Historiker: DIE LINKE ist “rechtsidentisch” mit SED und KPD


Von Michael Mannheimer, 05. Oktober 2020

Linkspartei, Medien und das politische Establishment verbreiten seit 30 Jahren die Lüge einer angeblichen Abkoppelung der Linkspartei von ihrer SED-Vergangenheit

Mit der “Wende” und dem sich anschließenden Einzug der SED (in Gestalt der PDS) in den Bundestag, begann die vermutlich verhängnisvollste Abschnitt der gesamtdeutschen Geschichte. Dank PDS und den hunderttausenden, in Sachen “innere Zersetzung” bestens trainieren SED- und Stasi-Kadern gelang es der scheinbar untergegangenen DDR, ihr trojanischen Pferd Angela Merkel an die Spitze Gesamtdeutschlands zu hieven – um in den zurückliegenden 15 Jahren, mit Hilfe der fast komplett linken Medien, ihr kommunistisch motiviertes Vernichtungswerk an Deutschland durchzusetzen.

Doch Lothar Bisky, Gregor Gysi und Oskar Lafontaine reagieren stets gereizt, wenn man ihrer Partei vorwirft, sie stehe in der Tradition der alten SED. Das Dreigestirn bezeichnet die Linke als „neue Partei“, die am 16. Juni 2006 auf einem „Gründungsparteitag“ von Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) und Linkspartei.PDS entstanden sei. Lafontaine verbittet es sich, „uns die alten Geschichten“, also die SED-Hinterlassenschaft, „an die Backe zu kleben“. (Quelle)

Doch die Linkspartei ist keinesfalls vom Saulus zum Paulus geworden, wie sie uns weismachen wollen. Der Neugründungsmythos der Linkspartei entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als glatte Lüge. Denn die “Linkspartei” (Die Linke) ist – völlig anders, als sie in den Systemmedien dargestellt wird – eben keine Partei-Neugründung, und vor allem keine, die sich von ihrer SED-Vergangenheit losgekoppelt habe. Sondern sie ist rechtsidentisch mit der SED und, wie Sie im folgenden Essay von Hubertus Knabe, einem der wohl besten DDR-Kenner, lesen werden, darüber hinaus sogar rechtsidentisch mit der KPD.

Linkspartei-Bundesschatzmeister: “Die Linke ist rechtsidentisch mit der SED”

In einer eidesstattlichen Erklärung von Dr. Karl Holluba, Bundesschatzmeisters der Partei ,DIE LINKE‘ am 28. April 2009 vor dem Berliner Landgericht erklärte dieser:

„Ich bin Bundesschatzmeister der Partei ,DIE LINKE‘. Daher weiß ich: ,DIE LINKE‘ ist rechtsidentisch mit der ,Die Linkspartei.PDS‘, die es seit 2005 gab, und der PDS, die es vorher gab, und der SED, die es vorher gab.“
Quelle


Auf der Website der Linken sucht man diese Erklärung vergeblich. Denn sie räumt mit dem weit verbreiteten Irrtum auf, die Partei sei eine Neugründung oder zumindest ein Zusammenschluss zweier Parteien aus Ost und West. In Wirklichkeit ist die Linke noch nicht einmal eine Nachfolgepartei, wie sie von Journalisten zuweilen genannt wird. Der Erklärung ihres Schatzmeisters zufolge wäre vielmehr die Bezeichnung „Fortsetzungspartei“ am zutreffendsten. Doch das ist noch nicht alles: Die Linke ist nämlich auch noch „rechtsidentisch“ mit der KPD, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Ostdeutschland die Macht übernahm. Aus diesem Grund erhielt die Partei 1995 auch deren einstige Zentrale in Berlin als „materiell-rechtsstaatlich erworben“ zugesprochen.

Kaum jemand kennt heute noch die schmutzige Vergangenheit der Linkspartei

Die jüngeren Generationen haben in der absoluten Mehrheit keinerlei Ahnung darüber, dass die SED aus dem Zusammenschluss der Ost-SPD mit der Ost-KPD im Jahr 1946 hervorging. Kaum jemand weiß, dass sie in der DDR Garant für 40 Jahre stalinistische Diktatur war. Die SED hatte bis kurz vor der „politischen Wende“ annähernd 2.600.000 Mitglieder – und damit mehr als alle Parteien der Berliner Republik zusammengenommen – obwohl die DDR damals nur 17 Mio. Einwohner hatte (BRD: 69 Mio. Einw.).

Kaum jemand weiß heute noch, dass die Linkspartei (als Rechtsnachfolgerin der SED) für tausende Tote und eine 40-jährige gnadenlose Unterdrückung ihres Volks verantwortlich ist. Ferner weisen die Systemmedien (und Wikipedia) so gut wie nie darauf hin, dass die Linkspartei, als sie sich noch PDS nannte, fast nur aus ehemaligen Abgeordneten der SED bestand. Und kaum ein Medium macht darauf aufmerksam, dass im gegenwärtigen Jahr – also 30 Jahre nach der “Wende” – immer noch 17 Prozent der Linken-Abgeordneten alte SED-Genossen sind. Viele von ihnen verschweigen dies oder tun so, als hätten sie 1990 die Partei gewechselt.

Auch die Verbrechen und massiven Menschenrechtsverletzungen, als Die Linke noch als “SED” in der DDR an der Macht war, werden genauso totgeschwiegen wie ihre neuen Verbrechen, von denen ich hier nur einige wenige vorstellen will:

Linkspartei-Bundestags-Abgeordneter stellt den 9-fachen RAF Mörder Christian Klar an
Der Bundestagsabgeordnete Diether Dehm (Linkspartei) stellte den neunfachen RAF-Mörder Christian Klar als Mitarbeiter in seinem Bundestags-Büro nach dessen Haftentlassung Anfang 2016 an. Das RAF-Mitglied Christian Klar ist mit 9 Morden und 11 Mordversuchen der “erfolgreichste” Killer dieser linksextremistischen Terrororganisation, die schon damals von der SED materiell und logistisch unterstützt wurde.

Linkspartei-Politiker fordert KZs für “Rechte”
Der Landtags-Kandidat der Linken im bayrischen Donauwörth, Tobias Himpenmacher gegenüber der Ausgburger Allgemeinen: „Die Integration muss deutlich verbessert werden. Dazu sind Sprachkurse, Ausbildung, Integrationskurse und eine zentralisierte Unterbringung für Neonazis notwendig.“ Quelle

Linkspartei-Politikerin Christiane Schneider bedankt sich bei der Antifa für deren “gute Arbeit”
Christiane Schneider, Vizepräsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, also des Landesparlamentes der Freien und Hansestadt Hamburg, lobt die zurückliegenden Straßenschlachten der Antifa in Hamburg und setzt sich für neue Gewaltaktionen der Antifa ein.: „Vielen Dank an die Antifa, ihr macht das super! Quelle
Damit verstieß sie, bis heute ungeahndet, gegen § 140 STGB: Belohnung und Billigung von Straftaten. Ein weiterer Beweis, dass Gesetze nur noch für Deutsche gelten, die sich für den Erhalt ihres Landes einsetzen.

Linkspartei: “Besser Terroristen aufnehmen als gar keine Flüchtlinge!”
Die Landeschefin der Linkspartei von Berlin, Katina Schubert erklärte knapp ein Jahr nach dem Terror-Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche mit zwölf Toten: „Es konnte mir noch niemand erklären, warum es so wahnsinnig von Vorteil ist, potenzielle Terroristen abzuschieben. Was ist denn gewonnen, wenn sie andernorts schwere Verbrechen begehen? Der Terror ist längst global“ Quelle
Folglich sei es besser, wenn Terroristen bei uns Anschläge verüben als anderswo.

Linke: Reiche erschießen oder ins Arbeitslager stecken
Mitglieder der in »Die Linke« umbenannten Ex-PDS haben auf einem Treffen in Kassel über die Erschießung von Reichen gesprochen (Video). Und Ihr Parteichef machte deutlich, wie er denkt, als er versucht zu relativieren: »Wir erschießen sie nicht, wir setzen sie schon für nützliche Arbeit ein.« Quelle

“Die Linke” ist zweifellos eine neobolschewistische Partei, die sich als demokratisch tarnt

Heute wird die Linkspartei in der veröffentlichten Meinung wieder so verzerrt und wahrheitswidrig dargestellt wie in der Zeit, als sie noch als SED die DDR beherrschte. Lobeshymnen überall über die “soziale” und in Sachen Massenimmigration “ausgewogene” Politik der Linkspartei.

Dafür wird ihre schmutzige Vergangenheit und kaum weniger schmutzige Gegenwart nahezu vollständig ausgeblendet: Auch auf Wikipedia – jenem Portal, auf dem sich die allermeisten Menschen (und besonders “Intellektuelle”) informieren – ohne zu ahnen, dass Wikipedia längst zum wichtigsten NWO-Organ umgewandelt wurde (ich berichtete) – steht kein Wort zur SED-Rechtsnachfolge der Linkspartei. Dafür ist der Wikipedia-Beitrag zur Linkspartei/Die Linke reine Propaganda für eine Partei, die „in einer parteipolitischen Traditionslinie, die auf Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht zurückreicht“. (s.dazu: “Zur Auseinandersetzung mit der Geschichte” (Memento vom 12. Oktober 2009 im Internet Archive) (PDF; 116 kB), die-linke.de)

Will ARD-Chefredakteur Reinald Becker von all dem nichts gewusst haben, als er am 10. August 2019 zur Linkspartei wie folgt twitterte?

Wer nach 30 Jahren Einheit Die Linke immer noch als “SED-Erben” bezeichnet, hat nichts verstanden und gelernt.” Quelle

Zum Hauptartikel

Dr. Hubertus Knabe, Historiker und Autor des vorliegenden Artikels, ist wohl einer der bestinformierten Geschichtswissenschaftlern, was die Hintergründe und Geschichte der DDR anbetrifft. Er war Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen von deren Gründung im Jahr 2000 bis zu seiner Abberufung am 25. November 2018. Knabes Veröffentlichungen widmen sich der Westarbeit der DDR, dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR, den Oppositionsbewegungen im Ostblock, der ostdeutschen Nachkriegsgeschichte sowie der Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Anders als die meisten heiligen systemkonformen Historiker spricht Knabe Klartext. Seine Publikationen über die DDR sprechen für sich. (Sie finden Sie ganz am Schluss des Artikels.)

An Knabe kommen die Linken also nicht vorbei

Es dürfte keinen in der Linkspartei, der SPD und den Grünen zusammengenommen, der sich mit Knabes Wissen messen kann. Daher machen Linke das, was sie seit eh und je (mit Erfolg) taten: Ernstzunehmende Kritiker werden totgeschwiegen. Ihre Bücher werden in keiner deutschen Zeitung besprochen.

Das hat Knabe mit Peter Helmes, dem wohl erfolgreichsten Sachbuchautor der Nachkriegsgeschichte gemeinsam: Helmes´ Bücher, die, wie sein wohl bekanntestes Werk Die Grünen. Rote Wölfe im grünen Schafspelz Millionenauflagen erzielten, werden in den Feuilletons der “Qualitätsmedien” seit der faktischen Machtübernahme Mitte ende der 90-er Jahre des 20. Jahrhunderts der DDR-Invasoren ebenfalls totgeschwiegen. Wikipedia, das selbst über die hinterletzten Antifanten einen Artikel verfasst (sofern sie in einer Partei sind) widmet Helmes als Autor von über 40 Büchern keine Zeile.

Lesen Sie in der Folge Knabes hervorragenden Essay “Die schmutzige Vergangenheit der Linken”, der Ihr Verständnis für das, was heute politisch geschieht und warum es so geschieht, bedeutend vergrößern wird:

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Die schmutzige Vergangenheit der Linken

Dr. Hubertus Knabe, 05. September 2020
Der Autor ist Historiker. Von 2000 bis 2018 war er Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Mit Geschick hat es die Partei Die Linke vermocht, sich als linke Kraft in Deutschland zu etablieren. Doch ihre Wurzeln liegen in der DDR – das merkt man bis heute.

Am 28. April 2009 versicherte Dr. Karl Holluba vor dem Berliner Landgericht an Eides statt:

„Ich bin Bundesschatzmeister der Partei ,DIE LINKE‘. Daher weiß ich: ,DIE LINKE‘ ist rechtsidentisch mit der ,Die Linkspartei.PDS‘, die es seit 2005 gab, und der PDS, die es vorher gab, und der SED, die es vorher gab.“

Auf der Website der Linken sucht man diese Erklärung vergeblich. Denn sie räumt mit dem weit verbreiteten Irrtum auf, die Partei sei eine Neugründung oder zumindest ein Zusammenschluss zweier Parteien aus Ost und West. In Wirklichkeit ist die Linke noch nicht einmal eine Nachfolgepartei, wie sie von Journalisten zuweilen genannt wird. Der Erklärung ihres Schatzmeisters zufolge wäre vielmehr die Bezeichnung „Fortsetzungspartei“ am zutreffendsten.

Eigentlich hätte die Erklärung des Schatzmeisters noch um einen weiteren Halbsatz ergänzt werden müssen. Die Linke ist nämlich auch noch „rechtsidentisch“ mit der KPD, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Ostdeutschland die Macht übernahm. Aus diesem Grund erhielt die Partei 1995 auch deren einstige Zentrale in Berlin als „materiell-rechtsstaatlich erworben“ zugesprochen.

Mit den Wurzeln der Partei beschäftigen

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Linke-Politikerin Barbara Borchardt als Richterin des Greifswalder Verfassungsgerichtshofes gewählt worden. Auch mit Stimmen der CDU. Borchardt steht für den extrem linken Flügel ihrer Partei.

Um die Linke zu verstehen, kommt man nicht umhin, sich näher mit ihren Wurzeln zu beschäftigen. Sie selbst widmet sich in ihrem Programm dieser Herkunft in epischer Breite.

Das Licht der Welt erblickte die Partei zur Jahreswende 1918/19, als radikale linke Gruppen die KPD gründeten, um in Deutschland eine Sowjetrepublik wie in Russland zu errichten. Unter ihrem späteren Vorsitzenden Ernst Thälmann wurde sie bald zu einer stalinistischen Kaderpartei. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten emigrierte die Parteiführung nach Moskau, wo nur die skrupellosesten Funktionäre die Säuberungen überlebten.

Eben diese ließ der sowjetische Diktator Josef Stalin 1945 nach Ostdeutschland einfliegen, um die von den Nazis zerschlagene KPD wieder aufzubauen. Walter Ulbricht und Wilhelm Pieck standen an ihrer Spitze. Mit Hilfe der sowjetischen Besatzungsmacht zwangen sie die SPD ein Jahr später, sich mit der KPD zur SED zu vereinigen. Dann machten sie aus dieser eine marxistisch-leninistische Kaderpartei, die die DDR 40 Jahre lang diktatorisch regierte.

Erst die Proteste im Herbst 1989 führten zur Entmachtung der SED. Die Partei war damals derart diskreditiert, dass viele Mitglieder deren Auflösung forderten. Doch ihr neuer Vorsitzender Gregor Gysi sorgte dafür, dass sie sich lediglich umbenannte – ab Dezember in SED-PDS, ab Februar 1990 nur noch in PDS. Auf diese Weise wollte Gysi das riesige Vermögen der Partei retten, denn dies war für ihn, wie er auf dem Parteitag im Dezember 1989 erklärte, eine „Überlebensfrage“.

Organisatorische, personelle und ideologische Kontinuität

Nach der Wiedervereinigung drohte die Partei erneut unterzugehen – weil die Wählerstimmen im Osten nur knapp ausreichten, um in den Bundestag zu kommen. Bei der Bundestagswahl 2002 verfehlte sie dann die Fünf-Prozent-Hürde. Gysi suchte deshalb Kontakt zum ehemaligen SPD-Chef Oskar Lafontaine, der der neu gegründeten Protestpartei WASG beitrat, um diese mit der PDS zusammenzuführen. Zu diesem Zweck nannte sich Gysis Partei 2005 ein weiteres Mal um – diesmal in Linkspartei.PDS, wobei die westdeutschen Landesverbände das Anhängsel „PDS“ gern unterschlugen.Als der Plan der Westausdehnung umgesetzt wurde, gab sich die Partei 2007 wieder einen neuen Namen: Die Linke.

Doch anders als ihre Funktionäre behaupten, handelte es sich dabei nicht um eine Fusion, sondern um einen Beitritt der WASG zur Linkspartei.PDS. Die beiden Parteien wurden auch nicht, wie man bei Wikipedia lesen kann, miteinander „verschmolzen“. Vielmehr wurde die WASG „auf die Linkspartei.PDS verschmolzen, wobei das Vermögen der WASG auf die PDS übertragen und den Mitgliedern der WASG die Mitgliedschaft in der PDS gewährt wurde“. Auch dies steht so in der Erklärung des Linken-Schatzmeisters.

Man muss diese Geschichte vor allem deshalb in Erinnerung rufen, weil sie Folgen bis in die Gegenwart hat. Denn die Entwicklung von der KPD zur SED und später zur Linken schlägt sich bis heute in einem hohen Maß an organisatorischer, personeller und ideologischer Kontinuität nieder. Augenfällig wird dies bereits im Sitz des Parteivorstandes. Denn da, wo die Linken-Chefs Katja Kipping und Bernd Riexinger ihr Büro haben, residierte auch schon Ernst Thälmann. Auf der Hauswand prangt der Name des KPD-Begründers Karl Liebknecht und die mit der Partei verbundene Stiftung ist nach dessen Mitstreiterin Rosa Luxemburg benannt. Alle drei wurden in der DDR wie Säulenheilige verehrt.

Mehr als 17 Prozent der Abgeordneten waren SED-Genossen

Die Luxemburg-Stiftung hat ihren Sitz in einem ähnlich vorbelasteten Gebäude – das Berliner Hochhaus, in dem seit DDR-Zeiten das SED-Zentralorgan „Neues Deutschland“ residiert. Das Gebäude und die Zeitung gehören zur Hälfte der Linken, die andere Hälfte übereignete sie einem ehemaligen Stasi-Offizier.

Auch personell herrscht in der Partei ein hohes Maß an Kontinuität – obwohl seit dem Ende der DDR bereits 30 Jahre vergangen sind. Mehr als 17 Prozent der Linken-Abgeordneten im Bundestag sind alte SED-Genossen. Viele von ihnen verschweigen dies allerdings oder tun so, als hätten sie 1990 die Partei gewechselt.

Gregor Gysi zum Beispiel unterschlägt seine langjährige SED-Mitgliedschaft in seiner Bundestagsbiografie. Dabei trat er der Partei schon unter Ulbricht bei, war in der SED ein hoher Nomenklaturkader und 1989 ihr letzter Vorsitzender. Auch Fraktionschef Dietmar Bartsch lässt seinen politischen Werdegang auf der Website des Bundestages erst 1991 beginnen, obwohl er bereits 1977 SED-Mitglied wurde und später bei einem Institut des ZK der KPdSU in Moskau promovierte.

Sieben Linken-Abgeordnete waren dabei nicht nur Mitglied der SED, sondern arbeiteten als hauptamtliche Funktionäre für sie oder ihre Jugendorganisation. Prominentestes Beispiel ist Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, die zu DDR-Zeiten Mitarbeiterin des Zentralrates der FDJ war. Mit Diether Dehm und Thomas Nord gehören der Bundestagsfraktion der Linken auch zwei ehemalige Stasi-Mitarbeiter an – wenn man den Fall Gysi nicht mitzählen möchte. In den ostdeutschen Landtagen ist die personelle Kontinuität noch größer. In Thüringen etwa, wo die Linke den Ministerpräsidenten stellt, sind 28 Prozent ihrer Abgeordneten alte SED-Genossen. Auch von ihnen arbeiteten viele hauptamtlich für die Partei.

Die thüringische Landtagspräsidentin Birgit Keller war zum Beispiel früher Mitarbeiterin der SED-Kreisleitung Nordhausen. Der ehemalige Landesvorsitzende Knut Korschewsky war Sekretär der FDJ-Kreisleitung Suhl. Seine Fraktionskollegin Karola-Elke Stange war Mitarbeiterin der SED-Kreisleitung Erfurt – um nur einige Beispiele zu nennen.

Durchschnittsalter der Mitglieder bei 55 Jahren

An der Basis der Partei zeigt sich ein ähnliches Bild. Auch wenn die Linke in der Öffentlichkeit gerne jüngere Leute präsentiert, liegt das Durchschnittsalter ihrer Mitglieder bei 55 Jahren. Mehr als die Hälfte von ihnen lebt im Osten, obgleich dort nicht einmal 17 Prozent der Gesamtbevölkerung wohnen. Die über 50-Jährigen sind dort fast immer alte SED-Genossen.

Oktober 1989: Die Staats- und Parteiführung feiert den 40. Jahrestag der Gründung der DDR. Foto: Aus diesem Grund hat bis heute kein Parteitag der Linken die DDR klipp und klar verurteilt. Stattdessen werden – etwa im Parteiprogramm – vor allem deren vermeintliche „Errungenschaften“ gelobt. Selbst als moderat geltende Politiker wie Bodo Ramelow lehnen den Begriff „Unrechtsstaat“ für die DDR entschieden ab. Kritik gibt es allenfalls am Stalinismus oder punktuellen „Erfahrungen staatlicher Willkür und eingeschränkter Freiheiten“, wie es im Parteiprogramm heißt – um dann mit umso größerer Verve für den wahren Sozialismus einzutreten. Erklärtes Ziel der Linken ist es bis heute, in Deutschland einen „Systemwechsel“ herbeizuführen und den Kapitalismus zu „überwinden“.

Während man sich früher damit trösten konnte, dass die sozialistische Propaganda letztlich folgenlos bleibt, hat sich dies inzwischen geändert. Vor allem in Berlin, wo die Linke seit Ende 2016 an der Regierung beteiligt ist, lässt sich beobachten, wie die Partei – mit Rückendeckung von SPD und Grünen – die Stadt zielgerichtet umbaut. Beispiel Kultur: Gleich im ersten Amtsjahr veranlasste der zuständige Senator der Linken, dass die atheistische Vereinigung „Humanistischer Verband“ den Kirchen gleichgestellt wurde.

Der Verein, der unter maßgeblicher Beteiligung des Linken-Politikers Klaus Sühl gegründet wurde, organisiert Namens- und Jugendfeiern wie in der DDR und protestierte unlängst gegen die Wiederanbringung eines Kreuzes auf dem Berliner Stadtschloss. Ein Jahr später sorgte derselbe Senator dafür, dass die Gedenkstätte im ehemaligen Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen personell und politisch neu ausgerichtet wurde.

Keine zufälligen Erinnerungen an die DDR

Ähnliches gilt für die Wohnungspolitik. Als die Linken-Politikerin Katrin Lompscher Bausenatorin wurde, machte sie als Erstes einen früheren hauptamtlichen Stasi-Mitarbeiter zum Staatssekretär. Später setzte sie durch, dass Berlin die Mieten staatlich festlegte, wodurch sich das Angebot an Mietwohnungen um die Hälfte reduzierte. Die Senatorin, die der SED seit 1981 angehört und kürzlich wegen Steuerhinterziehung zurücktrat, unterstützte auch ein linkes Volksbegehren „Deutsche Wohnen & Co enteignen“. Neuerdings will die Partei, dass der Staat den Wohnungsbau selbst in die Hand nimmt und sogar landeseigene Kaufhäuser betreibt.

Das alles erinnert nicht zufällig an die DDR. Rechtsfreie Räume für Linksextremisten, eine Ideologisierung vieler Institutionen und Lebensbereiche sowie eine unverhüllt unternehmerfeindliche Wirtschaftspolitik sind in Berlin inzwischen zur Normalität geworden. Mit dem Frauentag (8. März) und dem Tag der Befreiung (8. Mai) hat die Stadt in diesem Jahr sogar gleich zwei traditionelle Propagandatage der SED zum Feiertag erklärt. Auch in dieser Beziehung erweist sich die Linke als Fortsetzungspartei.

Quelle:
https://www.die-tagespost.de/politik/aktuell/die-schmutzige-vergangenheit-der-linken;art315,211536

Publikationen von Dr. Knabe:

PUBLIKATIONEN VON DR. HUBERTUS KNABE

Dr. Knabe als Herausgeber

Inhaftiert in Hohenschönhausen. Zeugnisse politischer Verfolgung 1945–1989. Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 2015,
Die vergessenen Opfer der Mauer. Inhaftierte DDR-Flüchtlinge berichten. List, Berlin 2009,
Gefangen in Hohenschönhausen. Stasihäftlinge berichten. List, Berlin 2007,

Dr. Knabe als Autor

Nazis in der DDR: Die Legende vom antifaschistischen Staat. Propyläen, Berlin 2020,
Die Wahrheit über die Linke. List, Berlin 2010
Die Täter sind unter uns. Über das Schönreden der SED-Diktatur. Propyläen, Berlin 2007,
Tag der Befreiung? Das Kriegsende in Ostdeutschland. Propyläen, Berlin 2005,
• mit Peter Erler: Der verbotene Stadtteil. Stasi-Sperrbezirk Berlin-Hohenschönhausen. Jaron, Berlin 2005,
Stätten der DDR-Diktatur. Jaron, Berlin 2004
17. Juni 1953. Ein deutscher Aufstand. Propyläen, Berlin 2003,
Der diskrete Charme der DDR. Stasi und Westmedien. Propyläen, Berlin 2001,
Die unterwanderte Republik. Stasi im Westen. Propyläen, Berlin 1999,
West-Arbeit des MfS. Das Zusammenspiel von „Aufklärung“ und „Abwehr“. Ch. Links, Berlin 1999,
Die Rechtsstelle des MfS (= Klaus-Dietmar Henke et al. (Hrsg.): Anatomie der Staatssicherheit. Geschichte, Struktur und Methoden. MfS-Handbuch. Teil 3: Wichtige Diensteinheiten. 4). Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der Ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik – Abteilung Bildung und Forschung, Berlin 1999,
Umweltkonflikte im Sozialismus. Möglichkeiten und Grenzen gesellschaftlicher Problemartikulation in sozialistischen Systemen. Eine vergleichende Analyse der Umweltdiskussion in der DDR und Ungarn. Verlag Wissenschaft und Politik, Köln 1993,
• mit János Kalmár, Alfred Komarek: Budapest. Bucher, Berlin / München 1991,
Aufbruch in eine andere DDR. Reformer und Oppositionelle zur Zukunft ihres Landes. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1989,
Neue soziale Bewegungen im Sozialismus. Zur Genesis alternativer politischer Orientierungen in der DDR. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Jahrgang 40 (1988), Heft 3, S. 551–569.
• Klaus Ehring, Martin Dallwitz (Pseudonyme für Hubertus Knabe und Ulrich Mickan): Schwerter zu Pflugscharen. Friedensbewegung in der DDR. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1982,

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