Ankara: 60 Tote bei Putschversuch von Teilen des Militärs gegen Erdogan


Anhänger Atatürks versuchten den Sturz Erdogans.
Parallele zum Attentat von Graf Stauffenberg

Bei dem Putschversuch in der Türkei sind nach neuesten Angaben eines Regierungsvertreters mindestens 60 Menschen ums Leben gekommen. 336 Menschen seien festgenommen worden. Der Putsch geschah durch Teile des türkischen Militärs, welches traditionell kemalistisch eingestellt war, bis Erdogan in einer historischen Aktion das Militär von Kemalisten säuberte und ihm untertan machte.

Kemal Pascha Atatürk versuchte in den 20er Jahren des letzen Jahrhunderts, die Türkei in einem modernen westlichen Staat umzuwandeln. Er trennte den Islam von Staat und Gesellschaft, verbot das öffentliche Tragen von Kopftuch und Fez (letzterem als Zeichen des untergegangenen osmanischen Reichs), führte die lateinische Schrift ein und verbannte den Islam in die Moscheen.

Als der bekennende Moslem und radikale Islamführer Erdogan die Macht übernahm, drehte er das geschichtliche Rad der Türkei wieder in prä-kemalistische Zeiten zurück: Unter seiner Ägide wurden binnen eines Jahrzehnts 17.000 neue Moscheen gebaut, der Islam als Staatsreligion wiedereingeführt, und der Großteil der Maßnahmen Atatürks abgeschafft.

Der Militärputsch ist vermutlich ein letzter Versuch der Kemalisten, die Türkei Atatürks wiederzubeleben. Der Versuch der türkischen Attentäter, den Potentaten Erdogan zu stürzen, darf durchaus mit der deutschen Geschichte verglichen werden: 1944 versuchte im letzten Jahr der Regentschaft der Nazis ebenfalls ein kleiner Teil der deutschen Wehrmacht, Hitler loszuwerden.

Michael Mannheimer, 16.7.2016

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17. Juli 2016


Türkei: Teile des Militärs putschen gegen Erdogan. Lage noch unübersichtlich

Bei dem versuchten Militärputsch in der Türkei sind mindestens 60 Menschen getötet worden. Das teilte ein Vertreter des Präsidialamts in Ankara am Samstagmorgen mit. Der Putsch ist offenbar gescheitert. Dennoch bleibt die Lage in dem Land noch unübersichtlich.

Putschisten kündigen am Morgen weiteren Kampf an

Die Türkei wird von einem Putschversuch des Militärs erschüttert. Panzer fahren auf, es fallen Schüsse, es gibt Tote. Die Regierung wehrt sich mit aller Macht. Die dramatische Lage im Liveticker.

Ein Putschversuch von Teilen der Armee hat die Türkei ins Chaos gestürzt. Nachdem eine Gruppe von Militärs am Freitagabend die Übernahme der Macht verkündet, das Kriegsrecht verhängt und eine Ausgangssperre ausgerufen hatten, rief Präsident Recep Tayyip Erdogan seine Anhänger auf, zu Gegendemonstrationen auf die Straße zu gehen. Bisher soll es allein in Ankara 42 Tote geben. 130 Menschen seien festgenommen und einer der Putschgeneräle getötet worden, berichtete Ministerpräsident Binali Yildirim.

+ In Istanbul eröffneten Soldaten das Feuer auf Regierungsanhänger, in Ankara wurde das Parlament bombardiert – wer die Macht im Land hatte, war zunächst unklar. Gegen Morgen zeichnet sich ab, dass die türkische Regierung wieder mehr und mehr die Kontrolle zurück erlangt. Trotzdem gibt es weiter Attacken der Putschisten.

+ Am frühen Morgen landete dann das Flugzeug von Präsident Erdogan am Atatürk-Flughafen in Istanbul, wo er von einer jubelnden Menschenmenge empfangen wurde. Er war im Urlaub in Marmaris an der Mittelmeerküste, als der Putsch begann. Bei einer Pressekonferenz warf er den Putschisten vor, kurz nach seiner Abreise sein Hotel bombardiert zu haben.

+ Erdogan machte die Anhänger des islamischen Predigers Fethullah Gülen für den Putsch verantwortlich und drohte, sie würden “einen hohen Preis für diesen Verrat zahlen”. Die Gülen-Bewegung distanzierte sich jedoch von dem Putschversuch. “Wir verurteilen jede militärische Intervention in die Innenpolitik der Türkei”, schrieb die Bewegung in einer Erklärung an die Nachrichtenagentur AFP.

+ Ministerpräsident Yildirim wies das regierungstreue Militär an, die von den Putschisten gekaperten Flugzeuge und Hubschrauber abzuschießen. Medienberichten zufolge wurde der Generalstabschef Hulusi Akar von den Putschisten als Geisel genommen. Erdogan sagte, er wisse nicht, wo sich der Armeechef befinde.

Quelle u.a.:
http://www.welt.de/politik/article157086934/Putschisten-kuendigen-am-Morgen-weiteren-Kampf-an.html

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