Germanophobie: Der ewige Deutschenhass. Beispiel Frankreich (Teil2/5) √


Bis heute ein Tabu: Wie Frankreich den Hass gegen Deutschland schürte

“Diejenigen, die sich nicht der Vergangenheit erinnern, sind verurteilt, sie erneut zu durchleben.”

George de Santayanam, spanisch-amerikanischer Philosoph und Schriftsteller
* 16.12.1863, † 26.09.1952

Im ersten Teil zum Thema Germanophobie (aus dem Buch von Gustav Sichelschmidt: “Der ewige Deutschenhaß. Hintermänner und Nutznießer des Antigermanismus” 1992) ging es um grundsätzliche Überlegungen des Historikers Sichelschmidt zu den Ursachen und Auswirkungen der Germanophobie. Die Tatsache, daß wir Deutschen zu den bestgehaßten Völkern der Weltgeschichte gehören, wird bei uns zulande gar nicht erst ins allgemeine Bewußtsein aufgenommen. Man verdrängt dieses rassistische Phänomen und deckt es aus Gründen einer allzu einseitig betriebenen Entspannungspolitik mit dem Mantel des Schweigens zu. Eine energische Durchsetzung unserer nationalen Würde ist offenbar nicht unsere Sache.

Das alles ist um so erstaunlicher, als der Deutschenhaß mit Sicherheit eine unvergleichlich höhere Effizienz besitzt als etwa der Antisemitismus (besser: Antijudaismus). Immerhin entfallen auf sein Konto nicht nur die unzähligen Deutschenpogrome, die man schamhaft zu verschweigen pflegt, sondern im Grunde auch die beiden Weltkriege dieses Jahrhunderts mit Hekatomben von gefallenen Soldaten und toten Zivilisten.

Die Wirkungen des Antigermanismus übertreffen bei weitem die Horrorvisionen des Antisemitismus, an dessen hinreichendem Bekanntheitsgrad in aller Welt kaum ein Zweifel besteht.

Unter Germanophobie (oder Antigermanismus) versteht man, dem Wort selbst nach, eine feindliche Einstellung gegenüber Germanen bzw. Menschen germanischer Herkunft oder Prägung (Nordische Rasse) sowie deren Kultur. Meist wird der Begriff als Synonym für Germanophobie bzw. Deutschfeindlichkeit verwendet. Antigermanismus beschreibt nicht nur den Deutschenhaß von Ausländern in und außerhalb der BRD, nicht nur den (historisch größtenteils überwundenen) historischen Hass von Weltmächten wie England, USA, Frankreich gegen die ökonomische und phasenweise militärische Weltmachtstellung Deutschland, sondern ist Konsens unter linksextremistischen Gruppen und politischen Minusseelen.

Beispiele von autochthonem Deutschenhass:

„Wir, die Grünen, müssen dafür sorgen, so viele Ausländer wie möglich nach Deutschland zu holen. Wenn sie in Deutschland sind, müssen wir für ihr Wahlrecht kämpfen. Wenn wir das erreicht haben, werden wir den Stimmenanteil haben, den wir brauchen, um diese Republik zu verändern.“

Daniel Cohn-Bendit, Bündnis90/Die Grünen

„Deutschland muß von außen eingehegt, und von innen durch Zustrom heterogenisiert, quasi verdünnt werden.“

Zusammenfassende Rezension von Mariam Lau zu Joschka Fischers Buch „Risiko Deutschland“

Sichelschmidt kommt das Verdienst zu, sich wie kaum eine anderer Historiker mit den historischen Quellen des Deutschenhasses beschäftigt zu haben.

Wegen seiner umfassenden Belesenheit und professionellen Vertrautheit mit Originalquellen gibt es zu diesem großen, die von den Alliierten ins geradezu Abstruse verzerrte Geschichte der Deutschen zurechtrückenden Historiker auch nur einen dünnen Beitrag beim von der NWO okkupierten Wikipedia, bei welchem natürlich nicht die mehrfache Bemerkung fehlen darf, dass es sich bei Sichelschmidt um einen “Rechtsextremisten” handelt. Ein Witz. Der Verfasser dieses Wikipedia-Hetz-Beitrags hat sehr wahrscheinlich kein einziges Werk Sichelschmidts gelesen – und wenn, dann wird er sehr schnell festgestellt haben, dass er nicht ein Promille jenes umfassenden Wissens und jener globalen Weltauffassung besitzt wie der von ihm diffamierte Historiker. Allein in drei aufeinanderfolgenden kurzen Wikipedia-Sätzen fallen z.T. mehrfach die Nennungungen “rechtskonservativ“, “rechtsextrem”, “neo-faschistischer Autor” und “Rechtsextremist“:


“In rechtskonservativen bis rechtsextremen Medien wird er (Anm.: Sichelschmidt) als „nationaler Publizist“ oder „nationaler Autor“ gelobt, die rechtsextreme NPD bezeichnet Sichelschmidt als „unvergessen“ und „wahrhaften Volksaufklärer“. Außerhalb dieses Spektrums wird er als „neo-faschistischer Journalist“ und „namhafter Rechtsextremist“ eingeordnet. 1963 erhielt Sichelschmidt von der rechtsextremen Kulturvereinigung Gesellschaft für Freie Publizistik die Ulrich-von-Hutten-Medaille.”

https://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Sichelschmidt

Das ist Gehirnwäsche der übelsten Sorte und miesester Gesinnungs-Journalismus. Die meisten Internet-User fallen auf diese gezielten Diffamierungen jedoch herein – da sie, wie bei den übrigen Medien – die Okkupation und damit Gleichschaltung Wikipedias durch den neobolschewistischen Zeitgeist nicht ansatzweise durchschauen.

Ins gleiche Horn bläst im übrigen eine gewisse Dr. Yasemin Shooman, die auf der Online-Plattform der regierungseigenen “Bundeszentrale für politische Bildung” (bpb) ihren pseudo-intellektuellen Verriss gegen Sichelschmidt zelebrieren darf. In ihrem von linken Diffamierungs-Mustern geradezu erbärmlich strotzenden Artikel “Deutschenfeindlichkeit” – rechtsextremer Topos und Ausblendung von Machtverhältnissen” schreibt sie zum angeblichen reaktionären Missbrauch des Begriffs “Deutschenfeindlichkeit” wie folgt:

Die Deutschen werden darin zum Beispiel als Opfer dargestellt, die von anderen Nationen in den Zweiten Weltkrieg verwickelt wurden und nun zu Unrecht als dessen Verursacher gelten.

In rechtsextremen Texten jüngeren Datums erhalten Begriffe wie “Deutschenfeindlichkeit” eine Bedeutungsverschiebung, die als Reflex auf die Diskussion um Deutschland als Einwanderungsland gelesen werden kann.

Schon im Klappentext des 1992 erschienenen Buches “Der ewige Deutschenhaß. Hintermänner und Nutznießer des Antigermanismus” des rechtsextremen Historikers Gustav Sichelschmidt heißt es zum Beispiel, dass die “deutschfeindliche[n] Kräfte” nicht nur unter den europäischen Nachbarländern auszumachen seien, sondern “auch in unserem eigenen Land […] der Haß auf das deutsche Volk” wachse, “geschürt von linken Intellektuellen, Antifa-Kämpfern und Ausländergruppen”.

Dennoch liegt das Hauptaugenmerk dieses Buches auf der vermeintlichen Deutschenfeindlichkeit anderer Nationen, namentlich Frankreich, England, Polen, Russland und den USA. “

https://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/266358/debattenbeitrag-dr-yasemin-shooman

Der Versuch etwa der AFD, Deutschfeindlichkeit mit Rassimus gleichsetzen zu wollen, würde, so Shooman, “die Machtverhältnisse zwischen Mehrheitsbevölkerung und Minderheitsbevölkerung” ausblenden. Will heißen: Rassismus kann es laut linker Doktrin nur seitens einer Mehrheit gegenüber einer Minderheit geben – und niemals umgekehrt.

Damit ist klar, dass jede Kritik etwa an Juden – die in allen Ländern außerhalb Israels eine (bis zum Teil verschwindende) Minderheit stellen, automatisch Rassismus ist. Praktisch für die “deutsche Historikerin” Yasemin Shooman (* 1980) die die Akademieprogramme des Jüdischen Museums Berlin leitet. Praktisch für jemanden, der sich mit Arbeitsschwerpunkten wie Rassismus, Islamfeindlichkeit, Antisemitismus, Medienanalyse, jüdisch-muslimische Beziehungen in Geschichte und Gegenwart sowie Erinnerungskulturen in der Migrationsgesellschaft befasst und damit eindeutig zeigt, auf welcher politischen Seite sie zu verorten ist:

Über ihren religiösen Hintergrund schweigen sich nicht nur Wikipedia, sondern alle von mir recherchierten Quellen aus. Das ist kein Zufall: Wikipedia ist dazu übergegangen, fast immer einen muslimischen oder jüdischen Glauben des Vorgestellten zu verschweigen. Es wäre interessant zu wissen, ob sie als Muslima (vieles deutet darauf hin, dass sie islamischen Glaubens ist), tatsächlich beim Jüdischen Museums Berlin angestellt ist. Kein widerspruch wenn man an die Aussage des Ober-Rabbis Pinchas Goldschmidt von Moskau denkt, der Moslems als die “natürlichen Verbündeten” des Judentums bezeichnete. (ich berichtete).

Yasemin Shooman ist eine eindeutige NWO-Befürworterin, eine der intellektuellen, wenngleich auch weniger bekannten zugewanderten Multiplikatorinnen für die Abschaffung Deutschlands durch die Massenmigration. Als Mitglied des “Rats für Migration“ und des “Historischen Beirats des Regierenden Bürgermeisters von Berlin“ sowie des “Wissenschaftlichen Beirats des Avicenna-Studienwerks“ sowie weiterer zahlreicher Räte und Beiräte platzt diese junge Dame geradezu vor politischen Ämtern, in denen sie den Tod Deutschlands – den sie als Märchen und rassistische Lüge angeblicher “Rechter” darstellt – vorantreiben kann.

Ihre zahllosen Buchbeiträge und Artikel zeigen vor allem eines: Für Shooman ist jede Kritik am frauenfeindlichen und rassistischen Islam ein gedankliches Schwerstverbrechen. Wer den Islam kristisiert, wer an seine ihm innewohnende Frauenfeindlichkeit, seinen tödlichen Hass gegen Homosexuelle, seine Praxis, Abtrünnige (Apostaten) zu töten oder an seine zahllosen Genozide erinnert (u.a.: 80 Mio von Moslems in Indien getötete Hindus, 35 Mio von Moslems getötete Buddhisten, Genozid an 1,5 Mio Armeniern und 500.000 assyrischen Christen), wer an seine bis heute, auf Mohammed zurückgehende Praxis der Sklavenhandels und -Besitzes in islamischen Ländern erinnert, ist nicht etwa ein Aufklärer, sondern ein Rassist. Selbstveständlich thematisiert Shooman nicht ein einziges dieser islamischen Verbrechen: Will sie doch, wie alle ideologischen Propagandisten, ihre Leser nicht auf Themen hinweisen, die ihre inhaltslosen pseudointellektuellen Worthülsen in Frage stellen könnten. So fabuliert sie etwa:

“Es ist wichtig, die Herkunft des Begriffs “Deutschenfeindlichkeit” nachzuzeichnen, um seine Implikationen zu verstehen. Rechtsextreme und rechtspopulistische Gruppierungen benutzen den Topos schon seit Langem, um die “echten” Deutschen als Opfer eingewanderter Minderheiten zu stilisieren und damit ihren Rassismus als eine Art von “Selbstverteidigung” zu legitimieren”

https://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/266358/debattenbeitrag-dr-yasemin-shooman

Wer die tausenden schritlichen wie mündlichen Äußerungen moslemischer Immigranten zur Abschaffung Deutschlands und Errichtung eines islamischen Kalifats in Deutschland kritisiert, befindet sich demnach nicht in einer Notwehrsituation, sondern ist Rassist. Wer auf die vor der islamischen Immigration völlig unbekannten Ehrenmorde, auf die nahezu täglichen Massenvergewaltigungen deutscher Mädchen, Frauen und Greisinnen durch moslemische Vergewaltiger hinweist, wer das Thema nahezu täglicher Morde an Deutschen aufgreift, auf die hunderttausenden, zu Invaliden geschlagenen deutschen Opfer durch moslemische “Immigranten” (Tarnbegriff für Invasoren”) hinweist: Dessen Aufklärung über reale Praktiken des Islam und dessen verbale Selbstverteidigung wird von ihr zum Rassismus stilisiert.

Shooman weiter:

“Die Aufnahme von Geflüchteten wird in diesen Kreisen zum Beispiel als “schleichende Umvolkung” und “Genozid am deutschen Volk” skandalisiert. Der angenommene Komplott von Eliten und Minderheiten gegen “das Volk” ist auch ein Kernbestand rechtspopulistischer Argumentation.”

https://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/266358/debattenbeitrag-dr-yasemin-shooman

Als wäre der Schwund der Deutschen bis zu ihrer Bedeutungslsoigkeit nicht längst Fakt. Laut der jüngsten Bevölkerungsstatsitik des Bundesamts für Statistik (Wiesbaden) für das Jahr 2018 sind Deutsche nur noch bei den nicht mehr reproduktionsfähigen Alterjahrgängen 50+ in der Mehrheit. In der für die Reproduktion und damit Zukunft einer Population besonders wichtigen Altersgruppe von 0-18 Jahren sind Deutsche bereits deutlich in der Minderheit. Und in der Altergruppe von 1-3 Jahren bilden sie nur noch 30 Pozent der entsprechenden Gesamtpopulation: Moslems stellen da bereits 70 Prozent Anteil.

Der am häufigsten für männliche Neugeborenen vergebene Vorname ist nicht nur in Deutschland, sondern auch in Schweden, Holland, England, Norwegen und sogar in Italien längst “Mohammed” mit seinen diversen Namensvarianten (Mahmud, Mehmet etc). Weder werden diese Themen von Shooman aufgegriffen noch der Fakt thematisiert, dass Merkel den Migrationspakt der NWO unterzeichnet hat, der die Einwanderung von bis zu 200 Mio Moslems bis zum Jahre 2050 vorsieht.

Vergleich man allein diese wenigen Fakten mit Shoomans letztem obigen Zitat, so erkennt man, das diese “promovierte” Dame eine Meisterin in der Täuschung und Verstellung von Wahrheiten ist (Tayiyya). Ohne Frage ist Shooman eine der führenden Protagonisten bei dieser von ihr als rechtes Hirngespinst dargestellten Umvolkung.

Wer wie sie bereits im zarten Alter von 33 jahren eine wie oben beschriebene Ämterfülle aufzuweisen hat, der hat mächtige Kräfte hinter sich: Es sind dieselben Kräfte, die für die Massenmigration und die “Neue Weltordnung” verantwortlich sind.

Diese Dame mag viel geschrieben haben: Aber sie hat ganz sicherlich kein einziges Werk von Sichelschmidt gelesen, den sie in ihrem unsäglichen bpb-Artikel nach allen Regeln der Tayyiya verreißt. Bezeichnend ist, dass sie keine einzige, den tödlichen Hass von ausländischen Staatsoberhäuptern gegen Deutschland vorgebrachten Aussagen in Sichelschmidts Monumentalwerk zitiert – dafür aber einen Auschnitt aus dem Klappentext (!) dieses historischen Monumentalwerks. Mehr dürfte sie auch nicht gelesen haben. Denn linke Ideologen und Protagonisten der Massenflutung Deutschlands (und damit des Genozids am deutschen Volk durch die Migrationswaffe) müssen nichts lesen. Sie müssen nur ihre linken Wahrheits-Verdrehungen flächendeckend verbreiten. Yasmin Shooman ist das beste Beispiel für diese “Kunst” der Täuschung ganzer Völker.

Lesen sie in der Folge Teil 2 der fünfteiligen Serie zur “Germanophobie”, in welchen Sichelschmidt sich dem Hass der französischen Eliten auf alles Deutsche widmet.

Wer weiß heute schon darüber Bescheid, dass Frankreich im Laufe seiner Geschichte mehr als zwanzig Invasionen in benachbarte deutsche Territorien unternommen und bei diesen Gewaltmaßnahmen in der Regel ein Land verbrannter Erde zurückgelassen hat? In unseren Geschichtsbüchern, vor allem in den Schulbüchern, werden stets nur die wenigen Überfälle Deutschlands auf Frankreich thematisiert, ohne die diesen Überfällen zugrundeliegenden Motive auch nur anzureißen.

Es sollte jedem Leser klar sein, dass der Beitrag zu Frankreichs Deutschenhass rein historisch verstanden werden soll. Dieser Hass mag in wenigen elitären intellektuellen und militärischen Zirkeln Frankreichs heute noch vorhanden sein. Man darf jedoch ohne Zweifel behaupten, dass sich diese beiden Völker, die sich jahrhundertelang in einer unversöhnlichen Erbfeindschaft befanden, heute im Großen und Ganzen versöhnt haben. Doch wie stets muss man um seine Vergangenheit wissen, um die Gegenwart zu verstehen:

“Wer nicht von dreitausend Jahren / sich weiß Rechenschaft zu geben, / bleib im Dunkeln unerfahren, / mag von Tag zu Tage leben.”

J.W.v. Goethe, in: “West-östlicher Divan”

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Gustav Sichelschmidt:
“Der ewige Deutschenhaß. Hintermänner und Nutznießer des Antigermanismus”

Quelle:
Gustav Sichelschmidt:
“Der ewige Deutschenhaß. Hintermänner und Nutznießer des Antigermanismus”
Kiel: Arndt, 1992, ISBN 3-88741-157-9

Teil 1 hier

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1. Frankreich

Die inzwischen abgeblasene sogenannte deutsch-französische Erbfeindschaft basierte weniger auf dramatischen Grenzkonflikten, die es allerdings auch reichlich gab, als offenbar auf einer oft gravierenden Heterogenität der beiden Volkscharaktere. Den offenen Ausbruch der gegenseitigen Feindseligkeiten datiert man im allgemeinen mit dem Westfälischen Frieden von 1648, der eine nahezu über 800 Jahre bestehende Grenze einseitig zu Gunsten der Franzosen drastisch nach Osten verschob.

Zumindest seit den Tagen des Kardinals und späteren Ministers Ludwigs XIII., Armand Jean Richelieus (1585-1642), führte sich die französische Politik betont antideutsch auf, und zwar mit dem Ziel, die Vereinigung der deutschen Länder in einen übermächtigen Großstaat in der Mitte Europas, der die Machtverhältnisse auf dem Kontinent in einer für Frankreich unerträglichen Weise verschoben hätte, um jeden Preis zu verhindern.

Dementsprechend suchte man engere Kontakte mit dem Zarenreich, um Deutschland mit dem Schreckgespenst eines möglichen Zweifrontenkrieges einzuschüchtern und es vor politischen Experimenten zu warnen. Immerhin können die Franzosen den zweifelhaften Ruhm für sich beanspruchen, im Laufe ihrer Geschichte mehr als zwanzig Invasionen in benachbarte deutsche Territorien unternommen zu haben. Sie haben bei diesen Gewaltmaßnahmen in der Regel ein Land verbrannter Erde zurückgelassen.

Auch das Heidelberger Schloss wurde 1689 Opfer der mehr mehr als 20 Invasionen durch die Franzosen nach Deutschland

Die Zerstörung des Heidelberger Schlosses etwa entfällt ebenso auf ihr Konto wie auch die Schändung der Kaisergräber im Speyrer Dom. All diese Irritationen im deutsch-französischen Verhältnis waren das Ergebnis einer betont aggressiven französischen Politik, die darauf hinauslief, den unüberschaubaren Koloß jenseits des Rheins durch immer neue Spaltungen auf die Dauer politisch aktionsunfähig zu machen. Von all diesen trüben Erfahrungen mit dem Nachbarn zur linken blieb in sensiblen deutschen Gemütern natürlich ein Trauma zurück, das man auch durch fromme Friedenslitaneien, die bekanntlich nichts kosten, bis auf unsere Tage hin nicht so leicht aus der Welt schaffen konnte.

Wahrscheinlich unvergleichlich mehr noch als diese kriegerischen Eskapaden des französischen Imperialismus, der sich auf deutschem Boden austobte, reagierten die biederen Deutschen auf die für sie so aufreizende Leichtlebigkeit und Laszivität ihrer Nachbarn im Westen. Sie hatten bald herausgefunden, daß die Franzosen die Kunst des Lebens, das „Savoir-vivre“, besser als sie selbst beherrschten. Diese arbeiteten offenbar nur, um leben zu können, während die Deutschen der Not gehorchend nach der Maxime verfuhren, zu leben, um zu arbeiten und womöglich Höchstleistungen zu vollbringen.

Wenn Max Scheler, den Ursachen des Deutschenhasses nachforschend, eine einschneidende „romanisch-germanische Rassenfremdheit“ feststellen zu können glaubte, so konnte er auch darauf hinweisen, daß die Franzosen bei ihren östlichen Nachbarn in dem nicht gerade für sie schmeichelhaften Ruf der Unzuverlässigkeit standen, während die Franzosen ihrerseits nun wieder die Schwerfälligkeit und Formlosigkeit der Deutschen zu monieren fanden. Die „Grande Nation“, zu der sich die Franzosen auf Grund ihrer politischen und kulturellen Leistungen selbst ernannt hatten, indiziert eine nicht geringe Eitelkeit und den Anspruch, zumindest in Europa keine andere als die erste Rolle auf allen Lebensgebieten zu spielen. Gleichwohl: Der Begriff des „Welschen“ ist in unserem Sprachgebrauch über die Jahrhunderte hin mit einem durchaus negativen Vorzeichen versehen gewesen. Man hat sich zumindest seit den Tagen des Rokoko bei uns daran gewöhnt, das „Welsche“ als Synonym für alles Frivole und Laszive zu betrachten. Eben solche Eigenschaften aber waren es, die wackere Deutsche am meisten verabscheuten.

Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) hat daher auch bezeichnenderweise in seinem Preußendrama „Minna von Barnhelm“, gedruckt 1767, in dem französischen Spieler Riccaud de la Marliniere eine ebenso köstlich gezeichnete wie sicher zutreffende Charakterstudie eines für uns Deutsche prototypischen Franzosen abgeliefert. Dieser Lebenskünstler hat das Image des Franzosen bei uns zulande eigentlich bis heute mitgeprägt, ohne daß man markante Korrekturen daran vorgenommen hätte. Nach der Französischen Revolution und der Napoleonischen Ära, der die Deutschen überhaupt erst so etwas wie ein Nationalbewußtsein verdankten, erstarkte unsere deutsche Identität vorwiegend am Feindbild des Franzosen, in dem man den lästigen Friedensstörer des deutschen Gartenlaubenidylls zu erkennen glaubte.

Der Haß auf den französischen Artillerieleutnant, der mit seiner „Grande armee“ ganz Europa mit einem mörderischen Krieg überzog und die Europäer versklavte, nahm schließlich auch bei den verschlafenen Deutschen geradezu fulminante Formen an.

Ernst Moritz Arndt mobilisierte die Deutschen mit seinen Gedichten gegen den französischen Invasor Napoleon

Ernst Moritz Arndt (1769-1860) verfaßte damals seine unwiderstehlichen Flugschriften und Lieder, um seine Landsleute gegen den offenbar unbesiegbaren Invasor zu mobilisieren, und Heinrich von Kleist (1777-1811) sah sich von der Versklavung des Vaterlandes in eine durchaus schöpferische Rage versetzt, so daß man seine antifranzösischen literarischen Exzesse heute nur noch als peinliche Dokumente eines losgelassenen deutschen Chauvinismus wertet. Die Aufforderung etwa, auf alle „Franzmänner“ mit der Keule einzuschlagen und ihren Kaiser wie einen räudigen Hund zu töten, kann man nur aus der ungewöhnlich heftigen Turbulenz jener Tage heraus verstehen.

Auch Ernst Moritz Arndt nahm kein Blatt vor den Mund und versuchte, Deutsch zu sprechen. In seiner Kampfschrift von 1813 „Der Rhein, Deutschlands Strom, nicht Deutschlands Grenze“ machte er sich zum Anwalt aller Deutschen und sprach das aus, was ihnen damals so sehr auf der Seele brannte. Kleist aber, der nach Paris aufgebrochen war, um sich an der vielgerühmten französischen Kultur zu delektieren, brach bereits nach einem Vierteljahr seine Zelte in der Lichterstadt wieder ab. Die „hervortretende Sittenverderbnis“ an der Seine divergierte augenscheinlich allzu kraß mit seiner Vorstellung von „deutscher Herzensreinheit“. Dem französischen Imperialismus, der immer auf eine Annektion des Landes zumindest bis an den Rhein tendierte, kommt immerhin das so nicht vorgesehene Verdienst zu, den Deutschen zu einem gewissen nationalen Selbstwertgefühl verholfen zu haben.

Im übrigen aber brauchten diese ihre Empfindung, in den Franzosen ihren natürlichen Feind zu erblicken, gar nicht erst zu kultivieren. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts hatten sie allen Grund, um ihren Rhein zu zittern, als dessen Hüter sich viele Patrioten, die ihren „Ruf wie Donnerhall“ anstimmten, fühlten. Als die Franzosen dann ihre Revanchegelüste wegen des verlorengegangenen Elsaß-Lothringens an den „Boches“ abreagierten, nahmen die Feindseligkeiten auf französischer Seite geradezu unerträgliche Hitzegrade an.

Deutschland hatte sich im Zuge des deutsch-französischen Krieges von 1870/71 als verspätete Nation als Nationalstaat mitten in Europa etabliert. Der „Großen Nation“ war damit ein Rivale erstanden, mit dem man im Ernstfall zu rechnen hatte.

Das Bismarckreich blieb ein Phantom, mit dem sich die Franzosen keineswegs resigniert abfinden konnten. Man fühlte sich der kompakten jugendlichen Kraft des inkarnierten preußischen Ethos, das man verabscheute, hoffnungslos unterlegen. Im peinigenden Gefühl dieser Ohnmacht formulierte der „Tiger“ Clemenceau sein offenes und vielzitiertes Wort von den

zwanzig Millionen Deutschen, die es zuviel auf der Welt gäbe.

Ernest Renan forderte
„Haß bis auf den Tod“ und
„Vertilgungskampf gegen die germanische Rasse“

Über die dezidiert antideutsche Stimmung nach dem verlorenen Krieg berichtete sehr überzeugend damals Ernest Renan (1823-1892), einer der profiliertesten französischen Intellektuellen jener Zeit. Er gab seine Eindrücke über die explosive Stimmung im damaligen Frankreich gegenüber Deutschland unverblümt zu Protokoll. In diesem Stimmungsbericht vom seelischen Tief einer geschlagenen stolzen Nation tauchen dann bereits so unmißverständliche Passagen wie

„Haß bis auf den Tod“ oder „Vertilgungskampf gegen die germanische Rasse“

auf. Dergleichen hochgeputschte Emotionen deuteten bereits die Richtung an, in der sich das Schicksal Europas und der Welt auf eine schreckliche Weise erfüllen sollte. Im gleichen Maße, in dem das neue Reich an politischem Einfluß und wirtschaftlicher Kapazität in der Welt gewann, steigerte sich in Frankreich der Haß auf die Deutschen, die ihnen eine geliebte Provinz abgejagt hatten, ins Unerträgliche.

Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) war das herausragende Ziel dieses Deutschenhasses, der in Frankreich monomanische Formen annahm.

Auf ihn schoß sich die französische Presse ein und deckte ihn mit polemischen Breitseiten ein, um ihren Lesern die ganze deutsche Verworfenheit vor Augen zu führen. Schon die Nennung seines Namens genügte vor dem Ersten Weltkrieg, um die temperamentvollen und leicht entzündbaren Franzosen in Raserei zu versetzen. In seinem 1943 posthum erschienenen Erinnerungsbuch „Die Welt von gestern“ schildert Stefan Zweig (1881-1942) seinen Besuch in einem Kino in Tours, wo für eine Sekunde in einer Wochenschau der deutsche Kaiser auftauchte.

„In diesem Augenblick, da der Kaiser im Bild erschien“, heißt es bei Zweig, „begann ganz spontan im dunklen Raum ein wildes Pfeifen und Trampeln. Alles schrie und pfiff, Frauen, Männer, Kinder höhnten, als ob man sie beleidigt hätte. Die gutmütigen Leute von Tours, die doch nicht mehr von der Panik in der Welt wußten, als was in ihren Zeitungen stand, waren für eine Sekunde toll geworden.

Ich erschrak. Ich erschrak bis tief ins Herz hinein. Denn ich spürte, wie weit die Vergiftung durch die seit Jahren geführte Haßpropaganda fortgeschritten sein mußte.“

Raymond Poincare
forderte Deutschenhaß als erste Bürgerpflicht

Raymond Poincare (1860-1934), selbst gebürtiger Lothringer, proklamierte als einer der führenden Politiker des Landes den Deutschenhaß als erste Bürgerpflicht. Als Ministerpräsident und Außenminister (seit 1912) sowie ein Jahr später als Staatspräsident Frankreichs in führender Position ließ er es dann selbstverständlich nicht bei bloßen Androhungen von Repressalien gegenüber dem Erzfeind bewenden. Man hatte noch eine gehörige Rechnung mit den Deutschen zu begleichen.

Daher stimmte Frankreich bedenkenlos mit in die von England initiierte antideutsche Propaganda ein, um das wachsende Prestige des europäischen Emporkömmlings zu untergraben und die „Boches“ schließlich in einem offensichtlich unvermeidbaren Krieg von noch unvorstellbaren Ausmaßen in die Knie zu zwingen.

Natürlich waren an der psychologischen Vorbereitung einer endgültigen kriegerischen Abrechnung mit den deutschen Barbaren vor allem die französischen Intellektuellen maßgebend beteiligt. Zu ihnen zählt etwa auch der damals in Deutschland zu Ruhm und Ansehen gelangte belgische Literaturnobelpreisträger Maurice Maeterlinck (1862-1949). Die Mühe dieser Kriegstreiber zahlte sich dann auch voll aus. Mit der Zeit waren die französischen Massen nämlich auf den Ernstfall psychologisch bestens vorbereitet. Aber auch sonst hatte man keine Zeit verstreichen lassen, um die Aufrüstung mit einer geradezu infernalischen Energie zu betreiben.

Bei gleicher Bevölkerungszahl hatten die Franzosen eine mehr als anderthalbfach große Armee aufgebaut, die man weiß Gott nicht nur für Paraden auf den Pariser Avenuen oder für die Defensive vorgesehen hatte.

Gegen besseres Wissen hatten die französischen Propagandisten im Zuge ihrer antideutschen Stimmungmache sogar die Stirn, die Parole vom deutschen Militarismus in alle Welt hinausgehen zu lassen. Nach dem meteorhaften Aufstieg der deutschen Wirtschaft während der Gründerjahre und den verzweifelten Anstrengungen Großbritanniens, Deutschland, das ihm so gründlich das Konzept einer Monopolstellung auf den Märkten der Welt verdorben hatte, in aller Welt zu diskreditieren, schwenkte schließlich auch das revanchelüsterne Frankreich in die antideutsche Front einer sich bildenden Entente ein.

Der Lyriker Paul Valery verbreitete in
Frankreich die von England erfundene
Gräuelpropaganda gegen die Deutschen

Als symptomatisch für diese neue Welle des Antigermanismus kann die betont deutschfeindliche Haltung des französischen Lyrikers Paul Valery (1871-1945) gelten, der die deutschen Erfolge in einer Symbiose von preußischem Ethos und wirtschaftlicher Perfektion aufzudecken sich alle Mühe gab. Ganz in diesem Sinne sah er eine alarmierende Gefahr nicht nur für Frankreich, sondern für die gesamte europäische Umwelt, die diesen Ausbunden an Disziplin, Fleiß und Präzision nichts auch nur annähernd Gleichwertiges entgegenzustellen hatte. Kaum zu glauben: Während des Ersten Weltkrieges saß Valery völlig unkritisch den plumpen und allzu durchsichtigen Greuelmärchen der alliierten Presse auf. Selbst die Mär von den von deutschen Soldaten abgehackten Händen belgischer Kinder, die sich ein schon reichlich perverser Antiteutonismus hatte einfallen lassen, übernahm der Dichter als schlagkräftiges Argument in sein deutschfeindliches publizistisches Repertoire.

Die von England aus geschickt lancierte Deutschenhetze hatte also ihre Früchte getragen.

Kein Wunder, daß dann in Versailles der Deutschenhaß über sein Ziel hinausschoß und man hier einen Friedensvertrag diktierte, der schon den nächsten Krieg vorprogrammierte. Immerhin verdanken wir dem Nachdenken Paul Valerys über Deutschland und die Deutschen einige wertvolle Streiflichter auf Ursachen und Entstehung des Deutschenhasses. Er glaubte nämlich herausgefunden zu haben, daß die Deutschen ihren weltpolitischen Aufstieg keineswegs ihren militärischen Siegen verdankten, sondern allein ihren wirtschaftlichen Erfolgen, die keine Nation zu überbieten imstande wäre.

Valery ließ dann die Katze seines Mißbehagens vollends aus dem Sack, als er vor allem die deutsche Disziplin verteufelte, die er schlechtweg für einen irreversiblen Charakterfehler der Nachbarn hielt, „der Engländern und Franzosen das Widerwärtigste auf der Welt“ ist.

Als der so lange angestaute Deutschenhaß der Franzosen sich dann, als die Deutschen im Ersten Weltkrieg endlich einer 25fachen Übermacht erlegen waren, im Versailler Diktat hemmungslos und ohne Rücksicht auf die zu erwartenden Folgen austoben konnte, programmierte man bereits neues Unheil. Selbst weiterblickende Franzosen waren sich bei Abschluß dieses sogenannten Friedens im klaren darüber, die Folgen der betont demütigenden Behandlung der Deutschen könnten nur verheerend sein.

Georges Clemenceau:
“Die Vernichtung des deutschen Volkes fängt jetzt erst an.”

Der französische Ministerpräsident Georges Clemenceau (1841-1929), dem in Hinblick auf die Deutschen nur das Apercu einfiel,

man könnte sie wie tolle Hunde entweder nur töten oder an stählerne Ketten legen,

sprach bereits Anfang 1919 vor den Offiziers-Schülern von St. Cyr die vielsagenden Worte:

„Meine jungen Freunde, seien Sie ohne Sorgen über Ihre militärische Zukunft. Der Frieden, den wir soeben geschlossen haben, sichert Euch zehn Jahre der Konflikte in Europa.“

Im Juni 1921 präzisierte er seine Absicht auf folgende Weise:

„Dieser Krieg war nur die Vorbereitung. Die Vernichtung des deutschen Volkes fängt erst jetzt an.“

Dementsprechend diente Hitler achtzehn Jahre später den französischen Falken nur als Vorwand und Auslöser eines neuen Weltkrieges. Selbst der Oberbefehlshaber der alliierten Armeen in Frankreich, Marschall Foch, der im November 1918 gegenüber der deutschen Delegation die vorbehaltlose Annahme der Bedingungen eines Waffenstillstandes erzwang und der die Lage wie kaum ein anderer überblickte, formulierte kurz darauf seine Prognose für die nächsten Jahre folgendermaßen:

„Das ist kein Friede. Das ist nur ein Waffenstillstand für zwanzig Jahre.“

Bis auf das Jahr genau behielt er Recht mit seiner Vorhersage. In der Tat: Niemand hätte allen Ernstes annehmen können, eine so bedeutende Nation wie die deutsche würde über Jahrzehnte hin mit dem schmerzenden Trauma von Versailles leben können.

Noch nie waren nach allgemeiner Meinung Besiegte so aufreizend erniedrigt worden wie die Deutschen, die man als Alleinschuldige am Kriegsausbruch vor ein Tribunal zitiert hatte, vor dem sie nur ein Ultimatum zu unterschreiben hatten.

In der Verblendung ihres namenlosen Hasses hatten die Alliierten den wohl folgenreichsten politischen Fauxpas des Jahrhunderts begangen: die Schaffung des Polnischen Korridors und der Freien Stadt Danzig, um derentwillen sie dann zwei Jahrzehnte später noch einmal in den Krieg ziehen mußten. Daß der Verlust der elementarsten nationalen Würde einem deutschen Diktator mit fast zwingender Logik den Weg zur Macht bahnen mußte, hat man wenigstens im nachhinein einzusehen gelernt. Bei allen Schandtaten, die man Adolf Hitler anhängt, läßt sich trotz aller Geschichtsverdrehungen kaum leugnen, daß er geradezu verzweifelte Anstrengungen unternahm, das deutsch-französische Verhältnis zu stabilisieren. Er wollte den Begriff der Erbfeindschaft außer Kurs setzen und ihn durch den Terminus „Brudervolk“ ersetzt sehen.

Das gelang ihm bekanntlich nicht, obwohl er den Franzosen alle erdenklichen Konzessionen machte und im Zuge seiner Befriedungspolitik auf Elsaß-Lothringen verzichtete. Von einer Revanche, für die unsere deutsche Volksmentalität ohnehin nicht disponiert zu sein scheint, war damals keine Rede mehr. Im Gegenteil veranstaltete man Verbrüderungstreffen von ehemaligen Frontsoldaten und sorgte für die Fraternisierung der Jugend beider Völker. Daß die Franzosen dann im Gefolge einer kurzsichtigen Garantieerklärung für die kriegslüsternen Polen fast gegen ihren eigenen Willen in einen neuen Krieg mit Deutschland hineinschlitterten, gehört zu den tragischen Verwicklungen und Imponderabilien der Weltgeschichte.

Division „Charlemagne“

In der Tat empfand man links des Rheins im Jahre 1939 nur wenig Neigung, für Danzig zu sterben. Dieser begreiflichen Lustlosigkeit des französischen Poilu an der Verteidigung fremder Interessen hatte das Land mit einer seiner verheerendsten Niederlagen zu bezahlen. Während Hitler sich als „Eisbrecher“ dem Termitenwahn eines alles nivellierenden Bolschewismus entgegenwarf, waren es dann immerhin einige Entschlossene aus der Elite der französischen Jugend, die sich in der Division „Charlemagne“ zusammenschlossen, um Seite an Seite mit ihren deutschen Kameraden die Werte des alten Europa zu verteidigen.

Zweifellos gehört die von Frankreichs früherem Staatspräsidenten Charles de Gaulle (1890-1970) und dem ersten deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer (1876-1967) initiierte neue „deutsch-französische Freundschaft“, die so ganz und gar dem merowingischen Konzept des ersten Kanzlers dieser Republik entsprach, zu den erfreulichsten zwischenstaatlichen Gesten im Europa der Nachkriegszeit.

Außenpolitisch blieb man allerdings vorwiegend auf Washington fixiert und erwärmte sich in diesem Lande mehr für „McDonalds“ und „Fast-food“ als für Mitterands Europakonzept. Ihre letzte Zerreißprobe muß die sich anbahnende europäische Solidarität aber erst noch bestehen. Bedauerlicherweise fielen die Pariser Kommentare zur deutschen Wiedervereinigung nicht gerade ermutigend aus. Der Beitritt Mitteldeutschlands zur Bundesrepublik und die damit verbundene stärkere Ostorientierung lösten in Frankreich wahre Alpträume aus. Man sah sich in Europa an den Rand des politischen Geschehens versetzt.

Ob die in den nächsten Jahren anstehende Europäisierung der alten und traditionsreichen Nationalstaaten in der Lage sein wird, natürliche ethnische Gegensätze auszugleichen und verhärtete Traditionen aufzuweichen, wird erst die Zukunft erweisen können.

Trotz aller gutgemeinten Beteuerungen einer relativen Konfliktlosigkeit in den deutsch-französischen Beziehungen finden deutsche Leser aber zu ihrem Entsetzen in französischen Zeitungen immer noch die alten verzeichneten Darstellungen der Deutschen, in denen sie sich beim besten Willen nicht wiedererkennen. Immer noch wird der große Nachbar im Osten in einem Gefühl anvisiert, das zwischen Neid und Bewunderung, Furcht und Mißtrauen schwankt.

Immer wieder auch fällt das Deutschlandbild des durchschnittlichen Franzosen trotz eines halben Jahrhunderts demokratischen Wohlverhaltens in die alte Schablonenhaftigkeit zurück, die man längst für überholt gehalten hatte. Eine angebliche Unberechenbarkeit der Deutschen muß immer wieder als Vorwand dienen, keine Korrekturen am längst überholten Stereotyp des Deutschlandbildes vorzunehmen.

Bei der zynischen Marginalie des französischen Schriftstellers Francois Mauriac (1885-1970), er liebe Deutschland so sehr, daß er sich für immer zwei davon wünsche, handelt es sich mit Sicherheit nicht nur um die ehrliche Überzeugung eines geistreichen Einzelgängers. Im Zuge der deutschen Teilvereinigung stellte sich heraus, daß man in der Anwendüng des Selbstbestimmungsrechts der Völker gegenüber den Deutschen trotz aller Beteuerung demokratischer Untadeligkeit eine unrühmliche Ausnahme zu machen imstande wäre. Sowohl den spektakulären deutschen Wirtschaftsaufschwung als auch die inzwischen vollzogene deutsche Wiedervereinigung konnten die Franzosen nicht affektlos wegstecken. Wieder einmal hätschelte man das längst für eingemottet gehaltene Feindbild des „unruhigen Deutschen“, das man wohl nur schwer aus der Vorstellungswelt der Franzosen ausmerzen kann.

Der jahrzehntelang erbrachte Gegenbeweis unseres guten Willens und unserer Friedensbereitschaft hat augenscheinlich nicht ausgereicht, das Image des häßlichen Deutschen durch ein strahlenderes und sicher auch realistischeres Bild zu ersetzen.

Natürlich betrieb auch Frankreich wie die meisten Verbündeten anläßlich der Wiedervereinigung ein rhetorisches Verwirrspiel, das arg mit den vorherigen Freundschaftsbeteuerungen kollidierte. Man erblickte in diesem historischen Ereignis, das eine ganze Geschichtsepoche abschloß, so etwas wie eine Durchkreuzung des eigenen gesamteuropäischen Kalküls und zierte sich ungemein, die Grundsätze des Selbstbestimmungsrechts der Völker auch auf Deutschland anzuwenden. Das über viele Jahre hin entwickelte Europa-Konzept unserer NATO-Partner geriet mit einem Male gehörig ins Wanken. Zugleich erhielt die immer wache antideutsche Propaganda wieder einmal einige neue Impulse und steigerte sich in eine Hysterie, die die europäische Stabilität bedroht sah.

Man kokettierte bereits – und das nicht nur in Paris — mit einem neuen Mini-Versailles.

Profilierte französische Politiker setzten sich über alles Völker- und Menschenrecht hinweg und plädierten für ein zwar nicht juristisches, wohl aber für ein realpolitisches Veto Europas gegen die Wiedervereinigung. Frankreichs sozialistischer Staatspräsident Frangois Mitterrand forderte als Voraussetzung für die Wiedervereinigung die Zustimmung der Schutzmächte, also aller Staaten, mit denen sich Deutschland vor fünfzig Jahren im Kriegszustand befunden hatte.

Zugegeben, das landläufige Bild der neudeutschen Konsumenten, die mit ihren Nobelkarossen die französischen Autobahnen durchrasen, als Touristen französische Seebäder bevölkern und ausgiebig am Pariser Nachtleben partizipieren, ist nicht gerade ermutigend. Wie aber auch sollte die Umwelt die Deutschen in einem Augenblick in einem wesentlich positiveren Licht sehen, in dem sie einem geradezu schwachsinnigen Nationalmasochismus huldigen und offenbar nicht die beste Meinung von sich selbst haben? Andererseits wirkt wiederum der geradezu neurotische deutsche Arbeitseifer auf die Franzosen nicht gerade anziehend. Man empfindet diese „Moneymaker“, die sich auf die Jagd nach dem schnellen Geld begeben haben, nicht anders, als Churchill sie sich vorstellte: reich, aber impotent.

Im übrigen beweist sich wieder einmal, daß aus den Köpfen der Menschen nichts schwerer zu vertreiben ist als festgefahrene Vorurteile. Es dürfte daher wohl noch eine gute Weile dauern, ehe sich auf Grund zwingender Realitäten einer neuen Zeitepoche die über Generationen hinweg betriebenen Exzesse einer antideutschen Propaganda abgeschliffen haben.

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