Professoren von führenden dänischen Universitäten haben festgestellt, dass eine EU Mitgliedschaft keinerlei Einfluss auf das Wachstum eines Landes hat.

Die EU-Mitgliedschaft erhöht nicht das Wachstum eines Landes, das sagt eine neue sensationelle Forschungsarbeit von der Universität von Süd-Dänemark, die nur wenige Tage vor der britischen Abstimmung für oder gegen die EU-Mitgliedschaft veröffentlicht wurde. Die Mitgliedschaft hat keinen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum eines Landes, ob es ein EU-Mitglied ist oder nicht.

„Wir sind nicht in der Lage zu zeigen, dass die EU-Mitgliedschaft ein höheres Wachstum mit sich bringt“, sagen Thomas Barnebeck Andersen, Professor an der Universität von Süd-Dänemark, Mikkel Barslund, Ph.D. vom Think Tank European Policy Studies und Pieter Vanhuysse, Professor  der Universität Süd-Dänemark in einem 25-seitigen Forschungspapier, das gerade veröffentlicht wurde.

Die drei Forscher haben das Wachstum in allen EU-Ländern von 1961 bis 2015 mit den wohlhabenden westlichen Ländern der Organisation für Zusammenarbeit OECD verglichen und finden keine klaren Hinweise darauf, dass die EU-Mitgliedschaft eines Landes dazu geführt hat, dass der Reichtum zunimmt, wenn das pro-Kopf BIP gemessen wird.

Es „deutet alles stark darauf hin,“ dass die EU „im gleichen Tempo“ gewachsen ist wie diese Länder, denen sie am meisten ähneln, schreiben die Forscher.

Darüber hinaus sagten die Forscher, dass das Wirtschaftswachstum der EU zwischen 1980 und 2015 insgesamt fast 2 Prozent im Durchschnitt betrug, zum Vergleich: Die US-Wirtschaft wuchs im gleichen Zeitraum um 2,6 Prozent. Dies bedeutet, dass sich die EU-Wirtschaft nach 36 Jahren verdoppeln wird, während es in den USA nur 27 Jahre dauern wird, schreibt einer der Ökonomen, Thomas Barnebeck Andersen, der die Forschungsergebnisse in einem Artikel veröffentlichte.

Mehrere führende Ökonomen melden sich nun zu Wort. Laut Christian Bjørnskov, Wirtschaftsprofessor an der Universität Aarhus ist die EU ein „Gemischtwarenladen“, und obwohl der interne Freihandel über die Grenzen hinweg das Wachstum erhöhe, stehen dann einige andere Dinge dagegen.

„Ein Land wie Estland kann zum Beispiel seine Zollschranken gegen den Rest der Welt erhöhen, wenn es der EU beitritt. Die Agrarpolitik wird auch von den Ländern bestimmt, die vergleichsweise wenig zu Wachstumsreformen beitragen“,

sagte er.

Philipp Schröder, Professor an der Universität Aarhus, beurteilt die wissenschaftliche Arbeit als „sehr gutes“ methodisches Handwerk, bestreitet aber, dass man den Zusammenhang zwischen Wachstum und EU-Mitgliedschaft schlüssig beweisen könne. Es gebe zu viele Dinge, die in der Gesamtwirtschaft ins Spiel kommen, sagte er.

Nicolai Kaarsen Ph.D. und Ökonom an der Denkfabrik Kraka stimmt zu, weist aber darauf hin, dass das Ergebnis Sand ins Getriebe der Brexit Gegner werfe, und dies zu einem Zeitpunkt wo sich die Wähler in zwei Lager teilen, dem der Austritts- und dem der Mitgliedsbefürworter.

„Es ist klar, dass es ein Problem für die Befürworter der Mitgliedschaft sein kann, dass es keine klaren Beweise dafür gibt, dass die EU-Mitgliedschaft zu mehr Wachstum führt.“

Quelle: Finans.dk

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http://journalistenwatch.com/cms/daenische-wissenschaftler-befuerworten-brexit/