene Drohungen gegen die Kanzlerin aus. CSU-Innenpolitiker Hans-Peter Uhl sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": Es werde "eine Schließung der Grenze mit Merkel oder eine Schließung der Grenzen ohne Merkel" geben....