Der Säkularismus gehört zu den Fundamenten der türkischen Republik. Nun steht er zur Diskussion. Der Parlamentspräsident denkt laut über eine islamische Verfassung nach und löst damit heftige Proteste aus.



In der Diskussion über die geplante Verfassungsreform in der Türkei spricht sich Parlamentspräsident Ismail Kahraman für eine islamische Verfassung aus. Der Politiker der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP forderte am Montagabend ein Ende der Trennung zwischen Staat und Religion, die auf Republikgründer Mustafa Kemal Atatürk zurückgeht.

AKP-Politiker fordert neue Verfassung und Ende des Säkularismus.

"Der Begriff des Säkularismus sollte nicht in der neuen Verfassung stehen", sagte Kahraman nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu in Istanbul. "Wir sind ein islamisches Land. Deshalb sollten wir eine religiöse Verfassung schaffen." Die Äußerung Kahramans löste Proteste aus.

Erdogan und AKP wollen eine neue Verfassung

Auf Betreiben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bemüht sich die AKP um eine neue Verfassung, mit der auch ein Präsidialsystem eingeführt werden soll. Für ein Referendum über eine neue Verfassung benötigt die Partei eine 60-Prozent-Mehrheit von 330 der 550 Abgeordneten im Parlament in Ankara. Dafür fehlen der AKP 13 Stimmen.

Die Trennung von Staat und Religion ist in der türkischen Verfassung verankert. "Heilige religiöse Gefühle dürfen absolut keine Rolle in staatlichen Angelegenheiten und der Politik spielen, wie es das Prinzip des Säkularismus vorsieht", heißt es in der Präambel. Kritiker werfen Erdogan vor, die Türkei islamisieren zu wollen.

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