Schlau ausbaldowert, das Ganze, weil es jedes Jahr nur einzelne Rentner betrifft, und nicht alle zusammen. So rupft man die Gans, ohne daß sie schreit!

Wer 2005 und früher in Rente gegangen ist, muss 50 Prozent seiner Rente versteuern; In jedem Folgejahr sinkt der Freibetrag um 2 %. Wer 2016 in Rente geht, muß also 72 % seiner Rente versteuern. Ab 2040 wird jeder Rentner seine Rente zu 100 Prozent versteuern müssen. Das bedeutet, daß jedes Jahr die Zahl der steuerpflichtigen Rentner steigen wird, bis eines Tages alle betroffen sind.

Die rotgrüne Politik hat hier wieder mal eine Zeitbombe installiert. Solange die Urheber dieses Gesetzes regieren, passiert nicht viel, so das Kalkül. Die nächste Generation kann sich mit dem Gesetzeswerk dann rumärgern. So machten Bundeskanzler Schröder und sein Sozius Joschka Fischer am 1. Januar 2005 Politik auf Kosten der Jüngeren. Elf Monate später waren sie abgewählt.

Von Wolfgang Parabel, 5. Mai 2016 

Mit 66 Jahren fängt das Steuerzahlen an

Meine Mutter – inzwischen 91 Jahre alt – sieht oft in das zwangsfinanzierte Staatsfernsehen und hatte in einer sogenannten „Nachrichtensendung“ gehört, daß immer mehr Renten besteuert werden. Nun wollte sie natürlich wissen, ob sie auch betroffen ist. Sie will ja nicht auf die alten Tage noch im offenen Vollzug sitzen wie Uli Hoeneß! Keine leichte Aufgabe für mich, denn ich bin ja kein Steuerberater und auch nicht mehr der Jüngste. Trotzdem frisch ans Werk!

Die Besteuerung der Renten betrifft jedes Jahr mehr Alte. Die Lügenpresse behauptet, daß es an steigenden Renten liegt. Das ist aber nur einer der Gründe. Viel stärker wirkt sich aus, daß der Rentenfreibetrag mit jedem neuen Renteneintrittsjahrgang kleiner wird. Darüber schweigen die Qualitätsmedien natürlich! Entweder die Journalisten sind schlicht zu doof, oder sie wollen das nicht berichten, weil es nicht in ihr versifftes Weltbild paßt.

Nun gibt es prinzipiell den Grundfreibetrag, der alle Leutchen betrifft, nicht nur Rentner. Er liegt 2015 bei 8.652 € im Jahr. Das sind monatlich 721 €. Dieses Einkommen muß nicht versteuert werden.

Viele Leute haben nicht nur Renteneinkünfte, sondern auch den Überschuß der Einnahmen über die Ausgaben aus Vermietung und Verpachtung. Oder sie haben auch als Rentner noch Gewinne aus Gewerbebetrieben, Löhne oder den Überschuß der Einnahmen über die Ausgaben aus selbständiger Arbeit zu versteuern. Andere haben noch Abgeordnetendiäten. Für alle diese Einkünfte zusammengenommen gilt der steuerfreie Grundfreibetrag.

Nun gibt es für die Rente noch einen Rentenfreibetrag. Wer 2005 und früher in Rente gegangen ist, muss 50 Prozent seiner Rente versteuern; In jedem Folgejahr sinkt der Freibetrag um 2 %. Wer 2016 in Rente geht, muß also 72 % seiner Rente versteuern. Ab 2040 wird jeder Rentner seine Rente zu 100 Prozent versteuern müssen. Das bedeutet, daß jedes Jahr die Zahl der steuerpflichtigen Rentner steigen wird, bis eines Tages alle betroffen sind.

Die rotgrüne Politik hat hier wieder mal eine Zeitbombe installiert. Solange die Urheber dieses Gesetzes regieren, passiert nicht viel, so das Kalkül. Die nächste Generation kann sich mit dem Gesetzeswerk dann rumärgern. So machten Bundeskanzler Schröder und sein Sozius Joschka Fischer am 1. Januar 2005 Politik auf Kosten der Jüngeren. Elf Monate später waren sie abgewählt.

Schlau ausbaldowert, das Ganze, weil es jedes Jahr nur einzelne Rentner betrifft, und nicht alle zusammen. So rupft man die Gans, ohne daß sie schreit! Frau Dr. Merkel regierte mit Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) ab Ende 2005 weiter und das sogenannte Alterseinkünftegesetz der Vorgänger blieb in Kraft. Wie Frau Dr. Merkel ja auch an Hartz IV festhielt, obwohl die CDU als Opposition dagegen pflichtgemäß opponiert hatte.

Jeder zweite Rentner hat sich sein Leben lang nicht ernsthaft mit Steuern beschäftigen müssen. Für viele Leute wird vom Arbeitgeber die Lohnsteuer runtergezogen (in der Finanzsprache: abgeführt) und dann muß man sich nur noch um die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte und um Verpflegungsmehraufwendungen kümmern. Das wars.

Mit 66 soll Hans lernen, was Hänschen nie brauchte: Sich mit einer Steuererklärung rumplagen. Plötzlich muß man anfangen Rechnungen über Gesundheitskosten zu sammeln, um das ggf. als außergewöhnliche Belastung abzusetzen. Dann gibt es noch absetzbare Versicherungsbeiträge und einen höchst unübersichtlichen Altersentlastungsbetrag nach § 24 Einkommenssteuergesetz.

Bis 65 hat man Rechnungen zwei Wochen auf dem Küchenschrank liegen gehabt und dann hat die Frau aufgeräumt und sie weggeschmissen. Damit ist es vorbei, eine Buchhaltung ist erforderlich, um den Steuerberater am Jahresende zu beliefern. Und dem werden die Rentner ausgeliefert sein, wenn sie nicht Vorkenntnisse mitbringen.

Zu den 90jährigen werden Steuerberater zum Hausbesuch kommen, wie das bei Friseuren, Pflegediensten und Fußpflegern auch schon der Fall ist. Das ist schon wieder ein teurer Service, wo mit dem Schinken nach der Wurst geworfen wird. Ein Steuerberaterhonorar beträgt um die 500 €, die abzuführende Steuer wird dazu in vielen Fällen im krassen Mißverhältnis stehen. Und weiß ein 80jähriger überhaupt, was er zum Schluß unterschreibt? In der Regel: Nein! Und werden schwarze Schafe die Hilflosigkeit der Alten ausnutzen? Bestimmt!

Eigentlich kann die Rentenbürokratie selbst ausrechnen, ob eine Steuerpflicht besteht und die Besteuerung selbst vornehmen. Der Arbeitgeber macht das doch auch! Wozu schicke ich den Leutchen Geld, wenn ich es gleich zurückhaben will?

Ein unbürokratischer Umgang mit dem Bürger ist angesagt: Der Professor für Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft Jörg Meuthen hat es am Wochenende auf dem AfD-Parteitag gesagt: „Unser Parteiprogramm ist ein Fahrplan in ein anderes Deutschland. Das stimmt. Und zwar in ein Deutschland weg vom links-rot-grün verseuchten 68er-Deutschland, von dem wir die Nase voll haben.“

Zu diesem rotgrünen 68er-Deutschland gehört die Rentenbesteuerung Hundertjähriger. Die muß eigentlich weg, einfach weil sehr alte Leute keinen Streß mehr brauchen.

http://www.prabelsblog.de/2016/05/mit-66-jahren-faengt-das-steuerzahlen-an/