Seit ihrer Gründung (1776) befinden sich die USA 222 Jahre lang im Kriegszustand. Kein Land ist kriegerischer als die USA



Die vergessenen US-Militärinterventionen in Lateinamerika

Vom Beschützer der westlichen Werte wurden sie zur – neben dem Islam und dem US-geführten Globalismus (in welchem die USA nur einer neben vielen anderen Spieler sind) – zur vermutlich größten Gefahr für die Freiheit.

Wer nicht so spurt, wie die USA es will, der wird niedergermacht. Dabei ist es ziemlich egal, ob es sich um Freund oder Feind handelt. Einen Grund für eine militärische Intervention oder für ein nicht minder vernichtendes Wirtschaftsembargo haben die USA bislang immer gefunden.

Kein anderes Land der Erde bringt es auf eine so blutige Bilanz wie die USA. In 201 Konflikten seit 1945 hat das US-Regime mindestens 6 Mio Menschen (andere Schätzungen (s.u.) gehen gar von 30 Millionen Menschen aus) für die eigenen geopolitischen Zwecke töten lassen.

Die USA: Seit ihrer Gründung (1776) befindet sich dieses Land 222 Jahre lang im Kriegszustand

Seit ihrer Gründung im Jahre 1776 befanden sich die USA unfassliche 222 Jahre lang im Kriegszustand. Bis zum Jahr 2015 führten die USA in den 239 Jahren ihres Bestehens also während 93 Prozent ihrer Existenz Krieg. Die US-Geschichte wurde mit Blut geschrieben. Vor allem fremdem Blut…

Kein anderes Land der Erde bringt es auf eine so blutige Bilanz, wie die USA. In 201 Konflikten seit 1945 hat das US-Regime mindestens 6 Mio Menschen (andere Schätzungen (s.u.) gehen gar von 30 Millionen Menschen aus) für die eigenen geopolitischen Zwecke töten lassen:

“Betrachtet man allein die Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, so hat die Welt in diesem Zeitraum ganze 248 bewaffnete Konflikte erlebt.

Ganze 201 davon (81 Prozent) liefen im aktiver US-Beteiligung ab. Zudem wurden in diesen Konflikten und Kriegen über 30 Millionen Menschen – davon rund 90 Prozent unschuldiger Zivilisten – von US-Militärs getötet. Soldaten und bewaffnete Kräfte kamen nur zu geringen Teilen zu Schaden.

Dass sich dieses Land dann auch als “Führungsnation der westlichen Welt” und als “Weltpolizei” (und “Weltrichter und “Welthenker”) aufspielt, sollte uns “Westlern” zu denken geben. Denn wir werden zwangsläufig in dieser Mordmaschinerie des Militärisch-Industriellen-Komplexes (MIK) hineingezogen und somit auch zu feindlichen Zielen jener, welche von den USA zuerst mit Terror und Gewalt überzogen wurden.”

https://www.contra-magazin.com/2015/10/seit-1945-usa-toeteten-ueber-30-millionen-menschen/

USA: Tausende verdeckte CIA-Operationen zum Sturz unliebsamer Regierungen

Dass es ihnen längst nicht mehr um Freiheit und Demokratie, sondern allein nur noch um die Verteidigung ihrerer weltweiten Hegemonie geht, zeigt sich allein daran, dass sie proamerikanische brutale Diktaturen in Lateinnamerika und Afrika und Asien (Beispiel: Iran des Schah Reza Pahlevi, der Iran des Massenmörders Saddam Hussein (bis 1991); Libyen des Soziopathen Gadaffi; Uganda des Kannibalen Idi Amin etc.etc. ) problemlos duldeten und nicht im Traum daran dachten, wegen “Verletzungen demokratischer Prinzipien” dort einzumarschieren.

John Stockwell, ehemaliger CIA-Offizier, befehligte CIA-Geheimoperationen in Vietnam und Angola (1975). Er trat aus der CIA aus und offenbarte der Öffentlichkeit im Jahre 1988 erstaunliches über die CIA-Praktiken:


“Ich glaube, es war etwa die Mitte der 1980-er Jahre, als ich den Begriff “Dritter Weltkrieg” prägte, weil ich aufgrund meiner Recherchearbeit zu der Überzeugung gelang, dass wir mit unseren CIA-Operationen nicht die UdSSR attackierten, sondern wir attackierten die Menschen in der Dritten Welt.

Aufgrund der mangelnden Zeit werde ich jetzt ganz schnell vorangehen, um Ihnen nur ein ungefähres Gefühl zu vermitteln, wie dieser “Dritte Weltkrieg” aussah.

Die CIA unternahm Geheimoperationen in jedem Winkel der Erde. Die CIA nahm sich das Recht, jenseits und über die US-Gesetze im Ausland zu handeln. Die CIA hatte die Lizenz zum Töten, aber auch die Lizenz für Drogenschmuggel und die Lizenz für Verbrechen aller art, die man anderen Menschen und Völkern angetan hat. Die Lizenz zum Bruch des internationalen Rchts, unseres US-Rechts und jeglicher Prinzipien der Zusammenarbeit der Völker für eine friedliche und bessere Welt.

Grundsätzlich ist es, gemessen an der Zahl der Toten und Zerstörung der menschlichen Leben, der dritt-blutigste Krieg in der gesamten Menschheitsgeschichte.”

Beitrag ursprünglich erschienen: NPN (der Link wurde inzwischen gelöscht)
https://web.archive.org/web/20160927050716/www.statusquo-news.de/6-millionen-tote-40-jahre-kriegsverbrechen-der-usa/

Nicht US-freundliche Diktaturen und Regierungen pflegen die USA mittels massiver Sabotageaktionen des berüchtigten CIA zu destabilisieren, wobei sie auch vor Mord an den politischen Führern, einschließlich des Präsidenten nicht zurückschrecken. Chile ist so ein Beispiel, wo die CIA mit verdeckten Aktionen dafür sorgte, dass Salvador Allende ermordete wurde und der Militärdiktator Pinochet die kommenden Jahrzehnte die Macht innehatte. Auch den kubanischen Diktator Fidel Castro versuchte die CIA mehrfach, ermorden zu lassen.

Laut Senator Frank Church hat es 14 Jahre vor Beginn einer 1988 stagefunden Untersuchung 900 große CIA-Operationen und 3000 kleine CIA-Operationen im Ausland gegeben

http://www.anonymousnews.ru/2016/12/29/erschreckende-zahlen-nato-und-usa-ermordeten-4-millionen-zivilisten-seit-1990/

Die USA sind heute nicht mehr das, was sie noch vor 40 Jahren waren.

Inzwischen sind, aufgrund der militärischen Superpower der Amerikaner, alle, auch westliche Länder von den USA bedroht, die eine gewählte Regierung haben, die nicht auf 100prozentigem proamerikanischen Kurs liegt.

Selbst wo, wie in westlichen Ländern, eine Liquidierung von Politikern politisch hochriskant ist und daher in aller Regel unterlassen wird, greifen die USA mit Mitteln der Desinforamation und Diffamierung ein, um einen ungeliebten Präsidenten oder Staatsführer ins Abseits zu stellen. Zu diesem Zweck hat die CIA eine eigene Abteilung für politischen Desinformation und Destabilisierung aufgebaut, in der tausende Amerikaner rund um die Uhr damit beschäftigt sind, die Medien der Welt mit geschickt manipulierten Fake-News gegen unliebsamen Politiker, Wirtschaftsbosse oder Intellektuelle zu versorgen. (ein äußerst aufschlussreicher Artikel zu diesem Thema folgt in Bälde).

Damit ich nicht missversanden werde: Ein großer Teil jener Länder, in denen die USA militärisch intervenieren, sind reine Schurkenländer.

Saddam Hussein etwa ließ in der über 30-jährigen Schreckensherrscaft über 1,2 Millionen Iraker umbringen – meist grausam und unter zuvor unvorstellbarer Folter. Es gab buchstäblich kein irakische Familie, die nicht mindestes ein Familinemitglid durch den Saddam’schen Terror verloren hatte. Man fand dutzende von Massengräbern, in welchen zigtausende, vom sunnitischen Hussein verhasste, irakische Schiiten verscharrt worden waren.

In berüchtigten Gefängis Abu Goreib fand man einen (deutschen) Industrieschredder, in welchem tausende Regimegegner oder politische Gefangege lebenden Leibes hineingeworfen, lebend geschreddert und ihre Kleinteile dann mit einer extra angefertigten unterirdischen Pipeline in den Tigris geleitet wurden. Man kann sich als Unbeteiligter die Höllenqualen nicht ansatzweise vorstellen, durch welche Höllenqualen die Opfer zu gehen hatten:

“In the runup to the 2003 Invasion of Iraq, press stories appeared in the United Kingdom and United States of a plastic shredder or wood chipper into which Saddam and Qusay Hussein fed opponents of their Baathist rule…

These stories attracted worldwide attention and boosted support for military action, in stories with titles such as “See men shredded, then say you don’t back war”. 1)2)

Ann Clwyd wrote in The Times six days later, an article entitled “See men shredded, then say you don’t back war,” saying that an unnamed Iraqi had said the Husseins used a shredder to gruesomely kill male opponents, and used their shredded bodies as fish food.[3] Later she would add that it was believed to be housed in Abu Ghraib prison, and spoke with an unidentified person who claimed the shredders were dismantled “just before the military got there”.[4]

Two days later, Australian Prime Minister John Howard made reference to the “human-shredding machine”.


Melanie Phillips wrote in The Daily Mail, saying that the machine resulted in “bodies … chewed up from foot to head”.

In William Shawcross’ 2003 book Allies: The United States, Britain, Europe and the War in Iraq, he claimed that Saddam Hussein “fed people into huge shredders, feet first to prolong the agony”.

The Sun’s political editor Trevor Kavanagh wrote in February 2004 that “Public opinion swung behind Tony Blair as voters learned how Saddam fed dissidents feet first into industrial shredders.”

1+2: Saddam Executed; An Era Comes to an End; Prison Stands as Testament to Saddam’s Evil
3: Clwyd, Ann. See men shredded, then say you don’t back war The Times. March 18, 2003.
4: How a Labour rebel became friends with US hawks The Guardian. June 23, 2003.

Idi Amin hatte einen unteririschen Geheimgang zwischen seinem Palast und dem neben diesem gelegenen Staatsgefängnis, durch den er, wenn er sich langweilte, zu diesem Gefängnis ging und seine Feude daran hatte, dort Gefangenen langsam und unter unvorstellbaren Qualen zu Tode zu foltern. Nachem Idi Amin (der am Ende zu Islam konverierte und in Saudi Arabien lebenslanges politisches Asyl erhielt, aus Uganda geflohen war, fand man in seinen riesigen Kühlschränken abgeschlagene Köpfe, herausgeschnitte Herzen, Lebern und abgetrennt Fleischstücke von Ugandern – die Amin zu verzehren pflegte.

Auch Che Geuevara war ein leidenschaftlicher Folterer – der Gefangene zu seinem eigenen Vergnügen (ein typisches Kennzeichen für einen klinischen Psychopathen) in hunderten Fällen zu Tode folterte. Geständnisse waren weder beabsichtigt noch das Ziel dieser finalen Folterungen – zu denen er im übirgen auch manchmal Staatsgäste, u.a. auch Literaten aus Europa, einlud. Dass unsere Medien darüber so gut wie nichts berichten, wirft ein bezeichnendes Licht auf diese. Sie sind moralisch gesehen auf dem gleichen verrotteten Level wie der von ihnen zum Halbgott erkorene Che Gueavara.

Die Liste der Menschenschlächter ließe sich beliebig forsetzen. Frage allein ist: Hat ein einzelner Staat überhaupt das Recht, ohne UN-Mandat ein souverändes Land anzugreifen? Selbst dann, wenn in diesem Land eine brutale Diktatur herrscht? Nun, diese Frage haben die USA für sich längst beantwortet: Sie haben es. Und sie tun es.

Lesen Sie in der Folge einen Artikel über die US-amerikanischen Militärinterventionen in Lateinamerika.

***

US-Militärinterventionen in Lateinamerika

Aus: amerika21.de, geschrieben am 05/02/2019

https://i2.wp.com/i.redd.it/rr4gl7mh35611.jpg?resize=361%2C542&ssl=1
GRAFIK MIT DOPPELKLICK VERGÖßERN
  • Kolumbien: 1953 (Putsch durch General Rojas Pinilla) bis heute: 6.800.000 Kriegsopfer, davon 950.000 Morde, Entführungen, Folterungen und Vergewaltigungen
  • Paraguay: Mai 1954: Putsch durch General A. Stroessner: 50.000 Tote; bei 19.882 Verhaftungen, 18.772 Gefolterte, 30.000 Verschwundene, 400.000 Vertriebene
  • Guatemala: 1954 (Sturz der Regierung Jacobo Árbenz), bis 1996: 200.000 Tote, 45.000 Verschwundene, 1.000.000 Vertriebene
  • Kuba: April 1961 (Invasion Schweinebucht) bis heute: 3.700 Tote, 104 Milliarden US-Dollar Embargo-Verluste
  • Brasilien: März 1964 (Putsch unter General Castelli Branco) bis 1985: 3.000 Tote, 200 Verschwundene, 20.000 Gefolterte
  • Bolivien: Putsch1980: 500 Tote, 4.000 Verhaftete
  • Dominikanische Republik: April 1965 (Militärintervention der USA): 4.000 Tote
  • Uruguay: 1973 (Putsch) bis 1985 700 Tote, 164 Verschwundene
  • Chile: 11. September 1973 (Putsch) bis 1990: 2.100 Tote, 1.100 Verschwundene, 200.000 Verhaftete, 100.000 Gefolterte, 400.000 Exilierte
  • Argentinien: 24. März 1976 (Putsch) bis 1982: 30.000 Tote und Verschwundene
  • El Salvador: 15. Oktober 1979 (Putsch) bis 1992: 75.000 Tote
  • Nicaragua: Somoza- Diktatur und Unterstützung der Contras15: 100.000 Tote, 350.000 Kriegsflüchtlinge
  • Peru: 1980 – 2000 Aufstandsbekämpfung gegen den “Leuchtenden Pfad”: 60.000 Tote, 7.000 Verschwundene, 1.000.000 Vertriebene, 10.000 politische Gefangene
  • Grenada: 1983: Militärintervention der USA: 94 Tote, 511 Verwundete
  • Panama: 1989: Militärintervention der USA: 3.000 Tote
  • Venezuela: April 2002: Putsch gegen Präsident Hugo Chávez19: mehr als 100 Tote
  • Bolivien: September 2008: Putschversuch der Separatisten in Santa Cruz, keine Zahlen bekannt
  • Honduras: Juni 2009: Putsch gegen Präsident Zelaya, 100 Tote
  • Ecuador: 30. September 2010: versuchter Staatsstreich gegen Präsident Correa2: fünf Tote, 30 Verletzte,
  • Paraguay: 2. Juni 2012, Staatsstreich gegen Präsident Bischof Fernando Lugo, keine Zahlen bekannt. Quelle

Damit es auch hier keine Mißverständnisse gibt:

Viele der US-Intervention haben einen jahrzehntelangen Terror in einigen der oben genannten Länder beendet. Die marxistische Terrororgansation “Leuchtender Pfad” in Peru etwa ist verantwortlich für einen beispiellosen Terror gegen die peruanische Landbevölkerung und hat unvorstellbare, von westlichen Medien meist verschwiegene Gräuel gegen die Einheimischen durchgeführt. Der “leuchtende Pfad” war eine eine marxistisch-leninistische und maoistische Partei und Guerillaorganisation in Peru, die, fast zeitgleich mit der deutschen RAF, Ende der 1960er Jahre aus einer Studentenbewegung an der Universität von San Cristóbal de Huamanga im peruanischen Departement Ayacucho hervorging.

Die Guerillaaktivitäten der Gruppe lösten über zehn Jahre andauernde bürgerkriegsähnliche Konflikte in Peru aus, die fast 70.000 Menschen das Leben kosteten, darunter mehrheitlich Angehörige der quechuasprachigen Landbevölkerung.

Der folgende Beitrag entsammt der Feder von Dr. Winfried Hansch. Hansch ist Autor zahlreicher Studien zu Lateinamerika, speziell zu Argentinien, Mexiko und Beziehungen USA – Lateinamerika. Er war elf Jahre im Diplomatischen Dienst der DDR in Argentinien (1977 – 1982) und Mexiko (1985 – 1990) tätig. Seit 2007 ist er Vorsitzender der Alexander- von- Humboldt- Gesellschaft.

Hansch ist ganz offensichtlch ein Linker. Seine Darstellngen der Militärinterventionen der USA lassen den diktatorischen und menschenrechtswidrigen Aspekt der meisten Länder sowie dieren gravierenden Menschenrechtsverletzungen nahezu vollständig außer Acht. Hansch spricht etwa von der “Ermordung” Che Guevaras – ohne diesen brutalen Massenmörder auch nur ansatzweise zu thematisieren. Auch thematisiert Hansch mit keinem Wort, das der damalige Präsident Panamsa, Noriega, ein höchst krimineller Drogendealer und Schutzgelderpresser war. In Panama wurde er am 4. Oktober 1994 in Abwesenheit wegen des Mordes an dem Dissidenten Hugo Spadafora zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Und in Frankreich war Noriega 1999 in einem Geldwäscheverfahren in Abwesenheit zu zehn Jahren Gefängnis[ und einer Geldstrafe von umgerechnet 11,2 Millionen Euro verurteilt worden. Es ging dabei um Geldwäsche in Höhe von 3,15 Millionen US-Dollar aus Drogengeschäften.

Dass Hansch all dies und mehr verchwiegt, ist unsittlich und macht sein voliegendes Schreiben zu einem plumben antiamerikanischen Propanda-Artikel. Dennoch sind die bloßen, von ihm erwähnten Fakten im Prinzip richtig.

Staatsstreiche und Militärinterventionen nach 1945 in Lateinamerika

Aktualisierte Fassung eines Vortrages aus Heft 181
der Pankower Vorträge der “Hellen Panke” vom 22/23. Juni 2012

Der Bürgerkrieg in Kolumbien dauert über 60 Jahre. Im Juni 1953 stürzte General Rojas Pinilla mit der Losung “Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit” den 1949 an die Regierung gekommen Reaktionär Laureano Gomez, der als Anhänger Hitlers galt. Pinilla versprach, den Bürgerkrieg zu beenden. Es war aber nur eine neue Etappe der Gewalt. Der Krieg in diesem Land ist die schlimmste menschliche Katastrophe Lateinamerikas seit den Befreiungskriegen vor 200 Jahren. Seit 1953 wurden über 6,5 Millionen Kolumbianer zu Kriegsflüchtlingen. Mehr als eine halbe Million Kolumbianer passierten bis Januar 2011 ohne Dokumentation die Grenze nach Ecuador.

Die Härte der militärischen Auseinandersetzungen zeigt sich auch darin, dass die Guerillabewegung Farc allein im Jahr 2011 über 2.100 Militäraktionen unternahm2. Die Regierungsseite gab an, von 2008 bis 2011 über 7.300 Kämpfer der FARC getötet oder verwundet zu haben. Bei den grausamen inneren Auseinandersetzungen in Kolumbien kamen von 2002 bis 2007 mindestens 14.000 Zivilisten ums Leben. Am 15. Juni 2012 bestätigte die Staatsanwaltschaft Kolumbiens die Existenz von 180 Massengräbern, die von den faschistoiden Paramilitärs in den Jahren 1995 und 1996 in den nordöstlichen Regionen Choco und Antioquia angelegt worden waren23. Der volle Umfang der nationalen Tragödie wird sich erst nach Friedensschluss zeigen.

Bei Paraguay wird eine Methode der Militärmachthaber besonders deutlich: Folter während der Verhöre. Von 19.882 offiziell Verhafteten wurden 18.772, also fast 95 Prozent gefoltert2.

Am Beispiel von Guatemala wird erkennbar, wie schwer und kompliziert es ist, diese über mehrere Jahrzehnte dauernden Bürgerkriege in Lateinamerika zu bewerten. “Wahrheitskommissionen” wie in Guatemala 1999 unter Christian Tomuschat haben eher zur Vertuschung, bestenfalls zur teilweisen Dokumentation der Verbrechen der Regime beigetragen25. Die Entdeckung des Geheimarchivs aus Zeiten der Diktatur “La Isla” inmitten von Guatemala-Stadt im Jahre 2005 hat gezeigt, dass bekannte Zahlen schnell von einer noch grausameren Wirklichkeit eingeholt werden können. Mit der Wahl von Ex-General Otto Pérez Molina zum Staatspräsidenten im September 2011 übernahm ein “Aufstands-Bekämpfer”, ein Täter, das oberste Amt in Guatemala.

Kuba befindet sich seit 1961 im “Fadenkreuz der USA”. Nach der Niederlage in der Schweinebucht 1961 verhängte Präsident John F. Kennedy im Februar 1962 eine Wirtschaftsblockade gegen Kuba. Die USA, die Nato und auch die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland investierten Milliarden US-Dollar in Programme zum Sturz des politischen Systems in Kuba. Die den Nato-Richtlinien untergeordnete Lateinamerikapolitik der konservativen Bundesregierung strebte aktiv einen Regime-Wechsel in Kuba an. Die Adenauer-Stiftung organisierte unter dem Titel “Transitions – Szenarien für Kuba” Treffen extremistischer Gruppen von Castro-Gegnern aus Kuba und Miami2. Mit der Wiedereinsetzung von Steinmeier im Dezember 2013 in das frühere Amt ist eine Fortsetzung der bisherigen Kuba-Politik zu erwarten.

In Bolivien lässt sich an den Putschen deutlich die direkte Steuerung einheimischer Militärs durch die USA ablesen, die in der Regel durch die als Militärattachés getarnte CIA-Residenten erfolgte. Präsident Víctor Paz Estenssoro hatte 1964 eine “Todsünde” begangen: Er hatte sich der amerikanischen Kuba-Politik entgegengestellt. 1962 stimmte Bolivien gegen den Ausschluss Kubas aus der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und 1964 gegen die Blockade.

Als Paz Estenssoro versuchte, Wirtschaftshilfe und Investitionen aus der Sowjetunion zu erhalten, wurde sein Sturz beschlossen. US-Oberst Edward Fox ließ General René Barrientos den Putsch starten. Im Jahre 1967 half dafür die Marineinfanterie der USA bei der Suche und Ermordung von Ernesto Che Guevara. Es folgten weitere Umstürze innerhalb der Putschregime, bis im Januar 1971 Oberst Hugo Banzer an die Macht kam und bis 1978 regierte. Nach Banzer entwickelte sich unter der Präsidentin Lydia Geiler eine bürgerliche Demokratie. Schon im Juni 1980 erlitt Bolivien den nächsten Putsch durch General García Meza. Einen besonders grausamen Beitrag bei Verhören, Folterungen außergerichtlichen Tötungen spielten hunderte Paramilitärs, “Novios de la muerte”, die von Altnazi Klaus Barbie ausgebildet worden waren. Bei dem Meza- Putsch wurden laut Menschenrechtsorganisationen 500 Menschen getötet und über 4.000 verhaftet. Garcia Meza und Ex-Innenminister Luis Arze Gómez wurden später rechtskräftig verurteilt, ihre Helfer nicht.

In der Dominikanischen Republik kam nach mehreren Aufständen gegen die Trujillo-Diktatur der progressive Präsident Juan Bosch im April 1964 an die Macht und wurde bereits im September 1964 wieder gestürzt. Mit einer Invasionsarmee von 40.000 US-Marines wurde die spätere Diktatur von Joaquin Balaguer gesichert. Während der Kämpfe wurden 4.000 Dominikaner getötet. Darunter befanden sich viele Frauen und Kinder.

Die Anzahl der Opfer in Uruguay konnten bis heute nicht definitiv bestätigt werden. Hier spielen die “Todesflüge” wahrscheinlich eine große Rolle. Auffallend dabei ist, dass in Argentinien (120 Fälle) mehr Uruguayer entführt wurden als in Uruguay selbst (60 Fälle). Das ist auch ein Ergebnis der verbrecherischen “Operation Condor”. Die Aufarbeitung der Menschenrechtsverletzungen in Uruguay scheiterte bisher an den noch gültigen Amnestiegesetzen. Weniger als ein Dutzend Militärs wurden verurteilt.

Mit dem Putsch in Chile am 11. September 1973 begann die Diktatur des Generals Augusto Pinochet, die bis zum 11. März 1990 dauerte2. Unter den 3.000 Toten befanden sich hunderte Militärs, die verfassungstreu zu Präsident Salvador Allende standen. Darunter unbekannte Soldaten aller Dienstgrade bis hin zu Generälen wie René Schneider (getötet am 25.Oktober 1970), Carlos Pratts (getötet am 30. September 1974) oder Alberto Bachelet (getötet am 12. März 1974), dem Vater der derzeitigen Präsidentin Chiles. Nur wenige Militärs, überwiegend ehemalige Mitarbeiter des Geheimdienstes, wurden vor Gericht zur Verantwortung gezogen. Chile lebt in der Postdiktatur mit der Verfassung von Pinochet. Mit dem Sieg der Kandidatin der “Nueva Mayoría”(Neue Mehrheit), Michelle Bachelet, am 15. Dezember 2013, besteht die Möglichkeit, die Aufarbeitung der Diktatur entscheidend voranzubringen, wenn es gelingt, die Verfassung zu ändern.

Der Militärputsch von General Videla, Admiral Massera und General Agosti am 24. März 1976 in Argentinien etablierte einen Staatsterror, der über 30.000 Todesopfer zur Folge hatte. Das betraf auch viele politische Flüchtling aus Uruguay, Chile, Bolivien und Paraguay, die im Rahmen der “Operation Condor” auf dem Boden Argentiniens entführt, gefoltert oder getötet wurden. Mit der Regierung von Präsident Néstor Kirchner im Jahre 2003 und der Aufhebung der Amnestiegesetze durch das Verfassungsgericht begann in Argentinien die Strafverfolgung der Gewaltverbrechen während der Militärdiktatur in einer neuen Qualität. Über 1.000 Militärs mussten sich vor Gericht verantworten. Die Rolle von großen Unternehmen, auch deutscher wie Daimler Benz während der argentinischen Militärdiktatur ist noch juristisch aufzuarbeiten.

Befasst man sich mit Nicaragua, muss man bis 1925 zurückgehen. Von 1926 bis 1933 kämpfte “El pequeño ejército loco” (Das kleine verrückte Heer) unter Augusto Sandino gegen die Eindringlinge aus den USA. Dieser heroische Befreiungskrieg forderte 40.000 Menschenleben, in der Mehrzahl Bauern. Die Bezeichnung für die Patrioten des Heeres von Sandino habe ich von dem Argentinier Gregorio Selzer übernommen30. Die Somoza-Diktatur hinterließ 50.000 Tote. Das Land wurde durch offene Kriegshandlungen, Bombardierungen und Beschuss durch Flugzeuge “unbekannter Nationalität” oder verminte Häfen, finanzielle Blockade, Sabotage und Zerstörung von Infrastruktur, Zuckerfabriken, Lebensmitteldepots und Kaffeefeldern verwüstet. 1986 verklagte die sandinistische Regierung vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag die USA. Diese wurden zu 1,7 Milliarden US-Dollar Schadenersatz verurteilt. Die US-Administration erkannte das Urteil nicht an.

Bei El Salvador muss man in die 30er Jahre zurückgehen. Im Jahre 1932 erhoben sich Tausende Bauern gegen ihre inländischen und ausländischen Ausbeuter. Farabundo Martí kehrte aus dem Exil zurück. Bei der Niederschlagung des Aufstands wurden 30.000 Bauern getötet (“La Matanza” – Das Gemetzel). Farabundo Martí wurde standrechtlich erschossen. In dem Bürgerkrieg von 1979 bis 1992 wurden weitere 75.000 Menschen getötet.

Am Beispiel der kleinen Insel Grenada (1/3 der Fläche der Insel Rügen) manifestierte im Oktober 1983 die Großmacht USA ihre hysterische Angstkampagne vor dem “Internationalen Kommunismus”. Am 25. Oktober besetzten 7.600 US-Soldaten unter Befehl von General Norman Schwarzkopf die Insel mit dem Ziel, ein “zweites Kuba” zu verhindern. An der Invasionsarmee waren auch symbolische Kontingente einiger Karibikstaaten beteiligt. Unter den fast Hundert Todesopfern waren 25 Kubaner, weitere 59 wurden verwundet. Die amerikanische Invasionsarmee hatte 19 Tote und 116 Verwundete, hauptsächlich Opfer der Flugzeugabstürze außerhalb von Kampfhandlungen.

Nach der “Unabhängigkeit” von Panama im Jahre 1903 sind die USA dann 1989 zum siebten Mal in dieses Land eingefallen. Die Supermacht siegte in wenigen Stunden über eine der kleinsten Armeen Lateinamerikas. Über 3.000 Menschen wurden getötet. Bei der Panama-Invasion wurden 23 Amerikaner getötet, 324 verwundet.

Aktualisierte Fassung eines Vortrages aus Heft 181 der Pankower Vorträge der “Hellen Panke” vom 22/23. Juni 2012

Quelle:
https://amerika21.de/analyse/123974/terroropfer-lateinamerika

QUELLEN:

Gregorio Selzer: Cronologia de las intervenciones extranjeras en America Latina, Tomo VI, S. 359ff, Mexiko, 2009
William Blum: Zerstörung der Hoffnung, 2008, S. 271
Políticas Públicas de Verdad y Memoria en 7 países de America Latina, Cámara Municipal Sao Paulo,1990
Paula Gaviria, Unidad de Atención Reparación Integral a las Víctimas del Conflicto Armado, Bogotá, in “El Tiempo”, 28.12.2014; Pueblos, Nr. 45, 2011, Madrid, S. 16; ARCANOS, Bogotá, Januar 2012
Testiomonios del Horror, Informe Final de la Comision Verdad y Justicia Asuncion, Mai 2010, Tomo II, S. 17
Vortrag von Botschafter Gabriel Edgardo Peralta, 04.11.2008, Berlin 7. Resolution der UNO Vollversammlung Juli 2011 zur Blockade gegen Kuba
Valter Pomar, in Outras palabras und Agencia Publica vom Februar 2012
William Blum: Zerstörung der Hoffnung, 2008, S. 371 ff.
Lateinamerika Nachrichten 2004, Heft 365
Informe Final de la Comision para la Paz. Montevideo 2003
Bericht von Bischof Sergio Valech an Präsident Ricardo Lagos Santiago de Chile, November 2004
Bericht der Comision Ernesto Sabato, Übergabe des Berichtes an Präsident Raul Alfonsin am 20. September 1984
Tomas Lamber, 24. März 2011 in: Portal amerika 21.de. Anlässlich OBAMA–Besuch in El Salvador
Barricada Internacional, Nr. 40/41, März 1992 Carlos Fonseca, Obra Fundamental, Edition 2006
Laut Informe Final der “Wahrheits- und Versöhnungskommission”, Lima 2004, wurden davon gesichert 30.000 Menschen durch Streitkräfte, Polizei und Dorfschützer getötet
enotes.com/topic/Invasion of grenada,19. Juni 2012
Colin Powell: Mein Weg, 1995, S. 444 / William Blum: Zerstörung der Hoffnung, 2008, S. 811–821
Eva Gollinger, Argenpress, 03.02.2015
Botschafter Jorge Jurado, 13.1.2015
Pueblos, Madrid, Jan. 2011, S. 28
Arcanos, ebenda, S. 36
Portal amerika21, 15.06.2012
siehe: Testimonios del horror, Tomo II, S. 17
siehe Bericht der Kommission “Erinnerung an das Schweigen” vom 25. Februar 1999, Guatemala-Stadt
H. Schäfer, Berlin 2007
Außenminister Steinmeier am 08. Mai 2008, Protokoll Bundestag S. 16997
Homepage KAS Mexiko vom 26.10.2008[/]. Die Hans-Seidel-Stiftung arbeitete an der “Öffnung des autoritären Systems” in Kuba Homepage HSS Kuba vom 15.10.2008
Siehe auch: Naomi Klein, Die Schockstrategie, 2007 und Naomi Wolf, Wie zerstört man eine Demokratie, 2012
Sandino, General der Freien Menschen, 1955
v. Bülow, 1998, Im Namen des Staates, Pieper-Verlag, S. 216
V. Bülow, ebenda, S. 371
R. Fuchs/ D. Nolte: Zur Analyse der Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen in Lateinamerika. In: Lateinamerika Analysen, 10/2004, S. 63
in Gregorio Selser: Panamá erase un país a un canal pegado, S. 215–216 und S. 275–291

* Quelle: www.rainforestfoundation.org Quechua of the Peruvian Amazon

HINWEIS VON MICHAEL MANNHEIMER

Auch dieser Artikel enthält angeblich “absolut unzulässige Inhalte”. Inhalte, die, so die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, unsere “Jugend gefährden”.

Denn laut Beschluss der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien wurde mein Blog und alle meine tausenden Artikel im Februar 2019 per einfachem Behörden-Erlass indiziert.

Mein Blog und alle Artikel wurden offiziell wie folgt eingestuft: “Absolut unzulässige Inhalte” wegen Gefährdung der Jugend.

Schon 2016 erhielt ich eine Strafanzeige dieser “Behörde” folgendes Inhalts:

„Sein Inhalt ist offensichtlich geeignet (§23 Abs.1 JuSchG) Kinder und Jugendliche sozialethisch zu desorientieren, wie das Tatbestandsmerkmal „Gefährdung der Entwicklung Kindern und Jugendlichen oder ihrer Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit“ in §18 Abs. 1 JuSchG nach ständiger Sprachpraxis der Bundesprüfstelle sowie höchstrichterlicher Rechtsprechung auszulegen ist.“

Es ist also nicht länger Sache eines Gerichts, was die Beurteilung der Grundrechts auf Meinungsfreiheit (ein Grundrecht hat sog. “Ewigkeitswert”) anbelangt – sondern das macht eine dem Bundesministerium untergeordnete Behörde auf Weisung von oben. Was ein klassisches Merkmal für eine Diktatur ist. (Mehr dazu hier.)

Quelle und mehr……Staatsstreiche und Militärinterventionen nach 1945 in Lateinamerika

SPENDEN AN MICHAEL MANNHEIMER

Überweisung an:

OTP direkt Ungarn
 Kontoinhaber: Michael Merkle/Mannheimer
 IBAN: HU61117753795517788700000000
 BIC (SWIFT): OTPVHUHB
 Verwendungszweck: Spende Michael Mannheimer
 Gebühren: Überweisungen innerhalb der EU nach Ungarn sind kostenfrei
Seit Jahren arbeite ich meist unentgeltlich an der Aufklärung über die Islamisierung unseres Landes und Europas. Für meine Vorträge bei Parteien nehme ich prinzipiell kein Honorar: niemand soll mir nachsagen, dass ich im Dienste einer Partei stehe. Ich bin radikal unabhängig und nicht parteigebunden. Doch das hat seinen Preis: meine finanziellen Reserven sind nun aufgebraucht. Ich bin daher für jeden Betrag, ob klein oder größer, dankbar, den Sie spenden. Sie unterstützen damit meine Arbeit an der Aufklärung über die Islamisierung und meinen Kampf gegen das politische Establishment unseres Landes.
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