Der mäßig schlaue Heiko Maas, in seiner Rolle als Bundesjustizminister hoffnungslos überfordert, macht sich neuerdings für ein Verbot von sogenannter sexistischer Werbung stark. Mit diesem Vorhaben ist er freilich nicht allein. Längst schon hat die EU solche Werbung verboten, die Geschlechter-Stereotype befördert. Ein Beispiel: Sanella darf zwar weiterhin als Backfett beworben werden, aber es darf keine Weibsperson mit Schürze und Kochlöffel mehr daneben stehen und freundlich in die Kamera grinsen.

Weil: Frauen sind nicht zum Plätzchenbacken da. Zum Bügeln auch nicht. Waschpulverwerbung muß auch ohne Frauen auskommen. Vögelfutter kann noch mit Frauen beworben werden. Versteh´ einer die Welt. Meinereiner hat in Frauen noch nie vorrangig Bügelsklaven gesehen. Pilotin wäre jetzt auch nicht das, was mir als erstes einfällt, wenn ich an Frauen denke. Pilotinnen dürfen aber beispielsweise für Fluggesellschaften werben.

Man sieht: Es geht nicht darum, Geschlechter-Stereotype abzuschaffen, sondern darum, neue zu etablieren. Erst wenn alle Frauen Flugzeuge fliegen und alle Männer Plätzchen backen, ist die Welt des linken Gesellschaftsdesigners so weit in Ordnung, daß er keine Geschlechter-Stereotype mehr entdecken kann. Abgesehen davon, daß meinereiner als Souverän es auf den Tod nicht ausstehen kann, wenn sich seine Stellvertreter zu seinem Bevormunder aufspielen: Bisher war die Werbewelt wenigstens insoweit noch in Ordnung, als daß keiner der selbsternannten Volkspädagogen sich berufen fühlte, das Grundsätzliche im Verhältnis zwischen den Geschlechtern zu leugnen.

„Sex sells“ ist eine Binsenweisheit, die vermutlich so alt ist wie die Menschheit selbst. Und niemand wüsste das besser als ausgerechnet Frauen. Sie nutzen dieses Wissen seit jeher, wenn sie auf der Jagd nach ihrem Mr.Right sind. Noch nie hat meines Wissens ein Mann eine Frau begehrt, weil er sie nicht flachlegen wollte, sondern immer deswegen, weil er sie flachlegen wollte. Im Grunde ist es ja so, daß es zwei Geschlechter überhaupt nur wegen der Fortpflanzung gibt. Wäre es anders, würde eines völlig ausreichen. Worum geht es also beim geplanten Verbot von sogenannter sexistischer Werbung?

Linke behaupten gerne, es sei entwürdigend für Frauen, als Sexobjekte vermarktet zu werden. Das hat mit ihrem Recht auf sexuelle Selbstbestimmung zu tun, sagen sie. Die sexuelle Selbstbestimmung von Frauen bedeutet, daß sie sich aussuchen dürfen, von wem sie sexistisch angemacht werden wollen. Es kommt nicht darauf an, was man zu ihnen sagt, sondern wer es sagt.

Erinnern wir uns an die Aufschrei-Kampagne einer gewissen Laura Himmelreich, die damals Rainer Brüderle, den alten Sack interviewt hatte, welcher sich bemüßigt fühlte, ihr wegen ihres enormen Vorbaus ein Kompliment zu machen. Ein Dirndl könne die Himmelreich wohl gut ausfüllen, meinte er. Da war die arme Laura sehr gekränkt und fühlte sich in ihrem Recht auf sexuelle Selbstbestimmung arg eingeschränkt. Freilich: Hätte George Clooney noch viel ärgere Sachen zu ihr gesagt, – „Röckchen hoch, du scharfes Bückstück!“ zum Beispiel -, dann wäre das mit ihrem Recht auf sexuelle Selbstbestimmung vollumfänglich vereinbar gewesen.

Also höchstwahrscheinlich schon. Clooney wäre der Richtige gewesen, Brüderle war der Falsche. Da bin ich mir sicher. Ohne die Linken vom Schlage eines kleinen, komplexbeladenen Heiko wäre meinereiner nie auf die Idee gekommen, daß es so etwas wie Sexismus überhaupt negativ konnotiert geben könnte. Einer wie ich ist immer freundlich zu gut gebauten Frauen gewesen, auch wenn sie mich gar nicht gemeint haben, wenn sie in halbtransparenten Blusen an wippendem Rocksaum auf High Heels vorbeistöckelten.

Wohlmeinend hinterher gepfiffen habe ich ihnen höchstens, um ihre Zuversicht zu stärken, daß ihrem Plan, Mr.Right zu erlegen, in dem Aufzug gute Erfolgschancen beschieden seien. Das war doch nett von mir!? Gerade letzte Woche, als es zwar schon sonnig, aber noch immer kalt gewesen ist, konnte man gut beobachten, daß selbst die Gefahr einer Blasenentzündung manch fesche Maid nicht davon abhält, nach einem langen Winter recht sexistisch mit ihren körperlichen Vorzügen für sich zu werben. Gut – allerweil machen viele ansehnliche Maiden einen gewaltigen Fehler bei der selbstgewählten Zurschaustellung ihrer grundsätzlichen Paarungsbereitschaft mit Mr.Right: Sie telefonieren lautstark, während sie durch die Fußgängerzone stöckeln. Und was man da oft zu hören bekommt, – da hilft selbst das kürzeste Röckchen nicht mehr, um des Ehrenmannes Fluchtreflexe zu unterdrücken.

Linke helfen einem aber bisweilen schon auf die Sprünge, gedanklich so. Seit ich mich an den Gedanken gewöhnt habe, daß mein Sexismus den Frauen gegenüber von denselben durchaus auch negativ rezipiert werden könnte, treibt mich ein ganz anderes Problem um.

Ich bin mir nicht sicher, ob es hinsichtlich der Stärkung einer gänzlich unsexistischen Öffentlichkeit nicht ein großartiger Beitrag meinerseits wäre, mich sexuell belästigt zu fühlen von Frauen, die rattenscharf an mir vorbeistöckeln, ohne mich eines Blickes zu würdigen. Immerhin drücken die ja auf meinen Knöpfen herum und sie finden zuverlässig immer den, mit dem man mein Kopfkino einschaltet. Mein Knopf gehört aber mir. Und die Knöpfe der anderen Männer gehören denen.

Das ist schließlich auch sexuelle Selbstbestimmung. Allerdings die von Männern – und irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, daß die sexuelle Selbstbestimmung von Männern einem Linken sehr viel weniger wert ist, als die von Frauen. Außerdem muß man ja auch einmal den volkswirtschaftlichen Schaden bedenken, der entsteht, wenn sich dreihundert Männer jeweils zehn Minuten lang einen von der Palme schütteln, weil keiner von ihnen gemeint gewesen ist, als jene scharfe Schnalle an ihnen vorbei durch die Fußgängerzone gestöckelt ist, die sie nun nicht mehr aus dem Kopf bekommen.

Dreihundert Mann jeweils zehn Minuten! Was hätten diese Kopfkino-Gepeinigten in der Zeit zum Wohle der Steigerung des Bruttosozialproduktes alles leisten können! Alles in allem scheint mir also das Verbot von sexistischer Werbung wenig durchdacht zu sein, was mich wiederum nicht überrascht. Wann hätte ein Linker schon jemals etwas gründlich durchdacht? Und wann wäre es nicht extragründlich in die Hose gegangen, wenn er ausnahmsweise einmal etwas gründlich durchdacht hat? – Eben.

Linke sind die Pest. Warum? Weil Pest einfach doof ist. So doof, daß keiner etwas mit ihr zu tun haben will. Wenn man also ernsthaft die sogenannte sexistische Werbung verbieten will, wird man wohl kaum umhin kommen, diejenigen vor dem Tort mitzuschützen, deren Kopfkino-Knöpfe von ihr betroffen sind. Das heißt, man wird nicht umhin kommen, den Frauen Kleidungsvorschriften zu machen, wie im – holla, schon sind wir wieder beim Thema – Islam.

Vielleicht könnte man sich darauf einigen, daß Europäerinnen in Miniröcken sich künftig die Kopftücher wenigstens um die Knie binden? Aber ganz im Vertrauen gesagt: Die erfolgversprechendste Strategie im Umgang mit diesem ganzen linken Bullshit wäre vermutlich, die Linken kurzerhand und für alle Zeiten von den Futtertrögen zu vertreiben, aus denen sie sich mästen, ehe sie notorisch ihre Verbotsforderungen in die Welt hinausrülpsen.