Viele meiner Leser kennen die Geschichte des Mannes, von dem ich schon oft berichtet habe (zuletzt hier). Es ist eine nicht ganz typische, aber doch wieder zutreffende Geschichte, die im „anderen Teil“ Deutschlands ablief: Ein kritischer, eben auch ein Regime-kritischer Schriftsteller wird von den SED-Bonzen verfolgt und landet plötzlich in Bautzen, viele Jahre, bis die Bundesregierung ihn für schnöde 80.000 DM freikauft.

Überglücklich gelangt er in den Westen und tritt – für ihn selbstverständlich – in die SPD ein. Bald folgte die Ernüchterung. „Man“ mochte ihn nicht, er war „von drüben“. Medien, die seine Werke übernahmen, gab es kaum. Er wurde ein armer Mann. (Ich kenne seine ganze Leidens- und Existenzkampf-Geschichte; mit dem Material könnte man ein dickes Buch schreiben.) Schließlich trat er aus der SPD aus und ist seit einiger Zeit in der AfD aktiv, weil Politik ihm im Blut liegt.

Ich habe schon viele Artikel von ihm übernommen, weil er ausgezeichnet schreibt und analysiert. Doch immer noch wartet er auf den „Durchbruch“. Er hätte ihn verdient.

Keine Durchbrüche in Deutschland für unabhängige gesellschaftskritische Autoren von Belletristik – sondern nur für Sachbuchautoren.

Auf seiner „Reise“ durch die Verlage und bei seien Begegnungen mit Verlegern erlebt er immer wieder dasselbe, was er mir im folgenden, gewiß sehr bitteren Brief mitteilt – und ich gerne meinen Lesern zum Nachdenken weitergebe:

„Lieber Herr Helmes,

das Deutschland Friedrich Schillers ist 1933 mit der Machtergreifung gestorben…

... Die Nazis integrierten, wie auch Nordkorea heute, jeden Autoren in ihre NS-Ideologie oder verboten oder kastrierten ihn. Dasselbe taten nach 1945 Stalins Ostkommunisten mit den in die DDR zurückströmenden kommunistischen Dichtern. Und dem darauffolgenden „Nachwuchs“.

In der BRD war dies nicht so arg. Die Alliierten verlangten keineswegs ein Kastrationskonzept gegenüber Dichtern und Schriftstellern von den neuen westdeutschen Untertanen.

Dies entstand von ganz alleine: Durch den „typisch deutschen“ vorauseilenden Gehorsam der berüchtigten deutschen Untertanenmentalität.

Die einstigen Naziverleger wie Holtzbrinck und Nazischrifttumsspezis wie Henry Nannen wurden, um sich das Wohlwollen und die Entnazifizierungsplaketten der neuen Oberherren zu verdienen, „linksliberaler noch als linksliberal“. Und natürlich „Günter Grass“.

Die zahllosen Geschichtslügen der einstigen Kriegsgegner und nunmehrigen Sieger, die der psychologischen Kriegsführung dienten, wurden nun als neue, real existierende Wahrheiten sanktioniert, mit Halbwahrheiten Tatsachen zu einem neuen Brei verwoben und der restdeutschen Bevölkerung zur Kenntnis gegeben.

Und wer „nach oben“ – und sich dort halten – wollte, tat gut daran, die neuen Kleider des Kaisers tagtäglich mit ehrfürchtigen Ohs und Aahs zu bewundern.

Für die Bezahljournalisten kein Problem, sie mußten ja schon im Dritten Reich genug lügen.

Und für die neuen Autorenförderprogramme, die sich an die neuen Generationen junger Autoren richteten, war der Ehrgeiz allemal stärker als das Interesse an Wahrheitsliebe. So entstanden in Deutschland West die Autorengenerationen vom „Grass-Verschnitt“, und in der DDR die Autorengenerationen vom „Herrmann-Kant-Verschnitt“, reichlich belohnt, von der staunenden Bevölkerung auch gebührend verehrt und von den geneigten Medien gebührend beweihräuchert.

Das hat sich nach 1990 nicht geändert, es war ja nur ein Beitritt zur anderen Besatzungszone  und keine nach dem Grundgesetz vorgesehene deutsche Einheit mit geistiger und staatlicher Souveränität.

Und spätestens seit der Liaison einer amerikanischen „rechtspopulistischen“ Außenministerin mit einem linksradikalen antideutschen Bombenwerfer, der dank US Hilfe deutscher Außenminister werden durfte, wissen wir, daß der antideutsche Linksradikalismus mächtige Freunde in Israel und Washington hat.

Und wir konnten in den letzten zehn Jahren erfahren, daß (bei so mächtigen Förderern) „Antideutsch“ die Leitideologie nicht nur von Grünen und SPD, sondern auch von den vollgewendeten SED-Kommunisten und sogar von der CDU werden – und in die Mitte der „Mediengesellschaft“ rücken konnte.

Da die ganze antideutsche Leitideologie nur aus Geschichtslügen besteht, ist es aus mit jedem „Friedrich Schiller“. Es wird in „Deutschland“ solange keinen mehr geben, solange diese Lobby (sowohl die gewählte als auch die ungewählte/ unwählbare) die Kulturpolitik machen darf – und das wird auf lange Zeit nicht enden.

Kastrierte Autoren

Das ist unser Pech, lieber Herr Helmes, meins – aber auch aller anderen, und vor allem der rausgeschmissenen DDR-Autoren, die hier genauso das Maul halten mußten wie im einstigen Honeckerstaate.

(Wären sie doch besser Immobilienmakler geworden!).

Man hat einigen Prominenten das gesammelte Schweigen mit goldenen Handschlägen versüßt, so daß sie sich zum Schluß etwas im Grade der „Wohlhabenheit“ unterscheiden, aber kastriert wurden sie alle (!!) – und wenn man einen extra Friedhof für sie angelegt hätte , wäre es ein Friedhof der Kastrierten , ein Eunuchenfriedhof geworden, auf dem sich nur die Grabsteine nach Preis und Aufwendung unterschieden hätten…Aber drunten hätten überall dieselben kastrierten Skelette gelegen.

Wenn man noch einen halbwegs ehrlichen BRD-Roman schreiben wollte, müßte es eigentlich eine große Satire über das Land der deutschen Eunuchen werden, in dem jeder Neugeborene zur Volljährigkeit ein Kastrationsbesteck vom Staate auf den Gabenteller bekommt. (Frau Merkel wird das bestätigen!).

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