17. Juni 1953: Vor 64 Jahren erhob sich das Volk der DDR gegen seine Unterdrücker


Oben links: 12.5.1525: In der Schlacht bei Böblingen werden die Bauern durch das militärisch (vor allem durch die Kavallerie) weit überlegene Söldnerheer des Schwäbischen Bundes unter Georg Truchsess von Waldburg (“Bauernjörg”) vernichtend geschlagen. Auf Seiten der Bauernheere werden zwischen 2000 und 9000 Mann getötet oder in die Flucht geschlagen. Auf Seiten des Landsknechtsheeres soll es nur 15 – 40 Tote oder Verwundete gegeben haben.

Oben Rechts: Russische Panzer gegen die Aufständische DDR-Bevölkerung


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Sozialismus und Feudalismus:

Beide Systeme sind (waren) ausbeuterisch, elitär und menschenfeindlich. Beide Systeme bekämpften die Aufstände ihrer Bürger mit brutaler militärischer Gewalt. Beide waren/sind verantwortlich für zahllose Tote.

Doch bis heute brüstet sich der Sozialismus, eine Ideologie der Freiheit und Menschenrechte zu sein. Und in dieser verlogenen Selbstdarstellung hat er es geschafft, nach seinem scheinbaren Ende 1990 erneut die Macht an sich zu reißen. 

Die Berliner Republik ist, dank der unermüdlichen Wühlarbeit der SED- und STASI, vor allem aber dank der nahezu kompletten Unterwanderung der Medien und Parteien durch Sozialisten, der Nachfolgestaat der DDR geworden. 


 


Von Michael Mannheimer, 17.Juni 2017

Der Aufruhr der DDR-Arbeiter gegen ihr Regime war die zweite große Erhebung des deutschen Volkes gegen blutsaugende Machthaber nach den Bauernkriegen 1524-26

Die Gründe, die am 17. Juni 1953 zum Aufstand der Arbeiter der DDR gegen ihre Regierung führten, waren prinzipiell dieselben wie jene, die 1524-26 zum deutschen Bauernkrieg führten. Beiden Fällen ging eine wiederholte  und untragbare Erhöhung der Arbeitsleistung der DDR-Arbeiter bzw. die Abgabenlast der Bauern 1524 voraus.

Während Thomas Münzer, einer der Anführer des Bauernkriegs und ein “Held der DDR”, von der SED und in den DDR-Schulen als einer der ersten revolutionären deutschen Arbeiter- und Bauernführer  vergöttert wurde wegen seines Widerstands gegen die gnadenlose Ausbeutung der Bauern durch den Feudalismus – war die Politik der DDR, was die Ausbeutung ihrer eigenen Bevölkerung anbetraf, nicht wesenhaft von jener der spätmittelalterlichen Feudalstaaten unterschiedlich:

“Die Bauern trugen die Hauptlast zur Aufrechterhaltung der Feudalgesellschaft: Fürsten, Adel, Beamte, Patrizier und der Klerus lebten von deren Arbeitskraft, und da die Zahl der Nutznießer immer weiter anstieg, stiegen auch die Abgaben, die die Bauern zu leisten hatten.

Neben dem Großzehnt und dem Kleinzehnt auf die meisten ihrer erwirtschafteten Einkünfte und Erträge zahlten sie Steuern, Zölle und Zinsen und waren häufig ihren Grundherren zu Fron- und Spanndiensten verpflichtet.

Dazu kam, dass in Oberschwaben, Württemberg, Franken, Sachsen (Obersachsen) und Thüringen die Realteilung angewandt wurde, die bei gleich bleibender Gesamtproduktionsfläche zu immer kleineren Höfen führte. Viele dieser Kleinstbauernhöfe waren angesichts der hohen Belastungen nicht mehr wirtschaftlich zu führen.”

Quelle

Planwirtschaftliche Normerfüllung stand vor Befriedigung der Bedürfnisse der DDR-Bürger

Ein Streik der Bauarbeiter in der Ost-Berliner Stalinallee wuchs sich zum landesweiten Arbeiteraufstand aus. In Hunderten Orten wurd gestreikt und demonstriert. Die DDR-Führung war hilflos und ließ den Protest schließlich von sowjetischen Truppen niederschlagen. Um ein Kriegsrisiko zu vermeiden, griffen die Westmächte nicht ein.

Oberstes Ziel des ZK der DDR war die Erfüllung ihrer willkürlich festgesetzten planwirtschaftlichen Normen. Wirtschaftliches Grundprinzip in der DDR war die zentrale Planung der Produktion und der Verteilung der Güter. Die Produktionsmittel und das Banksystem hatten sich laut sozialistischer Doktrin in der Staatshand zu befinden.

Ein paar linientreue, aber ökonomisch ahnungslose Apparatschiks des ZK der DDR definierten Art, Höhe und Qualität der gesamten DDR-Wirtschaft. Die Betriebe erhielten Auflagen, welche Güter, in welchen Mengen, zu welchen Preisen produziert werden sollten. Der Konsumbedarf der Bevölkerung wurde dann der Produktion untergeordnet.

Die Lenkung der Wirtschaft durch die Vierjahrespläne war ein Desaster nicht nur in der DDR, sondern in allen sozialistischen Systemen.

Oberstes Ziel war die Erfüllung der in den Plänen willkürlich festgelegten Normen, die in keinerlei Zusammenhang mit den Bedürfnissen der DDR-Bevölkerung standen und die die Weltmarktlage komplett außer acht ließen. Vorrang hatten seit je die Schwerindustrie und das Militär.

Hintergründe des Volksaufstands

Während der zweiten Parteikonferenz der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) vom 9. bis zum 12. Juli 1952 wurden die wirtschaftlichen Weichenstellungen des Landes beschlossen.

In seinem Abschlussreferat verkündete der SED-Generalsekretär Walter Ulbricht den planmäßigen Aufbau des Sozialismus. Es wurden tiefgreifende Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft beschlossen – die die Reste der ökonomischen Privatinitiative noch mehr beschränkten – und letzten Endes zum wirtschaftlichen Untergang der DDR (wie aller anderen sozialistischen Länder auch) beitragen sollten.

“Unter anderem sollte die Kollektivierung der Landwirtschaft vorangetrieben und die militärische Aufrüstung in Angriff genommen werden. Auch die Zentralisierung des Staatsaufbaus war ein vorrangiges Ziel der DDR-Führung.”

Quelle

Die Zuspitzung der Krise

Die Folgen der immer stärker vorangetriebenen Sowjetisierung waren eine schwere Ernährungskrise und ein Rückgang der industriellen Produktion. Viele Bürgerinnen und Bürger verließen daraufhin die DDR. Die tiefen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einschnitte, die das Land erschütterten, waren nicht mehr zu leugnen.

Innerhalb der DDR-Führung aber reagierte man mit noch härteren wirtschaftlichen Maßnahmen darauf:

Im Mai 1953 wurde das Gesetz zur Erhöhung der Arbeitsnormen um 10,3 Prozent verabschiedet. De Facto bedeuteten diese Beschlüsse mehr Arbeit für den Einzelnen bei gleichbleibender Entlohnung.

Walter Ulbricht war – wie alle sozialistischen Führer – unbeirrbar in seinem politische Kurs und von der Richtigkeit seiner Politik überzeugt. Gemäß dem Gesetz der Fakten- und Erkenntnisresistenz aller Fundamental-Ideologen (ob säkular der religiös) schätzte er die Lage sogar als stabil ein. Doch schon im Mai kam es wegen der Normerhöhungen in Finsterwalde, Gotha, Hennigsdorf, Karl-Marx-Stadt, Nordhausen und Ost-Berlin zu Protesten, heftigen Auseinandersetzungen, Kurzstreiks und Arbeitsniederlegungen.

DER AUSLÖSER

Juni 1953. Eine knappe Lebensmittelversorgung, lange Schlangen vor den Geschäften und kein Strom in der Nacht machten die Menschen in der DDR unzufrieden. Die Verbitterung wuchs, als das SED-Regime Arbeitsnormen erhöhte, was einer Lohnkürzung gleichkam.

Ausgerechnet die Bauarbeiter in der Ost-Berliner Stalinallee, dem Prestigeprojekt der SED, beginnen zu streiken. Binnen Stunden greift der Aufstand auf mehr als 700 Orte über, weitet sich zum Generalstreik und schließlich zum Volksaufstand aus. (Quelle)

Moskau reagierte

In Moskau dagegen blieb die Krise in der DDR nicht unbemerkt. Doch es reagiert viel besonnener als die Moskau hündisch verfallene DDR-Oligarchie. Bevor Moskau auf Drängen  Ulbrichts – und unter dem Eindruck, dass sich der Aufstand zu einem Volksaufstand ausweitete und die DDR als Teil des Sowjetimperiums zu entgleiten drohte – zur Waffengewalt schritt, zwang der Kreml Ost-Berlin, seine Fehler öffentlich einzugestehen und zu berichtigen.

Das Politbüro der SED wurde zu einem einmaligen Schuldeingeständnis und zu einem neuen Kurs gezwungen. Am 11. Juni 1953 versprach es, die Preise zu senken, die Versorgung zu verbessern, die Kollektivierung der Landwirtschaft zu beenden und enteignete Betriebe zurückzugeben.

Außerdem sollten zurückkehrende Republikflüchtige ihre vollen Bürgerrechte zurückerhalten. Ihnen wurde sogar die vollständige Wiedereingliederung in das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben versprochen. Die Erhöhung der Arbeitsnorm sollte nach dem Willen der DDR-Führung jedoch nicht rückgängig gemacht werden. (Quelle)

Regierungswechsel gefordert

Vor allem die Arbeiter fühlten sich durch diese Politik benachteiligt. Bereits am 15. und 16. Juni 1953 kam es zu Protesten und Warnstreiks. Unruheherd waren die Großbaustellen in Ost-Berlin rund um die Stalinallee.

Aber schon bald wurde nicht nur die Rücknahme der Normenerhöhung gefordert, die Arbeiterschaft setzte sich jetzt auch für freie Wahlen, die Wiedervereinigung und die Ablösung der Regierung unter Walter Ulbricht ein. Am nächsten Tag wurden die Demonstrationen fortgeführt. (Quelle)

Also das nahezu identische Szenario schon 1953 wie 35 Jahre später im November 1989, dem Monat des Zusammenbruchs der DDR, die ein Jahr später in die sog. “Wiedervereinigung” mündete.

Die Aufstände griffen auf die gesamte DDR über: In Hunderten Orten wurde gestreikt und demonstriert. Schätzungsweise beteiligte sich jeder zehnte Arbeiter der DDR an diesen Aufständen. Die SED-Führung war hilflos und ließ den Aufstand schließlich von sowjetischen Truppen niederschlagen. Russische Truppen erstickten den Aufstand schließlich mit Panzern und Maschinengewehren.

Mindestens 55 Menschen kamen nach Recherchen des Projekts “17. Juni 1953” im Zusammenhang des Aufstandes ums Leben: Manche wurden auf den Demonstrationen von Volkspolizisten oder sowjetischen Soldaten erschossen, manche nach dem Aufstand zum Tode verurteilt, andere starben später im Gefängnis. Um nicht einen neuen Krieg zu riskieren, hatten – entgegen der Hoffnungen vieler Ost-Berliner – die Westmächte nicht eingegriffen.

Die wahre Zahl der Toten des 17. Juni 1953

Mit den Toten und der Höhe ihrer Zahl wurde in der Vergangenheit Politik gemacht. Die von offizieller DDR-Seite unmittelbar nach dem 17. Juni 1953 veröffentlichten Angaben zu den Todesopfern des 17. Juni 1953 erwiesen sich von Beginn an als zu niedrig, die im Westen spätestens seit Beginn der 90er Jahre als viel zu hoch. 

Nach Recherchen der (allerdings absolut linkslastigen) Bundeszentrale für Politische Bildung (bpb) schlüsseln sich die Todesfälle des 17. Juni-Aufstandes auf wie folgt:

Nach unseren Rechercheergebnissen sind 55 Todesopfer durch Quellen belegt, unter ihnen vier Frauen: 

  • 34 Demonstranten, Passanten und Zuschauer wurden am 17. Juni und den Tagen danach (bis zum 23. Juni) von Volkspolizisten und sowjetischen Soldaten erschossen bzw. starben an den Folgen der ihnen zugefügten Schussverletzungen; 

  • 5 Männer wurden von Instanzen der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland zum Tode verurteilt und hingerichtet; 

  • 2 Todesurteile wurden von DDR-Gerichten verhängt und vollstreckt; 

  • 4 Personen starben in Folge menschenunwürdiger Haftbedingungen; 

  • 4 in Zusammenhang mit dem Juni-Aufstand Festgenommene begingen in der (Untersuchungs-)Haft Selbstmord, wobei zumindest in zwei Fällen Fremdeinwirkung nicht auszuschließen ist; 

  • 1 Demonstrant verstarb beim Sturm auf ein Volkspolizei-Revier an Herzversagen; 

  • 5 Angehörige der DDR-Sicherheitsorgane wurden getötet: zwei Volkspolizisten und ein MfS-Mitarbeiter bei der Verteidigung eines Gefängnisses von Unbekannten erschossen, ein Mitarbeiter des Betriebsschutzes von einer wütenden Menge erschlagen und ein weiterer Volkspolizist versehentlich von sowjetischen Soldaten erschossen. 

Von 25 vermeintlichen und ungeklärten Todesfällen ist durch unsere Recherchen bei sieben Personen belegt, dass sie nicht im Zusammenhang mit dem Volksaufstand ums Leben kamen.

Zu 41 wegen angeblicher Befehlsverweigerung in Berlin und Biederitz bei Magdeburg erschossenen sowjetischen Soldaten konnten bisher keine gesicherten Hinweise gefunden werden. Dem aktuellen Forschungsstand zufolge handelt es sich um eine Legende des Kalten Krieges.

Die Portraits der Toten hat Martin Ahrends verfasst. An der Recherche und Zusammenstellung des Materials haben sich eine Vielzahl von Einrichtungen und Einzelpersonen beteiligt. Nur dieser breiten Unterstützung und Kooperation ist das hier vorgelegte Ergebnis zu verdanken. Stellvertretend für alle sei an dieser Stelle besonders den Angehörigen und Freunden der Verstorbenen, die das Projekt mit ihren Erinnerungen und Fotos unterstützt haben, unser herzlicher Dank ausgesprochen.

Unter dem Titel “Die Toten des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953” sind die Ergebnisse des Projektes mit maßgeblicher Unterstützung der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur im Münsteraner LIT-Verlag als Buch veröffentlich worden. 

Quellen:

Wikipedia, Bundeszentrale für Politische Bildung, Planet-Wissen.de u.a.

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