Wer ist für sein Leben verantwortlich?

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Mary Casatt: Mutter und Kind (1890) Für das Leben und Wohlergehen eines Kindes sind seine Eltern verantwortlich. Ein Erwachsener ist für sein Leben selbst verantwortlich. Alles könnte so klar und einfach sein…

Wer sich in den unruhigen Zeiten des Jahres 2016 fragt, wo genau denn die Grenze verläuft zwischen den immer unvereinbarer werdenden gesellschaftlichen Kräften, kommt schnell ins Straucheln. Verläuft sie zwischen Islam-Apologeten und Islamkritikern, zwischen “Linken” und “Rechten” oder zwischen denjenigen, die aufs “Alte Grundgesetz” der Bonner Republik schwören und solchen, die ein “Neues Deutschland” bzw. gar eine “New world order” anstreben? Verläuft sie zwischen den USA- bzw. Israel-Freunden und deren Gegnern? Zwischen Konservativen und “Progressiven”? Zwischen Religiösen und Säkularen? Zwischen denen, die es als humanitäre Grosstat feiern, das unkontrollierte Eindringen eines Millionenheers muslimisch sozialisierter Massen willkommen zu heissen, und solchen, die auf den Verstoss gegen bestehende Gesetze und Verträge hinweisen sowie vor den absehbaren Folgen warnen? Ein ganz anderes Unterscheidungs-Kriterium könnte für überraschende Einsichten sorgen.

Ferdinand Waldberg, 10.12.2016

Wer ist für sein Leben verantwortlich?

Es gibt ein hervorragendes Buch aus dem Jahr 2004. Autor ist der renommierte Unternehmensberater Reinhard Sprenger und es trägt den Titel “Die Entscheidung liegt bei Dir!” Von den vielen lebensphilosophischen Büchern, die auf  die Macht und die Konsequenzen eigener Entscheidungen hinweisen, denkt dieses den Ansatz der Selbstverantwortung in besonders kompromissloser Weise zu Ende. Für unser Thema, wer für sein Leben verantwortlich ist, ist es eine grundlegende Analyse. Es geht in diesem Artikel allerdings nicht nur darum, was sich aus dieser Frage für uns selbst ergibt, sondern was wir aus deren Beantwortung über den Zustand der Gesellschaft lernen können – und für möglicherweise neue Ansätze, zu ihrer Veränderung beitragen zu können.

Wer sich ein wenig mit verschiedenen Management-Theorien beschäftigt weiss, dass die gedankliche Basis für die meisten von ihnen bereits im klassischen Altertum gelegt wurde. Kein geringerer als der Philosoph Epiktet wartete schon wenige Jahrzehnte nach Beginn unserer Zeitrechnung mit Sätzen auf wie diesen:

Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern die Vorstellungen und Meinungen von den Dingen

oder

Der Weg zum Glück besteht darin, sich um nichts zu sorgen, was sich unserem Einfluß entzieht

oder


Du kannst unbesiegbar sein, wenn du dich nie auf einen Wettstreit einläßt, dessen Sieg nicht in deiner Macht liegt.

Auch für kritische Freigeister hat Epiktet eine mehr als aktuelle Empfehlung parat:

Tust du etwas in der Überzeugung, daß es getan werden müsse, so scheue dich nicht, dabei gesehen zu werden, auch wenn die große Menge anders darüber denken sollte. Denn wenn du unrecht handelst, dann darfst du es überhaupt nicht tun, handelst du aber recht, was fürchtest du dich vor denen, die dich zu unrecht tadeln.

Die Wahlfreiheit

Es sind also keineswegs neue Gedanken, die Sprenger präsentiert, wenn er in seinem Buch die “Macht der Wahlfreiheit” in zwei kernigen Sätzen zusammenfasst:

1. Sie können alles tun
2. Alles hat Konsequenzen

Und er lässt daher auch Epiktet zu Wort kommen, um auf über 220 Seiten überzeugende Begründungen für seinen zentralen Ausgangsbefund auszusprechen:

“Sie haben Ihr Leben, so wie es jetzt ist, frei gewählt. Diesen Alltag, diesen Job, diesen Chef, diese Kollegen, diese Wohnung, diese Stadt, diesen Partner (oder auch ihr Single-Dasein)…”

Nicht nur zahlreiche heutige Management-Konzepte, sondern auch nach Mitte des 20. Jahrhunderts begründete Therapieformen wie die rational-emotive Therapie (A. Ellis, R. Lazarus) oder die kognitive Therapie (D. Burns) knüpfen an stoischen und epikuräischen Konzepten sowie vor allem an den zentralen Gedanken Epiktets an.

Vor allem das erste der genannten Zitate hat weitreichendste Konsequenzen. Es zeigt, dass der Mensch (mindestens bei allem, was ihn nicht körperlich einschränkt, bedroht oder quält) die Wahlfreiheit hat, zwischen die Dinge selbst, also die harten Fakten, und seine psychologische Reaktion, wie z.B. eine Beunruhigung, eine “Vorstellung und Meinung” zu schalten, die seiner freien Gestaltung offen ist. Er selbst ist die verantwortliche Instanz, die die jeweilige Gefühlsreaktion in einem Akt persönlicher Autonomie und Freiheit wählt. Sprenger greift beliebte Gegenargumente auf und widerlegt sie kantig und dabei gleichzeitig farbenprächtig in Kapiteln, die Titel tragen wie “die kalten Duschen des Lebens” oder “Opfer der Umstände?”. Dabei spart er nicht mit unbequemen Wahrheiten:

“Wer sagt ich kann nicht, der will nicht”, “Es gibt keine Sachzwänge”, “‘Keine Zeit’ heisst: Anderes ist mir wichtiger”

oder

“Die Erwartungen anderer sind die Erwartungen anderer.”

Die vermeintliche Ohnmacht

Hart geht Sprenger mit der heutigen Kultur des “Willens zur Ohnmacht” zu Gericht – und hier trifft sich seine Diagnose mit einer Gesellschaftskritik, wie sie heute vor allem aus dem konservativen und ordo-liberalen Lager erhoben wird. Er moniert, dass Bildungsbürger Verbrechen “auf die Gräuel desolater Familienverhältnisse (…) und soziale Missstände” zurückführen, auf Stress, Leistungsdruck, andere “böse Mächte” und dass eine Haltung mehrheitsfähig geworden ist unter dem Motto “die Verhältnisse sind schuld, nicht der Verbrecher.” Die Konsequenz:

“Indem man Täter zu Opfern einer biographischen Fehlentwicklung umtauft, lädt man dazu ein, sich selbst als Opfer zu fühlen.”

Zur wichtigsten Frage in unserer Gesellschaft ist paradoxerweise geworden

“Bin ich nicht auch benachteiligt?”

Damit kommen wir direkt zurück zu unseren eigenen Thema: Passend dazu, dass immer andere oder “die Umstände” die Schuld tragen, wird die Verantwortung bei “der Gesellschaft” gesucht, bei einem “Gott” und vor allem “dem Staat”. In einem solchen geistigen Klima ist es nicht die Mehrheit, die es schafft, zu einer Haltung der Selbstverantwortung voranzuschreiten und sich dessen bewusst zu sein, dass jeder einzelne selbst der Gestalter seines eigenen Schicksals ist. Andere Kulturen ohne Hartz IV, ohne Rundum-Sorglos-Pakete in mitunter vierstelliger Monatshöhe selbst für millionenfach eingedrungene “Flüchtlinge”, und ohne ausgedehnteste Anti-Diskriminierungsgesetze bei allem, was auch nur ansatzweise irgendeine Gefühlslage beeinträchtigen könnte, schütteln über diese Mentalität der Missachtung, ja häufig sogar der direkten Verkehrung von Kausalitäten den Kopf und reiben sich ungläubig die Augen. Der Wille zur eigenen Ohnmacht und die Abgabe der Verantwortung an einen sich dadurch immer unkontrollierbarer aufblähenden und dadurch extrem missbrauchsanfälligen Staat – ist er eine “linke” Spezialität oder eine “deutsche”? Eine gesamtwestliche Dekadenz-Erscheinung oder nur ein temporäres und lokales Zeitgeist-Phänomen?

Das Unterscheidungs-Kriterium

Wer sich in den unruhigen Zeiten des Jahres 2016 fragt, wo genau denn die Grenze verläuft zwischen den immer unvereinbarer werdenden gesellschaftlichen Kräften, kommt schnell ins Straucheln. Verläuft sie zwischen Islam-Apologeten und Islamkritikern, zwischen “Linken” und “Rechten” oder zwischen denjenigen, die aufs “Alte Grundgesetz” der Bonner Republik schwören und solchen, die ein “Neues Deutschland” bzw. gar eine “New world order” anstreben? Verläuft sie zwischen den USA- bzw. Israel-Freunden und deren Gegnern? Zwischen Konservativen und “Progressiven”? Zwischen Religiösen und Säkularen? Zwischen denen, die es als humanitäre Grosstat feiern, das unkontrollierte Eindringen eines Millionenheers muslimisch sozialisierter Massen willkommen zu heissen, und solchen, die auf den Verstoss gegen bestehende Gesetze und Verträge hinweisen sowie vor den absehbaren Folgen warnen?

Wir haben inzwischen gesehen, dass ein ganz anderes Unterscheidungs-Kriterium für überraschende Einsichten sorgt:

A) Für das Leben und Wohlergehen eines Kindes sind seine Eltern verantwortlich.
B) Ein Erwachsener hingegen ist für sein Leben selbst verantwortlich.

Alles kann in der Tat so klar und einfach sein, und es gilt, genau darüber einen gesellschaftlicher Konsens zu erzielen, wenn es gelingen soll, auch in den anderen, eingangs geschilderten, zentralen Konfliktfeldern die Diskussion wieder auf stabile Füsse zu stellen. Die eigentlich zentrale Spaltung in der Gesellschaft verläuft zwischen Menschen, die die Selbst-Verantwortung für ihr Leben, für ihr psychisches Erleben und für das Gelingen ihres Lebens anerkennen, und solchen, die das nicht tun, sondern die Verantwortung vermeintlichen (externen) Faktoren wie “den Umständen”, einem “Gott” oder “dem Staat” zuschreiben.

Demgemäss seien die Umstände dafür verantwortlich, dass jemand ein Verbrecher oder ein islamischer Terrorist geworden sei, ein “Gott” sei dafür verantwortlich, wenn ein Muslim seine als ungläubig attackierten Opfer grausam zu Tode quält (“nicht ihr habt sie getötet, Allah hat sie getötet”, Koran 8.17) und der Staat sei dafür verantwortlich, wenn die halbe Welt sich diskriminiert fühlt, nicht in Deutschland leben und missionieren zu dürfen, hier gründliche Wiedergutmachung gegen die Interessen der eigenen Bürger zu leisten und diesem Missstand aufs Schnellste und im Millionenmassstab abzuhelfen.

Wie sieht es mit den anderen Konfliktfeldern aus?

In den anderen gesellschaftlichen Konfliktfeldern dürfte es selbst den flexibelsten und unvoreingenommensten Politikwissenschaftlern einigermassen schwer fallen, Trennlinien zu finden, die auf ganz grundsätzliche Werte-Entscheidungen zurückführbar sind. Wer in der gesellschaftlichen Debatte etwa ausschliesslich zwischen Islam-Apologeten und Islamkritikern unterscheidet, hat dadurch über die zugrundeliegenden Werte-Dilemmata noch wenig gesagt. Ist er Islamkritiker, weil er den Einfluss der “Konkurrenzreligion” zum Christentum fürchtet und begrenzen möchte? Ist er Islamkritiker, weil er die Ressourcen dieses Landes aus nachvollziehbaren Gründen nicht mit Menschen teilen möchte, die zur Solidargemeinschaft ihrerseits nichts beigetragen haben – obwohl ihm die zugrundeliegenden Probleme der Menschenrechts-Widrigkeit des Islam oder sein Charakter als totalitäre Herrschafts-Ideologie ansonsten d.h. in dessen Kern-Ländern gleichgültig wären? Ist der Islam-Apologet wiederum ein solcher, weil er die Dinge nicht gründlich durchdacht hat, oder weil er beispielsweise Islam-Konformität als grundlegendes Werkzeug zur Realisierung kapitalbasierter und dabei werte-beliebiger Ziele braucht und die Zurichtung der Gesellschaft aus solch übersichtlichen pekuniären Motiven heraus betreibt?

Ähnlich komplex verhält es sich bei genauerer Betrachtung der Trennlinie zwischen “Linken” und “Rechten”. Sicherlich kann man eine weitgehende Kongruenz zwischen Personen konstatieren, die sich als “links” bezeichnen und “die Umstände” oder “den Staat” in der Verantwortung sehen, sowie umgekehrt zwischen Personen, die sich eher dem rechten, bürgerlichen, liberalen oder konservativen politischen Lager zugehörig fühlen und einer Kultur der Selbstverantwortung zuneigen. Dennoch gibt es auch hier keine hundertprozentige Deckungsgleichheit. Es gibt allerdings einen folgenreichen Werte-Konflikt, da die Linken einerseits einen “Gott” als Verantwortungsinstanz ablehnen, andererseits aus anderen Werte-Entscheidungenen (Minderheitenschutz, “Antirassismus” etc.) heraus Kumpanei mit dem Islam betreiben, obwohl der ihren eigentlichen Idealen aufs Allergrundsätzlichste widerspricht.

Bei denjenigen, die aufs “Alte Grundgesetz” der Bonner Republik schwören und solchen, die ein “Neues Deutschland” bzw. gar eine “New world order” anstreben gibt es keine eindeutige Linie, die vorausberechenbar machen würde, ob jemand auf der einen oder anderen Seite dieses Kriteriums eher links oder rechts ist, und selbst Islam-Apologeten berufen sich immer wieder auf das “alte Grundgesetz” und meinen fälschlicherweise, aus einer zu einem “Obergrundrecht” verabsolutierten Religionsfreiheit ihre Haltung korrekt herleiten zu können. Die Religionsfreiheit nützt, soviel kann auf jeden Fall gesagt werden, dem Individuum, das von Religionen und totalitären Ideologien unbehelligt leben möchte, am allerwenigsten.

USA-Freunde und -Gegner, Konservative und Progressive, “Flüchtlings”-Freunde

Verläuft sie zwischen den USA- bzw. Israel-Freunden und deren Gegnern? Nein: Die USA sind zu heterogen, als dass ein Bekenntnis zur USA mit einer klaren Werte-Aussage zu verbinden wäre. Es macht einen grossen Unterschied, ob man sich zu den globalistischen Zielen des militärisch-industriellen Komplexes der USA bekennt oder zum freiheitlichen Geist der amerikanischen Verfassung. Bei Israel ist es nicht viel anders: Die Werte konservativer, orthodoxer Juden unterscheiden sich häufig signifikant von den realpolitischen und knackig-islamkritischen Zielen Netanjahus oder den Maximen agnostisch-säkularer Jüdisch-Stämmiger.

Auch zwischen Konservativen und “Progressiven” gibt es keine eindeutigen Linien, welche die zugrundeliegenden Werte den jeweiligen Positionen eindeutig zuordnen lassen würden. Ist jemand beispielsweise konservativ, weil er die Musik Arnold Schönbergs als musikalischer Begründer der klassischen Moderne den avantgardistischen Schöpfungen seiner Nachfolger vorzieht, oder progressiv, weil er den gleichen Komponisten als Zerstörer jeder musikalisch-harmonischen Konvention feiert?  Gibt es die Trennlinien zwischen Religiösen und Säkularen? Man könnte sie hier in der Tat am ehesten vermuten, wird aber beim Blick in Programme und Arbeit der atheistisch-säkularen Organisationen schnell belehrt, dass es (mit Ausnahme der Liberalen Freigeister und der zwar gegen “rechts” positionierten aber überaus islamkritischen GAM) hier vor allem um Christentums-Kritik geht und ansonsten um den allzu bekannten “Kampf gegen Rechts”. Der Islam bleibt dabei zumeist ausgespart bzw. wird nur in homöopathischen Dosen kritisiert. Dabei sollte in der Theorie zumindest klar sein, dass die Abwehr, die Verantwortung für das eigene Leben anzuerkennen, eher auf religiöser denn auf säkularer Seite zu suchen ist, da das jahrhundertelange Abwälzen auf einen “Gott” schon strukturell eine dementsprechende Haltung hervorruft.

Bleiben diejenigen, die es als humanitäre Grosstat feiern, das unkontrollierte Eindringen eines Millionenheers muslimisch sozialisierter Massen willkommen zu heissen, im Vergleich zu denjenigen, die auf den Verstoss gegen bestehende Gesetze und Verträge hinweisen sowie vor den absehbaren Folgen der Permissivität gegenüber dem Islam und dessen ungehinderter Ausbreitung in alle Bereiche unserer Gesellschaft warnen. Es ist zwar sicher richtig zu konstatieren, dass es zwischen diesen beiden Sichtweisen keinerlei Vermittlungsmöglichkeit gibt und dass diese schroff und unversöhnlich einander gegenüberstehen. Es ist ebenso richtig, dass dieses Thema die Gesellschaft gespalten hat wie kein zweites in der deutschen Geschichte nach 1945, und dass die Spaltung durch Freundschaften und Familien in schmerzhafter Weise mitten hindurchgeht.

Es ist allerdings nicht so, dass dieses Thema eine belastbare Aussage darüber erlauben würde, welche Werte jemand auf der einen oder anderen Seite ansonsten verfolgt. Dass eine Pseudo-Humanität mit dem Bedürfnis nach Rechtssicherheit kollidiert ist noch keine charakteristische Beschreibung mit dem Zeug zur Grundlage weiterer Schlussfolgerungen. Auch wenn vermutlich die allermeisten Islamkritiker gleichzeitig Kritiker des politischen Umgangs mit dem vielfachen Millionen-Ansturm sogenannter “Flüchtlinge” sind, so sind die zugrunde liegenden Motivlagen, Einstellungsprofile und Werte-Entscheidungen, die sich daraus destillieren lassen, meist sehr heterogen und nur begrenzt in eine eindeutige Richtung zielend. Wie soll das auch anders sein, wenn trotz ihrer Weltbild-Unvereinbarkeit im Angesicht dieser Doppelbedrohung plötzlich Christen mit Atheisten Not-Koalitionen zu schmieden haben, oder patriotische Rechte mit den wenigen verbliebenen islamkritischen Linken in echter Marx-Tradition?

Wer ist nun also für sein Leben verantwortlich?

Kommen wir zurück zur Ausgangsfrage. Wir haben die Auswirkungen verschiedener gesellschaftlicher Konflikt-Positionen auf die Möglichkeit untersucht, Werte anzugeben, die eindeutige Konsequenzen nach sich ziehen und ein vorausberechenbares Einstellungsprofil quasi “auffaltend” erzeugen. Wer beispielsweise Koalitionen eingehen möchte ist gut beraten, bei einer Prüfung der Kompatibilität von zugrunde liegenden Werten mit einem möglichen Partner möglichst weit zurück zu den Wurzeln zu gehen. Die Frage, wer für sein Leben verantwortlich ist, man selbst oder eine wie auch immer beschaffene reale oder fiktive äußere Instanz, ist ein solches Zurückgehen zu den Wurzeln. Wir können natürlich nicht dekretieren, dass man das Prinzip der Selbstverantwortung in der hier vorgestellten Weise zu sehen hätte, wohl aber anregen, dass man sich bewusst machen kann, dass es mit Menschen oder Gruppen, die in diesem zentralen Punkt eine andere Sichtweise pflegen, nur vergleichsweise eng limitierte gesellschaftliche Verständigungsmöglichkeiten gibt. Das bedeutet für die eigene Aktionspalette Aufklärung, ggf. Abgrenzung, Vermögensrettung, Lebenssicherung, ästhetisch eher konservative Positionierung, politische Liberalität im ursprünglichen Sinne, sowie ethische Modernität im Sinne eines säkularen Staates, der Religion als reine Privatsache duldet.

Wer bislang nur vermutet hat, dass der eingangs behandelte Reinhard Sprenger von seinen Prämissen her eigentlich bei der Islamkritik landen müsste, wird bei der Recherche tatsächlich fündig mit einem Artikel des Autors in der Welt:

“Denn der Islam ist eine fremde Religion, die aufgeklärtem europäischem Denken immer fremd bleiben wird. Das weiß jeder, der die integrationsfeindlichen Suren und Verse des Korans gelesen hat. Und natürlich kann jeder fremd bleiben wollen, und niemand muss Deutsch lernen, und jeder kann auch mehr nehmen als geben wollen – außerhalb der Grenzen.

In Zeiten sozialer Verwerfung brauchen wir Verhaltenslehren, die Eigenes und Fremdes, innen und außen auseinanderhalten. Konzepte der Unterscheidung – und damit auch der Scheidung. Diese sind Mangelware in einem Land, wo subventioniert wird, was schon gestorben ist, wo eine falsche Humanität die Unverantwortlichkeit stützt, wo das Parasitäre auf Kosten anderer künstlich beatmet wird und Probleme gerne mit noch mehr Steuergeld zugedeckt werden. (…) und wo die globalisierte Indifferenz nicht anthropologisch naiv ist, sondern chic. Wir haben die Kraft verloren, Respekt zu verlangen”

Dieser Artikel soll mit einem Plädoyer schliessen. Erkennen Sie die Selbstverantwortung für Ihr eigenes Leben und dessen psychisches Erleben an! Weisen Sie andere Menschen auf unhaltbare Werte-Widersprüche hin, wenn sie etwa Selbstverantwortung und Selbstbestimmung nach aussen darstellen und gleichzeitig Indifferenz gegenüber den Feinden der Selbstverantwortung und Selbstbestimmung an den Tag legen. Beispiele hierfür wären beispielsweise eine Grünen-Wählerin, die Minirock trägt, oder ein politisch Liberaler, der gute Geschäfte mit Hardcore-Religiösen macht. Gehen Sie mit den geeigneten Ansatzpunkten in die gesellschaftlich notwendigen Veränderungsprozesse hinein! Oder, wie Epiktet es ausdrückte:

Manches steht in unserer Macht, manches nicht. In unserer Macht steht das Denken, das Handeln, das Verlangen, das Meiden – dies sind also alle Dinge in uns. Nicht in unserer Macht gegeben sind Körper, Besitz, Ansehen und Würden – also alle außer uns. Was nun in unserer Hand liegt, ist seiner Natur nach frei, es kann von niemandem behindert oder gehemmt werden, was aber nicht in unserer Hand liegt, ist schwankend, gefährdet und fremder Gewalt unterworfen.

Tun wir die Dinge, die in unserer Hand liegen.

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